Kaum  ein Thema hat die Meinungen so sehr gespaltet wie der Klimawandel. Die einen tüfteln an Lösungsvorschläge, andere zweifeln ihn an. Doch wie steht ein Klimaaktivist zu allem? Und weshalb ist der Klimawandel seiner Meinung nach kein politisch links oder rechts Problem? Dies ist der erste Artikel aus der Reihe „Ich-Du-Nachhaltig“.

Bildquelle: Dominic Tobler

Dominic Tobler ist 17 Jahre alt, geht noch zur Schule und engagiert sich für das Klima. Er ist im Klimastreik Ostschweiz aktiv, organisiert Streiks, Demonstrationen und Aktionen. Er führt die Social Media Accounts und durfte bereits einige Demonstrationen mit dem Megaphon anführen.

Dominic, hast du dich bereits vor Greta Thunberg für das Klima eingesetzt?

Ich habe mich vor Greta nicht klimapolitisch engagiert.

Ich fand das Thema schon immer spannend. Wir wissen, es kann so nicht weiter gehen. Viele sind sich dies noch immer nicht bewusst und Leute wie Trump werden gewählt. Greta hat alles ins Rollen gebracht und war eine grosse Inspiration, sich ebenfalls für das Klima einzusetzen.

Wie reagierte dein Umfeld auf dein Engagement?

Am Anfang kamen Aussagen wie „Hä, wie du gehst an einen Streik?!“ „Das ist doch nicht schweizerisch. Das bringt doch eh nichts.“ Je weiter die Klimabewegung gewachsen ist, desto ernster wurde ich genommen. Leider gibt es noch immer ablehnende Meinungen. Personen die finden, es sei sowieso zu spät oder man solle doch selbst weniger Plastik einkaufen, dann käme dies schon gut.
Natürlich wird der Klimawandel von Einzelpersonen beeinflusst.  Doch dieser Einfluss ist nicht genug! Wir müssen 100% auf erneuerbare Energie setzen. Müssen Anreize setzen, damit Leute, die sich ökologisch verhalten, belohnt und nicht bestraft werden.
Die Forderung ist „System change not climate Change“

Wir wollen ein System aufbauen, das dich belohnt, wenn du dich ökologisch lebst.

Bisher waren immer nur von Forderungen die Rede. Wann setzt der Klimastreik Taten um?

Vielen ist es nicht bewusst, dass der Klimastreik sich als eine Bewegung sieht, die auf ein Problem aufmerksam machen will.

Wir wollen einen Streit um Ideen, nicht ob es überhaupt einen Klimawandel gibt oder nicht.

Es gibt viele Ansätze und Lösungen. Wir müssen an den Tisch sitzen und über Lösungen diskutieren und nicht darüber, ob wir ein Problem angehen oder es klein reden wollen

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Welche Tat würdest du denn gerne umsetzen?

Was ich machen würde… Meiner Meinung nach sind Verbote heikel, da dies Eingriffe in die Freiheit sind. Jetzt hätten wir noch die Zeit mit marktwirtschaftlichen Elementen zu arbeiten. Dies heisst; Dass wir alle Treibstoffe von Co2 versteuern. Mit diesem Geld können wir zum Beispiel Velowege subventionieren, Öv elektrifizieren und günstiger machen.
Ich finde es mega krass, was wir in einem halben Jahr erreicht haben. Dies zeigt, dass etwas am passieren ist. Ich weiss nicht, wie viel wir in 12 Jahren erreichen können.

Wieso ausgerechnet Streiks und Demonstrationen?

Streiks ziehen die Medien an.

Wir haben schon so viele Aktionen organisiert, die überhaupt keine Aufmerksamkeit bekommen haben. Doch bei Streiks und Demonstrationen ist das Interesse plötzlich da. Da wird darüber geredet, getuschelt und kritisiert.  Und so erreichen wir auch Leute, welche sich vor diesem Thema abgrenzen wollen oder sich schlichtweg nie damit befasst haben.

Engagement fürs Klima heisst: Politisch links orientiert. Kann sich ein politisch Rechts orientierter ebenfalls für das Klima einsetzen?

Kann nicht, sondern muss. Es darf nicht ein Thema von links, rechts sein. Es darf nicht eine Diskussion zwischen Linke, die sagen, wir müssten alles verbieten und rechts, die behaupten, den Klimawandel gäbe es gar nicht. Dies ist keine Diskussion, die irgendwohin führt. Es ist mega cool, dass FDP sagte, sie wollen klimafreundlicher werden und umweltpolitisch wieder zu ihren Wurzeln zurück kehren. Ich hoffe, sie setzen diese Aussage auch um.

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Klima als Ausrede zum Schwänzen. Lieber in die Schule gehen und lernen, was denkst du dazu?

Oftmals kommt die Aussage: „Geh in die Schule, damit du Wissenschaftler werden und dies untersuchen kannst.“ Die Leute, die auf die Strasse gehen, haben es verstanden. Es kann so nicht weiter gehen. Zudem ist sich die Wissenschaft einig, dass man es nicht noch länger erforschen muss. Klar ist es wichtig, dass neue Technologien erforscht werden. Es wird heutzutage der Wissenschaft zu wenig zugehört.

Weshalb soll ich Wissenschaftler werden, wenn mir niemand zuhört?

Geschrieben von:

Eat the Spaghetti to forgetti your regretti

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