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Naomi Meier

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Weihnachten ist schon lange dem Kommerzialismus zum Opfer gefallen. Glitzernde Dekorationen werden bereits Ende Oktober aufgestellt und Weihnachtslieder laufen auf allen Kanälen. In einer scheinbar perfekten Winterwelt werden glückliche Familien am Tisch in Werbungen im Fernsehen gezeigt und dazu kitschige Slogans aufgesagt. Am Black Friday und Cyber Monday gibt es so viel Rabatt auf alles, dass jeder Hamstereinkäufe für die Festtage betätigt. Weihnachten wird einem als magisches Beisammensein verkauft und die Traditionen dahinter werden oft verschwiegen. Es ist wichtiger das ein Kind ein Ipad geschenkt bekommt, als das es die Hintergründe dieses Schenkens an Weihnachten erlernt. Weihnachten ist ein ursprünglich christliches Fest, welche die Geburt von Jesus Christus feiert und nicht die Glitzer – Glanz – Winterwelt welche einem dauernd unter die Nase gerieben wird. Desweiteren wird Weihnachten oft als Zeit des Gebens und der Solidarität angepriesen, was eigentlich nicht falsch ist. Dies verleitet aber viele Leute dazu nur zu dieser Zeit jedes Jahr Gutes zu tun und es den Rest des Jahres zu unterlassen. Mit Santa Claus und Tannenbäumen sind infolge vieler Jahre mehrere Traditionen zum Weihnachtsfest entstanden, welche von uns Menschen erfunden wurden und durchaus schön sind.

 

Weihnachten wird heute mehr als Familienfest als ein religiöses Fest angesehen. Es ist ein schöner Anlass um Verwandte wiederzusehen und zusammen einen guten Abend zu verbringen. Es liegt nicht falsches daran, dass sich Traditionen  durch die Jahre ändern doch meiner Meinung nach sollten sie nicht gänzlich verschwinden. Es sollte nicht nur darum gehen, wer das beste Weihnachtsgeschenk hat oder den schönsten Weihnachtsbaum auf Instastory postet, sondern um etwas mehr. Ein Moment der Inne oder ein Blick in eine flackernde Weihnachtskerze und eine Besinnung zum Anlass dieses Festes reicht schon um den unnötigen Weihnachtsstress vor der Türe zu lassen.

„Dickinson“ ist die neuste Apple TV Serie und etwas, das man meiner Meinung nach nicht verpassen sollte. Die Serie porträtiert die amerikanische Dichterin Emily Dickinson und ihr Leben im 19. Jahrhundert. Wie dargestellt, war sie eine junge, sehr talentierte Frau welche ihrer Zeit weit voraus war. Sie weigert sich, zu heiraten und alles was sie wirklich wollte, war in ihrem Zimmer zu sitzen und Gedichte zu schreiben.

Im realen Leben wurden die meisten Gedichte von ihr erst viele Jahre nach ihrem Tod gefunden und veröffentlicht. Viele ihrer Werke wurden abgeändert, da ihr Schreibstil nicht in die damalige Zeit passte. Ihre Gedichte waren oft kurz und mit Fragezeichen oder Ausrufezeichen versehen und handelten vom Tod, von der Liebe oder von der Natur.  Ein Beispiel :

I am afraid to own a Body, I am afraid to own a Soul, Profound Precarious Property, Posession not optional

Emily Dickinson

Übersetzung : Ich habe Angst einen Körper zu besitzen, Ich habe Angst eine Seele zu besitzen, all umfassender Eigentumsbesitz, ein verpflichtendes Eigentum

In diesen kurzen Zeilen, beschreibt sie ihre Angst und Abneigung gegenüber der Heirat und einer tiefgründigen Beziehung mit einem Mann. Für eine Frau, welche im 19. Jahrhundert lebte, waren diese Worte ziemlich skandalös. Zu jener Zeit waren die einzigen Aufgaben einer Frau, zu heiraten, Kinder zu kriegen und den Haushalt zu führen. Weil Dickinson sich gegen diese sozialen Normen stellte, wurde sie zu ihrer Zeit als komisch und eigenartig angesehen. Sie war eine Aussenseiterin und ihr Lieblingsplatz war ihr Schlafzimmer. Gegen Ende ihres Lebens lebte sie sehr zurückgezogen und verliess ihr Zimmer selten. Obwohl sich die meiste Zeit ihres Lebens in einem geschlossenem Raum abspielte, gelang es ihr viele der interessantesten und weitsichtigsten Gedichte des 19. Jahrhunderts zu verfassen.

