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Cyrill Pürro

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Der Zugang zu Information wird immer leichter. Über das Internet haben wir heute innerhalb von wenigen Sekunden etwas nachgeschlagen, recherchiert oder gar bestellt. Doch wie können wir bei einer so grossen Datenmenge den Überblick behalten? Wie können wir uns im Netz besser schützen? Die seit 2016 existierende Anwendung «SnowHaze» macht es möglich.

Livio Mutti, auch genannt «Livio Cajugi», ist bereits in der Schweiz und sogar in Portugal im Rahmen elektronischer Musik als DJ aufgetreten. Im Frühling 2016 veröffentlichte er seine erste Single «I Belong to You». Sein Ziel war es nie, durch die Musik berühmt zu werden. Für ihn ist sein Hobby richtige Leidenschaft.

«Die Musik, die ich liebe, den Leuten vermitteln», antwortete Livio Mutti auf die Frage, was er von Beginn an mit seiner Musik erreichen wollte. Der 21-jährige Taggeldspezialist kam schon früh in die Berührung der Welt der Musik. Mittlerweile mixt und spielt er in seiner Freizeit seine eigene Musik, ganz im Stile der heutigen Zeit.

 

Livio, wie bist du darauf gekommen, Musik zu machen?

«Mich hat viel dazu bewegt, Musik machen zu wollen. Ein wichtiger Faktor ist mein Taktgefühl, welches mich beim Komponieren oder Mischen gut unterstützt. Begonnen habe ich mit dem Klavier. Später kamen dann auch das Keyboard und das Xylophon hinzu. Das Praktische an Tasteninstrumenten ist, dass man das Klavier quasi als Grundlage nehmen kann. Sobald man Klavier spielt, liegen einem  die anderen Instrumente viel besser.»

 

Welche waren deine ersten Schritte?

«Begonnen hat alles, als ich mir eine CD vom Künstler «Basshunter» gekauft habe. Von ihm war ich eine lange Zeit lang sehr begeistert. So kam ich also langsam mit der elektronischen Musik in Berührung, damals im speziellen mit der Untergenre «Hands up». Basshunter wurde zu meinem Vorbild. So begann ich dann auch selber, mich an Hands up zu versuchen.»

 

Wie ging es dann weiter?

«Es gab dann plötzlich eine Phase, in der ich in Richtung EDM, Bigroom-House gerutscht bin. In diesem Genre sind heute viele der berühmten DJ`s anzutreffen, wie beispielsweise Martin Garrix, Hardwell, Armin van Buuren, Calvin Harris, Tiësto, usw. In den fünf, sechs Jahren, in denen dieser Stil enorm beliebt war, hat sich das so entwickelt, dass plötzlich alle DJ`s solche Lieder spielten. Als DJ muss man sich auch ein wenig an die Zeit anpassen. So haben wir auch zu viert in den Räumen unseres Jugendtreffs begonnen, EDM und Bigroom-House zu mixen und stundenlang geübt. So kam dann später auch meine erste Single «I Belong to You» zu Stande, welche ich in Zusammenarbeit mit dem Musiklabel komponiert habe.»

 

Wie reagiert dein Umfeld auf deine Musik?

«Wenn mich jemand auf meine Musik anspricht, dann eher auf das Auflegen und nicht auf das eigene Produzieren von Musik. Die Leute kennen mich eher dadurch, da ich gerade in der Schweiz, beispielsweise an der Herbstmesse in Solothurn oder in diversen Bars und Clubs viel aufgelegt habe, sowie auch schon in Lausanne, Zürich und Luzern. In Lausanne, im MAD-Club, durfte ich unter den Top 83 aller DJ`s mitmischen. Das war für mich ein grosser und schöner Moment zugleich», erzählt Livio in Gedanken schwelgend.

«Früher habe ich sehr viel aufgelegt, noch bevor ich ein halbes Jahr nach Rom ging, um dort ein Sprachstudium zu machen. In Rom habe ich dann gemerkt, dass es für mich wichtigere Dinge neben dem Auflegen gibt, wie beispielsweise Familie, Freunde oder eigene Musik zu machen», fügt er hinzu.

