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Cyrill Pürro

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Lange Zeit war es still auf Seiten der Jugendlichen, wenn es um brandheisse, politische Probleme ging. Dann kam sie – Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaschutzaktivistin aus Schweden. Mit ihren Streiks für die Umwelt zog sie schnell die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und begeisterte Schülerinnen und Schüler in der ganzen Welt. Wie schnell sich diese Welle ausbreitete und welche Chancen und Risiken sie mit sich bringt. Ein Kommentar.

«Skolstrejk för klimatet» (zu Deutsch «Schulstreik für das Klima») heisst es auf den Schildern, welche Greta Thunberg jeden Freitag auf ihre Streiks vor den schwedischen Reichstag mitnimmt. Mit ihrem Mut, wöchentlich die Schule für ihre Klimastreiks zu schwänzen, hat sie zahlreiche junge Menschen dazu inspiriert, ihr es gleich zu tun. Überall auf der Welt begeben sich junge Menschen auf die Strassen und streiken für die Umwelt. Das erste Mal vor den schwedischen «Riksdag» begab sich Greta Thunberg am 20. August letzten Jahres, so berichtet das Hamburger Abendblatt. Nach dem Journalisten und Youtuber «Mr.Wissen2go» hat Greta seither wichtige politische Treffen in der gesamten Welt besucht, wie beispielsweise den UN-Klimagipfel in Polen oder das Weltwirtschaftstreffen in Davos und dabei mit vielen Politikerinnen und Politikern gesprochen. Doch was bewirkt sie mit den Protesten wirklich? Stellt diese «grüne Welle» bei den Jugendlichen nur einen Hype dar, der irgendwann wieder vorübergeht?

Die Zukunft liegt bei den Jugendlichen

Klar ist, dass die junge Generation früher oder später in die Fussstapfen der älteren tritt. Irgendwann werden wichtige Funktionen in der Politik, in Firmen oder auf dem Land übernommen. Eine positive Entwicklung also, dass sich die Jungen für brisante Themen, wie den Klimawandel, interessieren und engagieren. Aus Greta Thunberg und den Tausenden Schülerinnen und Schülern hat sich mittlerweile eine internationale Bewegung namens «Fridays for Future» gebildet. Die Botschaft der Bewegung ist klar: «Wir fordern eine Politik, die der Aufgabe zur Bewältigung der Klimakrise gerecht wird.» Etwa so steht es auf der offiziellen Webseite von Fridays for Future.

Eine Parole, die ankommt

Und genau diese Forderung findet bei der jungen Bevölkerung grossen Zuspruch. Man will Veränderungen sehen, etwas bewirken und die Menschen aufrütteln. Gerade, weil zurzeit noch keine genauen Konzepte zur Bekämpfung des Klimawandels bestehen und es immer noch ranghohe Politiker gibt, die ihn leugnen. Der Bekannteste und Mächtigste unter ihnen: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump, wie beispielsweise von der NZZ berichtet wird. Doch ist es legitim, trotz den lauten Gegenstimmen für einen Streik die Schule ausfallen zu lassen? Wie Mr. Wissen2go in seinem Video über den Klimastreik aussagt, ist es die einzige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Würden Schülerinnen und Schüler an Wochenenden oder freien Tagen streiken, hätte niemand dem Ganzen grosses Interesse gewidmet.

Aber auch hier gibt es die einen und die anderen, die den Aktivismus ausnutzen, um sich begründet vom Unterricht fernhalten zu können. Eine von Tize.ch befragte Person beispielsweise, kennt ein paar Leute aus der Kantonsschule, welche zwar für das Klima zu Unterrichtszeiten «streiken», dann aber mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen und massenhaft Produkte aus Südamerika konsumieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Klimastreiks zurzeit einen enormen Hype erleben, welcher auch diejenigen mitreisst, die sich eigentlich überhaupt nicht dafür interessieren.

Die selbstgerechte Art der Klimademonstrant*innen

Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, muss man ab und an auch ein wenig «lauter schreien» und provokanter sein. Dennoch ist es falsch zu sagen, dass die Politikerinnen und Politiker von heute keine Ahnung haben und rein gar nichts ändern können oder wollen. Auch die «Anführerin» der Klimabewegung, Greta Thunberg, bewegt sich vermehrt in diese populistische Richtung. Zu sagen, wer gut und böse ist, ist Schwarzweissdenken. Greta selbst beispielsweise, stellt immer wieder Forderungen auf, die politisch nicht machbar sind, realistisch schon gar nicht. Auf die Probleme hinweisen, Forderungen stellen und provozieren kann sie und viele der Mitstreikenden. Doch das Wichtigste fehlt: Konkrete Lösungsvorschläge, wie die Situation zu ändern wäre. Dies bietet der rechten Seite eine Plattform, die Bewegung zu kritisieren und trägt auch nicht gerade zum sachlichen Diskurs bei.

Greta im Personenkult?

Nach MrWissen2go wird die junge Schwedin von den Medien und den Menschen im Allgemeinen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Selbstverständlich kann sie selbst nichts dafür. Trotzdem geht es bei den Demonstrationen um viel mehr, es geht um das Klima und die Zukunft unseres Planeten.

Seit dem Jahre 1906 machen junge Schweizerinnen und Schweizer in der Partei der JungsozialistInnen der Schweiz (JuSo) Politik und erfreuen sich an immer grösser werdendem Nachwuchs. Die JuSo Solothurn hat vor knapp zwei Monaten eine neue Präsidentin erhalten. Die 19 Jahre junge Aileen Jenni ist in ihrer noch frischer Amtszeit beim Parteigeschehen bereits «voll dabei» und steckt voller Ideen und Tatendrang.

Immer wieder hört man die Begriffe «bünzli» oder «Bünzlischwizer». Was bedeuten diese Wörter? Wie entwickeln wir uns und das Zusammenleben innerhalb der Schweizer Gesellschaft? Woher kommt dieses «bünzlihafte»? Eine Analyse über den «Bünzli» in uns.

Wir Schweizerinnen und Schweizer seien verknorzt, abgestumpft, zu ernst, sind sture Einzelkämpfer*innen oder haben unseren Kopf nur bei der Geldbörse. Heute gibt es für diese Klischees eine einfache Bezeichnung: «Bünzli», oder zu Deutsch «Spiessbürger». Tize.ch hat zu diesem Thema eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Raum Solothurn befragt, wie unsere Gesellschaft in den Augen junger Menschen wahrgenommen wird.

