Nach vier Jahren ist die Crawley Familie der britischen Serie Downton Abbey zurück. Genau vor einer Woche, am vergangenen Donnerstag, dem 19. September, feierten sie nämlich auf der Kinoleinwand ihr Comeback. Die Fangemeinschaft erlebt ein neues Hoch, soviel steht fest. Doch wie so oft bei Fortsetzungen stellt sich die Frage: Ist es noch dasselbe wie damals und lohnt es sich , gerade als Fan, ein Kinoticket zu kaufen oder macht diese Fortsetzung alles kaputt?

Das Fortsetzungs-Dilemma

Bestimmt haben wir alle es schon mehrere Male erlebt. Wir freuen uns darauf, dass eine Serie um eine Staffel verlängert wird oder ein gutes Buch auf die Leinwand kommt. Wenn wir dann allerdings das Resultat sehen, sind wir enttäuscht. Entweder geht das Ganze in eine Richtung, die nicht mehr deiner Vorstellung entspricht (so viele Kritiker gegenüber der Serie Riverdale) oder aber das Gegenteil trifft ein und es ist eben wieder genau das gleiche wie in den Staffeln zuvor (was den Kritiken gegenüber der Serie Stranger Thingsähnlich sähe). Wie sieht es nun aber mit dem Downton Abbey Film aus?

Die Serie auf der Kinoleinwand

Den Downton Abbey Film würde ich, ohne viel zu spoilern wollen, eher in die zweite Kategorie einteilen. Dies allerdings nicht in einem negativen Sinn. Die Handlung des Films war in Relation zur Serie nicht repetitiv sondern einfach ähnlich. Als Dramaserie, die in einem gehobenen englischen Haus anfangs des 20. Jahrhunderts spielt, gibt es gewisse Elemente, die sozusagen immer part oft he gamesind. So beispielweise Intrigen, «Klassen Unterschiede» zwischen Bediensteten und der Familie und zur Zeitgeschichte passende Ereignisse. Dementsprechend passt der Film mit seiner Handlung in den Kontext der Serie, ohne aber wirklich ein bereits geschehenes Ereignis zu wiederholen.

Soviel kann verraten werden: Die britischen Royals besuchen Downton. Solch hohen Besuch gab es während der Serie noch nie und so setzt der Film gewissermassen noch eins oben drauf. Das sorgt natürlich für jede Menge Aufruhr im Haus und verspricht auch, einige neue Gesichter auf der Leinwand zu sehen. Diese neuen Charaktere können logischerweise nicht extrem genau ausgebaut und in die Geschichte eingebettet werden, da ihr Auftritt im Vergleich mit der ganzen Serie doch recht kurz scheint. Trotzdem kommen sie nicht zu kurz und fügen sich recht gut in das Geschehen ein.

Bildquelle: imdb
Wofür der Film von mir einen Pluspunkt erhält ist, dass nicht plötzlich irgendwelche absurden Geschichten dazu gedichtet worden sind, nur damit es noch weitergehen kann. Viele der bereits, sagen wir einmal «ausgeschlachteten» Figuren hatten selbstverständlich ihre Präsenzzeit, doch deren Drama wurde nicht wirklich noch mehr ausgebaut. Viel mehr wurden noch die Geschichten anderer, bereits bekannten Figuren, näher beleuchtet. Kritisch betrachtet könnte man sagen, dass der Film deswegen vor allem die Rolle eines «Even more Happy End» der Serie einnimmt. Dies stimmt jedoch trotzdem nur teilweise. Denn natürlich ergeben sich für manche Charaktere nun doch noch glückliche Fügungen, was beispielweise die Liebe angeht. Doch es werden auch weniger schöne Schicksale beleuchtet und ja, auch ich hatte einen kleinen Moment, in dem ich den Tränen nahe war.

Abschliessend kann man sagen…

…dass der Film dem Charakter und Geschehen der Serie treu bleibt. Wer die Serie mochte, wird entsprechend auch den Film geniessen. Ihn als «Geldmacherei» zu bezeichnen, weil er sozusagen nur den Erfolg der Serie ausschlachte (Eine Kritik, die man oft betreffend der Fortsetzungen der Harry Potter Reihe hört und liest), finde ich eine zu harte Beschreibung. Zwar stimmt es, dass der Film gut ankommt, weil es die Serie bereits tat, doch der Film ist etwas Abgeschlossenes, ein einmaliges Projekt und nicht eine weitere Staffel, die uns danach mit unzähligen Cliffhanger zurücklässt. Eine Fortsetzung liesse sich wohl schon noch einmal machen, allerdings wurde der Film meiner Meinung nach nicht so konzipiert.

Bildquelle: imdb

So würde ich sagen, dass es sich, besonders für Downton Abbey Fans, lohnt, den Film anzusehen. Wer als «Newcomer» die Gelegenheit sieht, vielleicht über den Kinofilm den Einstieg in die Serie zu finden, liegt auch nicht komplett daneben. Allerdings wird er einem Neuzugänger natürlich viele Dinge vorwegnehmen. Wer sich einfach so mal in den Film setzen will, dem sei gesagt: Nicht zu viel Action und Liebesszenen erwarten sondern sich auf ein wenig Melodrama und eine zünftige Portion romantisiertes 20. Jahrhundert einstellen, denn das ist es, wovon die Serie lebt und wofür sie so viele Menschen lieben. Kein Wunder also, dass auch die Fortsetzung dem treu bleibt.

Geschrieben von:

"Write it. Shoot it. Publish it. Crochet it. Sauté it. Whatever, Make!" - Joss Whedon

Was ist deine Meinung? Schreib einen Kommentar!