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Cyrill Pürro

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Diese Woche bei So tickt SO!, ein Interview mit dem engagierten Jungpolitiker Philipp Eng. Der 24-jährige Jurastudent erzählt über seine langjährige Erfahrung als Jungpolitiker und Präsident der Jungfreisinnigen von Solothurn und über die Veränderung der Politik in der jungen Generation.

«Bereits mein Grossvater, sowie auch mein Vater, waren und sind immer noch politisch beim Freisinn aktiv. So war es also kein langes Überlegen, in welche politische Richtung, in welche Partei, es mich verschlagen würde», erzählt Philipp. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er in der Politik tätig und vertritt seine Partei, die Jungfreisinnigen Solothurn, seit drei Jahren als Präsident. Auch wurde er mit 19 Jahren für die FDP in den Gemeinderat Günsberg gewählt.

Philipp, wo decken sich deine Hauptaufgabenfelder ab?

«Neben meinen Tätigkeiten als Präsident, also das Führen des Vereins, sowie das Führen von Mitgliederlisten und Organisieren von Anlässen, kümmere ich mich um politische Anliegen der Stadt. So haben wir beispielsweise den Stadt Präsident Kurt Fluri bei seiner letzten Wahl unterstützt, in Form von Leserbriefen und anderen Supportmöglichkeiten. Auch haben wir einen Volksauftrag lanciert, der besonders auf die Stadt Solothurn abzielt, aber Schluss am Ende auch für den gesamten Kanton gedacht war.»

Wie kann man sich die Organisation der Jungpartei vorstellen?

«Unsere Kantonalpartei ist aufgeteilt in einzelne Sektionen. Mit Solothurn, Olten und Grenchen bilden wir drei verschiedene Regionalsektionen und übergeordnet bildet sich dann die kantonale Sektion. Die Regionalsektion Solothurn beispielsweise, umfasst nicht nur die Stadt Solothurn, sondern auch das politische Geschehen der Jungfreisinnigen im ganzen Wasseramt, Bucheggberg und Leberberg. Bei uns wird nicht so streng nach Gemeinde geteilt, sondern die, in Solothurn zur Schule gehen, sind in der Sektion Solothurn vertreten. Es besteht bei Grenzfällen auch ein gewisser Grad der Selbstbestimmung, in welcher Sektion man tätig ist.

Rechtlich, wie auch politisch, sind wir ein komplett unabhängiger Verein. Nichtsdestotrotz haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Mutterpartei, der FDP. Die FDP ist klarerweise die Partei, welche uns am nächsten steht. Auch haben wir einen Sitz in der Geschäftsleitung der FDP oder werden auch in Projekte mit eingebunden. Aber dies bedeutet nicht gleich, dass wir Jungfreisinnige so stimmen oder so politisieren, wie es die FDP tut, betreffend der einzelnen Sachthemen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und die sollen so auch existieren.»

Wo liegt der grosse Unterschied zur FDP?

«Ein wenig frecher und liberaler zu politisieren, das ist so der Unterschied und sollte auch ein Privileg für die junge Generation, für die Jungfreisinnigen sein. Selbstverständlich immer vernünftig, anständig und fair, aber bei Meinungsverschiedenheiten auf unserer Seite, wird es gerne gesehen, dass wir die auch vertreten und uns einsetzen.»

Was ist so das, was eure Jungpartei auszeichnet?

«Einerseits ist das Dabeisein für mich ein sozialer Grund. Eine Jungpartei ist im Vergleich zu einer Mutterpartei, wie eine FDP, sehr sozial ausgerichtet. Das ist ein sehr wichtiges Element, auch dass unser Verein lebt und aktiv, sowie attraktiv sein kann. Wir machen bei vielen Anlässen mit, kantonal, aber auch interkantonal. Auch international sind wir stehts auf dem Laufendem, was Jungparteien aus anderen Ländern angeht. Gerade bei uns Jungfreisinnigen, ist es die liberale Haltung, die mich sehr reizt.»

Was genau meinst du mit dieser «liberalen Haltung?»

«Im Jungfreisinn gibt es nicht die eine Meinung, sowie wir es von anderen Parteien kennen. Beispielsweise haben wir bei uns Leute, welche einen EU-Beitritt befürworten, dann wieder andere, die sich auf die Seite einer Masseneinwanderungsinitiative wiederfinden. So gesagt haben wir ein breites Spektrum an Meinungen, was ich als sehr interessant, wie auch als sehr wichtig empfinde. Bei uns ist es also durchaus möglich, eine andere Meinung als die anderen zu haben.»

Philipp erklärt, dass diese ausgewogene Meinungsverschiedenheit eine Bestätigung dafür ist, dass er sich in der Mitte politisch Zuhause fühlt. «Durch das weiss ich, dass diese Partei meine Heimat ist», sagt er fest entschlossen. Dies sei für ihn der «liberale Geist». Er erklärt ausserdem, dass natürlich eine gewisse Grundhaltung in der Partei vorhanden ist, was das Gesamtthema Politik betrifft.

Dies liegt bestimmt auch daran, dass sich der Jungfreisinn besonders in der politischen Mitte platziert.

«Genau, das stimmt. Der Freisinn wollte und will, keine Ideologie sein. Die SP und beispielsweise auch die Juso, sind weitgehend sehr ideologisch», sagt Philipp, hinzufügend, dass dies seine persönliche Ansicht sei. «Das Arbeitnehmergesetz ist eines der wichtigsten Gesetze überhaupt, das sehe ich so wie die beiden Parteien. Wenn dann aber der Arbeitnehmerschutz dazu führt, dass die Freiheiten der Arbeitnehmer eingeschränkt werden, ergibt das keinen Sinn mehr. Deshalb finde ich es falsch, wenn man sich zu einer einzigen Ideologie bekennt, egal welche, und dabei die Gegenfaktoren ausser Acht lässt.»

Auf der Homepage des Bundesamtes für Statistik ist ersichtlich, dass die Stimmbeteiligung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Wie kannst du dir das erklären?

«Ich denke das liegt daran, dass unsere Bevölkerung, besonders die jüngere Bevölkerung, etwas überrumpelt wird, mit der ganzen Informationsmenge. In anderen Ländern ist es nur alle vier Jahre möglich, den politischen Kurs zu bestimmen aber in der Schweiz haben wir regelmässig neue Abstimmungen, Bundesbeschlüsse, Wahlen, etc. Das führt dann auch dazu, dass dies für uns zu einer Selbstverständlichkeit wird. Dadurch, so beobachte ich das, ist die Bevölkerung etwas müde davon, ständig über irgendetwas abstimmen zu müssen. Im Prinzip entscheiden wir aber mit jeder Abstimmung über die Richtung, in die sich unser Land in der Zukunft bewegen wird.»

Philipp findet es aus diesem Grund schade, dass sich viele Leute nicht für Abstimmungen oder Wahlen interessieren. Er beobachtet aber auch, dass die Leute nicht unbedingt den Wahlzettel leerlassen, sondern dass sie nicht konstant abstimmen. Heisst also, die Leute stimmen bei Themen ab, welche sie wirklich verstehen und bei denen, welche komplexer erscheinen, stimmen sie nicht ab. Da gibt es auch zwischen den Abstimmungen und Wahlen einen Unterschied. Bei Wahlen kann es schneller vorkommen, dass die Leute sagen, dass ihnen die Kandidaten unbekannt sind und sie deshalb lieber nicht zur Urne gehen. «Wichtig sind die Menschen zu unterscheiden, welche effektiv keine Lust haben, sich an Abstimmungen zu beteiligen und die, die zu einem bestimmten Thema schlicht und weg keine Meinung haben.»

Sollte es dann aber nicht eine Möglichkeit geben, komplexere Themen für die Bevölkerung einfacher zu veranschaulichen?

