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Cyrill Pürro

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So tickt SO!, die neue Serie auf Tize.ch. Ab heute gibt es jeden Donnerstag einen neuen Beitrag über die Stadt Solothurn und ihrer Umgebung. Zu Beginn dieser neuen Serie, starten wir mit einem kleinen Rundgang durch die Fakten der ältesten und schönsten Barockstadt der Schweiz.

Mit seinen knapp 17`000 Einwohnern zählt Solothurn zu den eher kleineren Städten der Schweiz. Auch beläuft sich die Fläche auf nur ca. sieben Quadratkilometer. Im Vergleich mit der Stadt Zürich, welche eine Fläche von ca. 92 Quadratkilometer aufweist, hätte die Stadt Solothurn etwa neun Mal in der grössten Schweizer Stadt Platz.

Zum 21. Mal wird das bedeutendste Fussballturnier, die Weltmeisterschaft, ausgetragen. In Russland, einem Land, in dem sich seit den 90er Jahren viel verändert hat. Doch welche Interessen bestehen wirklich am Turnier? Tize.ch wirft einen Blick hinter die Kulissen der WM und ihr Gastgeberland.

Die 21. Fussball WM neigt sich bereits dem Ende zu. Vier europäische Länder kämpfen diese Woche um den Einzug ins Finale. Im Rückblick auf die Vergabe des Turniers und auf die Vorbereitungen fällt auf, dass selten über ein Austragungsland der WM dermassen debattiert wurde wie in diesem Jahr. Die Spannung zwischen Russland und dem Weste, wie aber auch Vorwürfe der Korruption der Regierung, Zensur der Meinungs- und Pressefreiheit, das Eingreifen von russischen Streitkräften in Syrien und der Ukraine und die Tatsache, dass gerade in diesem Jahr eines der grössten Sportturniere dort stattfindet, löste weltweit Diskussionen über die Seriosität der Vergabe der WM-Austragungsorte aus. Welche Bedeutung hat die WM für das grösste Land der Welt? Wie sehr ist die Kritik an der Vergabe gerechtfertigt?

Russland – ein paar Fakten

Mit 17’100’000 km² ist Russland das grösste Land der Welt. Die Schweiz hätte somit ungefähr 414 Mal darin Platz. Die Bevölkerungsmenge verteilt sich aber auf die Grösse des Landes sehr gut. Russland stemmt verhältnismässig «nur» 142.3 Millionen Einwohner und ist nach Länderdaten.de auf dem 9. Weltrang. Die Hauptstadt ist Moskau, nach Istanbul die zweitgrösste Stadt Europas. Russland erstreckt sich über Europa bis nach Asien. Das Uralgebirge, welches sich etwa im vorderen Teil des Landes befindet, bildet die Grenze zwischen den beiden Kontinenten. Russland wurde historisch von vielen Einflüssen geprägt, besonders die Bevölkerung. Für eine lange Zeit regierten die Zaren im Kaiserreich, bis sich der Zustand der russischen Wirtschaft und der Bevölkerung aufgrund des 1. Weltkrieges dermassen verschlechterte, dass eine Revolution ausgelöst wurde, die 1917 nach der Oktoberrevolution in einen Bürgerkrieg mündete. 1922 wurde dann die UdSSR gegründet. Zwar konnte die russische Wirtschaft nach dem Zerfall der UdSSR, welcher in den Übergangsjahren in die Föderation ein Wirtschaftsloch auslöste, auf einen etwas besseren Kurs gebracht werden. Dennoch beträgt das BIP (Bruttoinlandprodukt) pro Kopf nach dem Statistikportal Statista.com nur 11.947 US-Dollar. In der Schweiz sind es, nach Stand vom Jahre 2016, 78.700 US-Dollar.