 

Die Schweiz im Vergleich

Doch vorab die Frage: Wie steht die Gesellschaft der Schweiz im internationalen Vergleich da? Die Bertelsmann-Stiftung hat einen Gesamtindex mit über 30 Ländern erstellt, der im Zeitraum von 2009-2012 aufweist, wie sich die Gesellschaft in den Punkten «soziale Beziehungen», «Verbundenheit» und «Gemeinwohlorientierung» sieht. Besonders auffallend sind dabei die skandinavischen Staaten, die in allen Bereichen sehr gut abgeschnitten haben. Auch die Schweiz darf sich mit dem neunten Platz durchaus zufriedengeben. Einzig allein beim Punkt «Akzeptanz von Diversität» schneidet die Schweiz etwas «bünzlig» ab.

 

Die Sache mit der Offenheit

So ziemlich alle der befragten Personen finden, dass die Schweizer Bevölkerung noch ein wenig an ihrer Offenheit arbeiten könnte. Auch sie selbst bezeichnen sich in diesem Punkt als besonders «bünzlig». Dabei geht es nicht nur um die Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Religionen, etc., sondern auch um die Bereitschaft, im Alltag auf fremde Menschen zuzugehen und sich auch einmal mit Leuten zu unterhalten, die man nicht kennt. Hingegen zeigt sich in der Umfrage: Eher die älteren Menschen werden als weniger offen empfunden, was nach den Aussagen mit den Unterschieden in der Erziehung zwischen früher und heute erklärbar ist.

 

Liberalismus herrscht vor

Generell wird bei den jungen Leuten gemäss der Umfrage eine Generationslücke zwischen Konservatismus und Liberalismus festgestellt. Wie eine befragte Person die Situation einschätzt, denke die jüngere Bevölkerung der Schweiz im Grossen und Ganzen freier und liberaler als die älteren Generationen, welche eher auf Traditionen beharren. Trotzdem wird von den Befragten wahrgenommen, dass zwischen Jung und Alt eine grosse Toleranz herrscht und andere Meinungen durchaus respektiert werden.

 

Der urschweizerische Grundgedanke

Ein grosser Teil der Befragten nimmt also die Menschen in der Schweiz als eher verschlossen war. Woher könnte das kommen? Wie kann es sein, dass der Grossteil eines Landes so geprägt ist? Nach der Antwort eines Befragten ist dies einfach zu erklären. Die Schweiz habe sich seit ihrer Gründung im Jahre 1291 gegen die grossen Reiche behaupten, selbst organisieren und ernähren müssen. Durch die geographische Lage war die Schweiz im Laufe der Geschichte immer wieder abgeschottet und auf sich alleingestellt. Durchaus möglich also, dass dieser Charakter über die Jahre unsere Persönlichkeiten geprägt haben könnte. Trotzdem ist dies aber nur eine Theorie.

Die junge Bevölkerung sieht bestehende Generationslücken zwischen Jung und Alt und erkennt, dass wir Menschen in der Schweiz eher verschlossen agieren. Auf die Frage hin, wie man etwas daran ändern könnte, haben alle Befragten geantwortet: «Mehr mit offenen Augen durchs Leben gehen, mehr Rücksicht auf andere Menschen nehmen und alles ein wenig lockerer sehen.» Vorsätze, die sich bestimmt Jede und Jeder von uns vornehmen kann. Eine befragte Person findet, dass das Leben viel spannender sein kann, wenn man versucht, etwas mehr über den eigenen «Tellerrand», den eigenen Horizont zu blicken. Dennoch ist Jeder und Jedem selbst überlassen, wie der «Bünzli» in einem selbst ausgelebt wird. Schlussendlich ist es nicht immer negativ, etwas bünzlig zu sein.

Sie trägt die Nummer 11 in der niederländischen «Vrouwenelftal» und die 22 beim FC Barcelona-Femeni. Die 26-jährige Niederländerin Lieke Martens wurde im Jahre 2017 zur Weltfussballerin gekürt und somit für viele junge Frauen zum Vorbild. Wer ist die Schnellaufsteigerin und welche Rolle spielt sie in der Emanzipation der Frau im Sport? Eine Analyse. 

Am 7. Juni dieses Jahrs startete die 8. Weltfussballmeisterschaft der Frauen. Mit dabei die niederländische Nationalmannschaft, welche sich im Jahre 2017 als Siegerin der Fraueneuropameisterschaft im eigenen Land feiern durfte. Dieses Jahr nimmt die Mannschaft zum zweiten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Mitgereist ist die Weltfussballerin vom Jahre 2017, Lieke Martens. Die Stürmerin gilt als Spitze der Gruppe. In ihrem neuen Buch «Lieke – van Nieuw Bergen naar FC Barcelona» beschreibt sie ihr Lebenswerk, wie sie zum FC Barcelona kam und sich trotz dem männerorientierten Rollenbild des Fussballs, als beste Spielerin der Welt promovierte.

 

Kleines Mädchen, grosse Träume

Geboren wurde Lieke Martens im Jahre 1992 im niederländischen Nieuw-Bergen. Wirklich viel über sie ist sonst nicht bekannt. Ausser, dass sie einen enormen Ehrgeiz aufweist. Diversen Medien gegenüber erklärt Martens, sie sei bereits seit ihrer Kindheit vom Fussball begeistert gewesen. Ihre ersten Berührungen mit dem Sport erlebte sie mit ihren Brüdern. Die Seite Barcawelt berichtet, Martens einziger Wunsch war, früher oder später im niederländischen Club Ajax Amsterdam mitspielen zu können. Da der Frauenfussball aber zu dieser Zeit noch unpopulär war und noch eher wenige Frauenclubs existierten, wollte sie immer bei den Männern mitmischen, was sie dank ihres Vaters, welcher sie später auch trainierte, in ihren jungen Jahren machen konnte. Nach Barcawelt spielte Lieke Martens bis zu ihrem 16. Lebensjahr in diversen männlichen U-Mannschaften mit. Schon damals musste sie Sprüche von ihren Gegenmannschaften über sich ergehen lassen, dass Mädchen kein Fussball spielen konnten oder ihre Träume niemals in Erfüllung gehen würden. Auch bei den Feiern nach einem gewonnenen Spiel, blieb sie meistens allein in der Kabine. Doch das hat sie nicht davon abgehalten, später einmal eine Fussballerin der Weltklasse zu werden. Dennoch merkte sie beim Training und bei den Spielen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Männer waren schneller und stärker als sie.