«Klar wäre es toll, wenn es irgendeine Zauberformel für dieses «Problem» gäbe. Wir versuchen die Themen über Social Media Dienste, wie beispielsweise Facebook oder Twitter, näher an die Leute zu bringen. Meine Freunde auf Facebook werden von meinen politischen Stellungnahmen auch zugespamt, ob sie wollen oder nicht», beginnt Philipp lachend. Über diese Plattformen könnte man vor allem auch die junge Generation besser erreichen, so findet Philipp. «Ein Gerät, welches auf eine solche Plattform zugreifen kann, besitzen die meisten jungen Menschen. Gar mehr, als eine Tageszeitung, was vor zwanzig Jahren auch noch anders war. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, in der Politik mit der Zeit zu gehen.»

Wie hoch schätzt du die Wichtigkeit ein, dass die junge Generation an den politischen Prozessen teilnimmt?

«Ich finde es sehr wichtig. Schlussendlich bilden wir mit unseren Entscheidungen die spätere Zukunft, in der wir und unsere Nachkommen aufwachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die AHV. Solche Sachthemen, wird die ältere Generation halb so stark kümmern, als unsere, da wir mit den Entscheidungen leben müssen. Gerade aus dem Grund ist es wichtig, dass wir jungen Leute in der Politik mitreden, aber auch, weil wir manche Themen bereits besser verstehen, wie die Digitalisierung, welche vor allem von den älteren Leuten verteufelt wird oder auch die Gefahren auf den Social Media Diensten, den Fake-News und vielen anderen Bereichen. Für uns ist es einfacher, diese Bereiche zu analysieren, da wir direkt darin aufgewachsen sind und somit auch einen Wissensvorsprung haben.»

Philipp findet, dass die junge Generation unbedingt eine Stimme braucht und mitreden kann, also nicht nur von aussen her belächelt wird. «Die junge Generation muss die Konsequenzen tragen von den Entscheidungen, die wir heute treffen», wiederholt er.

Wie geht ihr Jungfreisinnige vor, um bei dieser Entwicklung mitwirken zu können?

«Das wichtigste ist für uns, dass wir steht aktiv bleiben. Meine Vorstellung unseres Vereins ist, dass wir intern weitere tolle Anlässe haben, also neben dem politischen auch ein angenehmes Vereinsleben gestalten, ab und zu mal zusammen ausgehen und solche Dinge. Wir wollen Netzwerke knüpfen, die uns aktive Politiker mit solchen Leuten zusammenbringen, welche politisch desinteressiert sind. Auch muss weiterhin darauf geachtet werden, die Inhalte so nahe wie möglich den Leuten zu vermitteln. Man darf nicht auf einer Ebene politisieren, die die Mehrheit der Menschen nicht versteht oder gar nicht erst interessiert, so schafft man einfach keine Nähe zur Politik. Wir versuchen besonders Themen anzuschneiden, die für die junge Generation eher spannend und relevant sein kann. Da wäre zum Beispiel das Vermindern des Aufwandes, um den Führerschein zu bekommen oder das Nachtleben in der Stadt. Das sind Themen, welche bei der jungen Generation auf Interesse stossen. Dadurch merkt man dann auch, dass durch Politik sehr viel verändert werden kann.»

Vielen Dank Philipp, für das interessante Gespräch.

Der Zugang zu Information wird immer leichter. Über das Internet haben wir heute innerhalb von wenigen Sekunden etwas nachgeschlagen, recherchiert oder gar bestellt. Doch wie können wir bei einer so grossen Datenmenge den Überblick behalten? Wie können wir uns im Netz besser schützen? Die seit 2016 existierende Anwendung «SnowHaze» macht es möglich.

Das Thema rund um den Brexit ist zurzeit in vielen Schlagzeilen wiederzufinden. Seit einiger Zeit kommt in der Problemlösung des Brexits eine neue Frage auf: Was passiert mit der offenen Grenze zwischen Irland und Nordirland? Sollten Brexit-Befürworter mit dem Brexit durchkommen, würde aus der derzeitigen offenen Grenze eine EU-Aussengrenze werden. Doch was heisst das für den anhaltenden Frieden auf der Insel? Tize.ch wirft einen Blick hinter die «Irland-Frage».

Vor einer Woche wurde das nordirische Londonderry von einem Autobombenanschlag heimgesucht. Laut der Tagesschau.de vermutet die örtliche Polizei eine Splittergruppe der IRA (Irish Republican Army), welche die Tat verübt haben soll. 90 Jahre lang existierte die IRA auf der irischen Insel und versuchte mit Gewalt eine Vereinigung zwischen der Republik Irland und Nordirland, welches Grossbritannien angehört, zu erzwingen. Seit dem Jahre 2005 ruhen offiziell die Waffen. Dennoch wurden seither immer wieder Anschläge der Terrororganisation verübt. Der Jüngste lässt die Bevölkerung Irlands und Grossbritanniens noch mehr verunsichern. Ist die Debatte um den Brexit Schuld an der neuen, angespannten Lage?

 

Britische Krönung als Zündfeuer für heutige Konflikte

Die „Oglaigh na Eireann“, von Gälisch auf Deutsch übersetzt „Junge Männer Irlands“, wurde laut planet-wissen.de erstmals im Jahre 1916 schriftlich erwähnt. Sie zählt zu den ältesten und bekanntesten Terrororganisationen. Bekannt wurde sie vor allem unter dem Namen «Irish Republican Army», abgekürzt IRA. Der Konflikt zwischen Iren und Briten reicht jedoch bis ins Mittelalter zurück, als Grossbritannien im 12. Jahrhundert einen militärischen Vorstoss auf die irische Insel unternahm. Der damalige König  festigte seine Macht in Irland und krönte sich selbst zum König der Iren. Infolge dessen gab es immer wieder Aufstände der katholischen Iren gegen die britische Besetzung.

 

Irland im Aufschwung des Nationalismus

Im 19. Jahrhundert kam nach der Bildung der Nationalstaaten die Ideologie des Nationalismus auf, welcher sich in manchen Staaten bis hin zum 1. Weltkrieg in den Bevölkerungen zu einem Gemeinschaftsgefühl entwickelte. Gerade der Norddeutsche Bund und Frankreich erlebten die Macht des Nationalismus, als beide Staaten 1870 gegeneinander in den Krieg zogen. Auch Grossbritannien, im Besonderen die irische Insel, wurde von dieser Ideologie heimgesucht. Im Jahre 1913 gründeten sich die «Irisch Volunteers», welche ab 1919 unter ihrem neuen Namen «Irische Republikanische Armee» als legitime Armee unter den Iren galten. Die IRA übernahm den Unabhängigkeitskampf von 1919 bis 1921 gegen die britische Herrschaft, durch welchen Irland an den Status eines Freistaates innerhalb des britischen Königreiches gelangte.

 

Machtkampf zwischen Katholiken und Protestanten

Im Jahre 1949 wurde die Republik Irland offiziell gegründet – und vom Norden abgetrennt. Die sechs Grafschaften von Nordirland blieben britisches Staatsgebiet. Im neuen Nordirland lebten die Protestanten in der Mehrheit, was dazu führte, dass katholische Iren vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen wurden und ihnen die Teilhabe an der Politik verweigert worden ist. Die IRA sah da die Chance, sich als Schutzmacht der Katholiken in Nordirland etablieren zu können. Während der Bürgerrechtsbewegungen in den 1960er und 1970er Jahren bekam die Terrororganisation grossen Rückhalt in der katholischen, nordirischen Bevölkerung. Dies löste aus, dass sich bald auch auf der protestantischen, nordirischen Seite terroristische Untergrundorganisationen formten, wie die Ulster Volunteer Force (UVF).

 

Von der Armee zur Untergrundorganisation

Im Vergleich zu heute, war die IRA in Irland zu Beginn des 20. Jahrhundert und in Zeiten der Bürgerrechtsbewegung sehr angesehen. Die IRA versucht bis heute mit Waffengewalt eine Vereinigung der Republik Irland und dem britischen Nordirland herbeizuführen. Dies durch Bombenaschläge auf Ziele aller Art. Meistens hatten die Anschlagsorte aber auch einen symbolischen Hintergrund, wie beispielsweise religiöse Gebäude oder Regierungshäuser. Im Juli 2005 ordnete die Führung der IRA an, alle Waffen niederzulegen und die Gewalt zu beenden. Geplant war, dass sich die Mitglieder der Terrororganisation mit friedlichen Mitteln am politischen Geschehen auf der irischen Insel beteiligten. Die Ruhe hielt nicht lange, bis die IRA nach nur sieben Monaten erneut Anschläge verübte.

