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Cyrill Pürro

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 «Es ist eine Frage, die ich mir sehr oft stelle», antwortet Luca Lang auf die Frage, was Rap für ihn bedeute. Vor zwei Jahren veröffentlichte er unter dem Künstlernamen «Pato» sein erstes Mixtape mit dem Namen «Es Stück vom Chueche». Darin zu finden der Song «Rap für mi», in dem er seine Gefühle für die Musikrichtung zum Ausdruck bringt. Doch das Lied sei nun überholt, denn es drücke längst nicht mehr das aus, was ihn jetzt mit Rap verbindet. Ein Porträt über den Solothurner Newcomer-Rapper.

In der zweiten Ausgabe der Reihe «#porträtiert» stellt sich der Rap-Musiker Luca Lang (unter dem Künstlernamen: Pato) den Fragen von Tize.ch. Der mittlerweile 20-jähirge Absolvent des Gymnasiums wuchs gemeinsam mit seiner Schwester in der Stadt Solothurn auf. Abgesehen von Rap, habe er zurzeit keine anderen Freizeitbeschäftigungen. «Es ist das Einzige, was ich seit meinem Schulabschluss diesen Sommer mache», erklärt Luca strahlend. Der Ehrgeiz, der ihn seither begleitet, ist in seiner Gegenwart deutlich zu spüren. Er spricht ruhig und selbstbewusst, dennoch lodert in seinen Augen das Feuer seines inneren Antriebs. Vorher habe er noch Fussball beim FC Riedholz gespielt, bis er sich stark am Bein verletzte. «Ob ich aufgrund meiner Verletzung je wieder mit dem Fussballspielen weitermachen kann, bezweifle ich. Momentan hätte ich so oder so keine Zeit», gesteht er. Denn Luca ist mit seiner Musik viel beschäftigt.

 

Eine schnelle Entwicklung

Vor vier Jahren hat Luca damit begonnen, erste Raptexte zu schreiben. Wie er erklärt, spielte am Anfang auch ein kleiner Hauch von Arroganz in seiner Idee mit. «Ich hörte die etablierten Rapper aus Deutschland und den USA und dachte mir: Ich bin doch mindestens so gut wie die!», sagt er über sich selbst lachend. Doch wenn Luca jetzt zurückblickt und sich ansieht, mit welchen Liedern er damals gedacht hatte, besser zu sein, muss er sich selbst an den Kopf fassen. «Damals hatte ich noch keine Ahnung von der Materie, doch heute weiss ich, dass es auf andere Dinge ankommt», legt Luca seine frühere Haltung aus.

Dann traf er auf «Bensch», ein in der Solothurner Musikszene bekannter Name und begann damit, in dessen Studio sein erstes Mixtape aufzunehmen. «Ich betitle diese Projekte bewusst nicht mehr mit «Album», da ich jetzt besser weiss, dass für ein solches die Lieder komplett ausproduziert werden, also auch die Beats müssen aus eigener Hand stammen. Ich habe in meinen Liedern aber auf schon existierende Beats gerappt», erklärt er. Schon bald darauf folgte ein weiteres Mixtape namens «Mise en place». Durch die Veröffentlichung dieser Tapes wurden ihm Türen zu vielen Auftritten geöffnet. Zusammen mit seinem Team und dem DJ Fabian, welche Luca immer in seinen Auftritten begleiten, konnte er im Jahre 2018 sogar auf dem Gurtenfestival spielen und an einem Bandcontest teilnehmen. Luca betont, dass vor allem im letzten Jahr sehr viel passiert sei. «Wir hätten beinahe Fuss in der grossen, Schweizer Musikszene fassen können», ergänzt er. Doch dieses Projekt hat Luca wieder gecancelt, als er merkte, dass es musikalisch in eine komplett andere Richtung ging, als vorher von ihm gedacht. Mittlerweile sieht sich Luca immer noch auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, weshalb er sich denn wirklich dazu entschlossen hatte, Rap machen zu wollen. Dazu sagt er: «Ich fühle mich so lebendig dabei und habe einfach den Drang, diese Passion weiter zu verfolgen.»

 

Ob Gurtenfestival oder Solothurn – Pato ist nie allein

In seinen Antworten erwähnt Luca immer wieder sein Team. Dieses setzt sich aus den unterschiedlichsten Leuten zusammen, wie er erläutert. «Da wäre beispielsweise Luca, der lustigerweise gleich heisst wie ich», beginnt er aufzuzählen. Luca nehme die Funktion eines Managers ein und habe ihn schon früher bei Filmarbeiten und bei der Suche nach Proberäumen unterstützt. Er beschreibt ihn als versierten, kreativen Macher. Dazu sagt er: «Ohne ihn, wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.»

Wichtige Bausteine seien auch der DJ Fabian Affolter, der seit zwei Jahren mit ihm zusammen Musik macht, die Sängerin Lisa Brudermann, sowie die kreativen Köpfe Alban, Nicola, Aron und Juicy. Letztere seien für das äussere Bild zuständig, beispielsweise was die Kleidung bei Lucas Auftritten betrifft oder schiessen die Fotos, die später auf der Website landen. «Jede und Jeder von uns ist ein wichtiges Rädchen innerhalb des gesamten, grossen Zahnrades», beschreibt Luca die Zusammenarbeit und Harmonie innerhalb des Teams.

 

Rappen auf dem «Rum-Bänkli»

Den grossen Rückhalt findet er nicht nur bei seinen Teamkameraden, die er mittlerweile schon als «zweite Familie» sieht. Auch sein enger Freundeskreis unterstützt Luca bei seinen Auftritten und teilt mit ihm die Leidenschaft zum Rap. Bereits vor Lucas Einstieg in die Musikwelt, trafen sich er und seine Freunde am «Rum-Bänkli», sowie sie die gewöhnliche Parkbank betiteln, in der Stadt Solothurn am Ufer der Aare. «Das «Rum-Bänkli» wurde zu einer Tradition für uns. Damals wie heute, sitzen wir da, hören die neusten Hits der Rapszene, trinken etwas Rum (daher der Eigenname des Ortes) und rappen. Manchmal ist es auch kompletter Unsinn, den wir von uns geben. Aber die Hauptsache ist, dass wir Spass daran haben», erzählt Chris in Erinnerungen schwelgend, ein guter Freund von Luca, der zufällig zum Gespräch hinzugestossen ist. «Den Rum geniessen wir natürlich in Massen», fügt Luca augenzwinkernd hinzu.

 

Der Schnellzug in eine Richtung

Seitdem Luca diesen Sommer die Kantonsschule abgeschlossen hatte, habe sich in seinem Leben einiges verändert. Noch im letzten Schuljahr musste er jeden Tag zur Schule gehen und Rap betrieb er als Hobby neben seinen anderen Pflichten. «Zu dieser Zeit habe ich mir noch keine Sorgen darüber gemacht, was passieren würde, wenn es einmal mit der Musik nicht mehr läuft.» Gerade in den ersten vier Wochen nach der Matur habe er gemerkt, dass er sich langsam aber sicher der Frage stellen musste: «Wie wichtig ist es, dass das ganze Projekt erfolgreich wird? Wie kann ich mich sonst finanziell über Wasser halten?» Luca habe sich auch darüber Gedanken gemacht, mit der Musik drei, vier Gänge herunterzufahren, einen Job zu suchen und Rap nur noch nebenbei zu machen. Doch dieses Noema tat er schnell wieder ab. «Das ist für mich keine Option mehr, dieser Zug ist längstens abgefahren. Für mein Team und mich existiert mittlerweile die Frage, ob wir das alles nun wirklich durchziehen oder nicht, überhaupt nicht mehr. Wir haben einfach Lust darauf und sind motiviert, unser Bestes zu geben. Es ist ein Schnellzug in eine Richtung», sagt Luca selbstbewusst und zielgerichtet.

Auf Social Media gibt Luca immer wieder bekannt, dass das alles nur der Anfang sei. «Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt», schliesst er unser Gespräch ab. Tize.ch wünscht ihm auf seinem Weg alles Gute.

 

Mehr Informationen:

Luca`s Mixtape «Es Stück vom Chueche» auf Spotify

Luca`s Mixtape «Mise en place» auf Spotify

Instagram: https://www.instagram.com/pato.music/

Luca`s Website: https://www.pato-music.com/

 

#porträtiert: In der Reihe «#porträtiert» auf Tize.ch, wird jeden 2. Montag eine neue Person vorgestellt. Hier geht’s zum letzten Porträt über den musikalisch engagierten Valentin Sollberger:

#porträtiert – Valentin sieht sich zwischen Musik und Realität

Die neue Reihe auf Tize.ch «#porträtiert» geht heute in die erste Runde. Von heute an folgt jeden zweiten Montag ein neues Porträt über eine Person. Der Anfang macht der 19-jährige Valentin Sollberger, ein leidenschaftlicher und engagierter Musiker. Vom Knabenchor bis hin zu einer Pop-Rock Band, Valentin ist in den verschiedensten Bereichen der Musik tätig. Wie er zur Musik kam und was seine Pläne und Ziele sind – alles in der ersten Ausgabe von #porträtiert.