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Eyes on the ball👀🧡 #wwc2019 #onzejacht

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Ein rasanter Aufstieg

Im Jahre 2009 wurde Martens erstmals für die U-19 Frauennationalmannschaft der Niederlande aufgeboten. Gleichzeitig begann sie beim niederländischen Club SC Heerenveen mitzuspielen, das erste Mal in einer Frauenmannschaft. Von da an gab es für die junge Fussballerin kein Halten mehr. Sie erhielt immer bessere Verträge von niederländischen und deutschen Fussballvereinen, wie beispielsweise Venlo oder Duisburg und reiste dann im Jahre 2014 nach Schweden, zum FC Göteborg. Nach dem schwedischen FC Rosengård in Malmö, wechselte sie zum FC Barcelona, welcher mittlerweile auch im Frauenfussball zu den besten Fussballclubs der Welt gehört. Seit 2017 spielt Martens in Spanien mit und gewann nach Wikipedia dabei zwei Mal den spanischen und zwei Mal den katalanischen Pokal. Den ersten Platz der spanischen Meisterschaft «Primera Division» der Frauen hat die Mannschaft dieses Jahr knapp verpasst und wurde somit zweite, nach der Frauenmannschaft des Atletico Madrid.

Kein Wunder also, dass sich die Starstürmerin Lieke Martens nicht nur in den Niederlanden und in Spanien, sondern mittlerweile in der gesamten Welt einer hohen Beliebtheit erfreuen darf. Laut Soccerway.com erzielte sie allein in der Saison 2018-2019 der spanischen Meisterschaft elf Tore.

 

Der Ronaldinho des Frauenfussballs

Genau wie ihre beiden Vorbilder, Ronaldinho und Lionel Messi, hat siebeim FC Barcelona gross Fuss gefasst. Dem niederländischen NOS Jeugdjournaal berichtet Martens, sie habe schon immer davon geträumt, selber zu einem Vorbild für die weiteren Generationen des Fussballs zu werden, sowie es die Männer für sie waren. Dieses Ziel hat sie sicherlich erreicht. Lieke Martens Instagram-Account weist nämlich derzeit knapp eine Million Follower auf und auch über andere Kanäle, wie YouTube, Facebook und Twitter, wird immer wieder von ihr berichtet, seien es Interviews, FAQ`s oder Erlebnisberichte aus dem Innenleben der niederländischen Fussballnationalmannschaft der Frauen über den Kanal der «Ons oranje»-Fangemeinschaft. Mit dabei – ihre Fans und Bewunderinnen und Bewunderer. T-Shirts mit ihrer Nummer 11 in der «Vrouwenelftal» werden massenhaft an Mädchen und Frauen, aber auch an Jungen und Männer verkauft, diverse Fanaccounts auf Instagram entstehen und vieles mehr. Dank der ursprünglich aus dem kleinen Nieuw-Bergen stammenden, erlebt der Frauenfussball zurzeit einen enormen «Hype».

Durch die Nähe der niederländischen Fussballspielerinnen und Fussballspieler gegenüber den Fangemeinschaften durch die Fantreffen, die regelmässig veranstaltet werden, wächst der Wunsch junger Fussballerinnen, das gleiche erreichen zu wollen. Auch wenn das «Business» im Sport, gerade im Fussball, enorm hart ist, kann Martens ihren Verehrerinnen eines mitgeben: Hoffnung.

 

Welche Rolle spielt denn Lieke Martens nun in der Emanzipation der Frau im Sport?

Eine Frau, die sich als Nationalspielerin und in einem der weltbesten Vereine brillieren kann, zeigt auf, welche Möglichkeiten in der heutigen Zeit bestehen. Der sonst männerdominierte Fussball wird für Frauen immer zugänglicher. Sie zeigt nicht nur auf, welche neuen Möglichkeiten für die Frauen entstehen, sondern dass man geschlechterunabhängig alles erreichen kann, was man will. Wichtig ist einzig und allein nur, dass man an sich selbst glaubt und dabei nie aufgibt.

 

Die Niederlande im Fussballfieber

Die niederländische Bevölkerung gilt generell als fussballfreudiges Volk. Etwa 30`000 Fans reisten für die Europameisterschaft im Jahre 2008 in die Schweiz und blockierten nach Fussball.ch in diversen Schweizer Städten ganze Innenstädte als die «Oranje» ihre Spiele absolvierten. Auch an der diesjährigen Frauen-WM reisten unzählige Fans nach Frankreich mit, wie beim Blick festgehalten wird. Einen Grund zum Feiern gibt es für die orange gekleidete Menschenmasse allerdings: Mit drei Siegen überstand die Mannschaft die Gruppenphase und trifft am Dienstag im Achtelfinale auf Japan. Ob die Niederländerinnen ihren Titel verteidigen können, ist unklar. Denn starke Mannschaften, wie Deutschland oder die USA, sind an der Frauen-WM mitvertreten. Bezüglich der diesjährigen WM sagte Lieke Martens dem ZDF: «Man muss mit uns rechnen!»

Die Manipulation in Medien ist zu einem immer wichtigeren Thema geworden. Nie zuvor war es einfacher, gerade Bilder mit Programmen zu verändern und so die Meinungen von Menschen zu beeinflussen. Welchen Einfluss haben audiovisuelle Medien auf den Journalismus? Wie können Bilder manipuliert werden? Diesen Fragen stellt sich der ehemalige Journalist Kilian Marti.

«Ganz gut. Ich habe viel zu tun in letzter Zeit», antwortet Kilian Marti auf die Frage, wie es ihm an diesem Abend geht. Der 20-jährige ist selbständiger Finanzplaner und unterstützt Menschen auf dem Weg zu ihren Zielen in finanzieller Hinsicht. «Ich helfe Menschen in die Selbständigkeit, das eigene Heim zu kaufen oder alles finanziell zu planen für die Weltreise mit der ganzen Familie». In seiner Vergangenheit kam er oft in Berührung mit journalistischen Tätigkeiten und half bei den Arbeiten in verschiedensten Redaktionen mit. Dort hat er selbst miterlebt, welche Strategien von Medienschaffenden bei der Bilderauswahl gewählt werden und wie einfach es sein kann, Bilder zu manipulieren.

 

Kilian, Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?

«Schon in meiner Schulzeit habe ich für eine regionale Wochenzeitung Umfragen zu den unterschiedlichsten Themen gemacht. Damals habe ich Menschen auf offener Strasse befragt, was ihre Sommerferienpläne sind. Ich stellte nicht wirklich heikle oder brisante Fragen. Trotzdem war das eine wichtige Erfahrung, die meinen Grundstein legte. Nach der obligatorischen Schulzeit begann ich dann meine Lehre als Kaufmann bei der Zeitung «Südostschweiz». In der Ausbildung habe ich hauptsächlich mit Journalistinnen und Journalisten in der Redaktion zusammengearbeitet, wo ich den Überblick über die Termine innehatte. Irgendwann fand ich, dass ich selbst auch schreiben wollte. Da habe ich mich angeboten, probeweise einige Anlässe zu besuchen, um darüber zu schreiben.»

