Wtf!? Ist das gerade wirklich passiert? Diese Frage stellt man sich bei der Serie „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ so ziemlich die ganze Zeit. Drei Waisenkinder, die von einem absolut verrückten Graf verfolgt werden, geben aber auch mehr als genug Anlass dazu.

Das gruseligste Kinderbuch ever

„A Series Of Unfortunate Events“, wie es im Orginal heisst, ist eigentlich eine Kinderbuchreihe die vom US-Amerikanischen Schriftsteller Daniel Handler unter dessen Pseudonym Lemony Snicket zwischen1999 und 2006 geschrieben und veröffentlicht wurde. Er nimmt dabei als Lemony Snicket die Rolle des Erzählers ein und berichtet über das Leben der Geschwister Violet, Klaus und Sunny Baudelaire, die ihre Eltern durch einen Brand verloren haben. Schnell wird klar, dass Lemony die Eltern der drei Waisenkinder gekannt hatte, doch wie genau sein Leben und das der Familie Baudelaire miteinander verknüpft sind, wird erst im Laufe der Geschichte aufgedeckt.

2004 wurden die ersten drei Bücher der Reihe unter dem Titel „Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse“ verfilmt, wobei Jim Carrey die Rolle des geldgierigen Graf Olaf spielte und Meryl Streep als ängstliche Tante Josephine zu sehen war. Der Film wurde für vier Oscars nominiert.

2017 nahm sich dann Netflix der Buchreihe an und machte daraus die Serie, die einen mit einem grossen Fragezeichen im Gesich zurück lässt. Zwischen 2017 und 2019 wurden drei Staffeln produziert, mit insgesamt 25 Folgen, wobei dieses mal alle der 13 Bände verarbeitet wurden. Viel zum Bekanntheitsgrad der Serie beigetragen hat bestimmt Neil Patrick Harris, der in der Netflix Version in die Rolle von Graf Olaf schlüpft.

Die gejagten Waisen

Wie gesagt geht es in „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ um das Leben der Geschwister Violet, Klaus und Sunny, nachdem die drei ihre Eltern bei einem mysteriösen Hausbrand verloren haben. Sie werden vom  leicht durchgedrehten und ziemlich naiven Mr. Poe, der bis zu Violets 18. Geburtstag das Vermögen, das die Kinder geerbt haben, verwaltet, zu Graf Olaf geschickt, der von nun an ihr Vormund ist. Der eher mässig erfolgreiche, aber völlig von sich selbst überzeugte Schauspieler entpuppt sich aber sehr bald als grausamer und gnadenloser Mensch, der es nur auf das Geld der Waisen abgesehen hat. Violet, Klaus und Sunny sind aber alles andere als auf den Kopf gefallen und durchschauen die dunklen Machenschaften des Grafen gerade noch rechtzeitig, bevor er das Vermögen der Baudelaires durch einen Trick an sich reissen kann. Mr. Poe erfährt davon, entzieht Olaf die Vormundschaft und bringt die Kinder zu ihrer Tante Josephine in scheinbare Sicherheit.

Hier könnte die Geschichte nun enden, mit den drei Waisen, die von nun an bis in alle Ewigkeit bei einem liebevollen Familienmitglied in Sicherheit leben. Könnte. Doch die Misere hat gerade erst begonnen.

But there’s no happy endings
Not here and not now
This tale is all sorrows and woes
You dream that justice and peace win the day
But that’s not how the story goes

Was folgt ist eine lange Reise von einem Ort zum nächsten, von einem Vormund zum nächsten, immer auf der Flucht vor Graf Olaf und seinen fragwürdigen Kumpanen, die vor nichts zurückschreckt um die Kinder endlich in die Finger zu kriegen. Nicht einmal vor Mord, Brandstiftung und Entführung. Die Kinder sind nirgends mehr sicher. Weder bei ihrem Onkel, dem Schlangenforscher, in einem Internat, in einem U-Boot, in einem Zirkus, noch in einem Spital. Die Baudelaires treffen auf ihrem Leidensweg aber auch immer wieder auf Freunde ihrer Eltern, auf Menschen, die ihnen helfen wollen und oft sieht es nach dem lang ersehnten Happy End aus, nur um dann wieder in einer Katastrophe zu enden. Doch über all den rätselhaften und auserordentlich betrüblichen Ereignissen schwebt immer die Existenz einer Geheimorganisation, die scheinbar die Lösung zu allen Problemen der Geschwister ist, doch die Antworten auf die vielen Fragen, die im Laufe der Serie aufgeworfen werden, muss man als Zuschauer bis ganz am Schluss abwarten. Genauso wie auch Violet, Klaus und Sunny bis am Schluss der drei Staffeln auf Antworten warten müssen.

Absurd in grautönen

„Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ hat nicht nur inhaltlich einiges zu bieten. Auch visuel weicht die Serie stark vom bunten Einheitsbrei ab. Die Bilder zeigen eine bedrückende und sehr grau gehaltene, relativ absurde Welt, wo aber trotzdem ab und zu ein Hoffnungsschimmer durchdringt.

Die Wtf-Momente ziehen sich durch alle 25 Folgen und an manchen Stellen kann man nur noch ungläubig blinzeln. Aber gerade das macht die Serie aus, die leider noch viel zu unbekannt ist. Enjoy!

 

 

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