Dieses Wochenende ist es soweit: Überall in der Schweiz öffnen die Wahllokale ihre Pforten. Alle berechtigten Schweizer Bürger*innen der ganzen Schweiz haben nur noch wenig Zeit, ihre Stimmen für National- und Ständeratskandidaten abzugeben, denn am 20. Oktober ist Wahlsonntag. Gespannt wartet die Nation auf das Ergebnis: Wird es einen vermehrtem Einzug der Grünen ins Parlament geben? Wie viele Frauen werden im Vergleich zu 2015 gewählt? Müssen die Bürgerlichen mit Verlusten rechnen? All dies sind mehr oder weniger inhaltliche Fragen, über die wir bis Sonntag nur spekulieren können. Worüber wir allerdings schon etwas mehr wissen, ist die «Verpackung» dieses Inhaltes…

Um bei der Verpackungsmetapher zu bleiben, könnte man folgendes Behaupten: Von zwei identischen Produkten wird jenes mehr verkauft, das in einer schöneren Verpackung steckt. Doch was ist denn nun die Verpackung unserer potentiellen zukünftigen Parlamentarier? Das Aussehen natürlich. Zu dieser Thematik hat sich die Dating Plattform TheCasualLounge Gedanken gemacht. Rund 3500 User (Geschlechter ungleichmässig verteilt, etwa zwei Drittel Frauen, ein Drittel Männer) haben eine Umfrage beantwortet, in der sie die schönsten Kandidierenden auswählen mussten. Beziehungsweise, wen sie als Date aussuchen würden und wen eher nicht. Daraus wurde ein Top-Ten-Ranking der schönsten Frauen und eines der schönsten Männer erstellt.

Bildquelle: TheCasualLounge

Was haben diese Daten zu bedeuten?

Nun, natürlich ist dies keine schweizweit repräsentative Umfrage, doch es ist ein Ausschnitt und ein Blickwinkel, der eher ungewohnt ist und einiges an Gesprächsstoff auslöst. Wir können uns beispielweise fragen: Hat das Aussehen der Kandidierenden Einfluss auf die Stimmenzahl, die sie erhalten werden? Spielt es überhaupt eine Rolle, wie die Vertreter im Parlament aussehen? Und was bewirkt eine solch unkonventionelle Umfrage?

Der (indirekte) Zusammenhang von Aussehen und Stimmenzahl

Selbstverständlich ist es eine reine Spekulation zu behaupten, schönere Kandidierende erhielten mehr Stimmen. Doch ist es so abwegig? Zwar liegt Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters, doch oftmals verknüpfen wir das für uns zutreffende Schönheitsbild auch mit Sympathie. Kandidierende, die auf den ersten Anblick dieses Gefühl in uns auslösen können, haben es wohl durchaus einfacher, wenn es darum geht, dass wir ihren Worten und Versprechungen Glauben schenken. Entsprechend könnte also behauptet werden, dass die «Schönheit» «Dateability» oder einfach das Aussehen, einen Indirekten Einfluss auf unser Wahlverhalten haben kann.

Spielt das Aussehen eine Rolle?

Die Antwort auf die Frage, ob Aussehen wichtig ist, wird in der Öffentlichkeit stoisch mit nein beantwortet, doch sind wir ehrlich: Es ist ein Faktor, auf den sehr wohl Augenmerk gelegt wird. Allerdings scheint dies bei den Frauen häufiger der Fall zu sein als bei den Männern. Nicht wenig hat man in vergangenen Jahren Kommentare gelesen, in denen nur das Aussehen von Frauen unter die Lupe genommen worden ist. Ihre Bekleidung sei nicht gut gewesen, ist wohl der Klassiker. Dass dabei die Diskussion über den eigentlichen Inhalt, für den diese Politikerin kämpft, total untergeht, wird vergessen.

Die Wirkung dieses Schönheitswettebewerbs

Was die Wirkung dieser Umfrage angeht, kann folgendes gesagt werden: Sie ist selbstverständlich kein Wahlbarometer oder eine ernstgemeinte Prognose. Dies soll sie aber auch gar nicht sein, denn viel mehr dient sie zur Unterhaltung und hat dabei noch einen positiven Nebeneffekt: Sie erinnert an die Wahlen und rückt dieses Thema, das für manche etwas zu trocken ist, in einen ganz anderen Kontext. Denn auch wenn Politik ein nicht immer einfach zugängliches Thema ist, so ist es trotzdem wichtig, unsere Mitbestimmungschancen zu nutzen.

Wenn du also wahlberechtigt bist und bis jetzt noch nicht gewählt hast, ist es höchste Zeit, das noch zu ändern. Denn auch deine Stimme zählt! Ganz egal, ob deine Favoriten nun gut aussehen oder nicht 😉

Geschrieben von:

"Write it. Shoot it. Publish it. Crochet it. Sauté it. Whatever, Make!" - Joss Whedon

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