Ich treffe Valentin an einem seiner Lieblingsorte in der Stadt Solothurn – die Barock Bar am sogenannten «Mürli». Die Sonne verschwindet bereits hinter dem Horizont und die Stühle der Bars am Ufer der Aare füllen sich mit Leuten, die sich an diesem Donnerstagabend zu einem Feierabendbier treffen, wie auch wir zwei. Bei einem gemütlichen «Öufi-Bier», Valentins Lieblingsbier, erklärt er, dass er einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich habe. Nach den neun obligatorischen Schuljahren absolvierte Valentin die Fachmittelschule, anschliessend die Fachmatur und leistet seit dem Sommer diesen Jahres Zivildienst in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Solothurn. «Es ist eine enorme Umstellung, plötzlich jeden Wochentag zu arbeiten. Dennoch bereitet mir die Arbeit grosse Freude und ich bin froh, mich für diesen Weg entschieden zu haben», bemerkt er.

 

In die Musik «hineingeboren worden»

Als jüngster Sohn einer Grossfamilie mit insgesamt acht Kindern, wurde Valentin bereits in eine musikalische Familie hineingeboren. Besonders seine Mutter prägt das Musikalische. «Sie spielt Gitarre und Klavier und ist Musiklehrerin», erklärt er. Bei den Solothurner Singknaben konnte Valentin das erste Mal so richtig in der Musik Fuss fassen. Bereits sein ältester Bruder war beim Chor dabei, darauf folgte ein weiterer Bruder, sowie der Zweitjüngste der Familie und schlussendlich Valentin selbst, der den Singknaben beitrat.

 

Musikalische Erfüllung bei den Singknaben

«Bei den Solothurner Singknaben mit dabei zu sein, ist für mich enorm erfüllend», beschreibt Valentin seine Mitgliedschaft beim ältesten Knabenchor der Schweiz. Nebst dem Singen treffen sich die Mitglieder regelmässig am Wochenende, gehen gemeinsam in Lager oder auf Reisen in Länder in ganz Europa. Die Proben finden zwei Mal pro Woche statt. «Es ist ein zeitintensives Hobby», gesteht er. Trotzdem bringe es Abwechslung in den Alltag. «Ich freue mich immer wieder, die Menschen zu sehen, mit denen ich seit meinem siebten Lebensjahr zusammen singe», beschreibt Valentin seine Gefühle zum Chor. Er betont, dass bei den Singknaben nicht nur das Musikalische einen grossen Stellenwert hat, sondern dabei auch wunderbare Freundschaften entstehen und er vom musikalischen, wie auch vom menschlichen, sehr viel mitnehmen kann. Seinen Platz im Chor findet Valentin in der Tenorstimme. Zudem ist er in der Lagerleitung bei den diversen Lagern tätig und vertritt somit eine Vorbildsfunktion für die jüngeren Mitglieder.

 

Sounden im «Chinderzimmer»

Neben all seinen Aufgaben bei den Singknaben betreibt Valentin einen YouTube-Kanal mit dem Namen «Chinderzimmersound», auf dem er eigene Lieder unter dem Künstlernamen «sAig» veröffentlicht. Dabei benutzt er vor allem sein Klavier zur Begleitung, welches er seit der zweiten Klasse spielt. Sein Studio ist sein altes Kinderzimmer, daher der Name «Chinderzimmersound». Er wollte seine beiden Leidenschaften, das Singen und das Klavierspielen, vereinen und dabei etwas Neues entstehen lassen. «Meine ersten Versuche waren ziemlicher Mist», gibt er lachend zu. Doch mittlerweile sieht er seine Produktionen als fortgeschritten und ist ziemlich zufrieden mit seinen Liedern. Das Einzige, was er selbst noch bemängelt, ist die Soundqualität. Diese spiele aber für Valentin keine allzu wichtige Rolle, da es ihm vor allen Dingen um den Spass an der Musik geht.

 

Valentin lässt sich in keine Schublade stecken

Die Bedeutung seiner Texte geht weit auseinander, wie Valentin sagt. «Ich versuche nichts Künstliches zu singen. Die meisten meiner Texte sind sehr persönlich und basieren auf Gedanken und Überlegungen, die ich habe. Somit verbinde ich mit der Musik auch sehr viele Emotionen, egal ob diese positiv oder negativ sind», erklärt Valentin. Nach ihm gibt es aber manchmal auch Lieder, die nicht wirklich einen Sinn ergeben. Er sei nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt und müsse daher nicht zwingend allen seiner Texte Bedeutung verleihen, anders als beispielsweise beim Rap. «Im Rap ist es essentiell, Texte mit Bedeutung zu haben. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste an dieser Musikrichtung und geht heute leider auch immer mehr verloren», so Valentin. Auch mit Rap hat sich Valentin versucht, schnell aber bemerkt, dass ihm dieses Genre nicht wirklich zusagt. Er mache im Grunde ein wenig von allem etwas und probiere gerne neue Arten und Genres der Musik aus. «Ich lasse mich nicht in irgendeine Schublade einer Musikkategorie stecken», sagt er.

 

«Wir machen das, worauf wir Lust haben»

Dieses Motto zieht Valentin auch in der neuen Band «Blindtext» durch, in welcher er als Backgroundsänger und Pianist tätig ist. Auch hier lässt sich Valentin von einem seiner älteren Brüder inspirieren, welcher das Projekt ursprünglich gegründet hatte. Das Genre der Band ist verschieden. «Wir behandeln nicht nur einen Stil, gehen aber etwa in die Richtung Pop-Rock, sind aber in mehreren Bereichen der Musik tätig. Das ist gerade das Spassige an der ganzen Sache, dass wir uns immer wieder mit neuen Kompositionen auseinandersetzen müssen und wir uns selbst nicht wirklich einordnen können. Schlussendlich kann man sagen, dass wir einfach das machen, worauf wir Lust haben», sagt Valentin lächelnd und trinkt den letzten Schluck seines Biers aus. Den ersten Auftritt darf die Band am neunten Oktober in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn bestreiten.

 

Musik versus Realität

Neben seinem Engagement im Chor, in einer Band und als Solomusiker, behandelt Valentin seine Leidenschaft auch in einem Roman. «Die Musiker und die Realität» handelt von einer Person, welche in einen neuen Ort zieht, sich dort Freundschaften aufbaut und mit denen dann eine Band gründet. Die Geschichte sei nicht nur auf die Musik fokussiert, sondern soll vor allem den Zwiespalt zwischen grossen Träumen und der manchmal hart zuschlagenden Realität darstellen. «Die Band wird in der Geschichte mit den verschiedensten Problemen und Herausforderungen konfrontiert, manchmal inspiriert durch eigene Erfahrungen, die ich im Leben so mache. Ich schreibe sehr gerne über solche Dinge und finde es auch wichtig, dass man seine Erfahrungen und Ansichten irgendwie mit der Gesellschaft teilen kann», ergänzt Valentin. Kennt man ihn etwas genauer, kann man die persönliche Note durchaus aus seinem Roman herauslesen.

 

Und so geht es weiter…

«Man kann sich sicher auf unsere Band «Blindtext» freuen. Wie schon gesagt, werden wir am neunten Oktober in der Kulturfabrik Kofmehl auftreten. Generell plane ich nicht wirklich viel vor. Ich mache Musik, wenn ich gerade Lust und Zeit dazu habe. Der Roman «Die Musiker und die Realität» ist bereits auf Wattpad lesbar, dort folgen die nächsten Kapitel wieder etwas regelmässiger», sagt Valentin. Mit den Singknaben darf er sich zudem auf das Bettagskonzert in der Jesuitenkirche in Solothurn am 14. September freuen. Abschliessend bemerkt er: «In nächster Zeit wird mir bestimmt nicht langweilig.»

 

Mehr Informationen:

Valentins YouTube Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCOgJU2uUqcQmyt2NqgNntYwValentins Roman auf Wattpad.com: https://www.wattpad.com/story/182699242-die-musiker-und-die-realit%C3%A4t

Irland – Ein Land, welches lange von einem schleichenden Konflikt geprägt war, früher in tiefer Armut lebte, sich nun aber an einer rasant wachsenden Wirtschaft erfreut. Die Bevölkerung steht nach jahrelangen Auseinandersetzungen noch immer zwischen einer irisch-keltischen, sowie einer britischen Kultur – und scheint weiterhin nicht zu wissen, wie sie die blutige Vergangenheit hinter sich lassen soll. Tize-Redakteur Cyrill Pürro befand sich eine Woche lang auf der grünen Insel und nahm Erstaunliches mit.

