Eine Review über das Netflix-Original Sex Education. Über eine Serie, die allen meinen Erwartungen widersprach, und mit Charakteren, die man lieben muss.

Misstrauischer Start

Sex Education, klingt interessant“, dachte ich mir. Doch gleichzeitig zweifelte ich auch an der Serie. „Ist sie vielleicht billig gemacht oder ein Soft-Porn?“, fragte ich mich. Doch ich überlegte nicht lange und startete das Netflix-Original. Ich schaute die Serie im Wohnzimmer und die erste Szene beinhaltete natürlich Sex. Peinlich. Beinahe hätte ich die Folge beendet, um mich doch wieder Sherlock zu widmen (zum fünften Mal!), doch schlussendlich entschied ich mich dagegen. Das war die richtige Entscheidung.

Otis, der etwas andere Teenager

Otis Milburn (Asa Butterfield) ist so ziemlich das Gegenteil seiner Mutter, die offen über alles, was Sex beinhaltet, spricht. Sie ist Sexualtherapeutin und lebt ihr Single-Leben aus, Otis hingegen ist schüchtern und beinahe verklemmt. An sexuellen Aktivitäten hat er kein Interesse.
Obwohl Dr. Jean F. Milburn (Gillian Anderson) alles versucht, um als Mutter souverän zu wirken, hat sie Mühe damit, ihren erwachsen werdenden Sohn loszulassen.
Gemeinsam mit Eric (Ncuti Gatwa) bestreitet Otis den Schulalltag. Eric ist schwul und sehr extravagant, neben ihm geht Otis beinahe unter. Doch dieser mag es, „unsichtbar“ zu sein.

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Beratung und Herzschmerz

Dies ändert sich jedoch schlagartig, als Otis auf Maeve (Emma Mackey) trifft. Sie hat den Ruf eines Luders und sie plagen finanzielle Gründe. Durch lustige Zufälle starten Otis und Maeve ihre Sex-Therapie. Otis spricht mit seinen Klienten, seinen Mitschülern, professionell (das Wissen hat er von seiner Mum) über ihre Probleme. Durch seine Erfolge wird Otis an der Schule bekannt und beinahe jeder will seinen Rat.

Die Konflikte des Schulalltags

In der Serie handelt es nicht nur von Sex und dessen Probleme, sondern auch vom typischen Schulalltag. So wird ein Schüler zu sehr von seiner Mutter gepusht und zerbricht beinahe daran, Eric wird oft schikaniert und viele der Schüler befinden sich in einer Achterbahn der Gefühle. Auch Otis hält sich zwischen den Fronten auf und er weiss bald nicht mehr, wem sein Herz gehört.

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Zwischen Bäumen und Hügeln

Das Setting der Serie ist wunderschön. So lebt Otis zum Beispiel in einem grossen Haus, nahe einem Fluss, im Wald (siehe Bild). Maeve wohnt in einer Wohnwagen-Siedlung irgendwo im nirgendwo. Auch sonst wirkt „Moordale“ wie ein Ort, an dem man gerne leben würde: idyllisch und doch nicht zu abgeschieden.
Die Serie wurde in Südostwales, nahe Cardiff und Newport, gedreht.

Meine Meinung

Schon lange habe ich keine Serie mehr gesehen, die mich so begeisterte wie Sex Education. Liebevoll erzählt die Regisseurin Lauri Nunn vom Leben der Schüler und spricht dabei elegant Probleme an, die vielen bekannt sein dürften. Zum Beispiel kann ein Paar nur Sex im Dunkeln haben, weil sie sich schämt. Dass unbeholfene Verrenkungen und peinliche jedoch Augenblicke zum Liebesspiel dazugehören, zeigt die britische Serie in ihren erfrischend ungekünstelten Stil mehrfach.
Die Serie beinhaltet viel Witz und Charme und doch werden auch ernste Themen angesprochen, die nicht ins Lächerliche gezogen werden und sicher auch vielen Zuschauer persönliche Fragen beantworten. Es ist sehr leicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren und man schliesst sie sofort ins Herz.
Einige Szenen sind manchmal beinahe zu viel, doch die sonstige Gestaltung macht dies wett.
Sex Education ist eine Serie, die ich allen empfehlen kann, die gerne lachen.

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