Es ist wieder einmal soweit, zum 11. Mal ist der Startschuss fürs Jugendkulturfestival in Basel ist gefallen! Das vielversprechende Programm lockt erneut zahlreiche Kulturinteressierte junge (und natürlich auch ältere) Menschen in die Basler Innenstadt. Welche Emotionen und Gefühle der Freitag des diesjährigen JKF mit sich bringt, liest du im folgenden Artikel.

Liebe/Wut/Verzweiflung

Sehr emotional und intensiv waren bereits die ersten Performances am frühen Freitagabend. Auf dem Theaterplatz präsentiere eine Tänzergruppe ihre Show namens «Rage». Dabei wurde sehr stark auf den menschlichen Körper als eigenes Kunstwerk gesetzt. Dies betrifft nicht nur die starke tänzerische Leistung, die den Körper in Szene setzte, sondern auch das Auftreten der Tänzer. Diese waren nämlich durch Bodypainting geschmückt und trugen teilweise auch Masken.

Dies verstärkte ihren Ausdruck nur noch mehr. So kam mir der verzweifelte Schrei eines Tänzers, der danach auf dem Boden zusammensank, noch viel intensiver durch sein Auftreten vor.  Ebenso verstärkend wirkte die Aufmachung der Tänzer, die eine Liebesgeschichte darstellten. Besonders, weil ihre Kostüme sich farblich ergänzten und so noch auf einer anderen visuellen Ebene ein Gefühl vermittelten.

Erfolg und Scheitern

Nicht nur die Tänzer waren in der Lage, durch ihre sportliche Leistung Emotionen zu transportieren. Auch die Leistungen der Skater bei der Pyramid Skate Contest-Qualifikation erzählten Geschichten von Glück und Wut – je nachdem, ob ihre Sprünge gelangen oder nicht. Beim Zuschauen wurde klar, dass alle ein Talent besassen, die sich in dieser Qualifikation gemessen haben. Doch in den Genuss des Erfolgs vom scheinbar perfekten Sprung kam nicht jeder. Erfolg und Scheitern, beides gehörte dazu. Doch es war bewundernswert mitanzuschauen, wie alle, die hinfielen, auch immer wieder aufstanden, weitermachten und zeigten, was sie trotz allem Misserfolg noch auf Lager hatten.

Spannung

Eine ganz anderes Gefühl wurde einem auf dem Münsterplatz vermittelt. Dort stand, inmitten vieler anderer Stände, ein grosser schwarzer Würfel. Der Textkubus. Was es mit diesem auf sich hatte, fand man am besten heraus, indem man den Instruktionen folgte: Die Passanten wurden aufgefordert, auf der einen Seite einen Gegenstand zu platzieren. Dieser wurde ins Innere des Kubus transportiert. Was dort genau vor sich ging war erst unklar. Würden wir die Banane, die wir hingelegt haben, wieder erhalten?

Die Spannung stieg, als wir uns auf die andere Seite des Würfels begaben und warteten, was wieder herauskommen würde. Da der Textkubus in die Sparte Literatur gehörte, rechneten wir mit einem, wie der Name es schliesslich schon sagte, Text. Doch was für einer würde das sein? Da kann man nie so richtig wissen bei einer Blackbox. Solche sind schliesslich dafür bekannt, dass man einen Input gibt, damit etwas geschieht, und es dann zu einem Output kommt. Was allerdings im Inneren vor sich geht, weiss man nie. Ähnlich funktionierte der Textkubus. Wir lernten den Autor nie kennen, seinen Geschmack jedoch schon. Wir erhielten unsere Banane nämlich mit einem Text wieder, welcher klarstellte, dass Bananen nicht zu seinen oder ihren Favoriten gehörten.

Zugehörigkeit

Kultur ist etwas, das Menschen schon viele Jahre miteinander verbindet. Und während das JKF auch dieses Jahr wieder viele kulturinteressierte Menschen zusammengebracht hat, gab es natürlich auch einige besonders verbindende Momente. Wie so oft schaffte es die Musik, die Menschen zu vereinen und ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Auf der Hauptbühne brachte nämlich kurz nach neun das Label Dritter Stock Records den Barfüsserplatz zum Beben. Mit diesem Hip Hop-Act erreichte die Stimmung einen Höhepunkt, was wieder einmal zeigte, dass diese Art von Musik nicht mehr aus der Jugend Kultur Szene wegzudenken ist. Besonders war jedoch der Moment, als der Rapper Skip seinen Ohrwurm Kennsch du? spielte, der vom Publikum bereits schon erwartet wurde. Die Menschen um mich herum sangen mit und schienen alle den Text zu kennen. Es ist wahrscheinlich, dass es bei vielen nur ein halbernstes Mitgrölen war, doch es reicht, um sich als Teil dieser Gruppe zu fühlen. Und nicht nur das, denn in diesem Moment war nicht nur der Künstler auf der Bühne, sondern auch das Publikum davor ein Teil des Acts. Was schlussendlich alle zu einem Stück der Jugend Kultur machte.

Bildquelle: Samuel Bramley


Geschrieben von:

"Write it. Shoot it. Publish it. Crochet it. Sauté it. Whatever, Make!" - Joss Whedon

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