«Éire», so wird der Name Irlands auf Gälisch geschrieben, der Ursprache der Iren, die bereits lange vor der Zeit der heutigen Republik auf der grünen Insel Fuss gefasst hatte. Den Ursprung dieses Namens findet sich bei der Göttin «Eir» wieder, welche in der nordischen Mythologie der Heilkunde zugeschrieben wird. Im Urglauben der Iren galt sie nach Wikipedia als die beste Heilerin und wurde auch mit Hilfe und Gnade verbunden. Der Name ist nicht das einzige, ursprünglich keltische Kulturerbgut des Landes. Sehr berühmt ist auch die keltische Harfe, welche besonders auf Guinness-Gläsern wiederzufinden ist. Die Harfe steht für den Widerstand und die irische Identität, nicht zuletzt, da in der Zeit der britischen Invasion im 15. Jahrhundert das Harfenspielen von irischen Harfenisten mit dem Tode bestraft wurde, so berichtet die Seite Grüne-Insel.de. Durch die britische Herrschaft auf der Insel wurde nicht nur das Harfenspielen untersagt, sondern auch andere Traditionen der keltischen Kultur verdrängt, wie zum Beispiel die Sprache.

 

Eine Sprache, viele Möglichkeiten

Nach Statista.com ist Englisch die drittmeist gesprochene Sprache der Welt. Doch Englisch ist nicht gleich Englisch. Laut Youthreporter.eu beherrschen 40.8 der irischen Bevölkerung die gälische Sprache. Doch so ziemlich alle der über vier Millionen Einwohner sprechen Englisch. So ist es auch kein Wunder, dass sich in das Englisch der Iren ein spezieller Dialekt hineinentwickelt hat. Auch ich konnte mir ein «Sorry what?» nicht verkneifen, als ich aus dem Flughafen in Dublin kam, in die erstaunlich warme Luft trat und dem Busfahrer sagte, wo ich hinmusste. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits fünf Stunden Flug hinter mir und war nicht mehr wirklich auffassungsfähig, schon gar nicht darauf eingestellt, mir mit meinem Schulenglisch einen neuen Dialekt anzugewöhnen. Mit dem irischen Stolz wurde ich früh konfrontiert, als ich an diesem Samstagabend mit dem Bus durch die Strassen Dublins fuhr, um zu meinem Hotel zu gelangen. Durch das Fenster beobachtend erkannte ich, dass praktisch alle Strassenschilder unter der englischen Beschriftung, auch mit einer gälischen Übersetzung versehen sind.

In meinen ersten Stunden in der irischen Hauptstadt habe ich meine Zeit hauptsächlich damit verbracht, die Strassen zu erkunden – und mich zu verirren. Auch bei einem westlichen Land wie Irland, oder zumindest in Dublin, kann es sein, dass der öffentliche Verkehr eher weniger gut erschlossen ist, wie man das von der Schweiz kennt. Doch ich liess mich von den für Touristen unklaren Busabfahrtsplänen nicht beirren und dank der freundlichen einheimischen Bevölkerung, fand ich meinen Weg immer wieder zurück, auch wenn ich bei jedem dritten Satz ein «Sorry, what?» von mir gab, was die Irinnen und Iren glücklicherweise mit Humor nahmen.

 

Dublin – eine Stadt der Geschichte

In der Hauptverkehrsstrasse von Dublin, der O`Connell Street, wurde ich bereits mit der irischen Geschichte konfrontiert. Alle 200 Meter trifft man auf Monumente, welche für die irischen Revolutionären erbaut worden waren und in der Mitte der Strasse natürlich auf die Statue, die zu Ehren von Daniel O`Connell entstand, einem irischen Politiker, der sich vor allem für die Gleichberechtigung der katholischen Iren einsetzte. Um mehr über die Geschichte Irlands zu erfahren, begab ich mich dann in das Museum des «General Post Office».

Das Museum befasst sich mit den Wirren der irischen Unabhängigkeit, dem Drang der Bevölkerung nach mehr Selbstbestimmung und Freiheit und wie sich das die Terrororganisation IRA (Irish Republican Army) zu Nutzen machte. Die Ausstellung zeigt, welches Leid die irische Bevölkerung damals erlebte, gerade mit dem Aufschwung des Nationalismus. Die meisten Menschen forderten damals eine «Homerule» für die irische Insel. Die «Homerule» war ein Sonderstatus für Irland, in dem das Land zwar noch zu Grossbritannien gehörte, sich aber dennoch selbst verwalten konnte. Das war aber für nationalistische Politiker nicht ausreichend. Diese forderten die komplette Unabhängigkeit Irlands, auch wenn dabei Menschenleben geopfert werden mussten. Dieses Ziel wurde erreicht. Im Jahre 1916 wurde Irland unabhängig, worauf von 1922-1923 ein blutiger Bürgerkrieg folgte, in dem vor allem Zivilisten ihr Leben liessen. Mit den «Troubles», zu Deutsch bekannt unter dem «Nordirlandkonflikt», in den 1960er bis zu den 1990er Jahren, flammte die Krise neu auf, in dem sich vor allem die Terrororganisationen auf Seiten der Iren «IRA» und auf Seiten der pro-britischen Nordiren «UVF (Ulster Volunteer Force)» bekriegten und das Land in Angst und Schrecken versetzten. Mehr Informationen zum Nordirlandkonflikt sind in diesem Beitrag zu finden.

 

Die Narben der Vergangenheit

Trotz der relativ guten Aufarbeitung der Konflikte, scheinen viele Irinnen und Iren nicht zu wissen, wie sie ihre blutige Vergangenheit verarbeiten sollen. Einzelne Eindrücke sammelte ich in der berüchtigten Temple-Bar. Bei einem gemütlichen Guinness kann man den typischen, irischen Pubsongs lauschen. Wenn es aber dann später wird, der Alkoholgehalt im Blut der einheimischen Pubbesuchern Wirkung zeigt, kochen die patriotischen Gefühle schnell mal auf. So wird bei Songs, wie beispielsweise «I wish I was back home in Derry» lautstark mitgesungen, in dem es um die irische Rebellion von 1803 geht und um die Sehnsucht von Seeleuten nach der nordirischen Stadt Derry, welche unter anderem Hauptschauplatz der Rebellion war und auch jetzt noch starke Narben der Konflikte in den 1900er Jahren aufweist. Noch heute gibt es den kleinen District «Free Derry» innerhalb der Stadt, in dem es auch nach den Konflikten immer noch zu Gewaltakten von IRA-Mitgliedern kam. Der letzte bekannte Vorfall fand am 18. April in diesem Jahr statt, als es zu Auseinandersetzungen zwischen der örtlichen Polizei und Mitgliedern der «neuen IRA» kam. Dabei wurde die nordirische Journalistin Lyra McKee erschossen.

Politische Gefühle werden in Irland lieber von der Seele gesungen, statt über sie zu reden. In Gesprächen mit einheimischen wird oft sehr schnell das Thema gewechselt, sobald man auf die «Troubles» oder den Konflikt im Allgemeinen zu sprechen kommt. Dennoch scheint die Bevölkerung mit der heutigen Situation zufrieden zu sein. Zwischen Irland und dem britischen Nordirland existiert keine Grenze mehr, um Konflikte zu vermeiden, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind stabil und auch die Menschen scheinen sich zu verstehen. Von etlichen Irinnen und Iren bekam ich Reisetipps und Empfehlungen für die Stadt Belfast in Nordirland. «Die Nordiren sind ein sehr freundliches Volk, ich habe viele Freunde dort. Manchmal sind sie aber ein wenig spiessig», erklärte mir eine Irin während eines Pubbesuches lachend. Für mich klar, welches mein letztes Ziel auf meiner Reise sein sollte: Belfast.

 

Die irischen und britischen Gegensätze

Dass sich Dublin und Belfast so gross voneinander unterscheiden, hatte ich anfangs meiner Reise nicht erwartet. Die Gebäude sind höher und mächtiger gebaut, die Strassen sind sauberer und die Atmosphäre ist kurz gesagt einfach «britischer». Ebenso sind die Strassen von Belfast in einem klareren System aufgebaut. Während in Dublin eine Strasse mal nach rechts, die andere mal nach links führt, existiert in Belfast ein «Vierecksprinzip», in dem die Wege aufgebaut sind. Fazit: In Dublin verlief ich mich bis zu ca. fünf Mal, in Belfast nie. Auch andere Unterschiede vielen mir auf. Das Leben findet in Belfast strukturierter statt. Die Busse nach Dublin und anderen Städten waren mehr oder weniger pünktlich und zentral an einem Ort abfahrbereit. Auch die Tickets konnte man bereits vor der Fahrt an einem Schalter abholen. Anders in Dublin, wo die Tickets beim Busfahrer selbst bezogen werden müssen, da nie Gewissheit herrscht, ob man aufgrund von bestehenden Platzreservationen wirklich mitfahren kann oder nicht. Dennoch bin ich nicht schlüssig, ob ich lieber das irische «Take it easy» oder die britische Genauigkeit bevorzuge. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Auf dem Rückweg nach Dublin fuhr der Bus, in dem ich sass, an einem kleinen Vorort von Belfast vorbei. Wie so viele Male während meiner Reise staunte ich. In diesem Vorort hingen nebst britischen Flaggen auch Banner der UVF, auf denen teilweise gar der Slogan «For God and Ulster» stand. So ganz verarbeitet, schien man den Konflikt auch im Norden der Insel noch nicht zu haben.

