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Lenard Baum

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Man sieht ihn auf Bags, Jutebeuteln, an Fahnen, auf Mützen und Capies, vor allem in Szenevierteln trifft man ihn immer wieder an. Ebenso daher in der Berner Innenstadt und in der Nähe der Reitschule habe ich ihn immer wieder gesehen; ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen wo drunter «St. Pauli» steht. Der Totenkopf ist wohl im Ausland das bedeutendste Zeichen des FC St. Pauli, welcher weitaus mehr ist als ein „normaler“ Sportklub.

Als die Sonne langsam aufging über Berlin-Marzahn wurde mir mal wieder etwas klar. An manchen Tagen ist Berlin verdammt hässlich. Schmierereien auf Strassenbahnen und Wänden in der ganzen Stadt, Mülleimer die mehr Müll neben als in sich haben und eine so grosse Menge an Plattbauten das selbst die Skyline Berlins praktisch selbst zu einem grauen Betonklotz wird. Doch ist sie ebenso meine Geburtsstadt, die Stadt, mit der ich das Wort Heimat mit am besten verbinden würde. Wobei ich doch eigentlich nichts über diese ständig sich verändernde Stadt weiss. Diesem Gedanken bin ich ein wenig nachgegangen und deshalb hier mein persönliches Essay über meine „unbekannte Heimat“. Doch erstmal ein wenig mehr über mich:

Es ist eigentlich gar nicht mal mehr so weit bis Weihnachten, musste ich vor kurzen nach einem Blick auf den Kalender feststellen. Was für manche eine Freude bedeutet, ist für den anderen purer Stress. Während die einen sich über ein paar freie Tage über die Festtage freuen, schlagen sich die Leute im Verkauf (Ich ebenso) sogar noch am 24. mit dem totalen Arbeitsstress rum. Doch das ist nicht der einzige Zwiespalt zur Weihnachtszeit. Nein Weihnachten scheint ganz und gar voll zusein mit Gegenteilen. Deshalb wird hier mal die gute wie ebenso die schlechte Seite der Weihnachtszeit beleuchtet.

Wir sind noch immer auf Zeitreise in Wien des Jahres 1913. Während wir die Geschichte des jungen Schlossers und des gescheiterten Kunststudenten aufgedeckt haben (wer es noch nicht weiss, dringend Teil 1 lesen). So dreht es sich jetzt um einen fast unbekannten politischen Journalisten und dessen unhöflichen Gast und wie beide schon fast allein ein ganzes Land revolutionieren.

Familienvater mit wilden Ideen

Trotzki mit seiner Tochter aus erster Ehe (1915)

Viel zu tun gab es für den Schreiberling in diesen Tagen. Erst vor einem Jahr hatte der unter dem Namen Lev Bronstein geborene Russe sich auf in den Balkan gemacht – mitten in den Krieg als Sonderkorrespondent rein. Jetzt, 1913 ein Jahr später endlich zurück in Wien freut er sich endlich seine wunderschöne Frau Natalja und die beiden Jungs Sergej und Lew wiederzusehen. Schnell fand er sich in seinen Wiener Alltag wieder. Er konnte endlich wieder in sein Lieblingslokal dem Cafe Central, mit Sergei und Lew Fussball oder Handball spielen im Park oder mit Natalja ihre riesige Bibliothek durchkunden. Doch die Familie musste ebenso der Arbeit weichen. Seine Heimat das Zarenreich Russland war im Aufbruch und er wusste was zu tun war; eine Revolution musste man starten. Verbündete fand er schnell. Im Büro und dem Haus an der Sieveringer-Strasse gingen die Gäste nur so ein und aus. Doch einer kam ihm seltsam vor ein gewisser Herr Dschugaschwili welcher ausgerechnet direkt aus Russland zu ihm geschickt worden ist.