Im Alter von 18 Jahren hat Kilian die Lehre erfolgreich abgeschlossen und durfte anschliessend bei einer Zeitung als Journalist arbeiten, wo er vorher bereits Kolumnen veröffentlichte. «Dies war bei den Obersee-Nachrichten in Rapperswil», fügt er hinzu.

 

Was hat dich an diesem Weg so fasziniert?

«Der Journalismus liegt im Blut unserer Familie, denn auch meine beiden Schwestern sind bei verschiedenen Zeitungen journalistisch tätig. Ich persönlich habe schon immer sehr gerne geschrieben, ob es sich um eigene, erfundene Geschichten oder journalistische Beiträge handelt. Erfundene Geschichten habe ich natürlich nie in den Zeitungen veröffentlicht», beendet Kilian seine Aussage und lacht. Mittlerweile hat er sich aber vom Journalismus abgewendet. «Ich gehe nun als Finanzplaner meinen eigenen Weg. Die Selbständigkeit war schon immer mein Traum, der nun endlich in Erfüllung gegangen ist», sagt er.

 

Welche Strategien wurden in den Redaktionen, in denen du tätig warst bei der Bilderauswahl angewendet?

«Jede Zeitung hat ihr eigenes System, wie die Bilder ausgewählt werden. Es gibt Zeitungen, bei denen die Journalistinnen und Journalisten Artikel schreiben und dann selbständig die Bilder auswählen. Bei anderen Zeitungen sind Fotojournalisten angestellt, die auf Anfrage ein Bild machen. Diese liefern dann als ausgebildete Fotografen ein qualitatives Bildprodukt. Bei meinen Jobs habe ich die verschiedensten Vorgehensweisen kennengelernt. Habe ich ein Porträt über eine Person geschrieben, so machte ich immer selber ein Porträtfoto der Person. Da macht man am besten ein Foto, welches die Person in seinem gewohnten Umfeld zeigt und so den Inhalt ihres Lebens darstellt. Auch Symbolbilder habe ich manchmal verwendet. Dort ist es wichtig abzuklären, ob man die Rechte hat, ein Bild verwenden zu dürfen. Um ein Bild für eine öffentliche Zeitung, Plattform, etc. verwenden zu dürfen, braucht man Nutzungsrechte, die einem von den Herstellern der Bilder übertragen werden, wenn dieses dies erlauben.»

 

Wie wichtig ist es bei Zeitungsartikeln mit Bildern deine erwähnte Stimmung und Emotion zu generieren?

«Es ist sehr wichtig Bilder in Zeitungen zu haben. Gerade wenn es um Personen geht, denn in Zeitungen werden diese nicht optisch detailliert beschrieben, ganz anders als in Romanen. Am besten ist es, wenn man die Bilder mit dem Text verbindet, so dass die Leser auf dem Bild nachschauen oder überprüfen müssen, ob das Beschriebene stimmt.»

 

Wie beurteilst du die Macht von Bildern in den Medien?

«Bilder sind eigentlich ausschlaggebend dafür, ob die Menschen einen Artikel lesen oder nicht. Hast du ein ansprechendes Bild, hast du auch Leserinnen und Leser. Ich sage: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ein gutes Bild ist sozusagen das Beste, das dir passieren kann, während ein schlechtes Bild viel ruiniert. Mit Bildern kann man sehr viel beeinflussen.»

 

Wo befinden sich bei Bildmanipulationen die Grauzonen? Was kann man sich als Journalist/in erlauben, um beispielsweise zu provozieren?

«Ich beziehe mich auf das Beispiel der vorangegangenen Frage. Das ist für mich ein eindeutiges Fake-Bild. Es wurde zwar als Symbolbild deklariert, was bedeutet, dass man vieles darunter interpretieren kann. Es gibt im Kodex des schweizerischen Presserates einen Absatz, welcher aussagt, dass Bilder nicht einfach so verfälscht werden dürfen, um etwas Anderes damit aussagen zu wollen. Ich persönlich finde, dass es als Journalist keinen Wert hat, Bilder zu faken. Lieber stellt man die Bilder in realen Momenten her, als etwas zu faken.»

 

Ab wann kann man sich damit strafbar machen?

«Sobald man die Ehre von einer Person verletzt. Beispielsweise, wenn ein Bericht über Johann Schneider-Ammann geschrieben wird und man als Fotoreporter ein ganz normales Bild von ihm vor dem Bundeshaus verunstaltet, ihm komplett anders kleidet (übrigens alles machbar) und ihn so ins Lächerliche zieht. Dann kann man enorme Probleme bekommen. Ausser, das Bild wird als Karikatur deklariert, das gibt einem wiederum einen grossen Spielraum. Deshalb ist es schwierig, diese Frage zu beantworten, da der Grat bei diesem Thema so schmal ist.»

 

Was denkst du, wo liegen die Gründe, dass manche Medienstellen Bilder manipulieren?

«Zum einen, weil sie es nicht besser wissen. Jeder und jede in diesem Geschäft will, so schnell es geht, die besten Schlagzeilen raushauen. Ich muss deshalb sagen, dass beabsichtigte Bildmanipulationen sehr selten vorkommen. Wenn, dann nicht durch ganze Medienverlage, sondern durch die einzelnen Journalistinnen und Journalisten oder Medienschaffende der Boulevardpresse, welche schlechte Absichten haben und sich um Aufmerksamkeit pulen.»

 

Wie können sich Bildmanipulationen auf unsere Gesellschaft auswirken?

«Je nachdem, wie weit das Bild verbreitet wird und die Menschen es als wahr empfinden, kann das enorme Auswirkungen haben. Jedenfalls, so lange niemand dahinterkommt. Kurzfristig kann es zu einem Aufschrei in der Gesellschaft kommen, aber langfristig werden Bildmanipulationen glücklicherweise immer durch Experten richtiggestellt.»

 

Was denkst du, wie könnte man sich als normaler Bürger vor Bildmanipulationen schützen?

«Selber hinterfragen, was man liest und für sich selbst analysieren, was es für einen bedeutet. Vor allem vernünftig auf vermeintlich gefakte Bilder reagieren, ohne irgendwelche Kurzschlussreaktionen zu machen. Am allerwichtigsten aber ist es, derartige Bilder nicht weiter zu verbreiten. Wir sollten der Manipulation keine Plattform bieten.»

Vielen Dank Kilian, für das interessante Interview.

 

 Für weitere Infos:

kilian.marti@ilteam.ch

 

 

Diese Woche bei So tickt SO!, ein Interview mit dem engagierten Jungpolitiker Philipp Eng. Der 24-jährige Jurastudent erzählt über seine langjährige Erfahrung als Jungpolitiker und Präsident der Jungfreisinnigen von Solothurn und über die Veränderung der Politik in der jungen Generation.