 

Dann hast du also sozusagen vor, vom Auflegen zum Selberproduzieren zu wechseln?

«In der Tat ist das Thema sehr gross, vermehrt eigene Tracks zu kreieren. Auch mein DJ-Partner «Barrex», mit dem auch an der Herbstmesse Solothurn zusammen aufgelegt habe, spricht mich des Öfteren darauf an. Zurzeit sind wir zusammen am Ausprobieren von verschiedenen Beats und Genres. Neulich habe ich ein paar Afro-Trap Beats gemacht, ein anderes Genre, welches ich so ein wenig für mich entdeckt habe. An Techno und Techhouse-Beats habe ich mich auch ausprobiert. Bis jetzt ist leider noch kein neuer Track entstanden, den man der Menge präsentieren könnte.»

 

Wie sieht dein Plan für die Zukunft aus?

«Sicher nicht mehr viel aufzulegen. Klar, es macht sehr viel Spass, aber immer in der Disco oder in der Bar zu sein ist meines Erachtens nicht sehr erfüllend. Ich möchte mich auf meine eigene Musik konzentrieren und mich so irgendwie entwickeln.»

Vielen Dank Livio, für das spannende Interview.

 

 

«Bella ciao!», ein Lied, erstmals gesungen von italienischen Arbeiterinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Rund 73 Jahre später ist das Protestlied in Bars und Clubs an jeder Ecke zuhören. Was steckt hinter «Bella ciao»? Wie schaffte es ein altes Lied eine neue Generation in den Bann zu ziehen?

«Una mattina mi son alzato, o bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao!» Das ist die erste Strophe des Partisanenlieds «Bella ciao», wieder bekannt geworden durch die spanische Serie «Casa de Papel» (auf Deutsch «Haus des Geldes»), welche seit dem Jahre 2017 ausgestrahlt wird. Seit dem Erscheinen der Serie wurde das Lied von diversen DJ`s in Form von Remixen gecovert. Das Partisanenlied findet heute einen grossen Anklang und wurde zum Sommerhit.

 

Ein Lied prägt ein gesamtes Jahrhundert

Seinen Ursprung findet das Lied im frühen 20. Jahrhundert. Damals wurde das Lied von italienischen Reispflückerinnen gesungen, welche sich gegen die harten Arbeitsbedingungen auflehnten, so berichtet MDR Kultur. Später wurde das Lied von italienischen Partisanen im Widerstand gegen Benito Mussolini und Adolf Hitler im 2. Weltkrieg eingesetzt. Italien war unter Diktator Mussolini im 2. Weltkrieg mit Hitler und dem Dritten Reich verbündet und wurde somit faschistisch regiert. Schnell wurde das Lied bei Partisanen in ganz Europa, später in der ganzen Welt, als Widerstandslied gegen die faschistischen Regierungen in Gebrauch gesetzt.

Gerade in der UdSSR (Union der sozialistischen Sowjetrepubliken), wurde das Lied populär. Nach der Russischen Revolution im Jahre 1917 wurde auch «Bella Ciao!» in das Repertoire des Chors der roten Armee, heute auch bekannt unter dem «Alexandrow-Ensemble», eingeführt. Der Chor sang das Lied in der Originalsprache, auf Italienisch, an vorderster Front.

 

Das Comeback der revolutionären Hymne

73 Jahre nach dem Sieg der Alliierten und der UdSSR über das Dritte Reich, feiert das Partisanenlied durch den Beginn der Ausstrahlung der Serie «Casa de Papel» regelrecht ein Comeback. Die momentan laufende Serie ist laut Netflix bereits die meistgesehene nicht-englischsprachige Serie auf ihrem Portal. Der erste Auftritt des Liedes findet in der 15. Episode der ersten Staffel statt. Die Episode wurde am 23. November ausgestrahlt. Es dauerte nicht lange, bis der erste DJ das Lied für einen Remix verwendete. Florent Hugel, auch bekannt unter «DJ Hugel», machte mit seinem Remix das alte Partisanenlied zum Sommerhit 2018. Auf seinen Remix folgten weitere von anderen DJ`s aus aller Welt. Der neuste Remix wurde vom niederländischen DJ Robert van den Corput, auch bekannt unter seinem DJ-Pseudonym «Hardwell», entwickelt. Dies in Zusammenarbeit mit einem anderen Elektrokomponisten namens «DJ Maddix».

