Der sogenannte „Tipping-Point“ ist für viele ein unbekannter Begriff. Selbst die einflussreichsten Politiker der Schweiz sind ahnungslos, wenn man ihnen zu diesem Thema Fragen stellt. Und das, obwohl der Tipping-Point in der heutigen Zeit einer der grössten Gefahren für unser Klima und die Menschheit darstellt: Das Erreichen dieses Punktes hat für uns alle fatale Folgen.

Was ist ein „Tipping-Point“?

In unserem Erdsystem gibt es sogenannte Kippelemente. Diese Elemente sind Bestandteile unseres globalen Klimasystems, welche durch geringe äussere Einflüsse in einen neuen Zustand versetzt werden können. Das geschieht, wenn das Kippelement den Tipping-Point, oder auch Kipp-Punkt, erreicht hat. Wenn ein Kippelement den Tipping-Point erreicht hat, dann führt dies meistens zu einer positiven Rückkopplung. Eine positive Rückkopplung liegt vor, wenn ein Effekt durch sich selber verstärkt wird. Oder anders gesagt: Das Klima beginnt, sich von selber zu erhitzen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Eisschmelze: Eis reflektiert wegen seiner sehr hellen Oberfläche Strahlung und sorgt so dafür, dass sich die Erde nicht stärker erwärmt. Wenn diese Eisflächen aufgrund des Klimawandels schmelzen, steigt der Meeresspiegel an. Da es nun weniger Eis gibt, trifft die Strahlung jetzt vermehrt auf die Meeresoberfläche, welche diese Strahlung absorbiert. Diese Absorption sorgt für eine stärkere Erwärmung der Erde, woraufhin das Eis noch schneller schmilzt und der Teufelskreis immer weiter geht. Ähnliches gilt für den Permafrost: Im gefrorenen Boden der nördlichen Breiten befindet sich eine grosse Menge Methan, das beim Tauen des Bodens in die Umwelt gelangt. Dadurch würden geschätzt 68 bis 508 Milliarden Tonnen C02 ausgestossen werden, die den Klimawandel weiter vorantreiben.

Was macht den Tipping-Point so gefährlich?

Der Tipping-Point ist einerseits so gefährlich, da er das Leben von Tausenden von Lebewesen bedroht. Durch die verstärkte Eisschmelze haben beispielsweise Eisbären bald keinen Lebensraum mehr und durch die Erwärmung generell könnte die Hälfte aller Tierarten aussterben, weil sie nicht in der Lage sind, sich den rasanten Veränderungen anzupassen. Andererseits ist er so riskant, da er ab einem gewissen Punkt nicht mehr aufzuhalten ist. Bei einer Erhitzung von mehr als 1.5° wird es angeblich kaum noch möglich sein, diesen Rückkopplungseffekt zu verhindern: Nicht einmal ein sofortiger Emissionsstopp würde dagegen lenken können. Deshalb stimmt es, dass man jetzt handeln muss und nicht später, da es irgendwann so gut wie gar nicht mehr möglich ist, etwas zu tun.

Was kann man dagegen tun?

Auch wenn der grösste Teil der Umweltverschmutzung von Grosskonzernen und deren Industrien kommt, bedeutet das nicht, dass dein Handeln sinnlos ist. Und es ist auch gar nicht so schwer, etwas zu tun. Schon weniger Fleisch essen und weniger Auto fahren kann der Umwelt helfen. Wenn du dich dafür interessierst, dem Klimawandel ein wenig entgegenzuwirken, dann empfehle ich dir einige Tipps von diesem Artikel zu Herzen zu nehmen. Auch wenn du nur einen kleinen Teil beisteuerst, wird es helfen. Besser, als gar nichts zu tun.

Geschrieben von:

Everyone you meet is fighting a battle you know nothing about. Be kind. Always.

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