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Er ist eines der bekanntesten Gesichter innerhalb der Schweizer Influencer-Szene. Marc Galaxy produziert Videos auf YouTube und seit neustem hat er sich zusätzlich mit Rap in die Musikszene gewagt. Wie er auf seine Leidenschaft gestossen ist und den Reiz daran nicht verliert – Dies und mehr in der letzten Ausgabe der Reihe #porträtiert auf Tize.ch.

Auf die Videoplattform YouTube sei Marc per Zufall gestossen. Sein Vater habe ihm ein Clip des berühmten Fussballspielers Ronaldinho zeigen wollen. «Zu Beginn habe ich mich noch nicht gross weiter für YouTube interessiert. Den ersten YouTuber, den ich später abonniert habe, war der Letsplayer «Gronkh». Dessen Videocontent wurde mir von einem Freund gezeigt», erläutert Marc seine ersten Berührungspunkte mit YouTube. Mittlerweile zählt sein Kanal knapp 20`000 Abonnenten und gehört somit zu den erfolgreichsten in der Schweizer Szene. Auf seinem Kanal lädt Marc jeden Sonntag ein Video hoch, in dem er die Leute hauptsächlich zu unterhalten versucht, meistens mit seinem Humor, welcher ihm deutlich ins Gesicht geschrieben steht.

 

«YouTube hat mich enorm fasziniert»

Nachdem er sich immer mehr für die Plattform begeisterte und immer mehr YouTuber mit den verschiedensten, kreativen Videoideen entdeckte, entschloss sich Marc, auch damit anzufangen. «Mich hat einfach die Idee hinter der ganzen Sache enorm interessiert. Auf YouTube sind Videos zu den verschiedensten Themen zu finden, von Comedy über Letsplays, bis hin zu Reisevideos und politischen Inhalten. Grundsätzlich kann also Jede und Jeder das hochladen, was sie oder er will. YouTube hat mich enorm fasziniert, heute tut es das natürlich immer noch.» Anfangs produzierte der 20-jährige WMS-Absolvent Videos auf Hochdeutsch unter dem Kanalnamen «GalaxyTV». Eine Bedeutung stecke hinter diesem Namen nicht, wie er erklärt. «Ich fand ihn einfach cool und er hatte etwas Ansprechendes. Als ich mich dazu entschied, Videos nur noch auf Schweizerdeutsch zu machen, wollte ich keine grosse Namensänderung vornehmen, da ich schon etwas bekannter war. So setzte ich einfach meinen Vornamen vor das Wort Galaxy», erkläutert Marc, wie er auf seinen Künstlernamen kam. Unter diesem ist er nun bereits zweieinhalb Jahre tätig.

 

Marcs Devise: Weitermachen und dranbleiben

In den ersten Jahren, in denen Marc noch auf dem alten Kanal aktiv war, hatten ihn 50 bis 100 Leute abonniert. «Es ging zwar langsam, aber stetig vorwärts. Dies spielte für mich noch keine grosse Rolle, da für mich bis heute der Spass und die Erfüllung meines Traumes im Vordergrund stehen», sagt er aus. Dann habe er einen Videowettbewerb eines bekannteren, deutschen YouTubers gewonnen, welcher Marcs Video auf seinem Kanal hochlud. «Meine Abonnentenzahl schoss von heute auf morgen in die Höhe, so war ich zwischen der Vier- und Fünftausendermarke angelangt. Auch wenn ein paar tausende Zuschauer in der deutschsprachigen YouTube-Szene nicht unbedingt viel sind, war ich sehr geflasht. Ich war vom Gedanken, dass mir so viele Leute zuschauen, enorm überwältigt. Doch mit der Gründung des neuen, schweizerdeutschen Kanals, habe ich dann quasi wieder von vorne angefangen.» Durch den Ehrgeiz und den Willen an seinen Projekten dranzubleiben, holte er die Abonnentenzahl schnell wieder auf. «Solange man weitermacht und dranbleibt, kommt irgendwann auch etwas zurück.» Inzwischen ist es für ihn normal, wenn er ab und zu auf der Strasse angesprochen wird und Selfies mit Fans macht.