Auch besonders bei jungen Leuten findet das Lied grossen Anklang. Gerade im Ausgang wird das Lied gerne mal gesungen. Der Grund ist wahrscheinlich vor allem die Melodie des Liedes, denn tatsächlich ist vielen gar nicht bewusst, woher das Lied stammt und was die Strophen genauer zu bedeuten haben.

 

Die wirkliche Bedeutung von «Bella ciao»

Das Lied ist, wie oben im Text bereits erwähnt, ein ehemaliges Arbeiter- und Partisanenlied. Es diente den Arbeiterinnen und später den Partisanen im 2. Weltkrieg als «gemeinsames etwas», als gemeinsames Lied, welches die Aufständischen miteinander verbunden hat. Der Kontext bezieht sich nach ze.tt auf die Menschen, die im Widerstandskampf ihr Leben gelassen haben und werden somit als Helden und Heldinnen gefeiert. Bei der Auffassung und Bedeutung des Liedes kommt es darauf an, welchen Ort und welche Zeit man als Ausgangspunkt nimmt. Die Originalversion aus Italien wirkt wie eine Klage, eine Klage nach Freiheit und der Vereinigung zwischen den Menschen, um etwas verändern zu können. In der früheren UdSSR wurde die Version der roten Armee von «Bella ciao» besonders durch Instrumente des Orchesters unterstrichen. Dies verleiht einem beim Zuhören etwas Heroisches, Verehrendes. Gleichzeitig wurde versucht, durch die starken, männlichen Stimmen, Macht und Furcht wiederzugeben. «Bella ciao» wurde also in der UdSSR auch als Militärmarsch und zu Propagandazwecken verwendet.

 

Casa de Papel und «Bella ciao»

Doch wie steht das Lied mit seiner Geschichte und der Serie in Zusammenhang? Das Lied wurde von den Machern der Serie nicht per Zufall gewählt. In der Serie findet ein gut ausgedachter und geplanter Überfall statt, dessen Drahtzieher der sogenannte «El Profesor» (gespielt von Álvaro Morte) ist. In seiner Vergangenheit spielte «El Professor» das Lied gerne, da sein Grossvater in Italien als Partisan gegen die faschistische Regierung gekämpft hat. Deshalb wurde das Lied dann auch zur Hymne innerhalb der Serie.

 

«Bella ciao!», ein Lied, welches über Generationen weitergetragen wurde, durch schwere und leichte Zeiten hindurch Menschen inspiriert und Mut gespendet hat, egal ob zur Freude oder zur Trauer. Ein Lied, welches uns wohl noch lange erhalten bleibt.

  1. Elf Museen, elf Brunnen, elf Kirchen und elf Kapellen. Die Zahl Elf ist in der Stadt Solothurn des Öfteren vertreten und wurde zum Wahrzeichen. Doch wie kam es dazu, dass sich bis heute Solothurner und Solothurnerinnen mit dieser Zahl identifizieren? Der zweite Teil der Reihe «So tickt SO!», über den Mythos der Zahl 11.

«Es lit es Stedtli wunderhübsch am blaue Aarestrand. S`isch immer eso gsih, s`isch immer eso gsih!» Das sind die ersten Strophen des sogenannten «Solothurner Liedchen», dessen Melodie täglich jeweils um 11:00, 12:00, 17:00 und 18:00 Uhr erklingt, ausgelöst von der stadtbekannten Solothurner Uhr. Und wie viele Ziffern besitzt sie? Natürlich, elf! Nicht nur in der Solothurner Uhr ist diese Zahl auf eine spezielle Art und Weise vertreten. Woher kommt dieser Mythos, um den sich zahlreiche Gerüchte und Vermutungen kreisen?