Die Serie nach ihrem Namen stellt Emily Dickinson als eine feministische Heldin dar und besitzt einen sehr modernen Soundtrack obwohl sich das Ganze im 19. Jahrhundert abspielt. Die Sprache ist nicht altmodisch sondern so wie heute ; Emily sagt Bullshit und stickt Kissen mit dem Slogan Fuck my life. Über die historischen Ungenauigkeiten hinwegsehen, zeichnet die Serie ein Porträt einer sehr besonderen jungen Frau.

Was machst du in 10 Jahren ? Wie geht es weiter nach dem Gymnasium ? Was für eine Ausbildung möchtest du absolvieren ? Was möchtest du studieren ? Fragen, die ich mir ziemlich oft stelle. In meinem Freundeskreis geben meist alle die Antwort, dass sie keine Ahnung haben, wo sie in 10 Jahren stehen werden oder was für einen Beruf sie ausführen werden. Ich habe keine festen Pläne für meine Zukunft, wie die Mehrheit meiner Kollegen. Natürlich kenne ich auch Leute, welche solche Pläne brauchen um in ihrem Leben voranzukommen und eine genaue Vorstellung von ihrer Zukunft haben. Ich bewundere Menschen, die genau wissen, welchen Weg sie gehen müssen und es auch tun; aber ich gehöre nicht zu ihnen.

Die Generation meiner Grosseltern hatte noch ganz andere Vorstellungen von Zukunftsplänen. Meist folgten die Kinder dazumal in die Fusstapfen ihrer Eltern und führten den gleichen oder einen ähnlichen Beruf wie sie aus. Damals gab es auch noch einen grossen Unterschied zwischen Frauen und Männern und ihren Ausbildungswegen. Meine Grossmutter brach die Schule in der Sekundarstufe ab, um ein Jahr in der Haushaltschule zu absolvieren, wie die meisten Frauen zu ihrer Zeit. Mein Grossvater dagegen, absolvierte die Schule und machte eine Ausbildung zum Bauer in der Landwirtschaftschule. Heiraten gehörte vor 70 Jahren ebenfalls fest in die Zukunftspläne von jungen Frauen und Männern.

Die Generation meiner Eltern änderte ihre Vorstellung von Zukunftsplänen wieder etwas ab. Es gab neue Möglichkeiten, Ausbildungen zu absolvieren und viele alte Traditionen wurden über den Haufen geworfen. Man studierte, absolvierte eine Lehre, reiste ins Blaue heraus aber folgte danach oft wieder traditionelleren Wegen. Den Beruf, den man lernte, blieb meist der Beruf den man sein ganzes Leben lang ausführte.

Heute? Nun, heute ist alles wieder ein bisschen anders. Die Welt entwickelt und ändert sich in einem rasanten Tempo und wie die Generationen zuvor, versuchen wir uns diesen Entwicklungen anzupassen. In einem Land wie der Schweiz haben wir unglaublich viele Möglichkeiten, um uns weiterzubilden. So viele Möglichkeiten, dass man vielleicht fast etwas überfordert sein kann. Studieren oder doch lieber einen Einsatz in Afrika machen? Ausbildung abbrechen und Quereinstieg in neuen Beruf wagen? Keinen neuen Job suchen sondern lieber ein eigenes Start-Up gründen? Es gibt unzählige Wege, Ausbildungen zu absolvieren. Als junge Erwachsene möchte ich meine Zukunft für alles offen lassen. Klar möchte ich wissen, wo ich morgen stehe und vielleicht in einem halben Jahr, aber in 10 Jahren? Ich weiss nicht, was ich in 10 Jahren machen werde. Was ich hoffe, ist, dass ich bis dahin viele neue Erfahrungen gesammelt habe, die mich in die richtige Richtung lenken werden.