 

Irland im Brexit-Chaos

Die neuen Diskussionen über den Brexit werfen in der Debatte um Irland neue Fragen auf. Sollte Grossbritannien die EU verlassen, würde zwischen Irland und Nordirland eine EU-Aussengrenze entstehen, was Konfliktpotenzial bietet. Nach Boris Johnson, dem neuen britischen Premierminister, soll der Brexit ohne weiteres durchgeführt werden, obwohl sich die irische, sowie die nordirische Bevölkerung dagegen aussprechen. Ob bereits Pläne für eine Lösung der Irland-Frage existieren, die allen Seiten entsprechen, bleibt unklar. In Dublin und in Belfast ist die «Brexit-Stimmung» zu spüren. Trotz der Gelassenheit der Iren: Niemand weiss, wohin die Zukunft beider Staaten führt.

Seit einem Monat patrouillieren Securitas der Firma Pantex in der Stadt Solothurn. Mit der Aufschrift «Ruhe und Ordnung» zirkulieren sie an den Wochenenden besonders am sogenannten «Mürli», dem Ort, an dem sich die Ausgänger*innen der Stadt am häufigsten befinden. Doch gleich bei ihrem ersten Auftritt stossen die Sicherheitskräfte nicht nur auf Zuspruch bei der einheimischen Bevölkerung. Die Stadtregierung zieht aber nach einem Monat des Politprojektes eine positive Resonanz.

Es war eine warme, sommerliche Nacht in der Stadt Solothurn am Freitag, dem 05. Juli dieses Jahres. Die Aare floss ruhig an den barocken Bauten entlang, ab und zu liessen sich Grillen hören. Es schien wie eine gewohnt friedliche Nacht in der kleinen Stadt. Doch der Schein trug. Auf einmal war ein Knall zu hören, ausgelöst durch eine Serie von Böllern auf der solothurnischen Wengibrücke. Nach dieser Aktion schien die sonst idyllische Barockstadt in Tumult zu verfallen. Bierflaschen zerborsten auf der Strasse am «Mürli», mit weisser Kreide wurde auf den Beton geschrieben: «Gegen Sicherheit durch Machtdemonstration!» und eine Gruppe von etwa zehn Personen lehnten sich gegen die Sicherheitskräfte auf. Noch Stunden nach diesem eigentlich kurzen Vorfall, befanden sich Securitas der Pantex AG in Diskussionen mit Solothurner Ausgängern und der örtlichen Polizei. Doch was war der Auslöser dieser Unruhen in dieser Nacht und wie sieht die Situation heute, nach einem Monat, aus?

 

Die Kampagne für ein ruhiges, tolerantes Nachtleben

Begonnen hat alles mit der Kampagne «I ha Sorg zu üsere Stadt. Und du?», welche von Einwohnern und Gastrobetreibern in Gang gesetzt worden war. Um die Solothurner*innen vor Lärmbelästigungen zu schützen und Gewaltakte zu unterbinden, wurde beschlossen, Security-Patrouillen der Pantex AG einzusetzen. Angenommen wurde die Petition in einer Volksabstimmung der Gemeinde Solothurn. Die Stadtregierung und die Gastrobetreiber wollen damit erreichen, dass das Solothurner Nachtleben sicherer, ohne Zwischenfälle ausgelassen gefeiert wird und die Mitarbeiter in den Betrieben ihrer Arbeit in Ruhe nachgehen können. Gegenüber der Solothurner Zeitung sagt Lea Jaussi, Betreiberin des Gastrobetriebs «Salzhaus»: «Ich bin überzeugt von diesem Projekt, es soll den Jungen helfen, den rechten Weg einzuschlagen» Als Solothurner*in kann man sich an dieser Stelle trotzdem die Frage stellen: Inwiefern ist das in unserer eigentlich ruhigen und sicheren Stadt nötig?

 

Reklamationen haben sich gehäuft

Laut der Solothurner Zeitung, haben sich bereits vor zwei Jahren Ausgänger*innen über die neuen Gesetze empört. Bewilligungen für Gastrobetreiber und Partyveranstalter mussten her, um länger als zwei Uhr in der Nacht geöffnet zu haben oder Veranstaltungen überhaupt stattfinden zu lassen. Grund für die Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Stadt sind Beschwerden der Anwohnerschaft über Lärm und Sachbeschädigungen. Doch das trifft bei vielen, vor allem jungen Ausgänger*innen, auf Unverständnis. Diese sind der Meinung, dass man mit einem Einzug in eine Stadt auch mit Lärm konfrontiert werden würde, vor allem am Wochenende. «Wem das nicht passt, sollte meiner Meinung nach nicht in eine Stadt ziehen», sagt ein Passant aus.

 

Ausgänger*innen fühlen sich provoziert

Dann, am Freitag dem 05. Juli, bestritten die Securitas ihren ersten Einsatz. Doch statt für Ruhe und Ordnung zu sorgen, lösten die uniformierten Männer und Frauen Lärm und Tumult aus. Die Solothurner Zeitung berichtet von mehreren Vorfällen, die sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet hatten. Vor Mitternacht wurden diverse Feuerwerkskörper auf der Wengibrücke gezündet, was als offensichtliche Protestaktion gegen die Sicherheitskräfte verstanden wurde. Etwa zwei Stunden später kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Uniformierten und angetrunkenen Ausgänger*innen. Als die Polizei eintraf, traten dann einige, hitzige Diskussionen zwischen den Beamten, den Angetrunkenen und den Securitas ein, während sich andere Besucher der «Barock Bar» oder des Lokals «Red John» ebefalls über die Situation empörten und sich immer mehr in die Gespräche einmischten. Grund für die Ausschreitungen war nicht zuletzt die Ausrüstung der Sicherheitsleute. Diese trugen auf ihrer Patrouille Schlagstock und Pfefferspray mit sich, was nicht nur im Rauschzustand bedrohlich wirken kann. Die Lage schien sich dann gegen drei Uhr morgens noch einmal zu zuspitzen. Ein Fahrradfahrer fuhr mit laut eingestellter Musik neben dem Geschehen vorbei und wurde von den Sicherheitsleuten gewaltsam vom Fortbewegungsgegenstand gerissen. Ob dieser dies mit Absicht getan hatte, um noch mehr zu provozieren, ist unklar.

Am darauffolgenden Samstagmorgen war dann ein Banner mit der Botschaft: «Rue de Blamage. Scheiss auf Nachtruhe» an der Wengibrücke zu sehen, welches wahrscheinlich nach den Ausschreitungen montiert wurde. Eine Streife der Polizei räumte das Banner nach wenigen Minuten wieder weg. Auch die Politik schaltet sich nun ein. «Es kann nicht sein, dass hier am «Mürli» Sicherheitsleute mit Schlagstöcken und Pfeffersprays umherlaufen. Wir werden unsere Anliegen bei den Organisatoren der Kampagne und der Stadtregierung rückmelden und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die allen Beteiligten entspricht», erklärt Aileen Jenni, Präsidentin der JuSo Solothurn.

 

Verbesserung der Kampagne durch Kooperation

Mittlerweile haben sich die Gemüter um die «blöden Weihnachtsmänner», wie die Securitas von diversen Personen beleidigt wurden, wieder gelegt. Das Projekt zeigte in Sachen Drogenmissbrauch und Gewalt eine positive Resonanz. Seit dem Start des Projektes waren keine Meldungen über Probleme, Zwischenfälle oder Ruhestörungen mehr eingegangen, so die offizielle Webseite der Stadt Solothurn. Auch der kritische Teil der Bevölkerung hätte gemerkt, dass die «Aufpasser» nicht da sind, um jeden Spass zu unterbinden, sondern lediglich für ihre Sicherheit sorgen. Die Pantex AG zeigt sich zudem kooperativ: Schlagstöcke und Pfeffersprays sollen künftig an Patrouillen zu Hause bleiben.

Lange Zeit war es still auf Seiten der Jugendlichen, wenn es um brandheisse, politische Probleme ging. Dann kam sie – Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaschutzaktivistin aus Schweden. Mit ihren Streiks für die Umwelt zog sie schnell die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und begeisterte Schülerinnen und Schüler in der ganzen Welt. Wie schnell sich diese Welle ausbreitete und welche Chancen und Risiken sie mit sich bringt. Ein Kommentar.

«Skolstrejk för klimatet» (zu Deutsch «Schulstreik für das Klima») heisst es auf den Schildern, welche Greta Thunberg jeden Freitag auf ihre Streiks vor den schwedischen Reichstag mitnimmt. Mit ihrem Mut, wöchentlich die Schule für ihre Klimastreiks zu schwänzen, hat sie zahlreiche junge Menschen dazu inspiriert, ihr es gleich zu tun. Überall auf der Welt begeben sich junge Menschen auf die Strassen und streiken für die Umwelt. Das erste Mal vor den schwedischen «Riksdag» begab sich Greta Thunberg am 20. August letzten Jahres, so berichtet das Hamburger Abendblatt. Nach dem Journalisten und Youtuber «Mr.Wissen2go» hat Greta seither wichtige politische Treffen in der gesamten Welt besucht, wie beispielsweise den UN-Klimagipfel in Polen oder das Weltwirtschaftstreffen in Davos und dabei mit vielen Politikerinnen und Politikern gesprochen. Doch was bewirkt sie mit den Protesten wirklich? Stellt diese «grüne Welle» bei den Jugendlichen nur einen Hype dar, der irgendwann wieder vorübergeht?