Mythische Sagen

Um die Entstehung dieses Mythos ranken sich die verschiedensten und skurrilsten Sagen. Eine Beliebte stammt aus dem Buch «Leben am Jurasüdfuss». Nach einem Dokument der Solothurner Stadtrundgänge handelt die Sage von einem Dörfchen, welches Solothurn hiess. Die Einwohner waren alle bereits des älteren Alters und es gab keine Kinder im Dorf. Auch gab es kein Licht und es war stets dunkel auf den Strassen des Dörfchens. Die Sage besagt, dass die Bewohner des Dorfes keinerlei Freude empfanden oder wussten, was es hiess, zu lachen. Eines Tages erkannte die Elfenwelt, in welcher Situation sich die Solothurner und Solothurnerinnen befanden und ihr Meister beschloss, genau elf Elfen loszuschicken, die als Kinder verkleidet waren, um den Bewohnern zu zeigen, was es hiess, Freude und Glück zu empfinden. Von da an erfreute man sich wieder über das Leben in Solothurn. Die Frauen brachten Kinder zur Welt und das Dorf wuchs an, bis es eine Stadt wurde.

Der Sage nach, wurden als Dank die 11 Brunnen, 11 Kirchen, 11 Kapellen, etc. erbaut und den Elfen gewidmet.

Verewigung der Zahl 11

Diese «heilige Zahl», wie sie im Solothurner Munde gerne genannt wird, ist in allem möglichen vertreten. Der Architekt der St. Ursenkathedrale Gaetano Matteo Pisoni war von diesem Mythos, welcher bereits zu seiner Zeit in vollem Gange war, so begeistert, dass er sie auch in seinem Bauwerk verewigen wollte. Die St. Ursenkathedrale besitzt bis hin zur Pforte 33 Stufen, verteilt auf 3 Ebenen, also jeweils 11. Laut solothurn-city.ch, misst der Glockenturm 6 x 11 Meter und beinhaltet 11 Glocken. Innerhalb der Kathedrale wurden 11 Altäre eingebaut, die Anzahl der Pfeifen der Orgel ist durch 11 teilbar und viele weitere Elemente, die auf die Wichtigkeit dieser Zahl hinweisen, sind in der Kathedrale anzufinden. Interessanterweise betrug auch die Bauzeit der Kathedrale 11 Jahre, von 1762 bis 1773.

Die 11 Brunnen sind eine weitere Form der Verewigung der Zahl 11. Aufgrund des Reichtums des Ambassadors zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, wurden diese reichlich beschmückt. Im Vergleich mit den Flächen anderer Städte der Schweiz, wurde Solothurn die «Brunnenreichste», da sich die Menge der 11 Brunnen nicht so gut auf die nicht allzu grosse Fläche Solothurns verteilt.

Prägung bis in die heutige Zeit

Nicht nur in den Bauwerken der Stadt ist die Zahl 11 anzutreffen. Beispielsweise im Namen der Kinderguggenmusik «Öufischränzer», dem Club «eleven» oder einer Firma namens «IMMO-11». Aber auch im Kulinarischen macht diese «heilige Zahl» nicht halt. So ist das sogenannte «Öufi-Bier» schweizweit bekannt. Das Solothurner Bier wird in der eigenen «Öufi-Brauerei» in der Stadt hergestellt. Die Brauerei besitzt ebenfalls eine Beiz, in der es möglich ist, das «Öufi-Bier» in all seinen Variationen zu probieren. Auch ein spezieller «Öufi-Whiskey», darf da natürlich nicht fehlen. Auch in der «11i-Schockolade» ist die Ziffer verewigt. Ausserdem muss die Zahl 11 nicht unbedingt gross auffallen. Manchmal ist sie auch versteckt, wie zum Beispiel in Speisekarten der Restaurants als kleinen «Gag» oder als Anspielung an den Mythos. Ebenfalls wird auch das Infanterie-Bataillon 11 der Schweizer Armee als «Solothurner-Bataillon» bezeichnet.

Solothurn und die 11, eine ewige Liebe?

