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Wie sich das JKF aus der Zuschauerperspektive anfühlt, haben wir bereits ausführlich dokumentiert. Doch wie nehmen die auftretenden Bands das JKF wahr? Zu diesem Zweck habe ich ein Interview mit der Band Nomuel geführt. Wie die vier Mitglieder Samuel Schneider, Paul Plachenault, Noah Tran und Pablo Steiner ihren Auftritt erlebt haben und wie sie das JKF einschätzen, könnt ihr in diesem Interview lesen.

Vielen Dank, dass ihr euch bereit erklärt habt, dieses Interview zu machen! Zuallererst würde ich gerne wissen, wie eure Band Nomuel überhaupt zustande gekommen ist.

Samuel: Es begann mit mir und Noah im Jahr 2013. Wir coverten Songs und machten zusammen Musik im Keller. 2015 schrieben wir dann unseren ersten eigenen Song. 2016 stiess Paul dazu, 2018 Laurin und 2019 schlossen sich Pablo, Gian und Valentin der Band an.

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Wie kommt ihr dazu, Texte auf Deutsch, Englisch, aber auch Französisch zu schreiben?

Paul: Am Anfang produzierten wir «Capuccino-Musik», also ruhige Musik, die als Hintergrund in einem Café läuft. Mittlerweilen kann man Nomuel nicht mehr ganz klar einem einzigen Genre zuordnen. Wir machen vielmehr einen Mix zwischen Jazz, Pop und Rap.

Wie sieht denn eine klassische «Nomuel-Woche» aus? Wie genau muss man sich euren Bandalltag vorstellen?

Samuel: Jeder schreibt zuhause an neuen Texten und Songs. Zudem treffen wir uns ein bis zweimal wöchentlich in der Jukebox, um dort zu proben. Die Jukebox ist ein Verein, der junge Musiker und Musikerinnen fördern will und so beispielsweise Proberäume zur Verfügung stellt.

Noah: Wir sind nicht nur alle in der gleichen Band, sondern auch sonst enge Kollegen. So gehen wir beispielsweise praktisch immer zusammen in den Ausgang, sei es mit der ganzen Band oder als Teil davon. Diese engen Freundschaften machen Nomuel auch so speziell.

Beim heutigen Auftritt habt ihr vier brandneue Songs gespielt. Wieviel Arbeit steckt da dahinter und wie verläuft der Prozess von der Idee bis zur Performance auf der Bühne?

Pablo: Viele Songs entstehen relativ spontan während unserer Proben. Wir lassen uns dabei oft auch von der Stimmung leiten, die gerade im Proberaum herrscht. So verarbeiten wir auch prägende Erfahrungen in unseren Leben. Auf diese Art und Weise kommen ganz unterschiedliche Arten von Songs zusammen, manchmal melancholisch, manchmal fröhlich, je nachdem.

Kommen wir zu eurem heutigen Auftritt am JKF. Ich möchte von jedem von euch einen kurzen Kommentar zu eurer Performance.

Samuel: Es war sehr cool, viele Leute sind gekommen, die Stimmung war angenehm und auch unser Techniker war super. Insgesamt hat alles perfekt gepasst.

Noah: Wir sind dankbar, dass wir heute hier auftreten durften. Der grosse Publikumsandrang hat uns sehr erfreut, da der Klosterhof doch ein wenig schwer zu finden ist.

Pablo: Es war ein wunderbares Konzert. Die Location war super und ich fand die Wetterbedingungen sehr angenehm. Vielen Dank an alle, die gekommen sind, es hat Spass gemacht, ich liebe diese Band!

Paul: Ich fand es auch wunderschön. Am Anfang standen wir etwas unter Zeitdruck und waren daher alle ein bisschen gestresst, doch während dem Konzert konnten wird diesen Stress abbauen. Die vielen Leute, die wir gekannt haben, haben uns zusätzlich gepusht.

Das JKF ist eine extrem grosse Veranstaltung. Unterschied sich dieser Auftritt daher in irgendeiner Beziehung von anderen Auftritten?

Noah: Ja, denn eigentlich sind wird sieben Personen in der Band und nicht nur fünf. Da unser Cellist und unser Gitarrist aber momentan fort sind, haben wir für dieses Konzert sehr viel Neues machen müssen. Es war super, dass alles so gut geklappt hat und wir finden es cool, dass wir offenbar in sämtlichen Besetzungen ein Konzert spielen können. Diese dynamischen Rotationen sind herausfordernd, aber auch bereichernd.

Das JKF gilt als mögliches Sprungbrett für regionale Künstler. Wie wichtig war euch diese Möglichkeit und wie schätzt ihr sie allgemein ein?

Pablo: Festivals wie das JKF oder das HillChill, die öffentlich und gratis sind, sind allgemein wahnsinnig wichtig für junge Bands. Auftritte wie heute bedeuten für uns mehr Hörer, mehr Klicks in den sozialen Medien und neue Connections, die zu neuen Projekten führen können. Das JKF bietet den Bands die Möglichkeit, eine grosse Reichweite zu erlangen. Dies ist unglaublich nützlich.

Seht ihr Verbesserungspotential am JKF?

Paul: Nein, wir sind da unkompliziert, es war ein geiles Konzert und eine tolle Möglichkeit, etwas von uns zu präsentieren. Für uns war es perfekt so wie es war.