Klar, dass auch seine Eltern und damaligen Mitschüler auf sein neues Hobby aufmerksam wurden. «Meine Eltern und meine Schwester nahmen das Ganze sehr gelassen und finden meine Videos bis heute unterhaltsam, auch wenn sie nicht bei jedem Thema mitreden können. In meiner ehemaligen Schule gab es ab und an solche, die Witze über meine Videos gerissen haben. Da muss man einfach darüberstehen und nur die konstruktive Kritik mitnehmen. Schlussendlich gibt es immer diejenigen, welche ihren Neid auf diese Art und Weise rauslassen müssen», antwortet Marc auf die Frage, wie er mit der plötzlichen Bekanntheit umgegangen ist.

 

Im Visier der «Zahlenkrankheit»

Nebst all den spassigen und positiven Dingen gibt es aber auch im Leben eines Influencers schwierigere Angelegenheiten, an die man sich gewöhnen muss. Explizit nennt Marc die unter YouTubern allbekannte «Zahlenkrankheit». Er erklärt, dass wenn man als YouTuber die ersten Tausendermarken der Abonnenten oder Likes knackt, man diese Zahl genau beobachtet und sich erhofft, dass sie weiter steigt. «Auf eine Art und Weise ist man von dieser Zahl abhängig, da dadurch auch das Geld fliesst. Doch man muss lernen, trotz des Druckes YouTube aus Leidenschaft und Spass zu machen, damit die Videos an Qualität behalten», erzählt Marc, wie er selbst mit der «Zahlenkrankheit» fertig wurde.

 

Diversität ist Marcs A und O auf YouTube

Marc ist es wichtig, nicht immer den gleichen Inhalt auf seinem Kanal zu präsentieren. Als YouTuber müsse man sich stetig weiterentwickeln und mit der Zeit gehen. «Für die Zuschauer ist es langweilig, wenn man immer gleiche oder ähnliche Videos rausbringt. Die Leute brauchen Abwechslung, das ist nicht nur auf YouTube so.» Früher habe er sich mit Gamingvideos versucht und ging dann über zu Vlogs, in denen er den Zuschauern Tage seines Lebens mit der Kamera zeigte. Eine Zeit lang machte er auch Fussballvideos, bevor er sich dann entschied, zur Comedy zu wechseln. Nun versucht sich Marc auch in der Welt der Musik.

 

„Die Leute brauchen Abwechslung, das ist nicht nur auf YouTube so.“ – Marc Galaxy

 

Vom Cello zum Rap

Eine musikalische Ader hatte Marc schon seit seiner Kindheit. Begonnen habe alles mit dem Cello, dann ging er zur Gitarre über, um auch Lieder zu spielen, die er selbst hörte und auch dazu singen konnte. «Später habe ich begonnen, eigene Raptexte zusammenzureimen.» Rap gebe ihm die Möglichkeit, sich auszudrücken und sei eine Kunst, in der er seiner Kreativität freien Lauf lassen könne. Mit seinen Texten hat sich Marc das Ziel gesetzt, mehr von sich selbst Preis zu geben und seinen Gedanken eine Plattform zu bieten. «Geplant ist, dass ich zu Beginn des neuen Jahres meine Musikkarriere lanciere», sagt Marc, gespannt auf seine Zukunft.

 

Marc innerhalb der Verantwortung des «Influencertums»

Marc betont immer wieder, dass es ihm wichtig sei, wie verantwortungsvoll er mit seiner Reichweite auf YouTube umgeht. «Wenn man eine gewisse Reichweite hat, ist automatisch auch die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft da. Für mich ist der beste Umgang damit, wenn ich die Werte, die ich persönlich für richtig halte, auch vermittle.» Problematisch sieht Marc, dass das «Influencertum» in der Zukunft andere Berufe in Bedrängnis bringt, wie beispielsweise, was das Modeling oder Beauty und Fashion angeht. Auch betreffend den Journalismus und das Fernsehen im Allgemeinen, sieht er Handlungsbedarf. «Es gibt immer mehr Informationskanäle auf YouTube, die langsam die Magazine, Zeitungen und Tagesschauen ablösen. Da sehe ich die Verantwortung hauptsächlich bei den einzelnen Medien. Man muss sich überlegen, wie man mit dieser neuen Situation der neuen Medien umgeht und sich da selbst hineinintegriert.» Im Grossen und Ganzen sieht Marc aber die Entwicklungen positiv. «Veränderungen sind immer gut und bringen Neues hervor», sagt er abschliessend.