Bis heute konnte nicht erklärt werden, weshalb die Solothurner Bevölkerung eine so grosse Liebe zur Zahl 11 pflegt. Klar ist, dass die Erklärung dafür bis ins Mittelalter zurückreicht. Des Weiteren konnten nur Vermutungen angestellt werden, was die Herkunft der Zahl 11 betrifft. Die Bürgerschaft der Stadt zu Gründungszeiten Solothurn, war in 11 Zünfte gegliedert. Der erste Rat, welcher die Stadt in der Eidgenossenschaft stellen durfte, beinhaltete ebenfalls 11 Mitglieder. Möglicherweise begann die Bevölkerung aufgrund dieser beiden und zahlreichen weiteren «11er-Beziehungen», bewusst, wie auch unbewusst, diese «Liebe» zur Zahl 11 zu pflegen und immer mehr in die Kultur zu übernehmen. Eine Liebe, die vermutlich noch lange halten wird.

«Wir wollen das Nachtleben in Solothurn zurück» Mit diesem Motto wurde im Mai 2017 die Facebook-Gruppe «Pro nightlife Solothurn» gegründet. Aufgrund von nicht vorhandenen Bewilligungen, war es für die Solothurner nicht mehr möglich, Partys der bekanntesten Partyveranstalter der Stadt zu besuchen. Wie kam es dazu und wie sieht die Situation heute aus?

«Sorry Partypeople», diese Nachricht erreichte im Frühjahr letzten Jahres die Solothurner. Laut einer Ausgabe der Solothurner Zeitung letzten Jahres sind Partyveranstalter und Barbetreiber eingeschränkt, seitdem die Stadt Solothurn für die Regelung von nächtlichen Anlässen innerhalb der Stadt zuständig ist und nicht mehr der Kanton. Nun ist es notwendig für Partys und Öffnungszeiten, die am Wochenende über die Limite von 02:00 Uhr gehen, eine Bewilligung einzureichen. Doch warum ist es für die «Partypeople» von Solothurn nicht mehr möglich, länger feiern zu gehen?

Abschaffung von Freinachtkontingenten

Ein Grund dafür ist, dass früher bei Baubewilligungen innerhalb der Stadt der zeitliche Rahmen der Öffnungszeit bis auf 02:00 Uhr festgelegt worden war. Mit dem neuen Gesetz, welches bereits letztes Jahr in Kraft trat, ist es also für Veranstalter, welche in solchen Gebäuden ihre Lokalitäten besitzen, nicht mehr möglich, über diese Grenze hinaus geöffnet zu haben. Freinachtkontingente, welche jedem Nachtgastronomiebetreiber für eine bestimmte Zahl an späteren Schliessungszeiten zustehen, werden in der Stadt Solothurn nun abgeschafft, so wurde sogar im Tagesanzeiger darüber berichtet. Ebenfalls wird die Schliessungszeit unter der Woche verkürzt, sowie auch die an den Wochenenden. Barbetriebe dürfen in ihren Lokalen nicht mehr bis um 04:00 Gäste empfangen. Nur noch mit einer Bewilligung, welche vorerst von mehreren Gremien abgesegnet werden muss, ist dies möglich.

Laut Philipp Eng, dem Präsident der Jungfreisinnigen Solothurn, war es vor der Abschaffung des Gesetzes für die Bar- und Restaurantbetreiber möglich, telefonisch mit der Stadtpolizei Kontakt aufzunehmen und die Bitte anzubringen, ihre Lokalitäten länger geöffnet zu haben. Die schlussendliche Entscheidung lag dann bei der Polizei, die die Situation für die einzelnen Abende besser einschätzen konnte.

Die Gastronomie ist besonders betroffen

Gemäss dem Jungpolitiker, habe jeder Betreiber um die 20 Kontingente besessen, die er nach seinem Belieben über das Jahr verteilt einsetzen konnte. Dies sei vor allem in warmen Sommernächten praktisch gewesen, an denen am meisten Menschen den Quai nahe der Aare, genannt «das Mürli», aufsuchen. So konnte spontan entschieden werden, die Lokalität länger geöffnet zu haben und somit den Kunden und Kundinnen einen Ort zu bieten, an dem sie sich länger treffen konnten. Unter den Partyveranstaltern ist unter anderem auch die Bar «Solheure» besonders betroffen. Noch bis zum April letzten Jahres war für die Veranstalter möglich, ihre Lokalität bis um 04:00 Uhr geöffnet zu haben. Doch plötzlich war dies nicht mehr möglich und eine bevorstehende Party musste sogar kurzfristig abgesagt werden. «Das Solheure war bisher fälschlicherweise der Meinung, dass diese Regelung erst ab 2018 nach Ablauf der zweijährigen Übergangsfrist für das neue Gesetz gültig sei», wird in einem Beitrag auf der Facebookseite des Solheures erklärt.