 

Der Brexit – neuer Zündstoff für die Terrororganisationen?

Die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland ist heute, gerade wegen den Ereignissen in der Vergangenheit, weitgehend offen. Bedeutet, dass sich die irische und nordirische Bevölkerung frei auf der Insel bewegen darf und sich keinen Grenz- und Zollkontrollen unterziehen muss. Sollte Grossbritannien im März aus der EU austreten, wie es der Brexit vorsieht, würde die Grenze zu einer Aussengrenze werden, was neue Grenz- und Zollkontrollen, sowie keine Personenfreizügigkeit zwischen den beiden Staaten mehr bedeuten würde. Nach Nau.ch, will die EU aber, dass nach dem Austritt Grossbritanniens weder Schlagbäume und Grenzzäune auf der irischen Grenze entstehen, um den Frieden auf der Insel garantieren zu können. Eine weitere Möglichkeit stellt der «Backstop» dar, der die offene Grenze der Insel auch beim Durchkommen des Brexit bestehen lässt. Doch auch dieser Vorschlag wurde verworfen. Beobachter sind sich einig: Sollte die Grenze zwischen Irland und Nordirland geschlossen werden, würde der Konflikt neu angeheizt werden, wobei  die IRA vielleicht auch nicht vor der Gewalt zurückschrecken würde.

 

Am Samstag protestierten Demonstranten an der Grenze gegen eine neue Trennungslinie. «Wir werden die Grenze nicht tolerieren», wurde ein Demonstrant nach der Aargauer-Zeitung von der britischen Nachrichtenagentur PA zitiert. Die Frage, wie es mit dem Knackpunkt Irland in den Brexit-Verhandlungen weitergeht, bleibt offen. Klar ist, dass eine Lösung gefunden werden muss, bei der die Bevölkerung von Irland und Nordirland friedlich auf der Insel zusammenleben kann.

Quelle: Planet Wissen

Der 13. Januar, für die meisten ein gewöhnlicher Tag. Doch für Fasnächtler und Fasnächtlerinnen ein Feiertag, welcher den Beginn der Fasnacht terminiert. Was bedeutet der Hilari in seinem Ursprung? Welche Hintergründe hat das Fest für Fasnächtler/innen? Tize.ch wirft einen Blick hinter die Kulissen des Feiertags.

Vor allem in der Stadt Solothurn wird der Hilari ausgiebig gefeiert. In der Barockstadt hat die Fasnacht eine langjährige und wichtige Bedeutung. Die historischen, fasnächtlichen Tätigkeiten in Solothurn sind bis ins Mittelalter zurückzuführen. Nach der Website Lebendige Traditionen, gilt der Hilari seit 1853 als Fasnachtsfeiertag. Am gestrigen Tag fand die traditionelle Proklamation in der Altstadt statt. Mit rückblickend närrischen Worten wird hier auf das vergangene Jahr geschaut. Ausserdem wird die Rathausgasse, zur «Eselsgasse» umgetauft. Am Abend fand gestern anschliessend ein Platzkonzert auf dem Amthausplatz Solothurns statt. Dann folgte eine «Hilari-Party» der Weihere Schränzer Riedholz in der Solothurner Reithalle.

 

Der heilige Hilarius als Patron der Solothurner Fasnacht

Ursprünglich findet sich das Wort «Hilari» im Lateinischen als «fröhlich und «heiter» wieder. Der Heilige Hilarius von Poitiers wurde am 13. Januar im Jahre 367 in Poitiers beigesetzt. Seit 1851 gilt sein Beisetzungstag als Feiertag. Die Narrenzunft Honolulu, die älteste und wichtigste Zunft der Solothurner Fasnacht, hielt ab dem Jahre 1853 ihre Generalversammlungen ab. So konnte sich der Hilari immer mehr in die Tradition der Solothurner Fasnacht etablieren.

 

Die Gegensätze der Solothurner Fasnacht  

In der ganzen Schweiz wird die Fasnacht gefeiert. Bekannt für ihre jährlichen Festigkeiten sind Städte wie Luzern und Basel. Aber auch die Solothurner Fasnacht erhält immer grösseren Zuwachs und zunehmende Popularität. In den meisten Schweizer Orten gilt der 11. November als Beginn der Fasnacht. Doch der Hilari bleibt am 13. Januar in der Stadt Solothurn und überhaupt im gesamten Kanton, der Beginn der sogenannten «5. Jahreszeit». Nach den Festlichkeiten des Hilari, dauert es eine Weile, bis die Solothurner und Solothurnerinnen die Fasnacht ausgiebig feiern können. Als offizieller Beginn der Fasnachtswoche gilt hier der schmutzige Donnerstag, welcher dieses Jahr erst auf den 28. Februar fällt. Nach einer knappen Woche endet die 5. Jahreszeit am Aschermittwoch. Die Zeit zwischen Hilari und dem schmutzigen Donnerstag wird mit Vorbereitungen und Vorfreude überbrückt. So finden zahlreiche Events der einzelnen Guggen satt, die Fasnachtsgruppen nutzen die Zeit, um ihre Kostüme zu gestalten und die Wagenbauzünfte bauen ihre grossen, prächtigen Wagen.

 

Eine kontroverse Jahreszeit

Selten wird über traditionelle Anlässe so spekuliert, wie über die Fasnacht. Während für viele die 5. Jahreszeit als kultureller Anlass gilt, so wird der Event von Kritikern als «Saufgelage» betitelt. Bereits im Mittelalter galt die Fasnacht als «Freipass», alles tun zu dürfen, worauf man in der Fastenzeit verzichten musste. Vor allem galt damals der Konsum von Fleisch als Luxusgut, welches man fast nur an der Fasnacht geniessen konnte. Natürlich wurde darunter auch der Konsum von Alkohol und der Geschlechtsverkehr gezählt.

Auch wenn noch in der heutigen Zeit viel an der Fasnacht getrunken wird, hat sich der Sinn der 5. Jahreszeit geändert. Gerade in Solothurn werden unter Fasnachtsgruppen die beiden Umzüge am Fasnachtssonntag und Fasnachtsdienstag als friedlichen Wettbewerb angesehen. Es geht darum, schöne, bunte Kostüme unter kreativen Mottos zu gestalten. Die Wagenbauzünfte bauen jedes Jahr grosse, schöne Wagen, welche von Jahr zu Jahr immer detaillierter und prunkvoller werden. Gerade Guggenmusiken und Tamburen haben in Solothurn an der Fasnacht ein striktes Programm. Jeden Tag in der Fasnachtswoche ziehen sie durch die Gassen und präsentieren ihre neu einstudierten Lieder, welche sie meist innerhalb eines Jahres fleissig geprobt haben. Klar gilt die Fasnacht als Zeit, in der sich die Menschen ein wenig gehen lassen können. Dennoch steckt heute ein kultureller Sinn dahinter, dem sich Mitglieder und Besucher erfreuen können.

Bist du begeisterte(r) Fasnächtler(in) ? Schreibs uns in die Kommentare!

Eine ganze Woche alt ist das neue Jahr. Die ersten Vorsätze und Versprechen sind schon gebrochen, die erste Zigarette nach dem «Rauchverbot» geraucht, das erste Bier getrunken und vielleicht hat statt des vorgenommenen Lernens doch ein Netflix-Abend stattgefunden? Neujahr – Es bringt uns alle dazu, über unsere Leben nachzudenken und einen Neuanfang zu wagen. Doch wie sinnvoll sind solche Entscheidungen zum Jahreswechsel wirklich?

Alle kennen es: Die Frage beim Wiedererscheinen nach den Ferien bei der Arbeit oder in der Schule: «Und, was für Vorsätze für das neue Jahr hast du dir gesetzt?» Der eine beschliesst, weniger zu rauchen, die andere weniger zu trinken. Manche wollen mehr Sport treiben, andere wollen wieder etwas weniger Gewicht auf die Waage bringen. Solche Entscheidungen werden häufig dann getroffen, wenn sich das alte Jahr dem Ende neigt. Doch weshalb?