«Bereits mein Grossvater, sowie auch mein Vater, waren und sind immer noch politisch beim Freisinn aktiv. So war es also kein langes Überlegen, in welche politische Richtung, in welche Partei, es mich verschlagen würde», erzählt Philipp. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er in der Politik tätig und vertritt seine Partei, die Jungfreisinnigen Solothurn, seit drei Jahren als Präsident. Auch wurde er mit 19 Jahren für die FDP in den Gemeinderat Günsberg gewählt.

Philipp, wo decken sich deine Hauptaufgabenfelder ab?

«Neben meinen Tätigkeiten als Präsident, also das Führen des Vereins, sowie das Führen von Mitgliederlisten und Organisieren von Anlässen, kümmere ich mich um politische Anliegen der Stadt. So haben wir beispielsweise den Stadt Präsident Kurt Fluri bei seiner letzten Wahl unterstützt, in Form von Leserbriefen und anderen Supportmöglichkeiten. Auch haben wir einen Volksauftrag lanciert, der besonders auf die Stadt Solothurn abzielt, aber Schluss am Ende auch für den gesamten Kanton gedacht war.»

Wie kann man sich die Organisation der Jungpartei vorstellen?

«Unsere Kantonalpartei ist aufgeteilt in einzelne Sektionen. Mit Solothurn, Olten und Grenchen bilden wir drei verschiedene Regionalsektionen und übergeordnet bildet sich dann die kantonale Sektion. Die Regionalsektion Solothurn beispielsweise, umfasst nicht nur die Stadt Solothurn, sondern auch das politische Geschehen der Jungfreisinnigen im ganzen Wasseramt, Bucheggberg und Leberberg. Bei uns wird nicht so streng nach Gemeinde geteilt, sondern die, in Solothurn zur Schule gehen, sind in der Sektion Solothurn vertreten. Es besteht bei Grenzfällen auch ein gewisser Grad der Selbstbestimmung, in welcher Sektion man tätig ist.

Rechtlich, wie auch politisch, sind wir ein komplett unabhängiger Verein. Nichtsdestotrotz haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Mutterpartei, der FDP. Die FDP ist klarerweise die Partei, welche uns am nächsten steht. Auch haben wir einen Sitz in der Geschäftsleitung der FDP oder werden auch in Projekte mit eingebunden. Aber dies bedeutet nicht gleich, dass wir Jungfreisinnige so stimmen oder so politisieren, wie es die FDP tut, betreffend der einzelnen Sachthemen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und die sollen so auch existieren.»

Wo liegt der grosse Unterschied zur FDP?

«Ein wenig frecher und liberaler zu politisieren, das ist so der Unterschied und sollte auch ein Privileg für die junge Generation, für die Jungfreisinnigen sein. Selbstverständlich immer vernünftig, anständig und fair, aber bei Meinungsverschiedenheiten auf unserer Seite, wird es gerne gesehen, dass wir die auch vertreten und uns einsetzen.»

Was ist so das, was eure Jungpartei auszeichnet?

«Einerseits ist das Dabeisein für mich ein sozialer Grund. Eine Jungpartei ist im Vergleich zu einer Mutterpartei, wie eine FDP, sehr sozial ausgerichtet. Das ist ein sehr wichtiges Element, auch dass unser Verein lebt und aktiv, sowie attraktiv sein kann. Wir machen bei vielen Anlässen mit, kantonal, aber auch interkantonal. Auch international sind wir stehts auf dem Laufendem, was Jungparteien aus anderen Ländern angeht. Gerade bei uns Jungfreisinnigen, ist es die liberale Haltung, die mich sehr reizt.»

Was genau meinst du mit dieser «liberalen Haltung?»

«Im Jungfreisinn gibt es nicht die eine Meinung, sowie wir es von anderen Parteien kennen. Beispielsweise haben wir bei uns Leute, welche einen EU-Beitritt befürworten, dann wieder andere, die sich auf die Seite einer Masseneinwanderungsinitiative wiederfinden. So gesagt haben wir ein breites Spektrum an Meinungen, was ich als sehr interessant, wie auch als sehr wichtig empfinde. Bei uns ist es also durchaus möglich, eine andere Meinung als die anderen zu haben.»

Philipp erklärt, dass diese ausgewogene Meinungsverschiedenheit eine Bestätigung dafür ist, dass er sich in der Mitte politisch Zuhause fühlt. «Durch das weiss ich, dass diese Partei meine Heimat ist», sagt er fest entschlossen. Dies sei für ihn der «liberale Geist». Er erklärt ausserdem, dass natürlich eine gewisse Grundhaltung in der Partei vorhanden ist, was das Gesamtthema Politik betrifft.

Dies liegt bestimmt auch daran, dass sich der Jungfreisinn besonders in der politischen Mitte platziert.

«Genau, das stimmt. Der Freisinn wollte und will, keine Ideologie sein. Die SP und beispielsweise auch die Juso, sind weitgehend sehr ideologisch», sagt Philipp, hinzufügend, dass dies seine persönliche Ansicht sei. «Das Arbeitnehmergesetz ist eines der wichtigsten Gesetze überhaupt, das sehe ich so wie die beiden Parteien. Wenn dann aber der Arbeitnehmerschutz dazu führt, dass die Freiheiten der Arbeitnehmer eingeschränkt werden, ergibt das keinen Sinn mehr. Deshalb finde ich es falsch, wenn man sich zu einer einzigen Ideologie bekennt, egal welche, und dabei die Gegenfaktoren ausser Acht lässt.»

Auf der Homepage des Bundesamtes für Statistik ist ersichtlich, dass die Stimmbeteiligung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Wie kannst du dir das erklären?

«Ich denke das liegt daran, dass unsere Bevölkerung, besonders die jüngere Bevölkerung, etwas überrumpelt wird, mit der ganzen Informationsmenge. In anderen Ländern ist es nur alle vier Jahre möglich, den politischen Kurs zu bestimmen aber in der Schweiz haben wir regelmässig neue Abstimmungen, Bundesbeschlüsse, Wahlen, etc. Das führt dann auch dazu, dass dies für uns zu einer Selbstverständlichkeit wird. Dadurch, so beobachte ich das, ist die Bevölkerung etwas müde davon, ständig über irgendetwas abstimmen zu müssen. Im Prinzip entscheiden wir aber mit jeder Abstimmung über die Richtung, in die sich unser Land in der Zukunft bewegen wird.»