Die neue Verfilmung des Jokers, mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle ist heiss diskutiert und sehr umstritten. Die New York Times beschreibt den Film als ein leere und oberflächliche Geschichte ohne wirklichen Inhalt und lobt einzig Phoenix`Darstellung des Jokers. Am Venice Film Festival dagegen wurde The Joker sehr gelobt und kriegte eine lange Standing Ovation. Es scheint so als würde dieser Film entweder geliebt oder gehasst.

Mit diesen geteilten Gedanken, ging ich vor ein paar Tagen ins Kino und schaute mir den besagten neuen Streifen an. Von Beginn an wird man mit wenig Belichtung und 60s Swingmusik in die Welt von Arthur Fleck/Joker/Joaquin Phoenix hineingezogen. Arthur Fleck ist ein psychisch kranker, als Clown arbeitender Mann Mitte 30, der bei seiner Mutter lebt und kurz zusammengefasst ein miserables Leben führt. Er scheint keine richtigen Freunde zu haben und wird augrund seiner psychischen Krankheit, welche ihn dazu veranlasst in unpassenden Situationen hysterisch zu lachen, von der Gesellschaft ausgestossen. Das einzige was ihn wirklich glücklich macht, ist eine Talk-Show im Fernsehen, The Murray Show, welche er jeden Abend mit seiner Mutter anschaut.  Anfangs erscheint The Joker als ein Drama über einen exzentrischen Charakter, welcher alleine seinen Weg geht und wahrscheinlich beim Publikum Mitleid erregen sollte.

Ab dem Punkt, an dem ein Mitarbeiter Arthur eine Waffe schenkt, ahnt man aber die gewaltvolle Kurve die der Film in den nächsten Szenen nehmen sollte. Auf einmal erscheint Arthur nicht mehr als der einsame, arme Mann sondern als ein Massenmörder, welcher nach einem Dreifachmord ein Tänzchen in der Toilette vollführt und nun vollkommen als Psychopath auf der Leinwand dasteht. Die Gewalt wird unbeschönigt und direkt gezeigt, Blut spritzt und die Opfer versuchen angeschossen vor dem Clown mit der Pistole zu fliehen. Nun auf der Titelseite aller Zeitungen, wird Arthur als ein Regierungsgegner dargestellt, da die drei Opfer seiner Schiesserei Mitarbeiter der Stadtregierung waren. Mit dieser Tat setzt sich Arthur ungewollt an die Spitze der Aufstände in Gotham City und wird als Held der Vergessenen und mit Füssen getretenen armen Bürger der Stadt gefeiert. Der zweistündige Film beeinhaltet noch ein paar schockiernde Szenen, welche ich nicht verraten möchte und endet für Arthur zum Schluss in der geschlossenen psychiatrischen Klinik.

Das Beste am Film für mich persönlich neben dem Soundtrack, ist die schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix. Er spielt den Joker gehässig und gestört, dennoch lustig und menschlich, sodass ein dreidimensionaler Charakter entsteht. Meine Lieblingszene ist sein Tanz die Treppe hinunter, als er von zwei Komissaren flieht, welche ihn wegen seinen Morden verfolgen.

Obwohl der Film sehr brutale Szenen enthält, wird er von dem Swing Soundtrack leicht getragen. Die jazzigen Töne von Frank Sinatra etc… untermalen die gewaltvollen Szenen mit einem gewaltigen Kontrast und bewirken, dass man sich vollkomen in eine andere Welt und Zeit versetzt fühlt.

