Patrick und Gwen waren rund 3 Jahre und 110 Tage unterwegs. Sie reisten solange in den Osten, bis sie vom Westen nach Hause zurückkehrten. Und das ganz ohne Flugzeug. Aus den entstandenen Filmaufnahmen haben die gebürtigen Schwarzwalder einen Film gemacht, der im Jahr 2017 als bester Dokumentarfilm in den deutschen Kinos einschlug.

Vor einigen Wochen ist er schliesslich auch als DVD erschienen und fand sofort seinen Weg in mein Laufwerk. Jetzt sitze ich hier, mit extrem viel Fernweh in der Brust, Beinen, die sofort aufbrechen möchten; und Finger, die aufgrund der Tatsache, dass ich nicht weg kann; stattdessen ihre Gefühle in die Tastatur hacken.

Wer steckt hinter weit.?

Patrick Allgaier ist um die dreissig und Kameramann. Gwendolin Weisser ist Anfangs zwanzig und hat gerade das Abitur fertig, als die beiden im Frühling 2013 ihre zwei Rucksäcke packen und eine Reise Richtung Osten beginnen. Ohne richtig zu wissen, wo und wann es enden soll. Unterwegs filmen sie diverse Situationen und Momente, nichts ist gestellt, nichts blumig oder hübsch aufgebessert. Das merkt man sofort.

Per Anhalter legten Gwen und Patrick die meisten Kilometer zurück.

Trampen statt fliegen

Trampen gehörte von Anfang an zu einem wichtigen Fortbewegungsmittel der beiden. Sie schätzen es dadurch in direkten Kontakt mit den Einheimischen zu kommen und so einen ungetrübten Einblick in das Leben der Menschen zu erhalten. Nicht selten haben Patrick und Gwen durch das Trampen interessante Charaktere kennengelernt, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Heimat ist, wo hinter jeder Ecke eine Erinnerung lauert.

Heutzutage ist trampen meines Erachtens nicht mehr ganz so angesagt, wie noch vor 30 Jahren. Womöglich liegt dies auch am Leichtsinn der 80er Jugend, denn gefährlicher kann ich mir die Welt kaum vorstellen. Per Anhalter zu reisen ist natürlich ein Risiko, für das jeder die eigene Verantwortung trägt, aber es ist mit etwas Vernunft auf jeden Fall machbar. Trotzdem sehe ich nur selten Reisende mit einem Schild am Strassenrand stehen.

Eine Schwangerschaft führt zurück nach Deutschland

Im dritten Jahr ihrer Reise wird Gwen schwanger. Die Beiden möchten das Kind in Mexiko zur Welt bringen und reisen deshalb mit einem Güterschiff quer über den pazifischen Ozean. Ab Mai 2015 ist das Paar schliesslich mit Sohn Bruno zu dritt und leben fortan in einem Häuschen oder ihrem gekauften Bus. Rund ein Jahr später kehrt die Familie nach Barcelona zurück und legt die letzte Strecke nach Freiburg i.B. zu Fuss zurück. Ganz wie gewohnt, langsam und mit viel Zeit sich wieder an Europa zu gewöhnen.

Nach zwei Jahren nun zu dritt unterwegs.

Nebst einem Film haben Gwen und Patrick während der Reise kurze «Vlogs» für die badische Zeitung publiziert, die noch immer auf der Videoplattform YouTube abrufbar sind. Ausserdem entstand zum zweistündigen Film ein Reisemagazin, dass mit zahlreichen Bildern, Texten, Rezepten und Reisetipps geschmückt ist.

Der echte ungetrübte Blick

Was mich an dem Film weit. besonders begeistert hat, ist der authentische und ungetrübte Blick auf diverse Kulturen. Besonders Pakistan geniesst in der westlichen Welt ein sehr geringes Ansehen. Unsere Zeitungen sind gespickt mit Bildern der Zerstörung und schlechten Bedingungen. Gwen und Patrick haben das Land auf eine andere Art und Weise, im Herzen der Zivilisation kennengelernt und vor allem durch ihre offene Art des Reisens (Couchsurfing und Trampen) den wahren Kern des Landes kennengelernt. All das ist auch während dem Film immer zu spüren und lässt bestimmt bei einigen Reiselustigen den Puls stärker schlagen.

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