»als sich die Tür plötzlich nach einem Klopfen öffnete und ein unbekannter Mann eintrat. Er war klein… dünn… Pockennarben bedeckten seine graubraune Haut… Ich sah nicht den geringsten Anflug von Freundlichkeit in seinen Augen.«

Nachdem Herr Dschugaschwili gegangen war schrieb Bronstein oder wie er sich ab 1902 nannte Leon Trotzky über seinen Gast weiter

 » Dann ging er so leise hinaus, wie er gekommen war, und hinterließ bei mir einen sehr deprimierenden, doch ungewöhnlichen Eindruck. Oder vielleicht warfen die späteren Ereignisse einen Schatten auf unsere erste Begegnung.«

Denn die Wege des Herrn Dschugaschwili und des Herrn Trotzky sollten sich noch öfters treffen. Doch erstmal zur Vergangenheit des Herrn Dschugaschwili:

Rebell mit wilden Ideen

Bild des Georgiers zwischen 1913/14

Der in Georgien geborene Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (keine Panik später gab er sich einen weitaus einfachen Namen) kam im Januar 1913 in ein zugeschneites Wien an. Wobei es gegenüber dem russischen Winter wohl gar nix war. So wurde der Georgier auf anraten seines Freundes und Politischen Idols in die Café-Metropole geschickt, um einen Bericht über die multikulturelle Wiener Gesellschaft zu schreiben. Für den in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Mann war Wien eine Offenbarung. Europäische Kultur das bekam man in Georgien nicht so mit. Dazu wurde er noch sein halbes Leben lang von der Polizei gejagt oder musste in Verbannung leben. Na gut, wer mit linken Rebellen gemeinsame Sache macht oder die Reichsbank von Tiflis (Georgiens Hauptstadt) überfällt, musste sich da nicht so wundern gejagt zu werden, dachte er wohl manchmal. Jedenfalls musste er seinem Freund in Russland recht geben, Wien war ein voller Erfolg ebenso wie sein dort geschriebener Artikel «Marxismus und die nationale Frage».

Doch dieser Herr Trotzky, nein der war ihm nicht so geheuer. So schrieb er über das erste Zusammentreffen:

Trotzky sei ein »marktschreierischen Athleten mit falschen Muskeln«.

Die Feindschaft der Beiden sollte jedoch noch ganz woanders seinen Höhepunkt finden. Wobei der werte Herr Dschugaschwili sich schon ab 1912 einen weitaus anderen Namen gab. Den Namen welchen ihn als Diktator noch bekannt werden lies; Stalin.

Viva La Revolution oder Viva La Stalin?

Über Umwege finden beide schliesslich mitten hinein in die Russische Revolution. Das eigene Volk stellt sich gegen den Zaren und will selbst eine Regierung bilden. Schliesslich triumphiert das Volk und an der Spitze der neugegründeten Sowjetunion steht Stalins russischer Freund Lenin. Trotzki welcher früher im Streit mit Lenin lag versöhnte sich mit ihm 1915 in der Schweiz und wurde von da an einer seiner wichtigsten Männer, neben Stalin. So wird Stalin Politik Kommissar während Trotzky Kriegskommissar wird. Schon damals krachten die beiden immer wieder gegeneinander, Höhepunkt war als die junge Sowjetunion gegen Polen in den Krieg zog. Dort entsteht die vollkommene Feindschaft der beiden da keiner die Befehle des anderen annehmen will.

Stalin (rechts in Weiss) und Trotzki (andere Seite Sarges ebenso in Weiss) tragen Lenins Sarg

Als 1924 schliesslich Lenin infolge zweier Herzinfarkte stirbt ist klar, einer von beiden wird die Führung der gesamten Sowjetunion übernehmen. Stalin schafft es schliesslich ebenso durch die Medien Lenin vollkommen zu isolieren und schliesslich aus der Sowjetunion zujagen. Denn später wird keiner sicher mehr sein vor Stalins eiserner Herrschaft.