Philipp findet es aus diesem Grund schade, dass sich viele Leute nicht für Abstimmungen oder Wahlen interessieren. Er beobachtet aber auch, dass die Leute nicht unbedingt den Wahlzettel leerlassen, sondern dass sie nicht konstant abstimmen. Heisst also, die Leute stimmen bei Themen ab, welche sie wirklich verstehen und bei denen, welche komplexer erscheinen, stimmen sie nicht ab. Da gibt es auch zwischen den Abstimmungen und Wahlen einen Unterschied. Bei Wahlen kann es schneller vorkommen, dass die Leute sagen, dass ihnen die Kandidaten unbekannt sind und sie deshalb lieber nicht zur Urne gehen. «Wichtig sind die Menschen zu unterscheiden, welche effektiv keine Lust haben, sich an Abstimmungen zu beteiligen und die, die zu einem bestimmten Thema schlicht und weg keine Meinung haben.»

Sollte es dann aber nicht eine Möglichkeit geben, komplexere Themen für die Bevölkerung einfacher zu veranschaulichen?

«Klar wäre es toll, wenn es irgendeine Zauberformel für dieses «Problem» gäbe. Wir versuchen die Themen über Social Media Dienste, wie beispielsweise Facebook oder Twitter, näher an die Leute zu bringen. Meine Freunde auf Facebook werden von meinen politischen Stellungnahmen auch zugespamt, ob sie wollen oder nicht», beginnt Philipp lachend. Über diese Plattformen könnte man vor allem auch die junge Generation besser erreichen, so findet Philipp. «Ein Gerät, welches auf eine solche Plattform zugreifen kann, besitzen die meisten jungen Menschen. Gar mehr, als eine Tageszeitung, was vor zwanzig Jahren auch noch anders war. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, in der Politik mit der Zeit zu gehen.»

Wie hoch schätzt du die Wichtigkeit ein, dass die junge Generation an den politischen Prozessen teilnimmt?

«Ich finde es sehr wichtig. Schlussendlich bilden wir mit unseren Entscheidungen die spätere Zukunft, in der wir und unsere Nachkommen aufwachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die AHV. Solche Sachthemen, wird die ältere Generation halb so stark kümmern, als unsere, da wir mit den Entscheidungen leben müssen. Gerade aus dem Grund ist es wichtig, dass wir jungen Leute in der Politik mitreden, aber auch, weil wir manche Themen bereits besser verstehen, wie die Digitalisierung, welche vor allem von den älteren Leuten verteufelt wird oder auch die Gefahren auf den Social Media Diensten, den Fake-News und vielen anderen Bereichen. Für uns ist es einfacher, diese Bereiche zu analysieren, da wir direkt darin aufgewachsen sind und somit auch einen Wissensvorsprung haben.»

Philipp findet, dass die junge Generation unbedingt eine Stimme braucht und mitreden kann, also nicht nur von aussen her belächelt wird. «Die junge Generation muss die Konsequenzen tragen von den Entscheidungen, die wir heute treffen», wiederholt er.

Wie geht ihr Jungfreisinnige vor, um bei dieser Entwicklung mitwirken zu können?

«Das wichtigste ist für uns, dass wir steht aktiv bleiben. Meine Vorstellung unseres Vereins ist, dass wir intern weitere tolle Anlässe haben, also neben dem politischen auch ein angenehmes Vereinsleben gestalten, ab und zu mal zusammen ausgehen und solche Dinge. Wir wollen Netzwerke knüpfen, die uns aktive Politiker mit solchen Leuten zusammenbringen, welche politisch desinteressiert sind. Auch muss weiterhin darauf geachtet werden, die Inhalte so nahe wie möglich den Leuten zu vermitteln. Man darf nicht auf einer Ebene politisieren, die die Mehrheit der Menschen nicht versteht oder gar nicht erst interessiert, so schafft man einfach keine Nähe zur Politik. Wir versuchen besonders Themen anzuschneiden, die für die junge Generation eher spannend und relevant sein kann. Da wäre zum Beispiel das Vermindern des Aufwandes, um den Führerschein zu bekommen oder das Nachtleben in der Stadt. Das sind Themen, welche bei der jungen Generation auf Interesse stossen. Dadurch merkt man dann auch, dass durch Politik sehr viel verändert werden kann.»

Vielen Dank Philipp, für das interessante Gespräch.

Der Zugang zu Information wird immer leichter. Über das Internet haben wir heute innerhalb von wenigen Sekunden etwas nachgeschlagen, recherchiert oder gar bestellt. Doch wie können wir bei einer so grossen Datenmenge den Überblick behalten? Wie können wir uns im Netz besser schützen? Die seit 2016 existierende Anwendung «SnowHaze» macht es möglich.

Das Thema rund um den Brexit ist zurzeit in vielen Schlagzeilen wiederzufinden. Seit einiger Zeit kommt in der Problemlösung des Brexits eine neue Frage auf: Was passiert mit der offenen Grenze zwischen Irland und Nordirland? Sollten Brexit-Befürworter mit dem Brexit durchkommen, würde aus der derzeitigen offenen Grenze eine EU-Aussengrenze werden. Doch was heisst das für den anhaltenden Frieden auf der Insel? Tize.ch wirft einen Blick hinter die «Irland-Frage».

Vor einer Woche wurde das nordirische Londonderry von einem Autobombenanschlag heimgesucht. Laut der Tagesschau.de vermutet die örtliche Polizei eine Splittergruppe der IRA (Irish Republican Army), welche die Tat verübt haben soll. 90 Jahre lang existierte die IRA auf der irischen Insel und versuchte mit Gewalt eine Vereinigung zwischen der Republik Irland und Nordirland, welches Grossbritannien angehört, zu erzwingen. Seit dem Jahre 2005 ruhen offiziell die Waffen. Dennoch wurden seither immer wieder Anschläge der Terrororganisation verübt. Der Jüngste lässt die Bevölkerung Irlands und Grossbritanniens noch mehr verunsichern. Ist die Debatte um den Brexit Schuld an der neuen, angespannten Lage?

 

Britische Krönung als Zündfeuer für heutige Konflikte

Die „Oglaigh na Eireann“, von Gälisch auf Deutsch übersetzt „Junge Männer Irlands“, wurde laut planet-wissen.de erstmals im Jahre 1916 schriftlich erwähnt. Sie zählt zu den ältesten und bekanntesten Terrororganisationen. Bekannt wurde sie vor allem unter dem Namen «Irish Republican Army», abgekürzt IRA. Der Konflikt zwischen Iren und Briten reicht jedoch bis ins Mittelalter zurück, als Grossbritannien im 12. Jahrhundert einen militärischen Vorstoss auf die irische Insel unternahm. Der damalige König  festigte seine Macht in Irland und krönte sich selbst zum König der Iren. Infolge dessen gab es immer wieder Aufstände der katholischen Iren gegen die britische Besetzung.