 

Neues Jahr, neues Glück

Viele betrachten das neue Jahr als Gelegenheit, sich zu ändern und einen Neuanfang zu wagen. Der Wille dazu ist beim Jahreswechsel ziemlich gross. Es bestehen schliesslich noch 365 Tage Zeit, die Vorsätze und Ziele zu erreichen. Die Sparte der Vorsätze ist gross. Bei manchen geht es um gesundheitliche oder soziale Aspekte, andere setzen sich Ziele, die sie im neuen Jahr erreichen wollen. Laut Statista wollten die meisten Deutschen im vorherigen Jahreswechsel, also im Jahre 2018, den Stress abbauen und mehr Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen. Auch der beliebte Vorsatz, mehr Sport zu treiben, fand im letzten Jahr grossen Anklang.

 

Wie gelingen Neujahrsvorsätze?

Klar ist, dass Vorsätze nur gelingen und man Ziele nur erreichen kann, wenn man sich darum bemüht. Man hat nicht innerhalb von wenigen Tagen fünf Kilo abgenommen, nicht in einem Monat aufgehört zu rauchen oder zu trinken. Daneben gibt es immer wieder Rückschläge, welche einem entmutigen können. Je kürzer das Jahr wird, desto schwieriger ist es, am Ball zu bleiben. Nach dem Gesundheitsblog.at machen Vorsätze nur Sinn, wenn sie «smart» sind, also keine zu grossen und unmöglich erscheinende. Auch hilfreich ist es, wenn man im Familien- und Freundeskreis nach Gleichgesinnten sucht, welche gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen. Smarte Neujahrsvorsätze sind auch mit dem «SMART-Acronym» zu filtern. Dieses besagt, dass gute Neujahrsvorsätze spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sein sollten. Wichtig ist auch, dass man sich dessen bewusst ist, dass die Ziele nur für sich selbst und nicht für andere erreicht werden.

 

Das neue Jahr als einziger «Neuanfang»?

Zu glauben, dass das neue Jahr als einziger Grund für einen Neuanfang darstellt, ist wiederum unsinnig. Das ganze Jahr über ist es möglich, sich neue Ziele zu setzen und diese zielstrebig zu erreichen. Auch ein Neuanfang kann immer wieder gewagt werden. Wenn man beispielsweise merkt, dass etwas an der aktuellen Situation geändert werden sollte, kann dies jederzeit getan werden. Klar macht es Sinn, sich zum neuen Jahr Gedanken zu machen, zu überlegen, was man erreichen möchte. Andererseits sollte dabei nicht vergessen gehen, in der Gegenwart zu leben und das Leben so zu nehmen, wie es eben kommt.

Man hört in der Politik immer wieder von «Rechts» oder «Links». Doch welche Parteien sind eher rechts oder eher links? Was bedeutet es überhaupt, sich als rechts oder links zu bezeichnen? Tize.ch versucht dir deine Antwort auf die Frage «Bist du rechts- oder linksorientiert?» bei Alltagsgesprächen zu erleichtern.

Der seit 2014 anhaltende Konflikt um die ukrainische Halbinsel Krim und den Osten der Ukraine spitzte sich vor drei Wochen erneut zu. Nachdem die russische Küstenwache drei ukrainische Marineschiffe in der Strasse von Kertsch beschoss, rief der Präsident der Ukraine ein 30-tägiges Kriegsrecht aus. Doch wie kam es zu den Kriegshandlungen? Der Bürgerkrieg in der Ukraine – ein vergessener Krieg innerhalb unseres Kontinents.

21.02.2014, Kiew, Ukraine: Die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten der Maidanbewegung und den Sicherheitskräften eskalieren. Der Ex-Präsident der Ukraine, Viktor Janukowytsch, flieht und die Opposition übernimmt die Macht innerhalb des Landes. Dieser Umsturz der innenpolitischen Macht löste vor vier Jahren eine Welle aus, die zu einem bewaffneten Konflikt zwischen dem ukrainischen Militär und prorussischen Separatisten führte. Ein Bürgerkrieg innerhalb Europas, dem bereits im Jahre 2016 ca. 10`000 Menschen zum Opfer fielen. Laut der Zeit online, waren ein Fünftel davon Zivilsten. Nach 4 Jahren Krieg scheint die Sicht auf eine Lösung meilenweit entfernt. Wie kam es überhaupt zu den Protesten im Februar 2014?

Vom kleinen Funken zu einem Flächenbrand

Die Ukraine hatte bereits vor den Gewaltausbrüchen auf dem Maidan erhebliche Wirtschaftsprobleme. Die Schere zwischen arm und reich war, und ist immer noch, weit offen. Innerhalb des Landes bestand der Wunsch, wirtschaftlich enger mit der EU und dem Westen zusammen zu arbeiten und militärisch dem Verteidigungsbündnis NATO (Nord Atlantic Treaty Organisation) beizutreten. Die EU war dazu bereit, mit der Ukraine das sogenannte Assoziierungsabkommen abzuschliessen. Doch die eher Russland zugewandte ukrainische Regierung unter Viktor Janukowytsch unterzeichnete das Abkommen nicht. Dies war der letzte Funke, der dem bereits lodernden Feuer die Gelegenheit bot, sich zu einem Flächenbrand über die ganze Ukraine auszudehnen. Tausende Ukrainer und Ukrainerinnen nahmen daraufhin den Protestmarsch auf den Maidan auf. Als Schutz vor den Demonstranten setzte die Regierung Sicherheitskräfte in Bereitschaft. Laut der NZZ nahmen die Spannungen zu, als die ukrainische Regierung mit einem strengen Gesetz die Versammlungs- und Meinungsfreiheit einschränkte. Als es dann im Februar zu gewaltigen Ausschreitungen kam, schossen die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition auf die Masse – um die 100 Menschen wurden dabei getötet.

Umsturz in der Ukraine mit Folgen einer Annexion

Nachdem sich der ehemalige Präsident der Ukraine, Viktor Janukowytsch, nach Russland abgesetzt hatte, übernahm die Opposition die Führung des Landes. An die Stelle des Präsidenten trat der jetzige im Amt stehende Petro Poroschenko. Mit dem Amtsantritt des 53-jährigen Politikers gab es in der Ukraine einen schnellen, politischen Umschwung. Die NZZ berichtet, dass kurz nach diesem Umschwung die ukrainische Halbinsel Krim von Soldaten ohne Hoheitsabzeichen besetzt wurde. Später war klar: Bei diesen Soldaten handelte es sich um Angehörige der russischen Armee.

Auf der Krim wurden unter russischer Besatzung Abstimmungen abgehalten. Die Bevölkerung der Halbinsel musste bestimmen, ob die Krim weiterhin zur Ukraine oder zu Russland gehören sollte. Rund 93% stimmten gegen einen Verbleib in der Ukraine, so berichtet der Spiegel. Die europäische Union und die USA erkennen den Statuswechsel der Krim bis heute nicht an. Sie bezichtigen Russland dafür, die Halbinsel annektieren zu wollen und sehen das Referendum nicht als offizielle Abstimmung. In einer Rede über den Beitritt der Krim zur russischen Föderation, rechtfertigte Vladimir Putin die Intervention mit Verweisen auf die gemeinsame Geschichte der Halbinsel und des Landes, sowie der Stimmung der Bevölkerung, welche sich mehrheitlich für den Anschluss aussprach. Im April 2014 stürmten daraufhin prorussische Demonstranten die Verwaltungen von Landesteilen im Osten und Süden der Ukraine. Dies war der Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine.

Die Reissfestigkeit des Donbass

Hauptkriegsschauplatz in der Ukraine ist heute der Donbass. Er umfasst die ukrainischen Gebiete Donetzk und Lugansk, welche beide nahe der Grenze zu Russland liegen. Hier bekämpfen sich das ukrainische Militär und die sogenannten «prorussischen Separatisten». Aber auch die nationalistische Splittergruppe, das «Azov-Battalion», kämpft auf ukrainischer Seite gegen die prorussischen Streitkräfte. Wie Reuters berichtet, handle es sich beim «Azov-Battalion» um Rechtsextreme, die innerhalb des Landes für Einschüchterung und Gewalt sorgen.

