Am 18. Januar verliessen tausende Schweizer Schüler das Klassenzimmer, um fürs Klima auf die Strasse zu gehen. Von Seiten der Politik erhalten die streikenden Jugendlichen ebenso viel Anerkennung wie Unverständnis. Doch warum streiken die Schüler? Was wollen sie und welche Forderungen stellen die Demonstranten an die Schweizer Klimapolitik?

Junge Schwedin als Vorbild

Wenn man an streikende junge Erwachsene denkt, kommt einem wahrscheinlich die Anti-Atomkraft-Bewegung in den 80ern mit der ikonischen roten Sonne und dem Slogan „Atomkraft? Nein danke!“ in den Sinn. Doch die heutige Jugend geht nicht mehr nur gegen Atomkraft auf die Strasse, es geht ihnen um nichts weniger als die Rettung unseres Klimas.

Vorbild für die europaweiten Klima-Streiks ist die junge Schwedin Greta Thunberg, die im Sommer 2018 begann jeweils am Freitag anstatt zur Schule zu gehen, vor dem Schwedischen Reichstag auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Trotz anfänglicher Kritik von Seiten ihrer Lehrer und sogar ihrer Eltern streikt sie bis heute jeden Freitag fürs Klima.

Und sie streikt schon lange nicht mehr alleine. Zuerst in Schweden und schon bald in ganz Europa folgten tausende Schüler ihrem Vorbild und begannen lautstark und mit Transparenten auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Schweizer Schüler auf der Strasse

Schweizer Schüler streikten zum ersten Mal am 14. Dezember 2018 in Zürich. Was mit knapp 300 jungen Menschen anfing, fand seinen bisherigen Höhepunkt in Lausanne, wo sich am 18. Januar rund 8’000 Jugendliche fürs Klima stark machten. Schweizweit waren es gegen 20’000 Demonstranten, denn auch in zahlreichen weiteren Städten blieben viele Schulbänke leer, so unter anderem in Aarau, Baden, Luzern, Bern und Genf.

Die genauen Forderungen der Schweizer Klimastreikbewegung sind auf der offiziellen Website von Klimastreik Schweiz nachzulesen. Sie beinhalten die folgenden drei Punkte:

1. Ausrufung des Klimanotstandes in der Schweiz
2. Netto 0 Treibhausgasemission im Inland bis 2030
3. Systemwandel falls obige Forderungen im jetzigen System nicht umgesetzt werden können
(Quelle: Klimastreik Schweiz)

Geschwänzt um zu streiken – für nichts?

Die Schüler wollen mit ihrem Streik generell auf das unumstrittene Klimaproblem aufmerksam machen, doch ihr Hauptziel besteht darin die Schweizer Politiker zu erreichen, damit die Schweizer Klimapolitik endlich mal ins Rollen kommt.
Doch neben einigen Politikern, die die Schüler für ihr Engagement fürs Klima loben, werden die Klimaaktivisten von vielen belächelt oder gar kritisiert. So wird zum Beispiel die Tatsache, dass die Schüler die Schule schwänzen um streiken zu gehen, von verschiedenen Seiten immer wieder scharf kritisiert. Dass genau diese „Arbeitsverweigerung“ (die von Schülern nur so umgesetzt werden kann) der Grundgedanke hinter einem Streik ist, geht dabei wohl vergessen…

Die Auswirkungen der Klimastreiks auf die Schweizer Klimapolitik lassen auf sich warten, was bei diesen Forderungen aber auch nicht sonderlich überraschend ist. Man bedenke nur, dass ab dem Jahr 2030 kein einziges Flugzeug mehr in der Schweiz landen oder starten dürfte, falls Netto 0 Treibhausgasemission tatsächlich umgesetzt werden würde.

Trotzdem gehen die Schüler nicht für nichts auf die Strasse, denn noch nie wurde in der Schweiz so aktiv und hitzig übers Klima diskutiert und noch nie haben sich so viele Junge Menschen für ein politisches Thema interessiert wie jetzt. Auch wenn die Schweizer Klimapolitik jetzt keine 180 Grad Wende hinlegt, werden die Politiker in Bern hoffentlich doch endlich wachgerüttelt und zumindest etwas haben die Schule-schwänzenden und streikenden Schüler schon erreicht: das Klimaproblem ist Gesprächsthema Nummer Eins.

 

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