 

Irland im Aufschwung des Nationalismus

Im 19. Jahrhundert kam nach der Bildung der Nationalstaaten die Ideologie des Nationalismus auf, welcher sich in manchen Staaten bis hin zum 1. Weltkrieg in den Bevölkerungen zu einem Gemeinschaftsgefühl entwickelte. Gerade der Norddeutsche Bund und Frankreich erlebten die Macht des Nationalismus, als beide Staaten 1870 gegeneinander in den Krieg zogen. Auch Grossbritannien, im Besonderen die irische Insel, wurde von dieser Ideologie heimgesucht. Im Jahre 1913 gründeten sich die «Irisch Volunteers», welche ab 1919 unter ihrem neuen Namen «Irische Republikanische Armee» als legitime Armee unter den Iren galten. Die IRA übernahm den Unabhängigkeitskampf von 1919 bis 1921 gegen die britische Herrschaft, durch welchen Irland an den Status eines Freistaates innerhalb des britischen Königreiches gelangte.

 

Machtkampf zwischen Katholiken und Protestanten

Im Jahre 1949 wurde die Republik Irland offiziell gegründet – und vom Norden abgetrennt. Die sechs Grafschaften von Nordirland blieben britisches Staatsgebiet. Im neuen Nordirland lebten die Protestanten in der Mehrheit, was dazu führte, dass katholische Iren vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen wurden und ihnen die Teilhabe an der Politik verweigert worden ist. Die IRA sah da die Chance, sich als Schutzmacht der Katholiken in Nordirland etablieren zu können. Während der Bürgerrechtsbewegungen in den 1960er und 1970er Jahren bekam die Terrororganisation grossen Rückhalt in der katholischen, nordirischen Bevölkerung. Dies löste aus, dass sich bald auch auf der protestantischen, nordirischen Seite terroristische Untergrundorganisationen formten, wie die Ulster Volunteer Force (UVF).

 

Von der Armee zur Untergrundorganisation

Im Vergleich zu heute, war die IRA in Irland zu Beginn des 20. Jahrhundert und in Zeiten der Bürgerrechtsbewegung sehr angesehen. Die IRA versucht bis heute mit Waffengewalt eine Vereinigung der Republik Irland und dem britischen Nordirland herbeizuführen. Dies durch Bombenaschläge auf Ziele aller Art. Meistens hatten die Anschlagsorte aber auch einen symbolischen Hintergrund, wie beispielsweise religiöse Gebäude oder Regierungshäuser. Im Juli 2005 ordnete die Führung der IRA an, alle Waffen niederzulegen und die Gewalt zu beenden. Geplant war, dass sich die Mitglieder der Terrororganisation mit friedlichen Mitteln am politischen Geschehen auf der irischen Insel beteiligten. Die Ruhe hielt nicht lange, bis die IRA nach nur sieben Monaten erneut Anschläge verübte.

 

Der Brexit – neuer Zündstoff für die Terrororganisationen?

Die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland ist heute, gerade wegen den Ereignissen in der Vergangenheit, weitgehend offen. Bedeutet, dass sich die irische und nordirische Bevölkerung frei auf der Insel bewegen darf und sich keinen Grenz- und Zollkontrollen unterziehen muss. Sollte Grossbritannien im März aus der EU austreten, wie es der Brexit vorsieht, würde die Grenze zu einer Aussengrenze werden, was neue Grenz- und Zollkontrollen, sowie keine Personenfreizügigkeit zwischen den beiden Staaten mehr bedeuten würde. Nach Nau.ch, will die EU aber, dass nach dem Austritt Grossbritanniens weder Schlagbäume und Grenzzäune auf der irischen Grenze entstehen, um den Frieden auf der Insel garantieren zu können. Eine weitere Möglichkeit stellt der «Backstop» dar, der die offene Grenze der Insel auch beim Durchkommen des Brexit bestehen lässt. Doch auch dieser Vorschlag wurde verworfen. Beobachter sind sich einig: Sollte die Grenze zwischen Irland und Nordirland geschlossen werden, würde der Konflikt neu angeheizt werden, wobei  die IRA vielleicht auch nicht vor der Gewalt zurückschrecken würde.

 

Am Samstag protestierten Demonstranten an der Grenze gegen eine neue Trennungslinie. «Wir werden die Grenze nicht tolerieren», wurde ein Demonstrant nach der Aargauer-Zeitung von der britischen Nachrichtenagentur PA zitiert. Die Frage, wie es mit dem Knackpunkt Irland in den Brexit-Verhandlungen weitergeht, bleibt offen. Klar ist, dass eine Lösung gefunden werden muss, bei der die Bevölkerung von Irland und Nordirland friedlich auf der Insel zusammenleben kann.

Quelle: Planet Wissen

Der 13. Januar, für die meisten ein gewöhnlicher Tag. Doch für Fasnächtler und Fasnächtlerinnen ein Feiertag, welcher den Beginn der Fasnacht terminiert. Was bedeutet der Hilari in seinem Ursprung? Welche Hintergründe hat das Fest für Fasnächtler/innen? Tize.ch wirft einen Blick hinter die Kulissen des Feiertags.

Vor allem in der Stadt Solothurn wird der Hilari ausgiebig gefeiert. In der Barockstadt hat die Fasnacht eine langjährige und wichtige Bedeutung. Die historischen, fasnächtlichen Tätigkeiten in Solothurn sind bis ins Mittelalter zurückzuführen. Nach der Website Lebendige Traditionen, gilt der Hilari seit 1853 als Fasnachtsfeiertag. Am gestrigen Tag fand die traditionelle Proklamation in der Altstadt statt. Mit rückblickend närrischen Worten wird hier auf das vergangene Jahr geschaut. Ausserdem wird die Rathausgasse, zur «Eselsgasse» umgetauft. Am Abend fand gestern anschliessend ein Platzkonzert auf dem Amthausplatz Solothurns statt. Dann folgte eine «Hilari-Party» der Weihere Schränzer Riedholz in der Solothurner Reithalle.

 

Der heilige Hilarius als Patron der Solothurner Fasnacht

Ursprünglich findet sich das Wort «Hilari» im Lateinischen als «fröhlich und «heiter» wieder. Der Heilige Hilarius von Poitiers wurde am 13. Januar im Jahre 367 in Poitiers beigesetzt. Seit 1851 gilt sein Beisetzungstag als Feiertag. Die Narrenzunft Honolulu, die älteste und wichtigste Zunft der Solothurner Fasnacht, hielt ab dem Jahre 1853 ihre Generalversammlungen ab. So konnte sich der Hilari immer mehr in die Tradition der Solothurner Fasnacht etablieren.