Stalins Gräueltaten gingen ebenso in die Geschichte wie Hitlers Verbrechen. Trotzki welcher sich über Umwege nach Mexiko absetze wird schliesslich von einem russischen Agenten im Auftrag Stalins erschlagen. Wobei alles begann mal wieder in Wien 1913 wo ein »marktschreierischen Athleten mit falschen Muskeln« auf einen Mann mit «nicht den geringsten Anflug von Freundlichkeit in seinen Augen« traff. Österreichs Hauptstadt war schliesslich damals mit das Kulturzentrum Europas doch ist es erstaunlich das so unbekannten „Nachbarn“ die Geschichte so veränderten.

Machen wir doch mal einen kleinen Zeitsprung, weit zurück jedoch. Wie wäre es mit dem Jahr 1913? Europas Mächte sind im Aufbruch der Maschinen. Ein Land produziert nach und nach Waffen und bereitet sich auf eine noch nie dagewesene Katastrophe vor. Einen Weltkrieg, den allerersten welcher gerade mal ein Jahr später seine Ersten Opfer fordern wird. Doch geht es in diesem Beitrag nicht um kriegssüchtige Könige und gerissene Feldherren. Vielmehr um damals noch vollkommen unbedeutende Personen. So geht es hier um einen jungen Fabrikarbeiter und einen gescheiterten Kunststudenten dazu noch um einen Politikjournalisten und dessen unhöflichem Besucher. Und wie diese Personen, welche alle zur gleichen Zeit fast nebeneinander 1913 in Wien wohnten den Lauf der Geschichte veränderten.

Dunkle Wolken die sich immer wieder übereinander türmen, Donnergrollen welches alles erschüttern lässt und so schlimmer Regen, dass man glatt weggespült wird. Natürlich bei so einem Wetter bleibt man doch lieber drinnen. Doch kann ich persönlich einem stürmischen Donnergrollen immer noch etwas Positiven abgewinnen, daher mal meinen persönlichen Gedanken zu wilden Stürmen und worauf man sich freuen kann.

«Es war eine Lust, Feuer zu legen.»

Dieser erste Satz aus Ray Bradburys «Fahrenheit 425» (für jeden der Bücher liebt ein absoluter Lesetipp) bezeichnett wohl mit am besten was die neue Nike Kampagne auslöste. Social Media gefüllt mit brennenden Nike-Produkten, die Aktie des Sportlabels dafür auf einem Rekordhoch und Donald Trump beschwert sich über alles. Besser kann ein Skandal kaum bekannt werden.

Frisch mit schicken Vokuhilas (für alle, die diese Abkürzung nicht kennen: Haarschnitt, welcher vorne kurz und hinten lang ist) raus auf die Strasse, im Kino lief grad E.T. der Ausserirdische. In den Ohren dröhnt a-ha mit ihrem Megahit Take On Me aus dem nigelnagelneuen Walkman. Das T-Shirt strahlt in einem neonfarbenen Grün jedem schon von Weitem entgegen.

Der Duft von exotischen und leckeren Köstlichkeiten drang schon vor den Toren des Solothurner Street Food Festivals in meine Nase. Ob Jung oder Alt, von Klein zu Gross schien ganz Solothurn da zu sein. So wurde fast jede Ecke der Stadt mit Schildern versehen, damit ja auch jeder den Weg findet. Für mich hiess es daher mit Freude rein in die Menschenmenge. Da mir das Essen dazu so gut geschmeckt hat, gibt’s hier Tipps für ein tolles Street Food Festival. 

Welcher Buchliebhaber kennt es nicht. Man stöbert durch die Regale einer Buchhandlung und stösst auf die grossen Namen und Titeln der Vergangenheit aus sämtlichen Epochen. Shakespears Hamlet, Goethes Faust, Schillers Die Räuber, Max Frischs Homo Faber, Homers Ilias, Kafkas Verwandlung und Tolstois Krieg und Frieden. Grosse Autoren und dessen berühmten Werke, die Liste scheint einfach schier endlos zu sein. Doch etwas fällt mir immer wieder auf, wenn ich so durch die Regale streife. Man findet kaum Autoren neben Dürrenmatt, Hesse und Poe welche noch am Leben sind.