Doch  woher kommen diese bewaffneten prorussischen Soldaten? Von wem werden sie unterstützt? Nach dem Spiegel ist klar, dass die Regierung Russlands die kämpfenden Parteien in Donezk und Lugansk unterstützt. Ohne die Hilfe Russlands wären die Gebiete aufgrund ihrer Abkapslung von der Ukraine nicht überlebensfähig gewesen. Durch den Donbass droht die Ukraine in zwei Teile zu zerbrechen. Auf der einen Seite will die ukrainische Regierung die beiden Gebiete weiterhin in das Land eingliedern können, auf der anderen Seite wollen die von Russland unterstützten prorussischen Separatisten ihre eigenen Volkrepubliken Donetzk und Lugansk ausrufen. Die Frage ist, wie lange die Reissfestigkeit der Ukraine noch auf die Probe gestellt werden kann.

Droht ein neuer kalter Krieg?

Am 25 November drohte der Konflikt in der Ukraine erneut zu eskalieren. Drei ukrainische Marineboote gerieten in der Meerenge von Kertsch, welche zwischen dem russischen Festland und der Krim liegt, unter Beschuss durch die russische Grenzwache. Daraufhin wurden die Boote festgesetzt und die Besatzung verhaftet. Russland habe das Manöver der Schiffe als Provokation angesehen. Nach diesem Vorfall rief der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ein 30-tägiges Kriegsrecht aus. Wie Nau.ch berichtet, ist es kein Zufall, dass das Kriegsrecht gerade jetzt ausgerufen wird. Poroschenko will seine erneute Präsidentschaft im März nächsten Jahres absichern. Aufgrund des momentan geltenden Kriegsrechts könnte sich die Präsidentschaftswahl verschieben.

Der Bürgerkrieg in der Ukraine spaltet nicht nur das Land selbst. Auch die Beziehungen zwischen den USA und Russland hängen vom Vorlauf des Konflikts ab. Der US-Präsident Donald Trump sagte ein zuvor geplantes Treffen mit Vladimir Putin ab, aufgrund der Auseinandersetzungen in der Strasse von Kertsch. Die ukrainische Regierung bittet nun auch die EU und die NATO um Hilfe. Die einstige Pufferzone zwischen der EU und Russland droht, sich in ein pro-westliches und in ein pro-russisches Lager zu spalten. Welche Folgen das für die Ukraine hätte, sowie auf die internationalen Beziehungen zwischen dem Westen und Russland, ist unklar.

Mit einem Interview über den 26-jährigen Redaktor Nourdin Khamsi geht die Interviewreihe «SO geht Musik!» in die letzte Runde. Nourdin wirkt bereits von klein auf als aktives Mitglied bei den Solothurner Singknaben mit. Seit dem Jahre 2015 führt er den Verein erfolgreich als Präsident. Der «El Presidente» des ältesten Knabenchors der Schweiz über seine Erfahrungen und Ziele im Verein.

«Mir geht es blendend», antwortet Nourdin strahlend auf die Frage, wie es ihm in der näher rückenden, stressigen Weihnachtszeit erging. Den seit 742 n. Chr. existierenden Solothurner Singknaben steht eine kräftezehrende Zeit bevor. «In der Weihnachtszeit ist bei uns immer viel los. Dies erfordert von jedem einzelnen Mitglied höchste Hingabe», meint Nourdin.

Nourdin, welche Verbindung pflegst du zur Musik?

«Der Beginn meiner musikalischen Karriere ist bis zu meiner Kindheit zurückzuführen», erklärt Nourdin. Seine Eltern pflegten das Singen und das Spielen von einzelnen Instrumenten schon damals im Hause der Familie. «Ich war praktisch immer mit der Musik konfrontiert. Als ich dann mit sieben Jahren den Solothurner Singknaben beitrat, öffnete sich die Welt der Musik neu für mich. Vor allem, weil ich als kleiner Junge noch nicht so den Draht zu klassischem Gesang hatte. Es ist nicht zwingend, dass wir das Musikgenre unserer Lieder auch sonst hören. Es ist nur wichtig, dass wir Freude am Singen selbst haben, egal welches Genre es betrifft.»

Wie bist du zu den Solothurner Singknaben gekommen?

«Ein Teil der damaligen Männerstimmen besuchte in der ersten oder zweiten Primarschule unsere Klasse. Sie stellten uns den Verein näher vor und sangen uns ein paar Lieder. Am Schluss wurde in die Runde gefragt, wer Interesse hätte, bei den Singknaben mitzusingen. Da habe ich natürlich sofort die Hand gehoben.» Seinen Eltern habe Nourdin vorher nichts darüber berichtet. «Meine Mutter erhielt dann eines Tages einen Anruf der verantwortlichen Person, welche ihr mitteilte, dass ich herzlich dazu eingeladen wäre, an einem Informationsnachmittag des Chores teilzunehmen.

Diesen Informationstag besuchte Nourdin zusammen mit weiteren Interessenten. Selbstverständlich musste er dort auch Vorsingen. Am Schluss wurde dem einen Teil der Gruppe CD`s verteilt. «Wie sich herausstellte, bekamen diejenigen eine CD, welche für den Chor ausgewählt wurden», sagt Nourdin stolz.

Du bist nun seit knapp vier Jahren Präsident der Solothurner Singknaben. Wie hast du dich bis zu dieser Position hocharbeiten können?

«Wie man in den Wald ruft, so klingt es auch zurück», sagt Nourdin. Damit meint er, dass wenn man sich für den Verein hingibt und Arbeit leistet, auch vom Verein und den einzelnen Mitgliedern etwas zurückkommt. Sei es beim Singen oder beim Engagement neben dem Singen. «Ich bin eigentlich in diese Position hineingerutscht. Bereits bei meinem Einsatz in den Lagern als Hilfsleiter bekam ich grosse Freude am Leiten und Organisieren. So erhielt ich von Zeit zu Zeit immer mehr Verantwortung. Dann folgen viele weitere Aufgaben, wie beispielsweise die Gruppenleitung in Lagern, die Hauptlagerleitung der grossen Lager, die wir alljährlich haben, die Position als Vorstandsmitglied und auf einmal entstand die Diskussion, unsere ehemaligen Präsidenten abzulösen. Diese waren vor mir 14 Jahre im Amt tätig. Hauptsächlich kam das aber durch unseren Chorleiter Andreas Reize zu Stande, als er mich darauf ansprach und fand, das Amt wäre etwas für mich.» Wichtig war Nourdin auch, dass er den Rückhalt bei seinen Chorfreunden fand. «Schliesslich ist es schon etwas spezieller, wenn plötzlich ein guter Freund aus den Reihen Präsident wird», meint er.

Was zeichnet deiner Meinung nach den Verein am meisten aus?

«Unser Verein besitzt etwas, was meiner Meinung nach kein anderer Verein bieten kann. Wir haben innerhalb des breiten Altersspektrum eine sehr enge Zusammenarbeit. In anderen Vereinen gibt es verschiedene Kategorien, in welche die Altersstufen eingeteilt sind. Im Fussball hat man beispielsweise die F-Junioren, die C-Junioren, etc. In einem Chor hat man das nicht. Wir singen alle zusammen und ergänzen uns. Dies schweisst innerhalb des Vereins enorm zusammen.»

Welche Aufgaben hast du als Präsident zu bewältigen?

«Auf Papier, also offiziell, leite ich Vorstandssitzungen, Generalversammlungen und bin sozusagen Ansprechperson für verschiedene Bereiche. Das für mich am wichtigsten aber, steht nicht auf dem Papier. Ich muss eine Art Bindeglied sein. Wir haben die verschiedensten Gruppen von Menschen, die entweder innerhalb des Vereins tätig sind oder von aussen einwirken. Damit sind im Chor die Kinder und die Männerstimmen gemeint, daneben die Eltern der Sänger, die musikalische Leitung, der Nachwuchs, die Kirchgemeinde und deren Verwaltung, sowie auch die Stadt Solothurn und diverse Sponsoren. Meine Aufgabe ist es, die Verbindungen zu den einzelnen Organen beizubehalten und die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Dabei ist es wichtig, dass alles funktioniert. Denn wenn dem so ist, ist es auch besser möglich, sich weiter zu entwickeln und Fortschritte zu erzielen.»

