So tickt SO!, die neue Serie auf Tize.ch. Ab heute gibt es jeden Donnerstag einen neuen Beitrag über die Stadt Solothurn und ihrer Umgebung. Zu Beginn dieser neuen Serie, starten wir mit einem kleinen Rundgang durch die Fakten der ältesten und schönsten Barockstadt der Schweiz.

Mit seinen knapp 17`000 Einwohnern zählt Solothurn zu den eher kleineren Städten der Schweiz. Auch beläuft sich die Fläche auf nur ca. sieben Quadratkilometer. Im Vergleich mit der Stadt Zürich, welche eine Fläche von ca. 92 Quadratkilometer aufweist, hätte die Stadt Solothurn etwa neun Mal in der grössten Schweizer Stadt Platz.

Klein aber fein

Aber wie sagt man so schön? Klein aber fein! Solothurn gilt als die schönste Barockstadt der Schweiz. Verdanken können die Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt das den Künsten der Architekten aus der Zeit, in der die französischen Botschafter in den Jahren 1530 bis 1792 in Solothurn hausten. Aus diesem Grund wird die Barockstadt auch gerne «Ambassadorenstadt» genannt, so wird die Barockarchitektur der Stadt auf der Schweizerischen Reiseseite myswitzerland erklärt.

Kleine Stadt, grosse Künstler

Die St. Ursenkathedrale, der Stadt bekanntestes Bauwerk, wurde vom Architekten Gaetano Matteo Pisoni entworfen. Nach dem historischen Lexikon der Schweiz war er in früherer Zeit bereits in mehrere Projekte involviert, wie dem Bau des Palastes der Herzöge von Brabant in Brüssel, dem Bau der Kathedrale von Namur und anderen Projekten in Italien. Der höchste Punkt der Kathedrale liegt auf 66 Meter und die Aussichtsplattform, die bei schönem Wetter immer zugänglich ist, fasst um die 50 Meter. Beim genaueren Betrachten kann man aus dieser Höhe auch andere Kunstwerke erblicken, wie die Jesuitenkirche, die vermutlich zwischen 1680 und 1689 vom Jesuiten Heinrich Mayer erbaut wurde. Aber nicht nur die Barockarchitektur macht die Stadt Solothurn zu einem besonderen Ort. Das Touringhaus am Rande der Stadt stellt einen neuzeitlichen Klassiker dar. Im Jahre 1933 wurde es vom Solothurner Architekten Walter Adam entworfen, als Zeichen für einen Aufbruch in eine neue Zeit. Auch heute ist das Touringhaus ein Treffpunkt für Jung und Alt.

Im Kunstmuseum der Stadt Solothurn sind besonders Gemälde zur Schweizerischen Gegenwartskunst, Landschaftsmalerei der Schweiz oder eine Altmeistersammlung von Künstlern aus Solothurn ausgestellt. Auch die Literatur kommt in der Stadt Solothurn nicht zu kurz. Bereits im Mai diesen Jahres finden die jährlichen Solothurner Literaturtage statt. Die Literaturtage dienen dazu, neue Literatur aus der ganzen Schweiz zu präsentieren, kennen zu lernen und auch, dass sich die Autoren der Werke über ihr Fach austauschen können. Die nächsten Literaturtage finden vom 11.05. bis zum 13.05 statt.

Solothurns Schokoladenseite

Auch auf kulinarischer Ebene hat die Stadt einiges zu bieten. Neben bekannten Gerichten, wie Birenmüsli oder Rindsvoressen, schlägt bei einer bestimmten Spezialität jedes Solothurner Herz etwas höher: Die Solothurner Torte. Der Deckel und der Boden dieser Torte bestehen aus einem Haselnussbiscuit, während eine Cremefüllung das hauptsächliche der Torte ausmacht. 1928, um die zehn Jahre nach der Erfindung der Leckerkeit, wurde sie von Werner Suter geschützt. Diverse Bäckereien und Konditoreien vertreiben noch heute die traditionelle Torte und beglücken somit viele Kunden und Kundinnen täglich. Auch die sogenannten «Bsetzistei» erhalten in der Bevölkerung hohen Zuspruch. Diese Pralinen mit darübergestreutem Kakaopulver erinnern an die Pflastersteine, mit denen der Boden der Solothurner Altstadt gepflastert ist.

Nicht «Ja» oder «Jä»…«Jo!»

«Du redsch doch wiene Bärner!», ist ein Satz, den man in einem Gespräch mit einem Solothurner oder einer Solothurnerin besser auslässt. Wie jeder andere Kanton hat auch der Kanton Solothurn einen eigenen Dialekt. Im Vergleich mit anderen Dialekten der Schweiz, gleicht sich der Solothurner Dialekt zwar ein wenig an die angrenzenden Kantone an, so wird im Norden Solothurns Mundart gesprochen, welche dem Basler Dialekt ähnelt, im Süden solche, die dem Berner Dialekt ähnelt und im Osten Mundart, die an den Aargauerdialekt erinnert. Jedoch handelt es sich dabei immer um die Solothurner Mundart. Speziell in der Stadt Solothurn ist vor allem ein Gemisch aus den verschiedenen Dialekten der Region anzutreffen. So wird das Wort ja, mit «jo» ausgesprochen und das Wort nein, entweder mit «näi» oder «nei». Was im Berner Dialekt vielmals ein «a» ist, wird im Solothurnischen als «o» verwendet.

Die Stadt Solothurn bietet viel an kulinarischem, wie kulturellem Angebot, natürlich noch viel mehr, als hier aufgezählt wurde. Ein Grund mehr also, die Stadt zu besuchen!

Geschrieben von:

Fachmann I+D in Ausbildung, Schreiberling: Auf tize.ch in der Montagsausgabe zu finden, sowie auf schreibdichfrei.net unter dem Pseudonym "Cyrill.P.Kerry".

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