Ein Leben ohne Stress ist nicht nur unmöglich, sondern auch nicht wünschenswert. Denn ein solches Leben wäre kaum produktiv und würde auch wenig Spass machen. Stress spornt uns an und motiviert auch. In einer erträglichen Dosis kann er sogar unsere Lebensqualität steigern.

Mehr Solidarität dank Stress

Eine Reaktion, die vor allem bei Frauen beobachtet wird, ist es, Trost zu suchen und zu spenden. Diese sogenannten Tend-and-befriend-Reaktion äussert sich beispielsweise in verstärkter Hilfsbereitschaft nach einer Naturkatastrophe.
Wenn Menschen Stress erleben, tendieren Männer viel eher dazu, sich zurückzuziehen oder gar aggressiv zu werden. Frauen hingegen bevorzugen hingegen oft eine andere Taktik: Sie schliessen sich mit andere zusammen (befriend) und kümmern sich um einander (tend).
Aus der Konfrontation mit einer Stressor (Reiz, der Stress auslöst), einem zunächst negativ bewerteten Ereignis, kann also etwas Positives wie die Stärkung sozialer Beziehungen hervorgehen!

Was uns nicht umbringt…

Laut der Psychologin Kelly McGonigal sei es kontraproduktiv, davon auszugehen, dass Stress immer etwas Schlechtes ist. Viel besser sei es, stressige Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen. McGonigal empfiehlt eine Neuinterpretation unserer Stressreaktionen: Unsere Reaktionen auf Stress sollten wir als Energiequelle zu betrachten lernen und nicht als ein Zeichen dafür, dass wir mit der Situation überfordert sind. Selbst eine Stressreaktion, die sich ganz unangenehm anfühlt, wie zum Beispiel Ängstlichkeit, kann dank einer neuen Betrachtungsweise in etwas Nützliches verwandelt werden.
Wenn unser Herz schneller schlägt und sich unser Atem beschleunigt, sollten wir dieses Signal zunächst einmal wahrnehmen und uns dann fragen: „Was will mir mein Körper sagen?“ Eine Antwort darauf könnte lauten: „Mein Körper möchte mir Energie zur Verfügung stellen, die mir dabei helfen wird, diese Herausforderung zu meistern!“

Stressreaktionen signalisieren uns die Wichtigkeit der Aufgabe, die wir zu lösen haben. Wenn wir nicht gestresst wären, würde unser Körper zwar nicht so heftig reagieren, aber dann wäre ein Ereignis für uns auch nicht von Bedeutung!

Geschrieben von:

Was ist deine Meinung? Schreib einen Kommentar!