Die neue Verfilmung des Jokers, mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle ist heiss diskutiert und sehr umstritten. Die New York Times beschreibt den Film als ein leere und oberflächliche Geschichte ohne wirklichen Inhalt und lobt einzig Phoenix`Darstellung des Jokers. Am Venice Film Festival dagegen wurde The Joker sehr gelobt und kriegte eine lange Standing Ovation. Es scheint so als würde dieser Film entweder geliebt oder gehasst.

Mit diesen geteilten Gedanken, ging ich vor ein paar Tagen ins Kino und schaute mir den besagten neuen Streifen an. Von Beginn an wird man mit wenig Belichtung und 60s Swingmusik in die Welt von Arthur Fleck/Joker/Joaquin Phoenix hineingezogen. Arthur Fleck ist ein psychisch kranker, als Clown arbeitender Mann Mitte 30, der bei seiner Mutter lebt und kurz zusammengefasst ein miserables Leben führt. Er scheint keine richtigen Freunde zu haben und wird augrund seiner psychischen Krankheit, welche ihn dazu veranlasst in unpassenden Situationen hysterisch zu lachen, von der Gesellschaft ausgestossen. Das einzige was ihn wirklich glücklich macht, ist eine Talk-Show im Fernsehen, The Murray Show, welche er jeden Abend mit seiner Mutter anschaut.  Anfangs erscheint The Joker als ein Drama über einen exzentrischen Charakter, welcher alleine seinen Weg geht und wahrscheinlich beim Publikum Mitleid erregen sollte.

Ab dem Punkt, an dem ein Mitarbeiter Arthur eine Waffe schenkt, ahnt man aber die gewaltvolle Kurve die der Film in den nächsten Szenen nehmen sollte. Auf einmal erscheint Arthur nicht mehr als der einsame, arme Mann sondern als ein Massenmörder, welcher nach einem Dreifachmord ein Tänzchen in der Toilette vollführt und nun vollkommen als Psychopath auf der Leinwand dasteht. Die Gewalt wird unbeschönigt und direkt gezeigt, Blut spritzt und die Opfer versuchen angeschossen vor dem Clown mit der Pistole zu fliehen. Nun auf der Titelseite aller Zeitungen, wird Arthur als ein Regierungsgegner dargestellt, da die drei Opfer seiner Schiesserei Mitarbeiter der Stadtregierung waren. Mit dieser Tat setzt sich Arthur ungewollt an die Spitze der Aufstände in Gotham City und wird als Held der Vergessenen und mit Füssen getretenen armen Bürger der Stadt gefeiert. Der zweistündige Film beeinhaltet noch ein paar schockiernde Szenen, welche ich nicht verraten möchte und endet für Arthur zum Schluss in der geschlossenen psychiatrischen Klinik.

Das Beste am Film für mich persönlich neben dem Soundtrack, ist die schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix. Er spielt den Joker gehässig und gestört, dennoch lustig und menschlich, sodass ein dreidimensionaler Charakter entsteht. Meine Lieblingszene ist sein Tanz die Treppe hinunter, als er von zwei Komissaren flieht, welche ihn wegen seinen Morden verfolgen.

Obwohl der Film sehr brutale Szenen enthält, wird er von dem Swing Soundtrack leicht getragen. Die jazzigen Töne von Frank Sinatra etc… untermalen die gewaltvollen Szenen mit einem gewaltigen Kontrast und bewirken, dass man sich vollkomen in eine andere Welt und Zeit versetzt fühlt.

Eine der grössten Kritikpunkte, ist wie schon vorher erwähnt, dass der Film keine wirkliche Message hat und leer wirkt. Muss jeder Film eine tiefgreifende Message haben ? Meiner Meinung nach nicht unbedingt. The Joker muss nicht ernst genommen werden. Er erzählt die Geschichte, die einem Klischee gleicht, nämlich die eines Outsiders welcher sich gegen die Norm auflehnt und dabei Spass hat. Der Plot ist unrealistisch und vielleicht etwas zu sehr dramatisiert aber daher eigentlich ganz Hollywood – mässig. Will man Entertainment und gleichzeitig etwas Drama – The Joker ist die perfekte Antwort.

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