Was würdest du sagen, ist bis jetzt die grösste Leistung, die der Chor erbracht hat?

«Eine schwierige Frage», sagt Nourdin und lacht. «Letztes Jahr erhielten wir vom Regierungsrat Solothurn den Preis für Musik, eine für uns sehr wichtige Auszeichnung. Im Schreiben des Regierungsrates stand «Eine Auszeichnung Ihres Schaffens». Mit «Ihres Schaffens» verbinde ich nicht nur die musikalische Leistung, die wir in den letzten Monaten und Jahren erbracht haben, sondern auch unsere Arbeit als Verein selbst. Dies war für uns alle ein Zeichen, dass unsere grossen Konzerte, die wir teils sogar mit einem spitzen Orchester abhalten, beim Publikum enorm Anklang finden.»

Bei einem solch erfolgreichen Verein ist es klar, dass es manchmal auch Misserfolge oder Rückschläge gibt. Wie verarbeitet ihr das?

«Von Grund auf bin ich ein positiv und optimistisch eingestellter Mensch. Das Amt, diesen Verein als Präsident zu leiten, bringt mich ab und zu auf verschiedenen Ebenen an meine Grenzen. Es ist eine Arbeit, die auf Ehrenamtlichkeit basiert. Dies funktioniert nur, wenn in einem auch ein unglaubliches Feuer brennt. Als Präsident muss ich zu 100% zu meinem Verein stehen können und mir auch die Zeit nehmen Arbeit zu leisten. Ich bin der Überzeugung, solange das Positive überhand hat und dieses Feuer brennt, kommt man mit jedem Misserfolg klar. Es gibt Misserfolge, beispielsweise wenn ein Konzert schlecht besucht ist. Dennoch gilt, immer das Beste aus der Situation zu machen. Negative Rückschläge gibt es in meiner Sicht nicht.»

Was erwartest du in Zukunft vom Verein?

«Ich erhoffe mir, wie vorher schon erwähnt, dass ich weiterhin ein Echo erhalte, wenn ich in den Wald rufe. Heisst, wenn man Engagement hineingibt, auch Engagement zurückerhält. Wir sind eine großartige Gruppe, mit Leuten, die interessiert, begabt und motiviert sind. Ich arbeite auf das Ziel hin, dass wenn ich einmal nicht mehr als Präsident tätig bin, das so weiterläuft. Es tut mir gut zu wissen, dass meine Chormänner gute Arbeit leisten, Freude haben und erfolgreiche Konzerte leisten.»

Wie lange denkst du, bleibst du den Sinknaben noch als Präsident erhalten?

«Ernsthaft?», fragt Nourdin und lacht. «Um ehrlich zu sein, weiss ich nicht, ob ich gleich 14 Jahre mache, wie meine Vorgänger. So genau kann ich diese Frage nicht beantworten. Was ich aber bereits sagen kann ist, dass mein letztes Konzert das Weihnachtsoratorium im Jahre 2019 sein wird, jedenfalls als aktiver Sänger. Als Präsident möchte ich hingegen schon noch einige Jahre wirken, gerade weil ich noch so grosses Potenzial und Steigerungsmöglichkeiten in unserem Chor sehe. Ich sehe das als eine Art «Lauf», dem wir uns in letzter Zeit erfreuen dürfen.»

Vor allem in der Weihnachtszeit hat euer Chor ein dichtes Programm. Auf was kann man sich in der nächsten Zeit freuen?

«Momentan proben wir gerade für das grosse Weihnachtsoratorium von Johannes Sebastian Bach, welches am 15. und 16. Dezember stattfindet. Speziell daran ist, dass wir am 15. Dezember am Tag ein Konzert präsentieren werden, welches extra für unseren Chor geschrieben wurde. Dabei handelt es sich um ein interaktives Weihnachtsoratorium für junge Ohren. Auch auf das alljährliche Weihnachtssingen am 23. Dezember kann man sich freuen. Dies findet in der St. Marienkirche der Weststadt statt und dient auch dazu, dass das Publikum aktiv mitsingen kann. Zudem kommt die Lancierung unserer neuen CD, welche auf den 1. Advent erscheint. Zu dieser CD kommt man entweder über den Onlineshop auf unserer Homepage, durch das Anschreiben über unsere E-Mail-Adresse oder man besucht das Konzert.»

Vielen Dank Nourdin, für das spannende Gespräch.

Mehr Informationen:

https://www.singknaben.ch/

 

SO geht Musik! – In dieser Kurzreihe auf Tize.ch werden innerhalb des Monats November 4 Musiker aus der Stadt Solothurn und ihrer Umgebung interviewt oder porträtiert. Jeden Montag im November erscheint ein neuer Beitrag der Reihe.

Teil 1 der Reihe „SO geht Musik“ vom 05.11.18: So geht Musik! – Gesang im besonderen Stil

Teil 2 der Reihe „SO geht Musik“ vom 12.11.18: So geht Musik! – Eine Mischung aus Leidenschaft und Tatendrang

Teil 3 der Reihe „SO geht Musik“ vom 19.11.18: So geht Musik! – „Hip-Hop ist wie eine Ekstase für mich“

Seit seiner Kindheit singt der 19-jährige Elia Catena bei den Solothurner Singknaben mit. Mittlerweile ist er nicht nur im Chor als Sänger tätig, sondern produziert auch als Rapper seine eigene Musik unter dem Namen «Pepone». Was bewegt ihn dazu, sich in der Rappszene zu engagieren und welche Bedeutung steckt hinter seinen Texten? Ein Interview.

«Angefangen hat meine musikalische Karriere mit dem Eintritt bei den Solothurner Singknaben», erklärt Elia. Schon vom ersten Tag an, war er im Chor von der Kollegialität und Zuvorkommenheit seiner Mitsänger mitgerissen. «Bei uns steht nicht nur das Singen an vorderster Stelle, sondern auch das grosse, ganze Miteinander sowie auch die Freundschaft», sagt er. Seit einiger Zeit ist Elia auch in der Solothurner Rappszene tätig. Im Rahmen der Plattentaufe des Solothurner Rappers «Pato», konnte er letzten Freitag seinen ersten Auftritt vor einem grossen Publikum abhalten.

Elia, wie bist du darauf gekommen, dich musikalisch zu engagieren?

«Schon vor meinem Beitritt bei den Solothurner Singknaben hat mich die Musik förmlich angezogen. Vorher war ich in der Musikschule und tastete mich in kleinen Schritten an die Materie heran. Seit ich bei den Singknaben mit dabei bin, habe ich in meiner Freizeit praktisch nur noch mit Musik zu tun. Ab der 7./8. Klasse begann ich, Rappmusik von diversen Musikern zu hören. Dies waren vor allem die klassischen, berühmten, wie Icecube, 50 Cent, Eminem, etc. Die Musik wirkte sich auch auf meinen Kleiderstil aus. Ich begann Baggypants und Baseballcaps zu tragen und mich immer mehr für Hip-Hop und Rap zu interessieren. Besonders bei den Älteren in unserem Dorf war diese Szene zu dieser Zeit total «in».

An seinem 16. Geburtstag wurde Elia von seinen Eltern mit einem Musikprogramm namens «FL Studio» beschenkt. Mithilfe dieses Programms begann Elia, seine eigenen Beats zu kreieren. «Das machte mir von Zeit zu Zeit immer mehr Spass und ich entwickelte meine ersten eigenen Zeilen, die ich über die Beats rappte. Seit 1 ½ Jahren bin ich nun regelmässig im Studio und nehme meine Tracks auf.»

Die Chormusik und der Hip-Hop sind – musikalisch gesehen – zwei komplett verschiedene Welten. Weshalb hast du dich gerade für Hip-Hop entschieden?

