Hand aufs Herz: Wie viele Briefe hast du in letzter Zeit geschrieben?

Nach dem Handy greifen, WhatsApp öffnen, die Kontaktperson suchen, Nachricht schreiben und senden.
Trotz Distanz miteinander kommunizieren war nie einfacher. Was bedeutet das für den Brief? Welche Geschichte geht mit dem möglichen Aussterben des Briefes verloren? Erfahre es jetzt!

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Der Brief ist eine auf Papier festgehaltene Nachricht, die meist von einem Boten überbracht wird und eine für den Empfänger gedachte persönliche Botschaft enthält.- Wikipedia

Der Anfang der Briefgeschichte lässt uns zurück zu den Babylonier gehen. Diese ritzten ihre Nachrichten in Tontafeln. Mit der Entdeckung des Verfassens waren die Babylonier nicht alleine. Im Alten Ägypten wurde Papyri als Schriftträger für Briefe genutzt, während das antike Griechenland und Rom eine, mit Wachs beschichtete Tafel aus Holz benutzten.

Das erste, uns bekannte Postsystem, wurde von Julius Cäsar im Römischen Reich gegründet. Das System beförderte ausschliesslich öffentliche Briefe per Schiff oder Pferd. Von privater Post, wie z. B Liebesbriefen, war zu diesem Zeitpunkt weit und breit nichts zu sehen.

Die Entwicklung von Briefen schritt stets voran.
Im Mittelalter waren es oftmals adelige Herrscher oder Kirchenleute, welche offizielle Nachrichten verschickten. Kein Wunder, schliesslich lebte die einfache Bevölkerung sehr primitiv. Lediglich die Geistlichen konnten lesen und schreiben. Ausserdem waren Briefe sehr teuer.
Das Verschicken von Briefen an entfernte Orte gewann an immer mehr Bedeutsamkeit. Ab dem 15. Jahrhundert herrschte zwischen den grossen, europäischen Handelsstädten ein reger Briefverkehr.

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Das wichtigste Jahrhundert in der Briefkultur ist das 18. Jahrhundert. Deshalb nennt man es auch „Das Jahrhundert der Briefe.“

Als immer grössere Teile der Bevölkerung lesen konnten und die staatliche und städtischen Postsysteme sich ausweiteten, wurde der Brief zu einem Kommunikationsmedium für jedermann.
Auch das Porto wurde im 18. Jahrhundert erfunden. Porto bedeutet unbezahlte Gebühr. Der Empfänger zahlte die Transportgebühren, wenn er einen sogenannter Portobrief erhielt.

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Mit der Verbreitung der Briefkultur entwickelten sich auch die Schreibmaterialien. Ende 18. Jahrhundert entstand die Stahlfeder, welche in einem Halter, dem Federhalter, eingelassen wurde. Die Federkiele verschwand nach und nach von der Bildfläche.

Vor der Erfindung der Chlorbleiche im Jahr 1789 , benutzte man helle Hadern aus Leinen, Hanf oder ab und zu sogar Baumwolle zur Papierherstellung.
Als Transportmittel für den Brief standen die Bewegung zu Fuss, das selbstständige Reiten, die Fahrt in einer Postkutsche oder über Wasserwege zur Verfügung.

Briefe wurden immer intimer. Vor allem während den Weltkriegen war der Briefverkehr die einzige Möglichkeit, um mit den Liebsten in Kontakt zu bleiben.

pixabay.comHeute steht der Brief kurz vor dem Aussterben. Wer wartet schon tagelang auf eine Antwort, welche er dank der modernen Technik bereits nach einer Minute bekommen könnte?

Ich bin ein grosser Fan von Briefen. Ist es nicht ein wundervolles Gefühl, in den Briefkasten zu schauen und einen handgeschriebenen Brief vorzufinden? Ein Brief, welcher bereits eine Reise hinter sich hat. Trotzdem weiss niemand abgesehen von Absender und Empfänger, welcher Inhalt niedergeschrieben wurde. Meine Lieblingsfilm-Szenen? Definitiv all die Briefszenen.

Zum Schluss noch drei schöne Zitate zum Thema „Brief.“

Und wer weiss, vielleicht schreibst du schon bald wieder einmal einen Brief. Passen würde es, denn Weihnachten steht auch schon bald vor der Tür.

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„Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.“
-Johann Wolfgang von Goethe.

„Ein Brief ist eine Seele. Er ist ein so treues Abbild der geliebten Stimme, die spricht, dass empfindsame Seelen ihn zu den köstlichsten Schätzen der Liebe zählen.“ -Honore de Balzac

„Was ist ein Brief? Ein Stück Papier, dass man zerreisst, zerknittert, aber auch als Schatz bewahrt, vergilbt schon und verwittert.“
Ludwig Heinrich Christoph Hölty

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