Putin und die umstrittene WM

Russland sorgte in den letzten Jahren und Monaten in allen Zeitungen und in anderen Massenmedien für Schlagzeilen, meistens eher zum Nachteil für das Image des Landes. Das Mitmischen im syrischen und ukrainischen Bürgerkrieg kratzt seit langem an den diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Ein glücklicher und zufälliger Zeitpunkt also im Jahre 2010, noch vor Beginn der beiden Konflikte, bekannt zu geben, dass Russland das Austragungsland der WM im Jahre 2018 sein würde. Und nun in diesem Jahr, in dem das Land in direktem Konflikt mit mehr als zwei Nationen steht, besteht der perfekte Zeitpunkt für Staatschef Vladimir Putin, Werbung für die eigene Sache, für den eigenen Staat, zu machen. So behaupten englische Kritiker, welche erzürnt über die Auslosung waren. Nach Watson, sagen diese auch, die WM sei gar vom russischen Staat gekauft worden. Dass Putin einen engen Draht zur FIFA pflegt, ist lange kein Geheimnis mehr. Laut srf.ch, wurde der Ex-FIFA Präsident Sepp Blatter vom Staatschef höchstpersönlich zum Spiel Portugal gegen Marokko eingeladen, unter der Begründung, es sein ein «privater Besuch» gewesen.

 

Teure Arbeit zum billigen Preis

Was tut man, um eine bereits angeschlagenen Wirtschaft beim Bau von neuen Stadien zu schonen? Die FIFA gab nach der Süddeutschen Zeitung im Mai letzten Jahres zu, zu wissen, dass am Bau des Stadions in St. Petersburg teils nordkoreanische Arbeiter arbeiteten. Laut der Süddeutschen mussten die Arbeiter aus dem Osten Asiens unter miserablen Bedingungen arbeiten, auch sah die Entlöhnung den Umständen entsprechend aus. Die Entlöhnung eines geringen Gehalts, welcher nach geraumer Zeit nach Pjöngjang fliesst, der Hauptstadt Nordkoreas. Wozu organisiert man für viel Geld ein Fussballturnier, welches zur Gründungzeit dazu diente, den Zusammenhalt zwischen Ländern auf der ganzen Welt zu stärken, wenn dabei Gehälter von Arbeiter in Länder fliessen, welche international für grosse Unruhen sorgen und dieses Geld wiederum für den Ausbau von Kriegsgeräten verwenden?

 

Fussball als Werbeplattform

Egal, in welchem Land eine solche Fussballweltmeisterschaft stattfindet, ein solches Ereignis dient auch zur Werbung für das eigene Land. Vladimir Putin erklärte vor Beginn der WM, das Turnier nicht als Politikum, grosser Werbung oder zu propagierenden Zwecken verwenden zu wollen. Dass er sich aber bei dieser Sache selbst wiederspricht, war ihm im Vorfeld wohl nicht bewusst. „Ich kann versichern, dass die Reise für alle wunderbar sein wird, ohne Komplikationen, sie werden es überall erfahren, dass wir gastfreundliche Menschen sind. Die Fans werden so begeistert sein, dass sie zurückkommen möchten.“, so Vladimir Putin in seiner Rede vor dem FIFA-Kongress, nach der Berliner Morgenpost. Klar ist, dass der russische Staat auf eine Art zu Geld kommen muss, nicht zuletzt um ein solch grosses Land mit einer hohen Bevölkerungszahl unterhalten zu können, aber auch, um irgendwie militärische Einsätze zu finanzieren. Was bietet sich da besser, als eine Weltmeisterschaft im eigenen Land?

 

 

Überrascht sind in diesem Jahr viele von der WM. Nicht nur wegen der sich plötzlich verändernden Favoritenrolle der Teams, auch über die Zurückhaltung der russischen Medien, in Sachen Werbung und Propaganda. Zu spüren war bis jetzt, dass der Fussball im Vordergrund stand. Klar ist, dass der Rubel rollt, nur in welche Richtung er sich bewegen wird, ist ungewiss.

Schon das zweite Spiel gegen Serbien an der diesjährigen WM in Russland liess die Schweizer Medienwelt auf Hochtouren laufen. Die umstrittene Adlergeste der Spieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri führten zum ersten «Skandal» an der WM 2018. Ist die Aufregung um den Torjubel gerechtfertigt? Wie die Schweiz in einen jahrzehntelangen Konflikt hineingezogen wird.

Auch noch nach einer Woche brennen die Diskussionen in diversen Social Media-Kanälen über die mittlerweile fast weltbekannte Adler-Geste der Spieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Bereits in der fünften Spielminute lag die Schweizer Nationalmannschaft gegen Serbien mit einem 1:0 im Rückstand. Doch so schnell die Gegnermannschaft in Führung kam, so schnell konnten die Schweizer in der Halbzeit das Spiel zu ihren Gunsten umkehren. So erzielten die beiden Spieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri die beiden Gegentore und führten ihre Mannschaft zum Sieg. Zwei Spieler mit albanischer Abstammung, die gegen Serbien antreten mussten. Doch was war der Auslöser des Hasses zwischen zwei Bevölkerungsgruppen, die einst im selben Staat ihre Heimat fanden?