«Ich muss sagen, dass Rap für mich ein Medium ist, um alles zu kanalisieren», erklärt Elia. Damit meint er, für einen Moment vom ganzen Stress und den Pflichten im Alltag wegzukommen. Für ihn stellt Rap eine Lebensphilosophie, eine Lebenseinstellung dar. «Mit dieser Art von Musik ist es möglich, das Leben so darzustellen, wie man ihm selbst begegnet.»

Was fasziniert dich daran am meisten?

«Mich fasziniert, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt und innerhalb der Szene alles akzeptiert wird. Schluss am Ende haben wir Rapper alle dasselbe Ziel, auch wenn das vielmals von aussen nicht direkt ersichtlich ist. Ich kann mich durch meine Texte ausdrücken und fühle dabei etwas sehr Spezielles. Hip-Hop ist wie eine Ekstase für mich.»

Die Hip-Hop/Rapszene steht des Öfteren in den Schlagzeilen betreffend Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Gewalt im Allgemeinen. Die Szene hat dadurch nicht gerade das beste Image. Wie stehst du dazu?

«Ich will mich auch im Inhalt meiner Texte ganz klar von Gewalt jeglicher Art distanzieren. Klar, gerade in dieser Szene besteht durch die Undergroundrapper ein hoher Kriminalanteil. In meinen Augen wurde der Hip-Hop durch diese ganzen Strassenkämpfe bekannt. Die Menschen in den Ghettos versuchten mithilfe der Musik, die Message hinauszutragen, wie schlimm diese Kriminalität für sie war. Ich finde, dass Hip-Hop nicht ausschliesslich aus den negativen Dingen besteht, die man in den Medien oder sonst wo hört. Vor allem bei den «neuen» Rappern entstehen viele Texte, die Gewalt verherrlichen, obwohl diese aus ganz anderen Verhältnissen stammen. Das finde ich einfach lächerlich. Wenn man Musik macht, dann etwas, dass wirklich aus dem Herzen kommt.»

Was bedeutet dein Künstlername «Pepone»?

«Der Name stammt ursprünglich von meinen Eltern. Als ich klein war, wurde ich von ihnen immer als kleiner «Pepone» bezeichnet.»

Kannst du etwas über deine Lieder erzählen, die du bereits produziert hast?

«Der erste Track, den ich aufgenommen habe, heisst Passion. In diesem Track geht es um meine Leidenschaft zur Musik und wie wichtig mir dieses Hobby ist. Ein weiterer ist «Flüüge», in dem es um das Freiheitsgefühl geht, so quasi dem «Leben entgegenfliegen», alles ein bisschen lockerer angehen, etwa in die Richtung. Der Text zum Track «Planlos» entstand, als ich mit einer Gruppe von Freunden nach Rostock reiste, um das Konzert von Marteria zu besuchen. In dem geht es um das gesellige Sein, mit Freunden die Zeit zu verbringen und umher zu reisen. Das sind so drei Beispiele.»

Du bist schon länger bei der Gruppe «LTD» mit dabei, die ja ursprünglich auch von dir ins Leben gerufen wurde. Mit dabei ist da auch der Solothurner Rapper «Pato». Was war eure Vision? Wie entstand diese Gruppe?

«Die Grundidee war, dass wir eine Plattform für kreative Leute aufbauen. Bei uns in der Crew waren Rapper, eine Band, Sängerinnen, Designer und Grafitikünstler mit dabei. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen, dass die Gruppe LTD nicht mehr besteht. Wir hatten zwar eine gute Grundidee, aber diese dann in eine falsche Richtung umgesetzt. Das Projekt ging dann ein wenig unter, was ich sehr schade finde. Ich habe mir viel Mühe gegeben, beispielsweise das Logo für unsere Caps und Pullover erstellt. Ich wäre nach wie vor dabei, so etwas Ähnliches neu aufzubauen. Vielleicht plane ich etwas Neues in die Richtung, wenn ich die Zeit dafür finde.»

Im Rahmen der Plattentaufe von «Pato» hattest du die Möglichkeit, letzten Freitag als Voract deinen ersten grossen Auftritt vor einem grossen Publikum abzuhalten. Erzähl, wie hat sich das angefühlt?

«Echt geil», fasst Elia seine Emotionen lachend zusammen. «Nein ernsthaft, das ganze lief so ab. Ich stand mit zwei Freunden, welche mich musikalisch auf der Bühne unterstützten, bereit, während der andere Voract auf vor dem Publikum spielte. Unsere Gefühlslage war gemischt von Vorfreude, Nervosität und Gelassenheit. Es war ein stetiges Auf und Ab. Dann kam der Moment, in dem wir drei die Bühne betraten. Ich war komplett geflasht, sah meine Freunde und Familienangehörige in der vordersten Reihe vor mir und fing an zu rappen. Die Nervosität verflog bereits nach dem ersten Lied und ich war nur noch überglücklich, dort oben stehen zu dürfen.»

Was sind deine nächsten Ziele?

«Als nächstes ist mein erstes Musikvideo geplant. Ich überlege mir zudem, bald ein Album herauszubringen. Hingegen bin ich zeitlich sehr eingeschränkt, betreffend der Ausbildung und dem vollen Programm mit den Singknaben. Grundsätzlich habe ich keine grossen Vorstellungen von einem Ziel, welches ich mit meiner Musik erreichen will. Ich habe nicht vor, mit meiner Musik ein Manillo oder Nemo zu werden, sondern mache das alles aus purer Leidenschaft und weil es mir Spass macht.»

Vielen Dank Elia, für das spannende Gespräch.

 

SO geht Musik! – In dieser Kurzreihe auf Tize.ch werden innerhalb des Monats November 4 Musiker aus der Stadt Solothurn und ihrer Umgebung interviewt oder porträtiert. Jeden Montag im November erscheint ein neuer Beitrag der Reihe.

Teil 1 der Reihe „SO geht Musik“ vom 05.11.18: So geht Musik! – Gesang im besonderen Stil

Teil 2 der Reihe «SO geht Musik» vom 12.11.18: So geht Musik! – Eine Mischung aus Leidenschaft und Tatendrang

Mit seinem Künstlernamen «Dylan Brown» ist Fabien Frei als DJ in der elektronischen Musik tätig. Die Musik hat für ihn einen lebenswichtigen Stellenwert. Wie er darauf kam und was ihn dazu inspirierte – alles in der zweiten Ausgabe von SO tickt Musik!

«Mir geht es fantastisch», antwortet der 19-jährige Fabien Frei strahlend auf die Frage, wie es ihm ginge. Verständlich, denn erst kürzlich erreichte er durch seinen neusten Track «You don`t know» für zwei Tage den ersten Platz im Talentpool des elektronischen Plattenlabels Spinnin` Records. Er ist beruflich als Lehrling zum Fachmann für Bewegungs- und Gesundheitsförderung tätig. Schon seit seiner Kindheit träumt er davon, irgendwann durch seine Musik und seine einzigartige Kombination von einzelnen musikalischen Elementen bekannt zu werden. Ob durch Gesang, Klavier oder der elektronischen Musik, Fabiens Leidenschaft ist komplett auf die Musik ausgerichtet.

Fabien, welchen Stellenwert hat für dich die Musik?

«Ganz hoch oben», erklärt Fabien. In seinem Leben ist die Musik das Wichtigste. Er findet, dass es durch Musik möglich ist, in allen Menschen etwas auszulösen, sei es Pop, Rock, HipHop, Electro, etc. «Ich persönlich probiere mit jedem einzelnen Track eine Story zu erzählen und dadurch meine Mitmenschen zu inspirieren», erzählt er weiter.

Wie sahen deine Anfänge in der Musik aus?

«Alles begann damit, als ich als kleines Kind ein farbiges Keyboard von meiner Mutter geschenkt bekam. Dieses Keyboard besass sogar ein Mikrofon, mit dem man seine Stimme aufnehmen konnte. Mit etwa sechs Jahren begann ich dann Klavierstunden zu nehmen und probierte immer mehr Dinge aus.»

Wie kamst du gerade auf die Musik?