«Gemeinsam gegen Partysterben!»

Nun schaltet sich auch Stück für Stück die Bevölkerung Solothurns ein und wehrt sich mit der Gründung einer Facebook-Gruppe gegen das «Partysterben». Die Facebook-Gruppe «Pro nightlife Solothurn» fasst heute bis zu 1500 Likes. Die Befürworter des Solothurner Nachtlebens haben es satt, dass immer weniger Bewilligungen der Behörde für das Nachtleben ausgesprochen werden. So wird der Beweggrund für die Gründung einer solchen Gruppe in der Info auf ihrer Facebookseite dargelegt. «Gemeinsam gegen Partysterben!», so lautet ihr Slogan.

Nicht nur die Bevölkerung, auch die verschiedensten Jungparteien von rechts bis links, beispielsweise die Jungfreisinnigen, die Junge CVP, die Junge Grüne oder die SVP, haben sich zusammengetan und einen sogenannten «Volksauftrag» erarbeitet. In diesem Volksauftrag wird der Regierungsrat dazu beauftragt, Anpassungen im Wirtschafts- und Arbeitsgesetz vorzunehmen, die den Städten und Gemeinden des Kantons Solothurn mehr Spielraum in Sachen des Nachtlebens bieten. Die Parteien begründeten dies mit der Entmachtung des freien Umgangs mit Öffnungszeiten der einzelnen Städte und Gemeinden. Laut den Initianten habe die Möglichkeit der Kontingente eine Kompromisslösung für Bewohner von jung bis alt gebildet. Auf der einen Seite, würde den kulturell interessierten und partyfreudigen Leuten Lokalitäten geboten und auf der anderen Seite, würden auch diejenigen geschützt, die in der Nacht ihre Ruhe haben wollen, da dank der begrenzten Anzahl der Kontingente nicht jede Nacht länger gefeiert werden würde. Ausserdem biete das Nachtleben eine Attraktivität für die Stadt Solothurn und wäre ein wesentlicher Bestandteil im Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden und Städten. Die Jungparteien, die diesen Volksauftrag erarbeiteten, erachten wegen den momentan geltenden Gesetzgebungen das Solothurner Nachtleben als nicht attraktiv.

Wie geht es weiter für die «Partypeople» von Solothurn?

«Klar ist, dass es immer Leitragende gibt, die durch eine neue Gesetzgebung eingeschränkt werden. Die Frage ist halt, welcher Seite mehr Gewichtung zu geben ist. Beispielsweise muss mit gewissen Lärmbelästigungen gerechnet werden, wenn man mitten in einer Stadt lebt. Sei es eine kleinere Stadt, wie Solothurn oder eine grössere, wie Zürich, Basel, etc. Eine Stadt ist nun mal eine Stadt und demnach auch lauter, als ein Dorf irgendwo auf dem Land», findet Philipp Eng. «Gewissermassen hat man bei jedem Volksauftrag Interessensverschiedenheiten, die es abzuwägen gilt. Wir hätten auch eine Verlängerung der Öffnungszeiten anfordern können, aber wir wollten den Kompromiss und haben uns so für die Freinachtkontingente entschieden, um nicht nur für eine Seite eine Lösung zu finden», erklärt Philipp zudem.

Der Volksauftrag muss vorerst vom Kantonsrat abgesegnet werden. Von da an ist es für die Anwohner, die sich aufgrund des Lärms gestört fühlen, möglich, ein Referendum zu ergreifen und zu versuchen, die neue Gesetzgebung zu unterbinden. An der Gemeindeversammlung werden über solche Volksaufträge abgestimmt, dort ist es auch für die Gegnerseite möglich, dagegen zu stimmen und den Volksauftrag zu unterbinden. Die Hoffnung geben aber die Jungparteien, sowie die Bar- und Restaurantbetreiber, nicht auf.