Die Kosovofrage – ein ewiger Konflikt?

Der Konflikt um die Region des Kosovo ist bis ins Mittelalter zurückzuverfolgen. Für serbische Intellektuelle gilt die kleine Region zwischen Serbien, Albanien, Mazedonien und Montenegro als Ursprung ihrer Kultur und des damaligen serbischen Reiches. Auch die Schlacht auf dem «Kosovo polje» (Amselfeld) gilt bis heute unter Serben als «Fall» des Staates und der Entnahme der Region Kosovo aus ihrer Hand. Der Legende nach besiegte das Osmanische Reich die serbischen Streitkräfte, unterjochte die Region, kultivierte sie um und islamisierte sie. Wissenschaftler aber sagen, historisch seien diese Fakten weder mit Beweisen belegt, noch gäbe es Hinweise dafür, dass diese Schlacht tatsächlich stattgefunden habe (so berichtet die Zeit.de).

Der Theorie nach wurden die Serben aus dem Kosovo vertrieben. Nach dem Fall des osmanischen Reiches ging die Region dann zurück an die Serben und wurde im Jahre 1918 bei der Gründung des jugoslawischen Königreiches direkt in das Reich integriert. Während des kalten Kriegs, als auch der Vielvölkerstaat Jugoslawien kommunistisch regiert wurde, genehmigte Staatschef Tito der Teilregion Kosovo grosse Autonomie in Bereichen der Politik, Wirtschaft und Kultur. Als dann aber die kommunistisch regierten Staaten im Osten Europas zu Beginn der 90er Jahre zusammenbrachen, löste die Regierung Jugoslawiens die Autonomie des Kosovo auf, unterdrückte das mehrheitlich albanische Volk und verdrängte es aus dem öffentlichen Leben. Laut sibilla-egen-schule.de eskalierte die Anspannung zwischen den beiden Volksgruppen, den Serben und den Albanern. Serbische Streitkräfte marschierten im Kosovo ein, zerstörten Wohnsiedlungen, wandten Gewalt an der Bevölkerung an und versuchten, die Region unter ihre Kontrolle zu bringen. Aufgrund der Missachtung der Menschenrechte griff die NATO ein und löste einen Krieg aus. Nach dem kompletten Zerfall Jugoslawiens kam der Kosovo nach langem hin und her frei, im Jahre 2008. Jedenfalls fast – nicht alle Staaten kennen den Kosovo als souveränen Staat an.

Der Doppeladler im Kamikazeflug

Aufgrund des Jugoslawienkrieges zogen viele Menschen aus den umkämpften Regionen in den Norden, viele auch in die Schweiz. Nicht nur Albaner aus dem Kosovo flüchteten in die Schweiz – auch Serben suchten hier Zuflucht. Laut dem Bundesamt für Statistik (bfs) stammen 5,2% der ausländischen Wohnbevölkerung aus dem Kosovo und 3,3% aus Serbien (Stand 2016). Dass dies innerhalb der Schweiz ein Konfliktrisiko bietet, welches zwar nicht unbedingt hoch ist, dennoch aber vorhanden, ist klar. So löste der Torjubel von Granit Xhaka im Spiel der WM Schweiz gegen Serbien in der 52 Minute unter serbischen Fans grosse Empörtheit aus. In diversen Public-Viewing Arenen, wie beispielsweise in Solothurn, drohte die Lage zu eskalieren. Serbische Buhrufe erklangen bei jeder Ballannahme von albanischen Nationalspielern, Gesänge gegen die Spieler folgten, wie kleinere Pöbeleien zwischen serbischen und kroatischen Fans (Die Mannschaft der Kroaten bestritt an diesem Tag kein Spiel) – und dies mitten unter Schweizern. Nach dem angespannten Spiel sammelten sich Albaner und Serben auf der Strasse und lieferten sich beinahe eine Massenschlägerei – wiederrum mitten unter Schweizern. Die Polizei hatte die Situation jedoch  im Griff.