«Die Musik hilft mir in allen Lebenssituationen, meine Erlebnisse und Erfahrungen auf eine besondere Art und Weise zu verarbeiten. Ausserdem ist schon meine ganze Familie musikalisch tätig. Mein Grossvater war bereits ein sehr begeisterter Musiker, sowie auch mein Vater und meine Mutter. Das wurde dann mir weitergegeben.»

Wie würdest du die Musikrichtung definieren, in der du momentan tätig bist?

«Grundsätzlich findet sich das Genre, in dem ich meine Tracks produziere, im EDM (Electronic Dance Music) wieder. Viele Leute denken beim Begriff EDM direkt an Bigroom House, was aber nicht immer der Fall ist. Unter dieses Genre fallen alle Lieder, welche irgendwie elektronische Elemente beinhalten. Ich würde meine bisherigen Tracks in Future Bass, Future Pop, Future Bounce oder auch Tropical House einstufen.»

Was fasziniert dich an der elektronischen Musik?

«Gerade EDM bietet einem die Möglichkeit, immer wieder neues auszuprobieren. Man kann jederzeit neue Sounds entwickeln und sich stehts weiterbilden. Die Ideen sind bei ein wenig Kreativität nie ausgeschöpft.»

Welcher Künstler hat dich in dieser Musikszene am meisten inspiriert?

«Als ich zum ersten Mal an einem kleineren Festival gewesen bin, das war das «Rock Oz`arènes in Avenches, stach mir der niederländische DJ Hardwell (bei richtigem Namen Robbert van de Corput) ins Auge. Er war mir durch seine Lieder bereits bekannt und sein Stil hatte meiner Meinung nach etwas Besonderes. Als ich dann Hardwell live erleben durfte, war ich mir sicher: Ich wollte unbedingt DJ werden und mich in dieser Branche versuchen. Er brachte dann auch einen Film heraus, mit dem Titel «I am Hardwell», in dem es um die Musik und sein Leben geht. Dort konnte ich einiges an Ratschlägen, Tipps und Tricks herausfiltern. Dann begann ich mich immer mehr für das Genre zu interessieren und startete mit meinen ersten Versuchen, eigene Lieder zu komponieren.»

Wie sahen diese Anfänge aus? Wie hast du dich weiterentwickelt?

«Als erstes braucht man natürlich ein Programm, auf dem man seine Lieder produzieren kann. Ich habe mir das typische DJ-Programm Logic Pro X heruntergeladen, zu Beginn dann aber gar nichts von der ganzen Technik begriffen», gibt Fabien lachend zu. Das Wichtigste sei, dass man versucht, sich in das Programm hineinzuversetzen und immer mehr lernt und lernt. Die allerersten Tracks sind natürlich auch nicht die besten, diese dienen dem Ausprobieren und dem Kennenlernen des Programms. «First you learn, then you earn», fügt Fabien hinzu.

Vor einiger Zeit hast du es mit einem DJ Duo, namens Dynam!x versucht. Wie lief das und was konntest du daraus lernen?

«Es war sicherlich eine gute Erfahrung. Ich habe aus der Erfahrung heraus gelernt, dass ich lieber als Solokünstler meine Lieder produziere und mein eigenes Ding durchziehe. Klar, ich bin immer offen für jegliche Zusammenarbeit, wie mit Rappern, Sängern oder anderen DJs. Daraus können immer harmonierende Gespanne entstehen, was gerade in der Musik wichtig ist. Ich will im Grundsatz einfach nicht, dass andere Leute Einfluss auf meine Lieder haben.» Das DJ-Duo brachte im Jahre 2015 das Lied «Freedom» heraus.

Wie seid ihr denn darauf gekommen, zusammen Musik machen zu wollen?

«Wir hatten beide grosses Interesse an der elektronischen Musik. Er hat schon in einigen Clubs als DJ aufgelegt, während ich bereits Erfahrungen im eigenen Produzieren gemacht habe. Somit haben wir uns super ergänzt.»

Du bist nun hauptsächlich unter dem Künstlernamen «Dylan Brown», als Solokünstler tätig. Welche Bedeutung steckt hinter diesem Namen?

«Meine Eltern haben vor meiner Geburt eine Namensliste erstellt, um einen passenden Namen für mich finden zu können. Darunter befand sich auch «Dylan». Dieser Name gefällt mir einfach, er hat was Besonderes und kommt auch nicht so oft vor. Das «Brown» steht ganz einfach für meine braune Haar- und Augenfarbe. So habe ich beide Wörter kombiniert und gemerkt, dass dieser Name auch wirklich etwas mit mir zu tun hat. Ausserdem konnte ich mein DJ-Logo dadurch gut umsetzen.»

Du bist in letzter Zeit viel unterwegs. Du warst in Miami, am Amsterdam Dance Event (ADE) und in Ibiza. Welche Erfahrungen konntest du dort sammeln?

«Eine der wichtigsten, bisherigen Reisen war Ibiza. Dort besuchte ich die weltweit grösste Electronic Music School «Point Blank». Es war sehr spannend Leute von überall her zu treffen, welche gleiche oder ähnliche Ziele haben wie ich. Hauptsächlich lernten wir dort viel über die Musik und der Techniken im Allgemeinen. Wir bekamen aber auch die Möglichkeit, selbst aufzulegen und zu produzieren.

Das ADE besuchte ich vor allem deswegen, um neue Kontakte knüpfen zu können. Ich war erstaunt, wie sehr dort einem entgegen gekommen wird und versucht wird, uns neue Talente zu unterstützen.»

Erzähl mal etwas von deinen Liedern, die du bisher offiziell herausgebracht hast.

Zwei der ersten Tracks, die Fabien veröffentlicht hat, erschienen letzten Sommer unter den Namen «Wake up» und «When the Summer ends». Diese entsprechen dem Genre Tropical House. «Dann kam eine Phase, in der ich mich quasi in meinem Studio «eingeschlossen» habe. Ich war hartnäckig am Ausprobieren, Zusammensetzen und Neufinden meines Stils und meiner Richtung. Dieses Jahr brachte ich dann meinen neusten Track «You don`t know» heraus, welcher für zwei Tage im Talentpool des elektronischen Plattenlabels Spinnin` Records chartete. In «You don`t know geht es vor allem darum, dass es wichtig ist, sein Ding durchzuziehen und sich von allem entfernen, was einem auf seinem Lebensweg runterzieht, egal wie schwer dies scheinen mag.»

Wirst du da nicht wahnsinnig, wenn du über eine so lange Zeit in einem Raum sitzt und an deiner Musik arbeitest?

«Es kam auch schon vor, dass ich an einem freien Tag 13 Stunden am Stück in meinem Studio war und dabei vergessen habe, dass ich mal was essen oder trinken sollte. Klar, es ist sicherlich nicht immer gerade das Gesündeste, was ich dann an Auswirkungen des Schlafmangels oder des langen Sitzens spüre. Rein psychisch aber, kam ich bis jetzt recht gut draufklar. Ich weiss, wo meine Grenzen sind. Sollte ich mal bemerken, dass es fatale Auswirkungen auf meine Psyche hat, würde ich schon herunterfahren.» Das Business in der Musik, auch in der elektrischen Musik, sei hart. Man lebe mit einer gewissen Angst, dass sich die schnell wandelnde Gesellschaft plötzlich umorientiert und elektronische Tracks nicht mehr hört oder dass einem die Überforderung übermannt. «Trotzdem ist es schön, wenn man Dinge abschliessen kann und auf seine letzten Tracks zurückblickt. Es erfüllt mich immer wieder mit Stolz, wenn ich mir ansehe, was ich bis jetzt alles erreicht habe», beendet Fabien seinen Satz.

Vielen Dank Fabien, für das interessante Gespräch.

Mehr Informationen:

https://www.instagram.com/dylanbrownmusic/?hl=de

 

SO geht Musik! – In dieser Kurzreihe auf Tize.ch werden innerhalb des Monats November 4 Musiker aus der Stadt Solothurn und ihrer Umgebung interviewt oder porträtiert. Jeden Montag im November erscheint ein neuer Beitrag der Reihe.

Teil 1 der Reihe „SO geht Musik“ vom 05.11.18: So geht Musik! – Gesang im besonderen Stil