Man hört in der Politik immer wieder von «Rechts» oder «Links». Doch welche Parteien sind eher rechts oder eher links? Was bedeutet es überhaupt, sich als rechts oder links zu bezeichnen? Tize.ch versucht dir deine Antwort auf die Frage «Bist du rechts- oder linksorientiert?» bei Alltagsgesprächen zu erleichtern.

So tickt SO!, die neue Serie auf Tize.ch. Ab heute gibt es jeden Donnerstag einen neuen Beitrag über die Stadt Solothurn und ihrer Umgebung. Zu Beginn dieser neuen Serie, starten wir mit einem kleinen Rundgang durch die Fakten der ältesten und schönsten Barockstadt der Schweiz.

Mit seinen knapp 17`000 Einwohnern zählt Solothurn zu den eher kleineren Städten der Schweiz. Auch beläuft sich die Fläche auf nur ca. sieben Quadratkilometer. Im Vergleich mit der Stadt Zürich, welche eine Fläche von ca. 92 Quadratkilometer aufweist, hätte die Stadt Solothurn etwa neun Mal in der grössten Schweizer Stadt Platz.

Zum 21. Mal wird das bedeutendste Fussballturnier, die Weltmeisterschaft, ausgetragen. In Russland, einem Land, in dem sich seit den 90er Jahren viel verändert hat. Doch welche Interessen bestehen wirklich am Turnier? Tize.ch wirft einen Blick hinter die Kulissen der WM und ihr Gastgeberland.

Die 21. Fussball WM neigt sich bereits dem Ende zu. Vier europäische Länder kämpfen diese Woche um den Einzug ins Finale. Im Rückblick auf die Vergabe des Turniers und auf die Vorbereitungen fällt auf, dass selten über ein Austragungsland der WM dermassen debattiert wurde wie in diesem Jahr. Die Spannung zwischen Russland und dem Weste, wie aber auch Vorwürfe der Korruption der Regierung, Zensur der Meinungs- und Pressefreiheit, das Eingreifen von russischen Streitkräften in Syrien und der Ukraine und die Tatsache, dass gerade in diesem Jahr eines der grössten Sportturniere dort stattfindet, löste weltweit Diskussionen über die Seriosität der Vergabe der WM-Austragungsorte aus. Welche Bedeutung hat die WM für das grösste Land der Welt? Wie sehr ist die Kritik an der Vergabe gerechtfertigt?

Russland – ein paar Fakten

Mit 17’100’000 km² ist Russland das grösste Land der Welt. Die Schweiz hätte somit ungefähr 414 Mal darin Platz. Die Bevölkerungsmenge verteilt sich aber auf die Grösse des Landes sehr gut. Russland stemmt verhältnismässig «nur» 142.3 Millionen Einwohner und ist nach Länderdaten.de auf dem 9. Weltrang. Die Hauptstadt ist Moskau, nach Istanbul die zweitgrösste Stadt Europas. Russland erstreckt sich über Europa bis nach Asien. Das Uralgebirge, welches sich etwa im vorderen Teil des Landes befindet, bildet die Grenze zwischen den beiden Kontinenten. Russland wurde historisch von vielen Einflüssen geprägt, besonders die Bevölkerung. Für eine lange Zeit regierten die Zaren im Kaiserreich, bis sich der Zustand der russischen Wirtschaft und der Bevölkerung aufgrund des 1. Weltkrieges dermassen verschlechterte, dass eine Revolution ausgelöst wurde, die 1917 nach der Oktoberrevolution in einen Bürgerkrieg mündete. 1922 wurde dann die UdSSR gegründet. Zwar konnte die russische Wirtschaft nach dem Zerfall der UdSSR, welcher in den Übergangsjahren in die Föderation ein Wirtschaftsloch auslöste, auf einen etwas besseren Kurs gebracht werden. Dennoch beträgt das BIP (Bruttoinlandprodukt) pro Kopf nach dem Statistikportal Statista.com nur 11.947 US-Dollar. In der Schweiz sind es, nach Stand vom Jahre 2016, 78.700 US-Dollar.

