Heute ist es selbstverständlich, sich online Musik digital herunterzuladen und diese per Klick auf dem Handy oder iPod abzuspielen. Noch vor 20 Jahren waren jedoch CDs und Kassetten das beliebte Speichermedium für unterwegs. (Natürlich nur brauchbar mit einem Walkman.) Damals hatte jeder einen Plattenspieler zu Hause und eine umfassende Plattensammlung. Obwohl viele Jugendliche das Alte verabscheuen und sich nur mit der heutigen Technologie abgeben wollen, gibt es auch andere, die auf dieses alte Medium zurückgreifen und liebend gerne alte verstaubte Vinylplattengeschäfte leerkaufen.

Tatsächlich erlebt die Schallplatte seit einigen Jahren ihr grosses Comeback, weshalb viele moderne Künstler, wie etwa Justin Bieber, ihre Alben auch in Plattenform herausgeben.

Doch welche Vergangenheit hat die Schallplatte wirklich und wie lange gibt es sie schon?

Der Mensch hatte bereits im 16. Jahrhundert das Bedürfnis die menschliche Stimme einzufangen. Für die nächsten 200 Jahre blieb dies jedoch Wunschdenken. Erst im Jahr 1888 entwickelte Emil Berliner die erste Schallplatte. Die ganze Entwicklung dieser Schellackplatten war sehr kostspielig und der Kauf eines Grammophons betrug 2.50 Mark, was zu der Zeit ein Vermögen war.

Trotzdem begann zu der Zeit eine neue Ära in der Musikindustrie. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden Abspielgerät und Platte immer weiter entwickelt wodurch sie auch immer günstiger hergestellt werden konnten. 1948 wurde dann endlich die heute bekannte Vinyl-Schallplatte erfunden. Gleichzeitig erlebten die 30 cm Langspielplatten (kurz LP’s) und Singleplatten mit 17,5 cm ihren Durchbruch.

In den folgenden Jahren boomte der Markt der Plattenherstellung, schliesslich gab es kaum andere Möglichkeiten die Musik festzuhalten und zu verkaufen.

So vergingen die Jahre und nebst Kassetten wurde in den 80ern schliesslich die Compact Disc (CD) eingeführt, durch die der Verkauf der Vinylplatte stark zurückging. Während im Jahr 1984 noch 71.1 Millionen LPs in Deutschland verkauft wurden, waren es 1994 bloss noch 0.7 Millionen.

Die CD hatte die Führung übernommen, da sie um einiges handlicher war und mit einem Walkman auch für unterwegs geeignet war.

Heutzutage hat auch die CD an Wert verloren und viele Menschen verfügen nur noch über ein Abo bei Spotify oder laden sich die Songs auf iTunes herunter. Doch das Internet hat nicht nur Nachteile gegenüber der Musikindustrie.

Ich bin der Meinung, dass einige Jugendliche gerade wegen des Internets sich wieder nach etwas analogem „sehnen“. Ausserdem haben die grossen Platten auch etwas Schönes an sich und inspirieren viele Jugendliche, ihre Zimmer damit zu gestalten (aka Tumblr).

Ebenso ist Vintage heutzutage der letzte Schrei. Alte LPs unterstreichen diesen Trend grossartig. Ohne der Hilfe des Internets wäre sie mit Sicherheit dem Untergang geweiht gewesen. Natürlich sind die Verkaufszahlen noch lange nicht so hoch wie noch vor 30-40 Jahren (und sie werden es wahrscheinlich auch nie mehr sein) aber mit wachsenden 1.7 Millionen im Jahr 2014 (Deutschland) lässt sich vermuten, dass das Comeback sicherlich begonnen hat.

Wer von euch hat noch Schallplatten der Eltern zu Hause? Oder bereits selbst welche gekauft? 🙂

Beitrag von Jana L.

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