Man hört in der Politik immer wieder von «Rechts» oder «Links». Doch welche Parteien sind eher rechts oder eher links? Was bedeutet es überhaupt, sich als rechts oder links zu bezeichnen? Tize.ch versucht dir deine Antwort auf die Frage «Bist du rechts- oder linksorientiert?» bei Alltagsgesprächen zu erleichtern.

Gerne kommt man mal ins Schwitzen, wenn bei einem normalen Alltagsgespräch das Gegenüber fragt, welche Partei man wählt oder wie man abstimmt. Einige wissen ganz genau, für wen oder was sie sich entscheiden und besonders warum. Doch viele haben keine Ahnung, auf welche Seite sie sich schlagen sollen. Rechts, links oder doch lieber die Mitte? Dabei hat diese Frage sehr viel mit der eigenen Identität und dem eigenen Handeln zu tun.

Woher stammen die Bezeichnungen «rechts» und «links»?

Die Unterscheidung zwischen rechts und links des politischen Spektrums wird auf das Jahr 1789 zurückgeführt, beim Ursprung der Französischen Nationalversammlung. Vorerst hatten diese Bezeichnungen nur die Bedeutung der Sitzordnung innerhalb eines Parlamentes. Laut Hellesköpfchen.de setzt sich die Sitzordnung aus dem Meinungsspektrum der einzelnen Parteien und Gruppierungen zusammen. «La gauche», die linke Seite, stand für die revolutionäre und republikanische Strömung, während «La droite», die rechte Seite, für die eher konservativere, promonarchische Strömung stand.

Bedeutung in der Schweiz

Das hat sich zwar bis heute durchgesetzt, aber natürlich auch verändert. Die rechte Seite setzt sich eher für die Bewahrung des alten ein und halten an Traditionen und gesellschaftlichen Strukturen fest. Diese Haltung nennt sich konservativ. Die linke Seite setzt sich vor allem für die Freiheit und das Recht der Bürger ein und vor allem, dass möglichst alle nach gleichem Recht behandelt werden. Dies lässt sich unter liberal, bis hin zu sozialistisch einstufen. Liberal zu sein bedeutet, dass man sich für die Freiheiten der Menschen innerhalb eines Staates einsetzt oder zumindest diese Parteien unterstützt. Natürlich gibt es auch noch die Mitte, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie teils liberal und teils konservativ ist. Manche Parteien oder Einzelpersonen von mittigen Parteien sind mal mehr rechts und mal mehr links, das ist besonders in der politischen Mitte sehr individuell.

Rechts ist nicht gleich rechts, links ist nicht gleich links

Um an den letzten Satz anzuknüpfen: Wichtig zu verstehen ist, dass man als Rechter oder Linker nicht gleich nur rechts oder links denken muss. Rechte und linke Personen stimmen nicht immer nur für Ideen der eigenen Partei, sondern auch mal für Ideen von der anderen Seite, wenn ihnen diese zuspricht. Genau wie in der Mitte ist jede rechts- und linksorientierte Person individuell geprägt. Problematisch wird es erst dann, wenn die eigene Haltung oder die einer Partei, extremistisch wird und man damit beginnt, andere auszugrenzen, weil sie eine andere Haltung gegenüber der Politik haben, dies gilt für rechts und links. Auch wenn das im Wahlkampf manchmal so aussehen mag, schlagen sich rechts und links nicht gleich die Köpfe ein, wenn sie zusammen im Parlament sitzen. Wichtig ist jedem gut zuzuhören, zu überlegen und erst dann zu sprechen, sei es im Parlament, bei Diskussionen in der Schule oder in der Freizeit.

Die Wichtigkeit dieses Grabens

Für einen demokratischen Staat, wie die Schweiz, ist dieser Graben wichtig. Er stützt das Gleichgewicht in der Regierung zwischen den einen und den anderen Parteien. Es braucht die konservative Seite, wie auch die liberale Seite, um neue Ideen zu finden, um beispielsweise das Leben in der Schweiz zu verbessern, den Draht zu unseren Nachbarn zu stärken, um eine gute Strukturierung des Landes in der schnell wachsenden Welt zu ermöglichen und schlussendlich, um zusammenzuhalten. Solche Ideenfindungen, Strategien und Umwälzungen sind nur dank des Dialogs und der Verhandlungen zwischen rechts und links möglich. In einem Staat zu leben, in dem die Möglichkeit besteht, auszuwählen zu welcher Seite oder zu welcher Partei man gehört ist ein grosser Vorteil. Der direkte Dialog untereinander wird so ermöglicht.

Wie erkenne ich, was für mich stimmt?

Ganz einfach: Wenn du dich für die Politik interessierst, lies vielleicht mal das Abstimmungsbüchlein durch und versuche, dir deine eigene Meinung zu bilden. Klar, das Abstimmungsbüchlein ist für manche etwas kompliziert geschrieben, aber da gibt es Hilfen, wie beispielsweise die Internetseite easyvote. Du musst nicht gleich von heute auf morgen einer Partei beitreten oder gleich die Meinung übernehmen, die eine Partei hat, die dir zuspricht. Sehr viele Menschen sind parteilos und stimmen/wählen mal so und mal so. Recherchiere im Internet nach einer Partei, die dich interessiert und lies ihr Programm. Im Grunde kannst du dir eigentlich auch die Frage stellen, was besser zu dir passt. Siehst du dich eher konservativ und möchtest eher das Vergangene bewahren oder siehst du dich liberal und bist offen für Neues? Diese Entscheidung liegt allein bei dir.


Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Best-Ofs 2018 noch einmal aufgeschaltet. Wir bedanken uns bei dir, lieber Cyrill, herzlich für deinen Einsatz bei Tize!

Geschrieben von:

Fachmann I+D in Ausbildung, Schreiberling: Auf tize.ch in der Montagsausgabe zu finden, sowie auf www.wattpad.com unter dem Pseudonym "Cyrill.P.Kerry".

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