Die Zukunft liegt bei den Jugendlichen

Klar ist, dass die junge Generation früher oder später in die Fussstapfen der älteren tritt. Irgendwann werden wichtige Funktionen in der Politik, in Firmen oder auf dem Land übernommen. Eine positive Entwicklung also, dass sich die Jungen für brisante Themen, wie den Klimawandel, interessieren und engagieren. Aus Greta Thunberg und den Tausenden Schülerinnen und Schülern hat sich mittlerweile eine internationale Bewegung namens «Fridays for Future» gebildet. Die Botschaft der Bewegung ist klar: «Wir fordern eine Politik, die der Aufgabe zur Bewältigung der Klimakrise gerecht wird.» Etwa so steht es auf der offiziellen Webseite von Fridays for Future.

Eine Parole, die ankommt

Und genau diese Forderung findet bei der jungen Bevölkerung grossen Zuspruch. Man will Veränderungen sehen, etwas bewirken und die Menschen aufrütteln. Gerade, weil zurzeit noch keine genauen Konzepte zur Bekämpfung des Klimawandels bestehen und es immer noch ranghohe Politiker gibt, die ihn leugnen. Der Bekannteste und Mächtigste unter ihnen: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump, wie beispielsweise von der NZZ berichtet wird. Doch ist es legitim, trotz den lauten Gegenstimmen für einen Streik die Schule ausfallen zu lassen? Wie Mr. Wissen2go in seinem Video über den Klimastreik aussagt, ist es die einzige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Würden Schülerinnen und Schüler an Wochenenden oder freien Tagen streiken, hätte niemand dem Ganzen grosses Interesse gewidmet.

Aber auch hier gibt es die einen und die anderen, die den Aktivismus ausnutzen, um sich begründet vom Unterricht fernhalten zu können. Eine von Tize.ch befragte Person beispielsweise, kennt ein paar Leute aus der Kantonsschule, welche zwar für das Klima zu Unterrichtszeiten «streiken», dann aber mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen und massenhaft Produkte aus Südamerika konsumieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Klimastreiks zurzeit einen enormen Hype erleben, welcher auch diejenigen mitreisst, die sich eigentlich überhaupt nicht dafür interessieren.

Die selbstgerechte Art der Klimademonstrant*innen

Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, muss man ab und an auch ein wenig «lauter schreien» und provokanter sein. Dennoch ist es falsch zu sagen, dass die Politikerinnen und Politiker von heute keine Ahnung haben und rein gar nichts ändern können oder wollen. Auch die «Anführerin» der Klimabewegung, Greta Thunberg, bewegt sich vermehrt in diese populistische Richtung. Zu sagen, wer gut und böse ist, ist Schwarzweissdenken. Greta selbst beispielsweise, stellt immer wieder Forderungen auf, die politisch nicht machbar sind, realistisch schon gar nicht. Auf die Probleme hinweisen, Forderungen stellen und provozieren kann sie und viele der Mitstreikenden. Doch das Wichtigste fehlt: Konkrete Lösungsvorschläge, wie die Situation zu ändern wäre. Dies bietet der rechten Seite eine Plattform, die Bewegung zu kritisieren und trägt auch nicht gerade zum sachlichen Diskurs bei.

Greta im Personenkult?

Nach MrWissen2go wird die junge Schwedin von den Medien und den Menschen im Allgemeinen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Selbstverständlich kann sie selbst nichts dafür. Trotzdem geht es bei den Demonstrationen um viel mehr, es geht um das Klima und die Zukunft unseres Planeten.

Seit dem Jahre 1906 machen junge Schweizerinnen und Schweizer in der Partei der JungsozialistInnen der Schweiz (JuSo) Politik und erfreuen sich an immer grösser werdendem Nachwuchs. Die JuSo Solothurn hat vor knapp zwei Monaten eine neue Präsidentin erhalten. Die 19 Jahre junge Aileen Jenni ist in ihrer noch frischer Amtszeit beim Parteigeschehen bereits «voll dabei» und steckt voller Ideen und Tatendrang.

Immer wieder hört man die Begriffe «bünzli» oder «Bünzlischwizer». Was bedeuten diese Wörter? Wie entwickeln wir uns und das Zusammenleben innerhalb der Schweizer Gesellschaft? Woher kommt dieses «bünzlihafte»? Eine Analyse über den «Bünzli» in uns.

Wir Schweizerinnen und Schweizer seien verknorzt, abgestumpft, zu ernst, sind sture Einzelkämpfer*innen oder haben unseren Kopf nur bei der Geldbörse. Heute gibt es für diese Klischees eine einfache Bezeichnung: «Bünzli», oder zu Deutsch «Spiessbürger». Tize.ch hat zu diesem Thema eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Raum Solothurn befragt, wie unsere Gesellschaft in den Augen junger Menschen wahrgenommen wird.

 

Die Schweiz im Vergleich

Doch vorab die Frage: Wie steht die Gesellschaft der Schweiz im internationalen Vergleich da? Die Bertelsmann-Stiftung hat einen Gesamtindex mit über 30 Ländern erstellt, der im Zeitraum von 2009-2012 aufweist, wie sich die Gesellschaft in den Punkten «soziale Beziehungen», «Verbundenheit» und «Gemeinwohlorientierung» sieht. Besonders auffallend sind dabei die skandinavischen Staaten, die in allen Bereichen sehr gut abgeschnitten haben. Auch die Schweiz darf sich mit dem neunten Platz durchaus zufriedengeben. Einzig allein beim Punkt «Akzeptanz von Diversität» schneidet die Schweiz etwas «bünzlig» ab.

 

Die Sache mit der Offenheit

So ziemlich alle der befragten Personen finden, dass die Schweizer Bevölkerung noch ein wenig an ihrer Offenheit arbeiten könnte. Auch sie selbst bezeichnen sich in diesem Punkt als besonders «bünzlig». Dabei geht es nicht nur um die Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Religionen, etc., sondern auch um die Bereitschaft, im Alltag auf fremde Menschen zuzugehen und sich auch einmal mit Leuten zu unterhalten, die man nicht kennt. Hingegen zeigt sich in der Umfrage: Eher die älteren Menschen werden als weniger offen empfunden, was nach den Aussagen mit den Unterschieden in der Erziehung zwischen früher und heute erklärbar ist.

 

Liberalismus herrscht vor

Generell wird bei den jungen Leuten gemäss der Umfrage eine Generationslücke zwischen Konservatismus und Liberalismus festgestellt. Wie eine befragte Person die Situation einschätzt, denke die jüngere Bevölkerung der Schweiz im Grossen und Ganzen freier und liberaler als die älteren Generationen, welche eher auf Traditionen beharren. Trotzdem wird von den Befragten wahrgenommen, dass zwischen Jung und Alt eine grosse Toleranz herrscht und andere Meinungen durchaus respektiert werden.

 

Der urschweizerische Grundgedanke

Ein grosser Teil der Befragten nimmt also die Menschen in der Schweiz als eher verschlossen war. Woher könnte das kommen? Wie kann es sein, dass der Grossteil eines Landes so geprägt ist? Nach der Antwort eines Befragten ist dies einfach zu erklären. Die Schweiz habe sich seit ihrer Gründung im Jahre 1291 gegen die grossen Reiche behaupten, selbst organisieren und ernähren müssen. Durch die geographische Lage war die Schweiz im Laufe der Geschichte immer wieder abgeschottet und auf sich alleingestellt. Durchaus möglich also, dass dieser Charakter über die Jahre unsere Persönlichkeiten geprägt haben könnte. Trotzdem ist dies aber nur eine Theorie.

Die junge Bevölkerung sieht bestehende Generationslücken zwischen Jung und Alt und erkennt, dass wir Menschen in der Schweiz eher verschlossen agieren. Auf die Frage hin, wie man etwas daran ändern könnte, haben alle Befragten geantwortet: «Mehr mit offenen Augen durchs Leben gehen, mehr Rücksicht auf andere Menschen nehmen und alles ein wenig lockerer sehen.» Vorsätze, die sich bestimmt Jede und Jeder von uns vornehmen kann. Eine befragte Person findet, dass das Leben viel spannender sein kann, wenn man versucht, etwas mehr über den eigenen «Tellerrand», den eigenen Horizont zu blicken. Dennoch ist Jeder und Jedem selbst überlassen, wie der «Bünzli» in einem selbst ausgelebt wird. Schlussendlich ist es nicht immer negativ, etwas bünzlig zu sein.

