Mit seinem Künstlernamen «Dylan Brown» ist Fabien Frei als DJ in der elektronischen Musik tätig. Die Musik hat für ihn einen lebenswichtigen Stellenwert. Wie er darauf kam und was ihn dazu inspirierte – alles in der zweiten Ausgabe von SO tickt Musik!

«Mir geht es fantastisch», antwortet der 19-jährige Fabien Frei strahlend auf die Frage, wie es ihm ginge. Verständlich, denn erst kürzlich erreichte er durch seinen neusten Track «You don`t know» für zwei Tage den ersten Platz im Talentpool des elektronischen Plattenlabels Spinnin` Records. Er ist beruflich als Lehrling zum Fachmann für Bewegungs- und Gesundheitsförderung tätig. Schon seit seiner Kindheit träumt er davon, irgendwann durch seine Musik und seine einzigartige Kombination von einzelnen musikalischen Elementen bekannt zu werden. Ob durch Gesang, Klavier oder der elektronischen Musik, Fabiens Leidenschaft ist komplett auf die Musik ausgerichtet.

Fabien, welchen Stellenwert hat für dich die Musik?

«Ganz hoch oben», erklärt Fabien. In seinem Leben ist die Musik das Wichtigste. Er findet, dass es durch Musik möglich ist, in allen Menschen etwas auszulösen, sei es Pop, Rock, HipHop, Electro, etc. «Ich persönlich probiere mit jedem einzelnen Track eine Story zu erzählen und dadurch meine Mitmenschen zu inspirieren», erzählt er weiter.

Wie sahen deine Anfänge in der Musik aus?

«Alles begann damit, als ich als kleines Kind ein farbiges Keyboard von meiner Mutter geschenkt bekam. Dieses Keyboard besass sogar ein Mikrofon, mit dem man seine Stimme aufnehmen konnte. Mit etwa sechs Jahren begann ich dann Klavierstunden zu nehmen und probierte immer mehr Dinge aus.»

Wie kamst du gerade auf die Musik?

«Die Musik hilft mir in allen Lebenssituationen, meine Erlebnisse und Erfahrungen auf eine besondere Art und Weise zu verarbeiten. Ausserdem ist schon meine ganze Familie musikalisch tätig. Mein Grossvater war bereits ein sehr begeisterter Musiker, sowie auch mein Vater und meine Mutter. Das wurde dann mir weitergegeben.»

Wie würdest du die Musikrichtung definieren, in der du momentan tätig bist?

«Grundsätzlich findet sich das Genre, in dem ich meine Tracks produziere, im EDM (Electronic Dance Music) wieder. Viele Leute denken beim Begriff EDM direkt an Bigroom House, was aber nicht immer der Fall ist. Unter dieses Genre fallen alle Lieder, welche irgendwie elektronische Elemente beinhalten. Ich würde meine bisherigen Tracks in Future Bass, Future Pop, Future Bounce oder auch Tropical House einstufen.»

Was fasziniert dich an der elektronischen Musik?

«Gerade EDM bietet einem die Möglichkeit, immer wieder neues auszuprobieren. Man kann jederzeit neue Sounds entwickeln und sich stehts weiterbilden. Die Ideen sind bei ein wenig Kreativität nie ausgeschöpft.»

Welcher Künstler hat dich in dieser Musikszene am meisten inspiriert?

«Als ich zum ersten Mal an einem kleineren Festival gewesen bin, das war das «Rock Oz`arènes in Avenches, stach mir der niederländische DJ Hardwell (bei richtigem Namen Robbert van de Corput) ins Auge. Er war mir durch seine Lieder bereits bekannt und sein Stil hatte meiner Meinung nach etwas Besonderes. Als ich dann Hardwell live erleben durfte, war ich mir sicher: Ich wollte unbedingt DJ werden und mich in dieser Branche versuchen. Er brachte dann auch einen Film heraus, mit dem Titel «I am Hardwell», in dem es um die Musik und sein Leben geht. Dort konnte ich einiges an Ratschlägen, Tipps und Tricks herausfiltern. Dann begann ich mich immer mehr für das Genre zu interessieren und startete mit meinen ersten Versuchen, eigene Lieder zu komponieren.»

Wie sahen diese Anfänge aus? Wie hast du dich weiterentwickelt?

«Als erstes braucht man natürlich ein Programm, auf dem man seine Lieder produzieren kann. Ich habe mir das typische DJ-Programm Logic Pro X heruntergeladen, zu Beginn dann aber gar nichts von der ganzen Technik begriffen», gibt Fabien lachend zu. Das Wichtigste sei, dass man versucht, sich in das Programm hineinzuversetzen und immer mehr lernt und lernt. Die allerersten Tracks sind natürlich auch nicht die besten, diese dienen dem Ausprobieren und dem Kennenlernen des Programms. «First you learn, then you earn», fügt Fabien hinzu.

Vor einiger Zeit hast du es mit einem DJ Duo, namens Dynam!x versucht. Wie lief das und was konntest du daraus lernen?

