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Jana Leu

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Im April 2011 durfte die Menschheit zum ersten Mal (ohne sich durch Abertausend Seiten zu kämpfen) in die Welt von George R.R Martin eintauchen. Die erste Folge der Erfolgsserie Game of Thrones wurde ausgestrahlt. Seither hat die Fantasie-Serie, welche auf den in den 90ern erschienen Bestseller Romanen von Martin beruht, Millionen von Fans in ihren Bann gezogen.

Bereits seit gut einer Woche reise ich alleine mit Rucksack und Kamera durch fünf osteuropäische Länder. Grundsätzlich ist das sogenannte «Solo Traveln» ja nichts Neues, bereits in den 80ern fuhren abenteuerlustige Jugendliche wochenlang alleine durch ein fremdes Land, auf der Suche nach etwas neuem, dem perfekten Adrenalinkick oder ganz einfach auf der Suche nach sich selbst. Doch der Trend verschwand, bis er vor einigen Jahren (vermutlich dank der Möglichkeit, diese Abenteuer nun endlich auch mit hunderten von Followern zu teilen) wieder anstieg. Doch ums Solo-Reisen geht es in diesem Beitrag nicht. Es geht um das damit verbundene Klischee. Es geht ums alleine sein. Und um die Einsamkeit.

Während Schüler und Studenten für eine klimafreundliche Zukunft die Strassen besetzten, die Eltern die Köpfe schütteln, so wartet die ältere Generation Grossbritanniens tagsüber vor dem Parlament, um auf der einen Seite den Brexit durchzuführen, andererseits ihn aufzuhalten. Ich selbst habe beim Thema Brexit schon lange den Durchblick verloren und frage mich deshalb nur noch: Gehen die jetzt eigentlich, oder bleiben sie?

«Ich bin einfach nicht kreativ!»

Frustriert lässt meine Freundin ihren Stift fallen, legt ihre Hände an die Stirn und seufzt tief. «Das klappt nie, ich werde nie so gut sein wie die anderen!»
Ich seufze ebenfalls. Aber nicht aus Zustimmung, sondern weil ich es Schade finde, wie schnell sie den Glauben an sich selbst und ihre Fähigkeiten verloren hat. Ich seufze, weil ich ihre Kunst und ihre kreative Ader bewundere und es als Verlust empfinde, wenn sie sich unter sich selbst stellt.