 

Danke Marc für das interessante Gespräch.

 

Mehr Informationen:

Marc`s YouTube Kanal:

https://www.youtube.com/channel/UCTJRygFsgQGEf17dvvc1qbA

 

Die Reihe #porträtiert endet hiermit mit der siebten Ausgabe.

#porträtiert: In der Reihe «#porträtiert» auf Tize.ch wurde im Zeitraum der letzten drei Monate jeden 2. Montag eine neue Person vorgestellt. Hier geht’s zur Reihe.

Ein langweiliges 0815-Leben? Das ist nichts für den 20 jährigen Adrian Vogt aus dem Baselbiet. «De Bifferent» ist sein Motto. Von der Bank zum Radio bis hin zu YouTube. Auch wenn er zu Beginn nicht ernst genommen wurde und sein Bruder noch immer nichts von seiner Arbeit auf der Videoplattform hält, für Adrian ist klar, YouTube ist seine grosse Leidenschaft und der will er sich ab Februar voll und ganz widmen.

Bildquelle: Adrian Vogt

Seit 2016 produziere ich aktiv YouTube Videos

Wie bist du auf YouTube gekommen?

Vom Ansehen deutscher Videos zum Selbstausprobieren. Angefangen mit Minecraft Lets Plays. Die ersten Versuche gingen ziemlich in die Hose. Irgendwann begann ich, Videos auf Schweizerdeutsch zu filmen. Damals gab es noch keine Schweizer Szene, wie es sie heute gibt. Erst vereinzelte YouTuber hatten begonnen, Ihre Videos auf Schweizerdeutsch aufzunehmen.

Was unterscheidet dich von anderen?

Ich finde es schwierig, diese Frage zu beantworten. Ich mache typische YouTube-Videos. Es sollen unterhaltsame Kurzproduktionen sein, in denen ich mich kreativ austoben kann. Es ist mir wichtig, dass ich meinen Humor in den Videos beibehalte.

Ich kann mich nicht festlegen und das gefällt meinen Zuschauern.

Apropos «Neues ausprobieren»: Wie sieht es mit einem nächsten Mani Matter Cover aus?

Ich habe nicht erwartet, dass «Zündhölzli im Influencer-Style» so gut bei meinen Zuschauern ankommt. Über 14’400 Aufrufe hat das Video bereits erreicht.

Kürzlich wollte ich ein neues Mani Matter Lied umschreiben, kam allerdings dann doch nicht dazu. Für die Zündhölzli Version benötigte ich nur zwei Stunden für den Songtext. Die Wörter kamen mir damals wie zugeflogen.

Wie gut passt YouTube und Politik deiner Meinung nach zusammen?

Für mich ist Politik ein schwieriges Thema. Abgesehen von «Ask Switzerland» haben wir keine Schweizer YouTuber, die sich mit der Politik befassen. Privat interessiere ich mich stark für Politik. Allerdings versuche ich mein politisches Interesse bewusst von meinem Hobby zu trennen. Wahrscheinlich juckt es auch niemanden, was ich über politische Themen denke haha. Für mich gehört Politik nicht auf meinen YouTube Account.

Was denkst du über die Schweizer YouTube Szene?

Früher wurde unsere Szene kaum ernst genommen.  Allerdings gibt es unterdessen unglaublich tolle Videos. Ein gutes Beispiel ist Gian Maria Finger. Seine Kurzfilme sind sehr professionell und führen nicht selten zu Gänsehaut Momenten. Wir sind eine einzigartige, individuelle Szene. Mittlerweile gibt es Schweizer YouTuber, die davon leben können.

Die Schweizer Szene wurde als Abklatsch der deutschen YouTube Szene angesehen.

Ab wann ist ein Filmemacher Schweizer YouTuber?