Putin und die umstrittene WM

Russland sorgte in den letzten Jahren und Monaten in allen Zeitungen und in anderen Massenmedien für Schlagzeilen, meistens eher zum Nachteil für das Image des Landes. Das Mitmischen im syrischen und ukrainischen Bürgerkrieg kratzt seit langem an den diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Ein glücklicher und zufälliger Zeitpunkt also im Jahre 2010, noch vor Beginn der beiden Konflikte, bekannt zu geben, dass Russland das Austragungsland der WM im Jahre 2018 sein würde. Und nun in diesem Jahr, in dem das Land in direktem Konflikt mit mehr als zwei Nationen steht, besteht der perfekte Zeitpunkt für Staatschef Vladimir Putin, Werbung für die eigene Sache, für den eigenen Staat, zu machen. So behaupten englische Kritiker, welche erzürnt über die Auslosung waren. Nach Watson, sagen diese auch, die WM sei gar vom russischen Staat gekauft worden. Dass Putin einen engen Draht zur FIFA pflegt, ist lange kein Geheimnis mehr. Laut srf.ch, wurde der Ex-FIFA Präsident Sepp Blatter vom Staatschef höchstpersönlich zum Spiel Portugal gegen Marokko eingeladen, unter der Begründung, es sein ein «privater Besuch» gewesen.

 

Teure Arbeit zum billigen Preis

Was tut man, um eine bereits angeschlagenen Wirtschaft beim Bau von neuen Stadien zu schonen? Die FIFA gab nach der Süddeutschen Zeitung im Mai letzten Jahres zu, zu wissen, dass am Bau des Stadions in St. Petersburg teils nordkoreanische Arbeiter arbeiteten. Laut der Süddeutschen mussten die Arbeiter aus dem Osten Asiens unter miserablen Bedingungen arbeiten, auch sah die Entlöhnung den Umständen entsprechend aus. Die Entlöhnung eines geringen Gehalts, welcher nach geraumer Zeit nach Pjöngjang fliesst, der Hauptstadt Nordkoreas. Wozu organisiert man für viel Geld ein Fussballturnier, welches zur Gründungzeit dazu diente, den Zusammenhalt zwischen Ländern auf der ganzen Welt zu stärken, wenn dabei Gehälter von Arbeiter in Länder fliessen, welche international für grosse Unruhen sorgen und dieses Geld wiederum für den Ausbau von Kriegsgeräten verwenden?

 

Fussball als Werbeplattform

Egal, in welchem Land eine solche Fussballweltmeisterschaft stattfindet, ein solches Ereignis dient auch zur Werbung für das eigene Land. Vladimir Putin erklärte vor Beginn der WM, das Turnier nicht als Politikum, grosser Werbung oder zu propagierenden Zwecken verwenden zu wollen. Dass er sich aber bei dieser Sache selbst wiederspricht, war ihm im Vorfeld wohl nicht bewusst. „Ich kann versichern, dass die Reise für alle wunderbar sein wird, ohne Komplikationen, sie werden es überall erfahren, dass wir gastfreundliche Menschen sind. Die Fans werden so begeistert sein, dass sie zurückkommen möchten.“, so Vladimir Putin in seiner Rede vor dem FIFA-Kongress, nach der Berliner Morgenpost. Klar ist, dass der russische Staat auf eine Art zu Geld kommen muss, nicht zuletzt um ein solch grosses Land mit einer hohen Bevölkerungszahl unterhalten zu können, aber auch, um irgendwie militärische Einsätze zu finanzieren. Was bietet sich da besser, als eine Weltmeisterschaft im eigenen Land?

 

 

Überrascht sind in diesem Jahr viele von der WM. Nicht nur wegen der sich plötzlich verändernden Favoritenrolle der Teams, auch über die Zurückhaltung der russischen Medien, in Sachen Werbung und Propaganda. Zu spüren war bis jetzt, dass der Fussball im Vordergrund stand. Klar ist, dass der Rubel rollt, nur in welche Richtung er sich bewegen wird, ist ungewiss.