Sie trägt die Nummer 11 in der niederländischen «Vrouwenelftal» und die 22 beim FC Barcelona-Femeni. Die 26-jährige Niederländerin Lieke Martens wurde im Jahre 2017 zur Weltfussballerin gekürt und somit für viele junge Frauen zum Vorbild. Wer ist die Schnellaufsteigerin und welche Rolle spielt sie in der Emanzipation der Frau im Sport? Eine Analyse. 

Am 7. Juni dieses Jahrs startete die 8. Weltfussballmeisterschaft der Frauen. Mit dabei die niederländische Nationalmannschaft, welche sich im Jahre 2017 als Siegerin der Fraueneuropameisterschaft im eigenen Land feiern durfte. Dieses Jahr nimmt die Mannschaft zum zweiten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Mitgereist ist die Weltfussballerin vom Jahre 2017, Lieke Martens. Die Stürmerin gilt als Spitze der Gruppe. In ihrem neuen Buch «Lieke – van Nieuw Bergen naar FC Barcelona» beschreibt sie ihr Lebenswerk, wie sie zum FC Barcelona kam und sich trotz dem männerorientierten Rollenbild des Fussballs, als beste Spielerin der Welt promovierte.

 

Kleines Mädchen, grosse Träume

Geboren wurde Lieke Martens im Jahre 1992 im niederländischen Nieuw-Bergen. Wirklich viel über sie ist sonst nicht bekannt. Ausser, dass sie einen enormen Ehrgeiz aufweist. Diversen Medien gegenüber erklärt Martens, sie sei bereits seit ihrer Kindheit vom Fussball begeistert gewesen. Ihre ersten Berührungen mit dem Sport erlebte sie mit ihren Brüdern. Die Seite Barcawelt berichtet, Martens einziger Wunsch war, früher oder später im niederländischen Club Ajax Amsterdam mitspielen zu können. Da der Frauenfussball aber zu dieser Zeit noch unpopulär war und noch eher wenige Frauenclubs existierten, wollte sie immer bei den Männern mitmischen, was sie dank ihres Vaters, welcher sie später auch trainierte, in ihren jungen Jahren machen konnte. Nach Barcawelt spielte Lieke Martens bis zu ihrem 16. Lebensjahr in diversen männlichen U-Mannschaften mit. Schon damals musste sie Sprüche von ihren Gegenmannschaften über sich ergehen lassen, dass Mädchen kein Fussball spielen konnten oder ihre Träume niemals in Erfüllung gehen würden. Auch bei den Feiern nach einem gewonnenen Spiel, blieb sie meistens allein in der Kabine. Doch das hat sie nicht davon abgehalten, später einmal eine Fussballerin der Weltklasse zu werden. Dennoch merkte sie beim Training und bei den Spielen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Männer waren schneller und stärker als sie.

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Ein rasanter Aufstieg

Im Jahre 2009 wurde Martens erstmals für die U-19 Frauennationalmannschaft der Niederlande aufgeboten. Gleichzeitig begann sie beim niederländischen Club SC Heerenveen mitzuspielen, das erste Mal in einer Frauenmannschaft. Von da an gab es für die junge Fussballerin kein Halten mehr. Sie erhielt immer bessere Verträge von niederländischen und deutschen Fussballvereinen, wie beispielsweise Venlo oder Duisburg und reiste dann im Jahre 2014 nach Schweden, zum FC Göteborg. Nach dem schwedischen FC Rosengård in Malmö, wechselte sie zum FC Barcelona, welcher mittlerweile auch im Frauenfussball zu den besten Fussballclubs der Welt gehört. Seit 2017 spielt Martens in Spanien mit und gewann nach Wikipedia dabei zwei Mal den spanischen und zwei Mal den katalanischen Pokal. Den ersten Platz der spanischen Meisterschaft «Primera Division» der Frauen hat die Mannschaft dieses Jahr knapp verpasst und wurde somit zweite, nach der Frauenmannschaft des Atletico Madrid.

Kein Wunder also, dass sich die Starstürmerin Lieke Martens nicht nur in den Niederlanden und in Spanien, sondern mittlerweile in der gesamten Welt einer hohen Beliebtheit erfreuen darf. Laut Soccerway.com erzielte sie allein in der Saison 2018-2019 der spanischen Meisterschaft elf Tore.

 

Der Ronaldinho des Frauenfussballs

Genau wie ihre beiden Vorbilder, Ronaldinho und Lionel Messi, hat siebeim FC Barcelona gross Fuss gefasst. Dem niederländischen NOS Jeugdjournaal berichtet Martens, sie habe schon immer davon geträumt, selber zu einem Vorbild für die weiteren Generationen des Fussballs zu werden, sowie es die Männer für sie waren. Dieses Ziel hat sie sicherlich erreicht. Lieke Martens Instagram-Account weist nämlich derzeit knapp eine Million Follower auf und auch über andere Kanäle, wie YouTube, Facebook und Twitter, wird immer wieder von ihr berichtet, seien es Interviews, FAQ`s oder Erlebnisberichte aus dem Innenleben der niederländischen Fussballnationalmannschaft der Frauen über den Kanal der «Ons oranje»-Fangemeinschaft. Mit dabei – ihre Fans und Bewunderinnen und Bewunderer. T-Shirts mit ihrer Nummer 11 in der «Vrouwenelftal» werden massenhaft an Mädchen und Frauen, aber auch an Jungen und Männer verkauft, diverse Fanaccounts auf Instagram entstehen und vieles mehr. Dank der ursprünglich aus dem kleinen Nieuw-Bergen stammenden, erlebt der Frauenfussball zurzeit einen enormen «Hype».

Durch die Nähe der niederländischen Fussballspielerinnen und Fussballspieler gegenüber den Fangemeinschaften durch die Fantreffen, die regelmässig veranstaltet werden, wächst der Wunsch junger Fussballerinnen, das gleiche erreichen zu wollen. Auch wenn das «Business» im Sport, gerade im Fussball, enorm hart ist, kann Martens ihren Verehrerinnen eines mitgeben: Hoffnung.

 

Welche Rolle spielt denn Lieke Martens nun in der Emanzipation der Frau im Sport?

Eine Frau, die sich als Nationalspielerin und in einem der weltbesten Vereine brillieren kann, zeigt auf, welche Möglichkeiten in der heutigen Zeit bestehen. Der sonst männerdominierte Fussball wird für Frauen immer zugänglicher. Sie zeigt nicht nur auf, welche neuen Möglichkeiten für die Frauen entstehen, sondern dass man geschlechterunabhängig alles erreichen kann, was man will. Wichtig ist einzig und allein nur, dass man an sich selbst glaubt und dabei nie aufgibt.

 

Die Niederlande im Fussballfieber

Die niederländische Bevölkerung gilt generell als fussballfreudiges Volk. Etwa 30`000 Fans reisten für die Europameisterschaft im Jahre 2008 in die Schweiz und blockierten nach Fussball.ch in diversen Schweizer Städten ganze Innenstädte als die «Oranje» ihre Spiele absolvierten. Auch an der diesjährigen Frauen-WM reisten unzählige Fans nach Frankreich mit, wie beim Blick festgehalten wird. Einen Grund zum Feiern gibt es für die orange gekleidete Menschenmasse allerdings: Mit drei Siegen überstand die Mannschaft die Gruppenphase und trifft am Dienstag im Achtelfinale auf Japan. Ob die Niederländerinnen ihren Titel verteidigen können, ist unklar. Denn starke Mannschaften, wie Deutschland oder die USA, sind an der Frauen-WM mitvertreten. Bezüglich der diesjährigen WM sagte Lieke Martens dem ZDF: «Man muss mit uns rechnen!»

Die Manipulation in Medien ist zu einem immer wichtigeren Thema geworden. Nie zuvor war es einfacher, gerade Bilder mit Programmen zu verändern und so die Meinungen von Menschen zu beeinflussen. Welchen Einfluss haben audiovisuelle Medien auf den Journalismus? Wie können Bilder manipuliert werden? Diesen Fragen stellt sich der ehemalige Journalist Kilian Marti.

«Ganz gut. Ich habe viel zu tun in letzter Zeit», antwortet Kilian Marti auf die Frage, wie es ihm an diesem Abend geht. Der 20-jährige ist selbständiger Finanzplaner und unterstützt Menschen auf dem Weg zu ihren Zielen in finanzieller Hinsicht. «Ich helfe Menschen in die Selbständigkeit, das eigene Heim zu kaufen oder alles finanziell zu planen für die Weltreise mit der ganzen Familie». In seiner Vergangenheit kam er oft in Berührung mit journalistischen Tätigkeiten und half bei den Arbeiten in verschiedensten Redaktionen mit. Dort hat er selbst miterlebt, welche Strategien von Medienschaffenden bei der Bilderauswahl gewählt werden und wie einfach es sein kann, Bilder zu manipulieren.

 

Kilian, Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?

