Zwei Männer, die sich betrinken und dabei über Gott, die Welt und alles was dazwischen liegt,  phylosophieren. Das ist der Podcast „Normale Möwe“ von Max Scharff und Hinnerk Köhn.

Was vor wenigen Jahren als Nischenmedium begonnen hat, ist mittlerweile zum Phänomen geworden. Der Podcast. Er ist fürs Radio, was der E-Reader für Bücher ist. Kein Ersatz, aber eine Alternative. Eine sehr beliebte Alternative. Innerhalb der letzten paar Jahre scheinen immer neue Podcasts wie Pilze aus dem Boden zu schiessen und die Themen, die von ihnen behandelt werden, könnten vielfälltiger kaum sein. Vom „gewöhnlichen“ News-Podcast, über Sex-Ratgeber, True-Crime-Podcasts und Spielerfrauen, die über ihr Leben reden, bis hin zu Selbstfindungshilfen, ist alles dabei. Wirklich alles.

Eines der verbreitetesten Konzepte scheint jedoch zu sein, dass sich zwei Menschen vor ein Mikrophon setzen und gemeinsam über Gott und die Welt reden. Egal, ob Jan Böhmermann und Olli Schulz in „Fest und Flauschig“, Felix Lobrecht und Tommi Schmitt in „Gemischtes Hack“ oder Ariana Bobori und Laura Larsson in „Herrengedeck“. Alle tun es und die meisten sind dabei auch noch erfolgreich.

Normale Möwe

Ebenfalls zwei, die sich einfach vor ein Mikrophon setzen und drauflos reden, sind Max Scharff und Hinnerk Köhn. Mit ihrem Podcast „Normale Möwe“ sind die zwei Wahl-Hamburger zwar noch nicht lange im Podcast-Buisness unterwegs, doch sie haben sich schon jetzt, nach nur wenigen Folgen, eine treue Hörerschaft „erredet“.

Man könnte sich jetzt natürlich fragen, ob es wirklich noch einen Talk-Podcast braucht, wo es doch schon so viele gibt… Aber die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig Ja, denn in einem entscheidenden Punkt unterscheidet sich Scharffs und Köhns Podcast von den meisten anderen. Sie betrinken sich währen der Aufzeichnung. Und das heisst nicht, dass während des Gesprächs ab und zu mal ein Bierchen getrunken wird; Nein, die zwei Gesprächpartner werden ihrer eigenen Beschreibung als „zwei Trinker, die übers Rauchen reden“ mehr als nur gerecht.

Über die gesundheitliche Legitimation dieses Konzeps lässt sich streiten, doch innhaltlich trägt die Trinkfreude von Köhn und Scharff ziemlich viel zur Genialität des Podcastes bei. Doch nicht nur der relativ konstante Alkoholpegel macht „Normale Möwe“ so hörenswert. Der Poetry Slamer und der DJ unterhalten sich über so ziemlich alles und sie haben dabei meistens sogar auch etwas zu sagen. Vom Leben auf dem Dorf, über die Europawahlen und die Seenotrettung, bis hin zu Religion ganz allgemein machen die zwei vor kaum etwas halt. Obwohl keine Folge wie die andere ist, gibt es auch wiederkehrende Kategorien, wie etwa die viel zu dollen Freundebuch-Fragen, mit denen jede Folge begonnen wird, oder den Drink der Woche, den man gut und gerne als Inspiration für den nächsten feucht-fröhlichen Abend betrachten kann.

Einmal reinhören lohnt sich auf jeden Fall und wer weiss, vielleicht bist du auch schon bald einer von Köhns und Scharffs Möwis, wie die zwei ihre Hörer liebevoll und absolut genderneutral nennen.

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