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Jana Leu

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Warten. Tippen. Einatmen. Einsteigen. Dann losfahren. Der Blick schweift nach draussen. Wolken hängen träge in den zartbraunen Baumwipfeln, lassen das fröhliche Zwitschern der Amseln dumpf erklingen. Verträumt ziehe ich ein Buch aus meinem Rucksack und öffne es an der aktuellen Stelle. Meine Augen lassen sich von Wort zu Wort leiten. Es ist Englisch, ich mag die Sprache aber ich verstehe nichts, klappe das Buch und stopfe es zurück in den Ranzen.

Wenn ich auf Instagram nach #vanlife suche, finde ich mehr als 2 Millionen Beiträge und somit das perfekte Aussteigerleben. Losfahren – ungezwungen und unbeschwert. Die Busse, Vans oder ganz schön Deutsch «Bullis» sind Küche, Wohn- und Schlafzimmer in einem. Ob mit dem weltberühmten T1 VW aus den 60ern oder einem modern umgebauten Laster, im Laufe des gegenwärtigen Nomaden Trends, wurde bereits alles in ein schickes mobiles zu Hause umgebaut. Aber was finden wir und fanden unsere Eltern bereits so toll daran? Und ist es tatsächlich so befreiend, wie es tausend Social Media Kanäle proklamieren?

Alphörner, Jodelmusik, ganz viel Rösti mit Käse, Fondue auf dem Berge, während man den Männern beim Rammeln, bzw. dem traditionellen Schwingen zusieht. Ja, schwingen. Wenn man sich so an den Hosen herumrupft und zerrt, bis der eine zu Boden geht und bitterlich weinend im Sägemehl liegen bleibt. Die genauen Regeln kenn ich nicht, aber irgendwie, wie abwegig und absurd traditionell es auch klingen mag, kommt mir dieses Klischeebild der Schweiz bekannt vor.

«Ich bin einfach nicht kreativ!»

Frustriert lässt meine Freundin ihren Stift fallen, legt ihre Hände an die Stirn und seufzt tief. «Das klappt nie, ich werde nie so gut sein wie die anderen!»
Ich seufze ebenfalls. Aber nicht aus Zustimmung, sondern weil ich es Schade finde, wie schnell sie den Glauben an sich selbst und ihre Fähigkeiten verloren hat. Ich seufze, weil ich ihre Kunst und ihre kreative Ader bewundere und es als Verlust empfinde, wenn sie sich unter sich selbst stellt.