Der dritte Adler im Schwarm

Nicht nur Granit Xhaka, auch Xherdan Shaqiri zeigte bei seinem Tor zum 2:1 den «Vogel». Gegenende des Spiels liess sich dann auch Teamkapitän Stephan Lichtsteiner zum Doppeladler mitreissen. Lichtsteiner, bekanntlich ohne Wurzeln auf der Balkanhalbinsel. Der NZZ am Sonntag erklärte er am gestrigen Tag, er habe aus reiner Solidarität bei der Gestik mitgemacht. Er findet, so würde der Teamgeist innerhalb der Nationalmannschaft gestärkt. Ohne Strafe kommt der «Adlerschwarm» hingegen nicht davon. Nach der FIFA verstiess der Torjubel des Trios gegen ihr Fairplay-Reglement. Insgesamt 25`000 Franken muss der Verband dafür bezahlen. Die FIFA verzichtete auf eine Sperre der drei Spieler im nächsten Spiel.

 

Zündstoff für die schweizerische Medienwelt

Der «Adlerskandal» löste in der Schweizer Medienwelt geradezu einen Boom aus. Diverse Memes wurden von Meme-Herstellern von Instagram, bis Facebook erstellt. Auch die Zeitungen und andere Nachrichtenkanäle ergriffen die Gelegenheit, aus einem Torjubel ihre Vorteile zu ziehen und das Thema zu pushen. So wurde von unseren Medien wieder einmal aus einem harmlosen Greifvogel, ein bösartiger, gefährlicher Falke geschaffen.

Vom 11. bis zum 13. Mai finden die Solothurner Literaturtage zum 40. Mal in Solothurn statt. Mit einigen «Specials» wird dieser Anlass ausgiebig gefeiert, wie beispielsweise einer Jubiläumsparty diesen Samstag. Doch wie kommt das alles zustande und wer steckt hinter den Literaturtagen? Ein Interview mit der Kommunikationsverantwortlichen Martina Keller.

«Irgendwie klappt am Schluss immer alles», antwortet Martina Keller auf die Frage, wie es in der Organisation der 40. Literaturtage läuft. Es sei stressig, aber mache Spass, erklärt sie ausserdem. Martina hilft mit 50% bei den Literaturtagen mit, jedes Jahr von Januar bis Juni. Im Januar bereits, steht fest, welche Autoren zu den Literaturtagen eingeladen werden und somit beginnen dann auch die Arbeiten, denen sie nachgehen muss. Nebenbei arbeitet Martina in einem Verlag in Zürich und organisiert Sofalesungen in Winterthur. Dazwischen kommt noch das Studium, in dem sie zurzeit eine Masterarbeit fertigschreiben muss. «Es kommen momentan sehr viele kleinere Dinge zusammen, die mich laufend auf Trab halten», erklärt sie schmunzelnd.

Martina, wie kann man sich deine Aufgaben als Kommunikationsverantwortliche bei den Literaturtagen vorstellen?

«Da kommen sehr viele Dinge zusammen. Ein grosser Teil ist sicherlich die Werbung, die ich für das Festival mache, Kataloge, die es zusammenzustellen gilt und kläre die graphischen Arbeiten, wie das  Erstellen von Plakaten Flyern und Merchandise, ab. Ein anderer Teil ist die Kommunikation mit den Medien, also Medienmitteilungen herauszugeben, Medien zu informieren und während des Festivals zu betreuen. Natürlich muss auch die Kommunikation zu den Autorinnen und Autoren bestehen.»

Wie kamst du dazu, bei den Literaturtagen mitwirken zu wollen?

«Ich habe Germanistik studiert und habe daher ein grosses Interesse an Literatur. Vor vier Jahren dann habe ich ein Praktikum bei den Literaturtagen absolviert. Dies war mein Einstieg in diese «neue Welt», sozusagen. Ich habe dann nach diesem Praktikum immer mal wieder ausgeholfen, auch bei einem Vaterschaftsurlaub. Erst seit diesem Jahr bin ich fest bei den Literaturtagen dabei.»

Welche positiven Erfahrungen durftest du in deiner Zeit bei den Literaturtagen machen?