Eine der grössten Kritikpunkte, ist wie schon vorher erwähnt, dass der Film keine wirkliche Message hat und leer wirkt. Muss jeder Film eine tiefgreifende Message haben ? Meiner Meinung nach nicht unbedingt. The Joker muss nicht ernst genommen werden. Er erzählt die Geschichte, die einem Klischee gleicht, nämlich die eines Outsiders welcher sich gegen die Norm auflehnt und dabei Spass hat. Der Plot ist unrealistisch und vielleicht etwas zu sehr dramatisiert aber daher eigentlich ganz Hollywood – mässig. Will man Entertainment und gleichzeitig etwas Drama – The Joker ist die perfekte Antwort.

Jeder kennt diese Situation, man ist am Bahnhof und wird von einem Dialoger angesprochen und gebeten, ein paar Minuten zuzuhören. Am Ende des kleinen Vortrags über ein Hilfswerk wird oft gefragt, ob eine kleine Spende in Frage kommen würde und dann beginnt das Dilemma. Spenden oder nicht spenden? Als Schüler kann nicht so viel Geld gespendet werden, die Arbeit ist zwar für einen guten Zweck aber so überzogen hat sie einem nicht etc..  Meist geht man also nach einer Ausrede und einer Verabschiedung seinen Weg weiter und denkt trotzdem, dass die paar Münzen im Portemonnaie einen besseren Platz in der Kasse beim Hilfswerk – Stand gefunden hätten.

Mir geht es oft so und vor allem überragen bei mir nach so einer Situation oft die Schuldgefühle. Als junge Erwachsene in der Schweiz, bin ich sehr privilegiert aufgewachsen und könnte doch ein paar Franken für Kinder die unter prekären Bedingungen aufgewachsen sind geben. Mein Kopf sträubt sich doch dagegen, weil mir das Vertrauen in grosse Hilfswerke wie World Vision oder Menschen für Menschen einfach fehlt. Zu viele Male habe ich in der Zeitung gelesen, dass grosse Organisationen, wie die oben genannten, Spendengelder intern missbraucht haben und nicht für den tatsächlichen Zweck eingesetzt haben.  Ich möchte mein Geld nicht dafür einsetzen, dass schon privilegierte Leute davon profitieren, sondern ich möchte mein Geld einsetzen um zu helfen. Im heutigen Dschungel von Hilfswerken, ist dies jedoch eine schwierige Sache. Da ein Teil meiner Familie ein kleines Hilfswerk in Afrika betreibt, habe ich ein paar Sachen gelernt um mein Geld richtig einzusetzen. Ich selber spende nach diesen Prinzipen:

  1. Spende dein Geld lieber an kleine Organisationen.
  2. Besuche diese Hilfswerke, um zu sehen ob die Spendengelder richtig eingesetzt werden.
  3. Informiere dich und spende dein Geld nur, wenn du überzeugt von der gemeinnützigen Arbeit, welche die Organisation betreibt, bist.
  4. Leiste einen Einsatz bei einem Hilfswerk oder spende alte Kleider und Spielsachen, wenn du nicht Geld spenden möchtest.

Kleinere Organisationen besitzen übersichtlichere Hierarchien und weniger Bürokratie als grosse Hilfsprojekte, die Spenden werden also eher ans Ziel kommen. Ein Besuch beim unterstützten Projekt ist die beste Idee, um als Spender sicherzustellen, dass das Geld an das richtige Ort gelangt. Auch sollten die nötigen Informationen über die unterstützten Organisationen besorgt werden und eine innere Überzeugung für die geleistete Arbeit im Ausland da sein um eine Spende zu machen.

Die benachteiligten Leute der Welt können nie im Leben nur mit Geld gerettet werden, andere Ressourcen sind dafür auch nötig. Wir können Millionen von Franken nach Afrika oder Asien spenden, doch retten wird es die wenigsten. Neben Geld, ist Wissen der wichtigste Faktor in der Entwicklungszusammenarbeit. Fachleute wie Ärzte, Ingenieure, Lehrer etc.. , welche Freiwilligeneinsätze in Entwicklungsländer leisten, geben den Leuten dort etwas, was meiner Meinung nach den gleichen Wert wie eine grosse Menge Geld hat.