«Es war sicherlich eine gute Erfahrung. Ich habe aus der Erfahrung heraus gelernt, dass ich lieber als Solokünstler meine Lieder produziere und mein eigenes Ding durchziehe. Klar, ich bin immer offen für jegliche Zusammenarbeit, wie mit Rappern, Sängern oder anderen DJs. Daraus können immer harmonierende Gespanne entstehen, was gerade in der Musik wichtig ist. Ich will im Grundsatz einfach nicht, dass andere Leute Einfluss auf meine Lieder haben.» Das DJ-Duo brachte im Jahre 2015 das Lied «Freedom» heraus.

Wie seid ihr denn darauf gekommen, zusammen Musik machen zu wollen?

«Wir hatten beide grosses Interesse an der elektronischen Musik. Er hat schon in einigen Clubs als DJ aufgelegt, während ich bereits Erfahrungen im eigenen Produzieren gemacht habe. Somit haben wir uns super ergänzt.»

Du bist nun hauptsächlich unter dem Künstlernamen «Dylan Brown», als Solokünstler tätig. Welche Bedeutung steckt hinter diesem Namen?

«Meine Eltern haben vor meiner Geburt eine Namensliste erstellt, um einen passenden Namen für mich finden zu können. Darunter befand sich auch «Dylan». Dieser Name gefällt mir einfach, er hat was Besonderes und kommt auch nicht so oft vor. Das «Brown» steht ganz einfach für meine braune Haar- und Augenfarbe. So habe ich beide Wörter kombiniert und gemerkt, dass dieser Name auch wirklich etwas mit mir zu tun hat. Ausserdem konnte ich mein DJ-Logo dadurch gut umsetzen.»

Du bist in letzter Zeit viel unterwegs. Du warst in Miami, am Amsterdam Dance Event (ADE) und in Ibiza. Welche Erfahrungen konntest du dort sammeln?

«Eine der wichtigsten, bisherigen Reisen war Ibiza. Dort besuchte ich die weltweit grösste Electronic Music School «Point Blank». Es war sehr spannend Leute von überall her zu treffen, welche gleiche oder ähnliche Ziele haben wie ich. Hauptsächlich lernten wir dort viel über die Musik und der Techniken im Allgemeinen. Wir bekamen aber auch die Möglichkeit, selbst aufzulegen und zu produzieren.

Das ADE besuchte ich vor allem deswegen, um neue Kontakte knüpfen zu können. Ich war erstaunt, wie sehr dort einem entgegen gekommen wird und versucht wird, uns neue Talente zu unterstützen.»

Erzähl mal etwas von deinen Liedern, die du bisher offiziell herausgebracht hast.

Zwei der ersten Tracks, die Fabien veröffentlicht hat, erschienen letzten Sommer unter den Namen «Wake up» und «When the Summer ends». Diese entsprechen dem Genre Tropical House. «Dann kam eine Phase, in der ich mich quasi in meinem Studio «eingeschlossen» habe. Ich war hartnäckig am Ausprobieren, Zusammensetzen und Neufinden meines Stils und meiner Richtung. Dieses Jahr brachte ich dann meinen neusten Track «You don`t know» heraus, welcher für zwei Tage im Talentpool des elektronischen Plattenlabels Spinnin` Records chartete. In «You don`t know geht es vor allem darum, dass es wichtig ist, sein Ding durchzuziehen und sich von allem entfernen, was einem auf seinem Lebensweg runterzieht, egal wie schwer dies scheinen mag.»

Wirst du da nicht wahnsinnig, wenn du über eine so lange Zeit in einem Raum sitzt und an deiner Musik arbeitest?

«Es kam auch schon vor, dass ich an einem freien Tag 13 Stunden am Stück in meinem Studio war und dabei vergessen habe, dass ich mal was essen oder trinken sollte. Klar, es ist sicherlich nicht immer gerade das Gesündeste, was ich dann an Auswirkungen des Schlafmangels oder des langen Sitzens spüre. Rein psychisch aber, kam ich bis jetzt recht gut draufklar. Ich weiss, wo meine Grenzen sind. Sollte ich mal bemerken, dass es fatale Auswirkungen auf meine Psyche hat, würde ich schon herunterfahren.» Das Business in der Musik, auch in der elektrischen Musik, sei hart. Man lebe mit einer gewissen Angst, dass sich die schnell wandelnde Gesellschaft plötzlich umorientiert und elektronische Tracks nicht mehr hört oder dass einem die Überforderung übermannt. «Trotzdem ist es schön, wenn man Dinge abschliessen kann und auf seine letzten Tracks zurückblickt. Es erfüllt mich immer wieder mit Stolz, wenn ich mir ansehe, was ich bis jetzt alles erreicht habe», beendet Fabien seinen Satz.

Vielen Dank Fabien, für das interessante Gespräch.

Mehr Informationen:

https://www.instagram.com/dylanbrownmusic/?hl=de

 

SO geht Musik! – In dieser Kurzreihe auf Tize.ch werden innerhalb des Monats November 4 Musiker aus der Stadt Solothurn und ihrer Umgebung interviewt oder porträtiert. Jeden Montag im November erscheint ein neuer Beitrag der Reihe.

Teil 1 der Reihe „SO geht Musik“ vom 05.11.18: So geht Musik! – Gesang im besonderen Stil

Geschrieben von:

Fachmann I+D in Ausbildung, Schreiberling: Auf tize.ch in der Montagsausgabe zu finden, sowie auf www.wattpad.com unter dem Pseudonym "Cyrill.P.Kerry".

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