Letzte Frage: Wie geht es mit Nomuel weiter? Was sind eure Ziele?

Noah: Unser aktuelles Projekt ist unser neues Album, dass wir im Winter aufnehmen wollen. Wichtig für uns ist, dass wir uns dabei selbst treu bleiben. Deshalb wollen wir das Album auch im selbstgemachten Homestudio aufnehmen. Wir fühlen uns nicht plötzlich als Superstars, nur weil wir am JKF aufgetreten sind, sondern wollen klein beginnen und möglichst alles selbst machen. Wohin und dieser Weg dann führt, ist offen.

 

Als ich das diesjährige Programm des Jugendkulturfestivals (JKF) zum ersten Mal studierte, wurde ich regelrecht erschlagen. So viele Bands an so vielen verschiedenen Standorten, dazu Tanz, Literatur, Sport, Theater und unzählige freie Projekte. Für mich war es unmöglich, mir aus diesen zahlreichen Angeboten einen genauen Plan für den Abend zu erstellen. Daher beschloss ich, mich einfach treiben zu lassen, dorthin zu gehen, wo immer ich gerade Lust hatte. Diese Taktik hat sich schlussendlich grossartig bewährt.

Es ist wieder einmal soweit, zum 11. Mal ist der Startschuss fürs Jugendkulturfestival in Basel ist gefallen! Das vielversprechende Programm lockt erneut zahlreiche Kulturinteressierte junge (und natürlich auch ältere) Menschen in die Basler Innenstadt. Welche Emotionen und Gefühle der Freitag des diesjährigen JKF mit sich bringt, liest du im folgenden Artikel.

Vom 6. bis 7. September 2019 findet die 11. Ausgabe des Jugendkulturfestival Basel (JKF) in der Basler Innenstadt statt. Am Freitag um 18 Uhr geht es los: Die bisher grösste Version des Festivals mit 215 Programmpunkten bietet rund 1600 jungen Künstler*innen der Region eine Plattform, um ihr umfangreiches kulturelles Schaffen einem breiten Publikum zu präsentieren. 

Am kommenden Wochenende findet in Basel die 11. Ausgabe des Jugendkulturfestivals statt. Die Veranstalter versprechen das „bisher grösste und farbigste JKF“. Während der letzten Ausgabe im Jahr 2017 lockte das JKF rund 60’000 Menschen in die Basler Innenstadt. Als das Jugendkulturfestival 1997 das erste Mal durchgeführt wurde, konnte man von solch einer Grösse wohl nur träumen. Damals war das Festival noch regional ausgelegt, verfolgt wurde aber schon vor über 20 Jahre das gleiche Konzept wie heute: Das JKF wollte jugendlichen Kulturschaffenden eine Plattform bieten.

Bildquelle: JKF.ch
Als das JKF noch jung war: Eines der ersten JKF Fotos, entstanden im Jahr 1997

Nachdem die erste Ausgabe ein voller Erfolg war, wurde das JKF drei Jahre später zum zweiten Mal durchgeführt. Für die dritte Ausgabe wurde auf Wunsch der Hauptträger – die beiden Kantone Basel – das Konzept angepasst. Neu sollten sich Jugendliche und junge Erwachsene um die Organisation kümmern. Hierfür wurde der Verein „Neues JKF“ ins Leben gerufen, der bis heute für die Organisation des Events verantwortlich ist (siehe Titelbild). Im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal mit dem Theater Basel zusammengearbeitet, sodass das Programm auch Tanzenden und Theaterspielenden geöffnet werden konnte. Die bis heute grösste Ausgabe des  JKFs war geprägt von Vielfalt, aber auch von Standortdebatten und Negativschlagzeilen rund um Abfallprobleme. Es gab Handlungsbedarf, so dass für die 5. Ausgabe bereits erste Nachhaltigkeitsmassnahmen getroffen wurden. Auch in den folgenden Ausgaben erfreute sich das Jugendkulturfestival Basel grosser Beliebtheit und auch medialer Aufmerksamkeit: Über 200 Medienberichte zählten die Veranstalter allein für die Ausgabe im Jahr 2013. Heute ist das JKF nicht mehr aus der Schweizer Jugendkulturszene wegzudenken. Mit seinen rund 60’000 Besuchern ist das Festival eines der meistbesuchten Gratisfestivals in der Schweiz und bietet pro Ausgabe über 180 Auftrittsmöglichkeiten für junge Talente. Längst ist Basel zur Jugendkultur-Hauptstadt aufgestiegen, so feiert mittlerweile das ganze Land im Zwei-Jahres-Rhythmus die Jugendkultur in der Basler Innenstadt.

Am kommenden Wochenende (Freitag – Samstag) ist es nun zum 11. Mal soweit: In diesem Jahr sind knapp 1800 Personen in 215 Darbietungen an 16 Spielorten involviert. Das JKF ist aber 2019 nicht nur grösser und bunter, sondern auch nachhaltiger: Mit einem Fokus auf lokale Produzenten, einer Upcycling-Platzgestaltung und diversen Massnahmen zur Abfallvermeidung ist das grösstenteils ehrenamtlich organisierte Festival ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.

Informationsquelle: jkf.ch