 

Die Gegensätze der Solothurner Fasnacht  

In der ganzen Schweiz wird die Fasnacht gefeiert. Bekannt für ihre jährlichen Festigkeiten sind Städte wie Luzern und Basel. Aber auch die Solothurner Fasnacht erhält immer grösseren Zuwachs und zunehmende Popularität. In den meisten Schweizer Orten gilt der 11. November als Beginn der Fasnacht. Doch der Hilari bleibt am 13. Januar in der Stadt Solothurn und überhaupt im gesamten Kanton, der Beginn der sogenannten «5. Jahreszeit». Nach den Festlichkeiten des Hilari, dauert es eine Weile, bis die Solothurner und Solothurnerinnen die Fasnacht ausgiebig feiern können. Als offizieller Beginn der Fasnachtswoche gilt hier der schmutzige Donnerstag, welcher dieses Jahr erst auf den 28. Februar fällt. Nach einer knappen Woche endet die 5. Jahreszeit am Aschermittwoch. Die Zeit zwischen Hilari und dem schmutzigen Donnerstag wird mit Vorbereitungen und Vorfreude überbrückt. So finden zahlreiche Events der einzelnen Guggen satt, die Fasnachtsgruppen nutzen die Zeit, um ihre Kostüme zu gestalten und die Wagenbauzünfte bauen ihre grossen, prächtigen Wagen.

 

Eine kontroverse Jahreszeit

Selten wird über traditionelle Anlässe so spekuliert, wie über die Fasnacht. Während für viele die 5. Jahreszeit als kultureller Anlass gilt, so wird der Event von Kritikern als «Saufgelage» betitelt. Bereits im Mittelalter galt die Fasnacht als «Freipass», alles tun zu dürfen, worauf man in der Fastenzeit verzichten musste. Vor allem galt damals der Konsum von Fleisch als Luxusgut, welches man fast nur an der Fasnacht geniessen konnte. Natürlich wurde darunter auch der Konsum von Alkohol und der Geschlechtsverkehr gezählt.

Auch wenn noch in der heutigen Zeit viel an der Fasnacht getrunken wird, hat sich der Sinn der 5. Jahreszeit geändert. Gerade in Solothurn werden unter Fasnachtsgruppen die beiden Umzüge am Fasnachtssonntag und Fasnachtsdienstag als friedlichen Wettbewerb angesehen. Es geht darum, schöne, bunte Kostüme unter kreativen Mottos zu gestalten. Die Wagenbauzünfte bauen jedes Jahr grosse, schöne Wagen, welche von Jahr zu Jahr immer detaillierter und prunkvoller werden. Gerade Guggenmusiken und Tamburen haben in Solothurn an der Fasnacht ein striktes Programm. Jeden Tag in der Fasnachtswoche ziehen sie durch die Gassen und präsentieren ihre neu einstudierten Lieder, welche sie meist innerhalb eines Jahres fleissig geprobt haben. Klar gilt die Fasnacht als Zeit, in der sich die Menschen ein wenig gehen lassen können. Dennoch steckt heute ein kultureller Sinn dahinter, dem sich Mitglieder und Besucher erfreuen können.

Bist du begeisterte(r) Fasnächtler(in) ? Schreibs uns in die Kommentare!

Eine ganze Woche alt ist das neue Jahr. Die ersten Vorsätze und Versprechen sind schon gebrochen, die erste Zigarette nach dem «Rauchverbot» geraucht, das erste Bier getrunken und vielleicht hat statt des vorgenommenen Lernens doch ein Netflix-Abend stattgefunden? Neujahr – Es bringt uns alle dazu, über unsere Leben nachzudenken und einen Neuanfang zu wagen. Doch wie sinnvoll sind solche Entscheidungen zum Jahreswechsel wirklich?

Alle kennen es: Die Frage beim Wiedererscheinen nach den Ferien bei der Arbeit oder in der Schule: «Und, was für Vorsätze für das neue Jahr hast du dir gesetzt?» Der eine beschliesst, weniger zu rauchen, die andere weniger zu trinken. Manche wollen mehr Sport treiben, andere wollen wieder etwas weniger Gewicht auf die Waage bringen. Solche Entscheidungen werden häufig dann getroffen, wenn sich das alte Jahr dem Ende neigt. Doch weshalb?

 

Neues Jahr, neues Glück

Viele betrachten das neue Jahr als Gelegenheit, sich zu ändern und einen Neuanfang zu wagen. Der Wille dazu ist beim Jahreswechsel ziemlich gross. Es bestehen schliesslich noch 365 Tage Zeit, die Vorsätze und Ziele zu erreichen. Die Sparte der Vorsätze ist gross. Bei manchen geht es um gesundheitliche oder soziale Aspekte, andere setzen sich Ziele, die sie im neuen Jahr erreichen wollen. Laut Statista wollten die meisten Deutschen im vorherigen Jahreswechsel, also im Jahre 2018, den Stress abbauen und mehr Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen. Auch der beliebte Vorsatz, mehr Sport zu treiben, fand im letzten Jahr grossen Anklang.

 

Wie gelingen Neujahrsvorsätze?

Klar ist, dass Vorsätze nur gelingen und man Ziele nur erreichen kann, wenn man sich darum bemüht. Man hat nicht innerhalb von wenigen Tagen fünf Kilo abgenommen, nicht in einem Monat aufgehört zu rauchen oder zu trinken. Daneben gibt es immer wieder Rückschläge, welche einem entmutigen können. Je kürzer das Jahr wird, desto schwieriger ist es, am Ball zu bleiben. Nach dem Gesundheitsblog.at machen Vorsätze nur Sinn, wenn sie «smart» sind, also keine zu grossen und unmöglich erscheinende. Auch hilfreich ist es, wenn man im Familien- und Freundeskreis nach Gleichgesinnten sucht, welche gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen. Smarte Neujahrsvorsätze sind auch mit dem «SMART-Acronym» zu filtern. Dieses besagt, dass gute Neujahrsvorsätze spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sein sollten. Wichtig ist auch, dass man sich dessen bewusst ist, dass die Ziele nur für sich selbst und nicht für andere erreicht werden.

 

Das neue Jahr als einziger «Neuanfang»?

Zu glauben, dass das neue Jahr als einziger Grund für einen Neuanfang darstellt, ist wiederum unsinnig. Das ganze Jahr über ist es möglich, sich neue Ziele zu setzen und diese zielstrebig zu erreichen. Auch ein Neuanfang kann immer wieder gewagt werden. Wenn man beispielsweise merkt, dass etwas an der aktuellen Situation geändert werden sollte, kann dies jederzeit getan werden. Klar macht es Sinn, sich zum neuen Jahr Gedanken zu machen, zu überlegen, was man erreichen möchte. Andererseits sollte dabei nicht vergessen gehen, in der Gegenwart zu leben und das Leben so zu nehmen, wie es eben kommt.