«Ich finde es sehr schön, so viele Begegnungen machen zu können und gemeinsam mit den Autoren zusammenzuarbeiten. Die meisten Autoren und Autorinnen sind sehr offen, für das was wir ihnen an den Literaturtagen bieten können und motiviert, mit uns zusammenzuarbeiten. Auch toll finde ich es, mit dem Team zusammenarbeiten zu können.»

Und wie sieht es mit den negativen Erfahrungen aus?

«Bei einem Festivalbetrieb wie den Literaturtagen, ist es halt normal, dass man manchmal viel Stress hat und anderes gerade weniger Zeit und Platz im eigenen Terminkalender findet. Aber da weiss man zum Glück, dass dies kein Dauerzustand ist, da die Literaturtage schliesslich auch mal vorbei sind.»

Ab und zu gäbe es auch kleinere, böse Überraschungen, erklärt Martina. «Diese treten vor allem auf, wenn es mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen gilt. Dann kann es plötzlich sein, dass man etwas vergisst, doch bis jetzt hat immer alles geklappt, manchmal auch dank unseren grossen Improvisationskünsten», sagt sie lachend.

Welcher ist der diesjährige thematische Schwerpunkt der Literaturtage?

«Einen thematischen Schwerpunkt hatten wir sozusagen noch nie wirklich. Klar, es gab in den letzten Jahren sehr offene Themen, zum Beispiel das Thema Konflikte gerade an den letzten Literaturtagen. Dieses Jahr fixieren wir uns vor allem auf unser 40. Jubiläum.»

Welche Autoren und Autorinnen sind dieses Jahr eingeladen?

«Von denen, die man so gängig kennt, sind unter anderem Peter Stamm, Franz Hohler und Arno Camenisch aus der Deutschschweiz eingeladen. Ein bekannter, internationaler Schriftsteller, den wir ebenfalls eingeladen haben, ist der Ire John Banville. Auch die Niederländerin Magriet de Moor ist dieses Wochenende eingeladen, die Literaturtage zu besuchen. Sie gilt als eine der zurzeit besten niederländischen Autorinnen und Autoren.»

Wie sieht das Programm der Literaturtage für die Jugendlichen Besucher aus?

«Dieses Jahr haben wir das Abendprogramm komplett umgestaltet. Die letzten Jahre über, fanden auch am Abend noch Lesungen statt. Nun sind wir aber auf ein neues Konzept gestossen, welches wir «literarisches Flanieren» genannt haben. Die Idee dahinter ist, dass man von Ort zu Ort gehen kann, hie und da mal einem Beitrag zuhören und hie und da mal ein Bierchen trinken kann. Wir haben auch Konzerte, wie eine Jubiläumsparty am Samstagabend im Angebot. Für diese Party erklärten sich sogar einige Autoren dazu bereit, aufzulegen.»

Nach Martinas Meinung lohne es sich jederzeit, die Solothurner Literaturtage zu besuchen. Nicht nur, um Neues aus den Lesungen zu lernen oder zu diskutieren, sondern auch wegen der ganzen Stimmung, die auf dem Festival herrscht. Auch da alles sehr zentralisiert an der Aare stattfindet.

Wie wichtig ist es für dich, die Jugend an die Literaturtage heranzuführen?

«Für mich ist das sehr wichtig. Es ist leider kein Geheimnis, dass die Literatur und die Lesungen  im Allgemeinen eher die älteren Generationen ansprechen. Der Durchschnitt unserer Besuchergruppe ist tendenziell eher höher. Ich finde aber, dass von der Stimmung her die Literaturtage nicht etwas nur für ältere Menschen sind. Die Literaturtage würden aber jungen Menschen den Einstieg in die Welt der Literatur und des Lesens erleichtern. Bei den Literaturtagen ist es möglich, selbst zu entscheiden, welche Lesungen man sich anhören will. Es gibt wie schon erwähnt auch andere Angebote, die die jungen Menschen nützen können. Daher sind die Literaturtage aus meiner Sicht eine Art Kombination von Literatur und Festival.»

Wie schätzt du die Wichtigkeit von kulturellen Anlässen, wie die Literaturtage, für die Stadt Solothurn ein?