Kleinere Schweizer YouTuber fragen immer, ob sie auch Schweizer YouTuber seien. Du bist ein Schweizer YouTuber, sobald du Videos auf Schweizerdeutsch filmst. Es ist schwierig zu sagen, wer dazu gehört. Durch gemeinsame Auftritte in Videos habe ich Marc Galaxy, Gian Maria Finger, Nathistyle, Maelo, Mister Elia, Ask Switzerland und Flavio Stucki kennengelernt. Wir sind gute Freunde, gehen auch zusammen in den Ausgang, verbringen viel Freizeit gemeinsam und sind gute Verbündete in der Schweizer YouTube Szene geworden.

Von der YouTube Gang zur YouTube WG, wie wär’s damit?

Marc und Ich haben es bereits versucht hahaha. Nach einigen Wochen bemerkten wir allerdings, dass wir zu unterschiedlich sind. Nichtdestotrotz war es eine super Erfahrung. Eine Schweizer YouTuber WG, das wäre schon ziemlich cool.

Themawechsel: Was hat es eigentlich mit der Kleidermarke «De Bifferent» auf sich?

Vor drei Jahren begann ich, anstatt  neue Kleider zu kaufen, Kleidung mit eigenen Logos und Designs zu bestücken. Dieses Projekt entwickelte sich immer weiter. Ich fand es ziemlich cool, etwas zu tragen, was andere nicht haben. Ich bin noch heute ziemlich stolz auf meine Kreationen

Irgendwann kam ich dann auch auf den Namen «De Bifferent» ursprünglich von «Be Different» Als ich nach ausführlicher Recherche sah, dass es weltweit keine Marke gibt, die so heisst, entschied ich mich diese Wort-Kombination zu benutzen. Momentan verschenke ich die Kleidungsstücke an meine Freunden oder trage sie selbst.

«De Bifferent» soll kein Merch, sondern eine Marke sein.

Bildquelle: Adrian Vogt

 

De Bifferent, was heisst das für dich genau?

Das heisst, dass ich nicht den «normalen» bzw. «typischen» 0815-Weg einschlagen will. Sprich Schule, Ausbildung, Arbeiten, Familie mit zwei Kindern und ein Einfamilienhaus. Das ist meine Definition von einem klassischem Lebensweg.

Was willst du dann? Ist ein bisschen 0815 nicht gut?

Ach, weisst du, zwei Kinder zu haben, ist sicherlich toll, aber ich will nicht mit 20 Jahren schon wissen, ob ich in zehn Jahren Kinder haben werde, auf dem Land in einem Einfamilienhaus leben und immer von 9:00 Uhr – 17:00 Uhr arbeiten werde.

De Bifferent heisst für mich auch Ausprobieren. Ausprobieren, was man machen will und kann!

Zu Beginn meiner YouTube Karriere war ich sehr schüchtern. Durch YouTube erlangte ich viel Selbstbewusstsein. Ich fand heraus, dass ich einfach das machen will, was mir Spass macht. Diese Erkenntnis ist unglaublich wertvoll. Viele Jugendliche gehen ins Gymnasium und danach studieren, wissen allerdings trotzdem nicht wirklich, was sie machen wollen. Wenn du gerne singst, dann sing gern! Schäme dich nicht dafür.

Möchet s’beste druss!

Du willst nicht weit im Voraus planen, doch wie sieht deine nahe Zukunft aus?

Schon als kleiner Junge war mir bewusst, dass ich in den Medien arbeiten will. Mit einem Kassettenrecorder bastelte ich mir damals Zuhause mein eigenes Radio. Ich wollte immer Radiomoderator werden und dann entdeckte ich YouTube.

Nach meinem Zivildienst will ich mich voll und ganz auf YouTube konzentrieren und ausprobieren, ob ich davon leben kann oder nicht. Ich werde versuchen, meiner Marke «De Bifferent» treu zu bleiben. Es braucht viel Überwindung und reich werde ich sicherlich auch nicht damit, doch ich bin unglaublich gerne vor der Kamera. Und das ist es, was für mich zählt.

Peace und Blüemli

Bildquelle: Adrian Vogt