«Schon in meiner Schulzeit habe ich für eine regionale Wochenzeitung Umfragen zu den unterschiedlichsten Themen gemacht. Damals habe ich Menschen auf offener Strasse befragt, was ihre Sommerferienpläne sind. Ich stellte nicht wirklich heikle oder brisante Fragen. Trotzdem war das eine wichtige Erfahrung, die meinen Grundstein legte. Nach der obligatorischen Schulzeit begann ich dann meine Lehre als Kaufmann bei der Zeitung «Südostschweiz». In der Ausbildung habe ich hauptsächlich mit Journalistinnen und Journalisten in der Redaktion zusammengearbeitet, wo ich den Überblick über die Termine innehatte. Irgendwann fand ich, dass ich selbst auch schreiben wollte. Da habe ich mich angeboten, probeweise einige Anlässe zu besuchen, um darüber zu schreiben.»

Im Alter von 18 Jahren hat Kilian die Lehre erfolgreich abgeschlossen und durfte anschliessend bei einer Zeitung als Journalist arbeiten, wo er vorher bereits Kolumnen veröffentlichte. «Dies war bei den Obersee-Nachrichten in Rapperswil», fügt er hinzu.

 

Was hat dich an diesem Weg so fasziniert?

«Der Journalismus liegt im Blut unserer Familie, denn auch meine beiden Schwestern sind bei verschiedenen Zeitungen journalistisch tätig. Ich persönlich habe schon immer sehr gerne geschrieben, ob es sich um eigene, erfundene Geschichten oder journalistische Beiträge handelt. Erfundene Geschichten habe ich natürlich nie in den Zeitungen veröffentlicht», beendet Kilian seine Aussage und lacht. Mittlerweile hat er sich aber vom Journalismus abgewendet. «Ich gehe nun als Finanzplaner meinen eigenen Weg. Die Selbständigkeit war schon immer mein Traum, der nun endlich in Erfüllung gegangen ist», sagt er.

 

Welche Strategien wurden in den Redaktionen, in denen du tätig warst bei der Bilderauswahl angewendet?

«Jede Zeitung hat ihr eigenes System, wie die Bilder ausgewählt werden. Es gibt Zeitungen, bei denen die Journalistinnen und Journalisten Artikel schreiben und dann selbständig die Bilder auswählen. Bei anderen Zeitungen sind Fotojournalisten angestellt, die auf Anfrage ein Bild machen. Diese liefern dann als ausgebildete Fotografen ein qualitatives Bildprodukt. Bei meinen Jobs habe ich die verschiedensten Vorgehensweisen kennengelernt. Habe ich ein Porträt über eine Person geschrieben, so machte ich immer selber ein Porträtfoto der Person. Da macht man am besten ein Foto, welches die Person in seinem gewohnten Umfeld zeigt und so den Inhalt ihres Lebens darstellt. Auch Symbolbilder habe ich manchmal verwendet. Dort ist es wichtig abzuklären, ob man die Rechte hat, ein Bild verwenden zu dürfen. Um ein Bild für eine öffentliche Zeitung, Plattform, etc. verwenden zu dürfen, braucht man Nutzungsrechte, die einem von den Herstellern der Bilder übertragen werden, wenn dieses dies erlauben.»

 

Wie wichtig ist es bei Zeitungsartikeln mit Bildern deine erwähnte Stimmung und Emotion zu generieren?

«Es ist sehr wichtig Bilder in Zeitungen zu haben. Gerade wenn es um Personen geht, denn in Zeitungen werden diese nicht optisch detailliert beschrieben, ganz anders als in Romanen. Am besten ist es, wenn man die Bilder mit dem Text verbindet, so dass die Leser auf dem Bild nachschauen oder überprüfen müssen, ob das Beschriebene stimmt.»

 

Wie beurteilst du die Macht von Bildern in den Medien?

«Bilder sind eigentlich ausschlaggebend dafür, ob die Menschen einen Artikel lesen oder nicht. Hast du ein ansprechendes Bild, hast du auch Leserinnen und Leser. Ich sage: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ein gutes Bild ist sozusagen das Beste, das dir passieren kann, während ein schlechtes Bild viel ruiniert. Mit Bildern kann man sehr viel beeinflussen.»

 

Wo befinden sich bei Bildmanipulationen die Grauzonen? Was kann man sich als Journalist/in erlauben, um beispielsweise zu provozieren?

«Ich beziehe mich auf das Beispiel der vorangegangenen Frage. Das ist für mich ein eindeutiges Fake-Bild. Es wurde zwar als Symbolbild deklariert, was bedeutet, dass man vieles darunter interpretieren kann. Es gibt im Kodex des schweizerischen Presserates einen Absatz, welcher aussagt, dass Bilder nicht einfach so verfälscht werden dürfen, um etwas Anderes damit aussagen zu wollen. Ich persönlich finde, dass es als Journalist keinen Wert hat, Bilder zu faken. Lieber stellt man die Bilder in realen Momenten her, als etwas zu faken.»

 

Ab wann kann man sich damit strafbar machen?

«Sobald man die Ehre von einer Person verletzt. Beispielsweise, wenn ein Bericht über Johann Schneider-Ammann geschrieben wird und man als Fotoreporter ein ganz normales Bild von ihm vor dem Bundeshaus verunstaltet, ihm komplett anders kleidet (übrigens alles machbar) und ihn so ins Lächerliche zieht. Dann kann man enorme Probleme bekommen. Ausser, das Bild wird als Karikatur deklariert, das gibt einem wiederum einen grossen Spielraum. Deshalb ist es schwierig, diese Frage zu beantworten, da der Grat bei diesem Thema so schmal ist.»

 

Was denkst du, wo liegen die Gründe, dass manche Medienstellen Bilder manipulieren?

«Zum einen, weil sie es nicht besser wissen. Jeder und jede in diesem Geschäft will, so schnell es geht, die besten Schlagzeilen raushauen. Ich muss deshalb sagen, dass beabsichtigte Bildmanipulationen sehr selten vorkommen. Wenn, dann nicht durch ganze Medienverlage, sondern durch die einzelnen Journalistinnen und Journalisten oder Medienschaffende der Boulevardpresse, welche schlechte Absichten haben und sich um Aufmerksamkeit pulen.»

 

Wie können sich Bildmanipulationen auf unsere Gesellschaft auswirken?

«Je nachdem, wie weit das Bild verbreitet wird und die Menschen es als wahr empfinden, kann das enorme Auswirkungen haben. Jedenfalls, so lange niemand dahinterkommt. Kurzfristig kann es zu einem Aufschrei in der Gesellschaft kommen, aber langfristig werden Bildmanipulationen glücklicherweise immer durch Experten richtiggestellt.»

 

Was denkst du, wie könnte man sich als normaler Bürger vor Bildmanipulationen schützen?

«Selber hinterfragen, was man liest und für sich selbst analysieren, was es für einen bedeutet. Vor allem vernünftig auf vermeintlich gefakte Bilder reagieren, ohne irgendwelche Kurzschlussreaktionen zu machen. Am allerwichtigsten aber ist es, derartige Bilder nicht weiter zu verbreiten. Wir sollten der Manipulation keine Plattform bieten.»

Vielen Dank Kilian, für das interessante Interview.

 

 Für weitere Infos:

kilian.marti@ilteam.ch

 

 

Diese Woche bei So tickt SO!, ein Interview mit dem engagierten Jungpolitiker Philipp Eng. Der 24-jährige Jurastudent erzählt über seine langjährige Erfahrung als Jungpolitiker und Präsident der Jungfreisinnigen von Solothurn und über die Veränderung der Politik in der jungen Generation.

«Bereits mein Grossvater, sowie auch mein Vater, waren und sind immer noch politisch beim Freisinn aktiv. So war es also kein langes Überlegen, in welche politische Richtung, in welche Partei, es mich verschlagen würde», erzählt Philipp. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er in der Politik tätig und vertritt seine Partei, die Jungfreisinnigen Solothurn, seit drei Jahren als Präsident. Auch wurde er mit 19 Jahren für die FDP in den Gemeinderat Günsberg gewählt.

Philipp, wo decken sich deine Hauptaufgabenfelder ab?

«Neben meinen Tätigkeiten als Präsident, also das Führen des Vereins, sowie das Führen von Mitgliederlisten und Organisieren von Anlässen, kümmere ich mich um politische Anliegen der Stadt. So haben wir beispielsweise den Stadt Präsident Kurt Fluri bei seiner letzten Wahl unterstützt, in Form von Leserbriefen und anderen Supportmöglichkeiten. Auch haben wir einen Volksauftrag lanciert, der besonders auf die Stadt Solothurn abzielt, aber Schluss am Ende auch für den gesamten Kanton gedacht war.»

Wie kann man sich die Organisation der Jungpartei vorstellen?

«Unsere Kantonalpartei ist aufgeteilt in einzelne Sektionen. Mit Solothurn, Olten und Grenchen bilden wir drei verschiedene Regionalsektionen und übergeordnet bildet sich dann die kantonale Sektion. Die Regionalsektion Solothurn beispielsweise, umfasst nicht nur die Stadt Solothurn, sondern auch das politische Geschehen der Jungfreisinnigen im ganzen Wasseramt, Bucheggberg und Leberberg. Bei uns wird nicht so streng nach Gemeinde geteilt, sondern die, in Solothurn zur Schule gehen, sind in der Sektion Solothurn vertreten. Es besteht bei Grenzfällen auch ein gewisser Grad der Selbstbestimmung, in welcher Sektion man tätig ist.

