Ikigai? Was soll das denn sein? Genau so ging es mir, als ich zum ersten Mal auf den Begriff gestossen bin. Doch ich habe mich schlau gemacht und bin fündig geworden. Es ist ein Lifestyle-Trend aus Japan (wer hätte es gedacht). Was genau hinter dem Begriff steht und wie es auch dir ein langes und glückliches Leben verschafft, erfährst du jetzt!

In Okinawa leben an der Gesamtbevölkerung gemessen die meisten 100 Jährigen. Ihr Geheimnis ist angeblich Ikigai! Der Ausdruck steht für das Prinzip, den Sinn des Lebens zu finden und seinen Alltag danach auszurichten. Auch hier haben sich bereits einige Begriffe etabliert, die sich ums Thema Lebensglück und Zufriedenheit drehen Das sind Beispielsweise Achtsamkeit oder Hygge (gesprochen „Hügge“, das ist ein dänischer Begriff, der für ein Konzept der Gemütlichkeit und des Wohlbefindens steht). Der Japanische Ausdruck Ikigai ist allerdings ganzheitlicher. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern perfekte Balance.

Umarme das Unperfekte

Versuchst du im Alltag und im Job immer alles perfekt zu machen und bist nur selten mit dir zufrieden? Das tut nicht gut! Nach Perfektionismus zu streben erzeugt Stress, Unzufriedenheit und führt zu Selbstausbeutung. Der Anspruch an sich selbst darf zwar hoch sein, es wiederspricht allerdings dem Prinzip von Ikigai um jeden Preis, Vollkommenheit anzustreben! Die japanische Tradition „Wabi-Sabi“ (ja, die heisst wirklich so) feiert die Vollkommenheit der Unvollkommenheit. Zerbricht in dieser Kultur ein lieb gewonnenes Gefäss, wird es nicht mehr so repariert, wie es neu aussehen würde. Risse bleiben erhalten und werden mit Gold aufgefüllt. Die Botschaft dahinter ist simpel: Erst das scheinbar Unperfekte schenkt Lebendigkeit und Schönheit!

Arbeite nicht nur für Geld

Eine ausgewogene Work-Life-Balance und genug Geld um sich tolle Urlaube und schöne Dinge leisten zu können, lässt sich selten kombinieren, ohne Kompromisse einzugehen. Geld ist im Idealfall ein Mittel, um deinen eigenen Lebensunterhalt zu bewältigen und dir Dinge leisten zu können, die du für ein erfülltes Leben brauchst. Es liegt meist kein grosser Sinn darin, Geld aus reinem Selbstzweck anzuhäufen. Wenn du etwas tust, was du gerne machst, dich nicht stresst und dir und anderen etwas bringst, wirst du oft das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun. Wenn du dann noch gut bezahlt wirst, ist das umso besser!

Lebe mehr im Hier und Jetzt

Ein weiterer Grund ist vielleicht auch, dass Menschen, welche Ikigai nachgehen, die Idee fremd ist, erst im Alter das zu tun, was Freude macht. Der Ruhestand ohne weiterführende Beschäftigung ist nicht das Ziel einer langen Arbeitsphase. Nach dem Ikigai-Konzept würde man dann aufhören für das zu Leben, was einem glücklich macht. Idealerweise lebt man schon vorher erfüllt und macht genauso weiter.

Pflege deine sozialen Kontakte

Das traditionelle Konzept „Moai“ ist die Old-School-Variante der heutigen Squadgoals: Freunde, die einander achten und helfen. Das soziale Netz ist wahnsinnig wichtig für ein langes, sinnvolles und erfülltes Leben.

Passe immer gut auf dich auf

Der Körper wird nicht grundlos ohne Grund in vielen Kulturen als heiliger Tempel betrachtet. Ernährung, Bewegung und Bewusstsein stellen bei der Suche nach Ikigai wichtige Bausteine dar. Die Menschen in Okinawa ernähren sich von viel Obst, Gemüse, Fisch, Soja und Algen. Selten sind dafür Fleisch, Zucker, Alkohol, viel Fett und viel Salz. Ausserdem schwören die Japaner im Bezug auf ein langes Leben auf „Hara hachi bu“, was frei übersetzt „Essen bis man zu 80 % satt ist“ bedeutet. Das heisst so viel wie, dass man immer geniessen aber niemals kopflos essen und zu viel in sich hineinstopfen sollte.

Gehe öfter mal raus in die Natur

Du gammelst am Wochenende am liebsten auf dem Bett der dem Sofa rum? Erwischt! Das sei dir auch gegönnt, aber beachte immer, dass schon wenig Bewegung in der Natur einen viel höheren Erholungswert hat als dein Bett bzw. die Couch. Schon ein 30-minütiger Aufenthalt im Wald stärkt unsere Abwehrkräfte und fördert das Wohlbefinden. Natur ist die Basis für Leben, spricht die Sinne an und ist ein Hauptbaustein von Ikigai. Es geht also letztenendes darum, die Dinge, die gut für dich sind, in ausgewogener Weise in dein Leben zu integrieren. Klingt gut, oder?

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