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Naomi Meier

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Jeder kennt diese Situation, man ist am Bahnhof und wird von einem Dialoger angesprochen und gebeten, ein paar Minuten zuzuhören. Am Ende des kleinen Vortrags über ein Hilfswerk wird oft gefragt, ob eine kleine Spende in Frage kommen würde und dann beginnt das Dilemma. Spenden oder nicht spenden? Als Schüler kann nicht so viel Geld gespendet werden, die Arbeit ist zwar für einen guten Zweck aber so überzogen hat sie einem nicht etc..  Meist geht man also nach einer Ausrede und einer Verabschiedung seinen Weg weiter und denkt trotzdem, dass die paar Münzen im Portemonnaie einen besseren Platz in der Kasse beim Hilfswerk – Stand gefunden hätten.

Mir geht es oft so und vor allem überragen bei mir nach so einer Situation oft die Schuldgefühle. Als junge Erwachsene in der Schweiz, bin ich sehr privilegiert aufgewachsen und könnte doch ein paar Franken für Kinder die unter prekären Bedingungen aufgewachsen sind geben. Mein Kopf sträubt sich doch dagegen, weil mir das Vertrauen in grosse Hilfswerke wie World Vision oder Menschen für Menschen einfach fehlt. Zu viele Male habe ich in der Zeitung gelesen, dass grosse Organisationen, wie die oben genannten, Spendengelder intern missbraucht haben und nicht für den tatsächlichen Zweck eingesetzt haben.  Ich möchte mein Geld nicht dafür einsetzen, dass schon privilegierte Leute davon profitieren, sondern ich möchte mein Geld einsetzen um zu helfen. Im heutigen Dschungel von Hilfswerken, ist dies jedoch eine schwierige Sache. Da ein Teil meiner Familie ein kleines Hilfswerk in Afrika betreibt, habe ich ein paar Sachen gelernt um mein Geld richtig einzusetzen. Ich selber spende nach diesen Prinzipen:

  1. Spende dein Geld lieber an kleine Organisationen.
  2. Besuche diese Hilfswerke, um zu sehen ob die Spendengelder richtig eingesetzt werden.
  3. Informiere dich und spende dein Geld nur, wenn du überzeugt von der gemeinnützigen Arbeit, welche die Organisation betreibt, bist.
  4. Leiste einen Einsatz bei einem Hilfswerk oder spende alte Kleider und Spielsachen, wenn du nicht Geld spenden möchtest.

Kleinere Organisationen besitzen übersichtlichere Hierarchien und weniger Bürokratie als grosse Hilfsprojekte, die Spenden werden also eher ans Ziel kommen. Ein Besuch beim unterstützten Projekt ist die beste Idee, um als Spender sicherzustellen, dass das Geld an das richtige Ort gelangt. Auch sollten die nötigen Informationen über die unterstützten Organisationen besorgt werden und eine innere Überzeugung für die geleistete Arbeit im Ausland da sein um eine Spende zu machen.

Die benachteiligten Leute der Welt können nie im Leben nur mit Geld gerettet werden, andere Ressourcen sind dafür auch nötig. Wir können Millionen von Franken nach Afrika oder Asien spenden, doch retten wird es die wenigsten. Neben Geld, ist Wissen der wichtigste Faktor in der Entwicklungszusammenarbeit. Fachleute wie Ärzte, Ingenieure, Lehrer etc.. , welche Freiwilligeneinsätze in Entwicklungsländer leisten, geben den Leuten dort etwas, was meiner Meinung nach den gleichen Wert wie eine grosse Menge Geld hat.