Rechtlich, wie auch politisch, sind wir ein komplett unabhängiger Verein. Nichtsdestotrotz haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Mutterpartei, der FDP. Die FDP ist klarerweise die Partei, welche uns am nächsten steht. Auch haben wir einen Sitz in der Geschäftsleitung der FDP oder werden auch in Projekte mit eingebunden. Aber dies bedeutet nicht gleich, dass wir Jungfreisinnige so stimmen oder so politisieren, wie es die FDP tut, betreffend der einzelnen Sachthemen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und die sollen so auch existieren.»

Wo liegt der grosse Unterschied zur FDP?

«Ein wenig frecher und liberaler zu politisieren, das ist so der Unterschied und sollte auch ein Privileg für die junge Generation, für die Jungfreisinnigen sein. Selbstverständlich immer vernünftig, anständig und fair, aber bei Meinungsverschiedenheiten auf unserer Seite, wird es gerne gesehen, dass wir die auch vertreten und uns einsetzen.»

Was ist so das, was eure Jungpartei auszeichnet?

«Einerseits ist das Dabeisein für mich ein sozialer Grund. Eine Jungpartei ist im Vergleich zu einer Mutterpartei, wie eine FDP, sehr sozial ausgerichtet. Das ist ein sehr wichtiges Element, auch dass unser Verein lebt und aktiv, sowie attraktiv sein kann. Wir machen bei vielen Anlässen mit, kantonal, aber auch interkantonal. Auch international sind wir stehts auf dem Laufendem, was Jungparteien aus anderen Ländern angeht. Gerade bei uns Jungfreisinnigen, ist es die liberale Haltung, die mich sehr reizt.»

Was genau meinst du mit dieser «liberalen Haltung?»

«Im Jungfreisinn gibt es nicht die eine Meinung, sowie wir es von anderen Parteien kennen. Beispielsweise haben wir bei uns Leute, welche einen EU-Beitritt befürworten, dann wieder andere, die sich auf die Seite einer Masseneinwanderungsinitiative wiederfinden. So gesagt haben wir ein breites Spektrum an Meinungen, was ich als sehr interessant, wie auch als sehr wichtig empfinde. Bei uns ist es also durchaus möglich, eine andere Meinung als die anderen zu haben.»

Philipp erklärt, dass diese ausgewogene Meinungsverschiedenheit eine Bestätigung dafür ist, dass er sich in der Mitte politisch Zuhause fühlt. «Durch das weiss ich, dass diese Partei meine Heimat ist», sagt er fest entschlossen. Dies sei für ihn der «liberale Geist». Er erklärt ausserdem, dass natürlich eine gewisse Grundhaltung in der Partei vorhanden ist, was das Gesamtthema Politik betrifft.

Dies liegt bestimmt auch daran, dass sich der Jungfreisinn besonders in der politischen Mitte platziert.

«Genau, das stimmt. Der Freisinn wollte und will, keine Ideologie sein. Die SP und beispielsweise auch die Juso, sind weitgehend sehr ideologisch», sagt Philipp, hinzufügend, dass dies seine persönliche Ansicht sei. «Das Arbeitnehmergesetz ist eines der wichtigsten Gesetze überhaupt, das sehe ich so wie die beiden Parteien. Wenn dann aber der Arbeitnehmerschutz dazu führt, dass die Freiheiten der Arbeitnehmer eingeschränkt werden, ergibt das keinen Sinn mehr. Deshalb finde ich es falsch, wenn man sich zu einer einzigen Ideologie bekennt, egal welche, und dabei die Gegenfaktoren ausser Acht lässt.»

Auf der Homepage des Bundesamtes für Statistik ist ersichtlich, dass die Stimmbeteiligung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Wie kannst du dir das erklären?

«Ich denke das liegt daran, dass unsere Bevölkerung, besonders die jüngere Bevölkerung, etwas überrumpelt wird, mit der ganzen Informationsmenge. In anderen Ländern ist es nur alle vier Jahre möglich, den politischen Kurs zu bestimmen aber in der Schweiz haben wir regelmässig neue Abstimmungen, Bundesbeschlüsse, Wahlen, etc. Das führt dann auch dazu, dass dies für uns zu einer Selbstverständlichkeit wird. Dadurch, so beobachte ich das, ist die Bevölkerung etwas müde davon, ständig über irgendetwas abstimmen zu müssen. Im Prinzip entscheiden wir aber mit jeder Abstimmung über die Richtung, in die sich unser Land in der Zukunft bewegen wird.»

Philipp findet es aus diesem Grund schade, dass sich viele Leute nicht für Abstimmungen oder Wahlen interessieren. Er beobachtet aber auch, dass die Leute nicht unbedingt den Wahlzettel leerlassen, sondern dass sie nicht konstant abstimmen. Heisst also, die Leute stimmen bei Themen ab, welche sie wirklich verstehen und bei denen, welche komplexer erscheinen, stimmen sie nicht ab. Da gibt es auch zwischen den Abstimmungen und Wahlen einen Unterschied. Bei Wahlen kann es schneller vorkommen, dass die Leute sagen, dass ihnen die Kandidaten unbekannt sind und sie deshalb lieber nicht zur Urne gehen. «Wichtig sind die Menschen zu unterscheiden, welche effektiv keine Lust haben, sich an Abstimmungen zu beteiligen und die, die zu einem bestimmten Thema schlicht und weg keine Meinung haben.»

Sollte es dann aber nicht eine Möglichkeit geben, komplexere Themen für die Bevölkerung einfacher zu veranschaulichen?

«Klar wäre es toll, wenn es irgendeine Zauberformel für dieses «Problem» gäbe. Wir versuchen die Themen über Social Media Dienste, wie beispielsweise Facebook oder Twitter, näher an die Leute zu bringen. Meine Freunde auf Facebook werden von meinen politischen Stellungnahmen auch zugespamt, ob sie wollen oder nicht», beginnt Philipp lachend. Über diese Plattformen könnte man vor allem auch die junge Generation besser erreichen, so findet Philipp. «Ein Gerät, welches auf eine solche Plattform zugreifen kann, besitzen die meisten jungen Menschen. Gar mehr, als eine Tageszeitung, was vor zwanzig Jahren auch noch anders war. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, in der Politik mit der Zeit zu gehen.»

Wie hoch schätzt du die Wichtigkeit ein, dass die junge Generation an den politischen Prozessen teilnimmt?

«Ich finde es sehr wichtig. Schlussendlich bilden wir mit unseren Entscheidungen die spätere Zukunft, in der wir und unsere Nachkommen aufwachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die AHV. Solche Sachthemen, wird die ältere Generation halb so stark kümmern, als unsere, da wir mit den Entscheidungen leben müssen. Gerade aus dem Grund ist es wichtig, dass wir jungen Leute in der Politik mitreden, aber auch, weil wir manche Themen bereits besser verstehen, wie die Digitalisierung, welche vor allem von den älteren Leuten verteufelt wird oder auch die Gefahren auf den Social Media Diensten, den Fake-News und vielen anderen Bereichen. Für uns ist es einfacher, diese Bereiche zu analysieren, da wir direkt darin aufgewachsen sind und somit auch einen Wissensvorsprung haben.»

Philipp findet, dass die junge Generation unbedingt eine Stimme braucht und mitreden kann, also nicht nur von aussen her belächelt wird. «Die junge Generation muss die Konsequenzen tragen von den Entscheidungen, die wir heute treffen», wiederholt er.

Wie geht ihr Jungfreisinnige vor, um bei dieser Entwicklung mitwirken zu können?

«Das wichtigste ist für uns, dass wir steht aktiv bleiben. Meine Vorstellung unseres Vereins ist, dass wir intern weitere tolle Anlässe haben, also neben dem politischen auch ein angenehmes Vereinsleben gestalten, ab und zu mal zusammen ausgehen und solche Dinge. Wir wollen Netzwerke knüpfen, die uns aktive Politiker mit solchen Leuten zusammenbringen, welche politisch desinteressiert sind. Auch muss weiterhin darauf geachtet werden, die Inhalte so nahe wie möglich den Leuten zu vermitteln. Man darf nicht auf einer Ebene politisieren, die die Mehrheit der Menschen nicht versteht oder gar nicht erst interessiert, so schafft man einfach keine Nähe zur Politik. Wir versuchen besonders Themen anzuschneiden, die für die junge Generation eher spannend und relevant sein kann. Da wäre zum Beispiel das Vermindern des Aufwandes, um den Führerschein zu bekommen oder das Nachtleben in der Stadt. Das sind Themen, welche bei der jungen Generation auf Interesse stossen. Dadurch merkt man dann auch, dass durch Politik sehr viel verändert werden kann.»

Vielen Dank Philipp, für das interessante Gespräch.