«Ich habe das Gefühl, dass diese Anlässe etwas sehr Wichtiges sind. Die Literaturtage, wie aber beispielsweise die Filmtage, zeichnen die Stadt Solothurn aus. Solothurn ist eine kleine Stadt, bietet aber viel an kulturellem Angebot. Das macht Solothurn aus und auch ein Stück weit berühmt. Viele verbinden direkt Solothurn mit den Literaturtagen. Es gibt uns die Chance, zu zeigen, dass uns diese Stadt auch wichtig ist.»

Gehst du an die Literaturtage in Solothurn? Schreib es uns in die Kommentare!

Die, die im Kanton Solothurn leben oder sich sonst mit dem Kanton auskennen, wissen über dieses Phänomen Bescheid. Solothurn und Grenchen, zwei Städte im selben Kanton. Dennoch könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Zwischen den beiden Städten herrscht nämlich eine seit langem anhaltende Rivalität.

Witze über Grenchner/innen und Grenchen als Stadt im Allgemeinen, sind in Solothurn nicht selten anzutreffen. Besonders an der Solothurner Fasnacht scheint die Produktion von Witzen über Grenchen auf Hochtouren zu laufen. In manchen Jahren haben manche Solothurner Zünfte oder Gruppierungen gar ihr ganzes Motto auf die Stadt im Westen des Kantons abgezielt. Vor zwei Jahren wurde von Unbekannten sogar das Wort «Grenchen» auf einem Strassenschild nahe der Stadt Solothurn übermalt, so dass nur noch die Richtung nach Biel ersichtlich war. Gleich verhält es sich auch auf der anderen Seite. Ebenfalls die Grenchner/innen halten nicht viel von der Hauptstadt des Kantons. Laut dem Grenchner Tagblatt beschwert sich die Grenchner Bevölkerung besonders über die Obrigkeit der Stadt Solothurn und über die Arroganz deren Einwohner. Besonders zur Sprache kommt da die langjährige Debatte über einen Autobahnanschluss. In vielerlei Hinsicht ist diese Rivalität also zwischen Solothurn und Grenchen vertreten. Doch woher kommt das?

Tiefe Wunden

Im Mittelalter beginnt die Suche nach der Antwort, weshalb sich die Städte Solothurn und Grenchen so in den Haaren liegen. Zu Gründungszeiten des Kantons Solothurn und des Beitritts zur Eidgenossenschaft, haben Solothurner Landvögte begonnen, kleinere Orte einzunehmen und sie zu Untertanengebieten zu machen. Manche dieser neueroberten Gebiete wurden mit den damaligen Berner Verbündeten gemeinsam regiert. Die Stadt, oder damals noch der Ort Grenchen, gehörte zu diesen Untertanengebieten dazu. Nach dem Chronisten der Grenchner Zeit, Rainer W. Walter, seien die tiefen Wunden der angespannten Beziehung zwischen den Städten inmitten des 19. Jahrhunderts offiziell nachzuweisen, wie es in einem Artikel dem Grenchner Tagblatt heisst. Nach diesem Bericht, hat der Biograf Gustav Freytag bereits in einem seiner Werke festgehalten, was die Solothurner über die Grenchner/innen in der Provinz dachten. Sie seien «kulturlose Gesellen», wie Freytag in der Biografie über den ersten Grenchner Bezirkslehrer, Karl Mathy, seine Beobachtungen schilderte.

Die ewige Konkurrenz

Auch wenn die tiefen Wunden der Rivalität bereits in langer Vergangenheit liegen. Die Spannung zwischen Solothurn und Grenchen ist immer noch da, auch nach so vielen Jahren. Wenn man die Geschichte der beiden Städte etwas genauer vergleicht, wird auch schnell klar warum. Grenchen blieb lange Zeit eine Dorfgemeinschaft, während sich Solothurn bereits im Mittelalter zu einer florierenden Stadt entwickeln konnte. Handelsleute aus der ganzen Eidgenossenschaft, wie auch aus Europa besuchten die Stadt, trieben Handel und nicht zuletzt auch das Geld in die Stadtkasse. Auch die Unterzeichnung des Sempacherbriefes und die Beteiligung an sämtlichen Schlachten an der Seite der Eidgenossenschaft, brachten der Stadt ein hohes Ansehen.

Nach der offiziellen Seite der Stadt Grenchen, versuchten sich im 16. und 17. Jahrhundert die Grenchner/innen gegen die Solothurner und Berner Herrschaft mehrmals zu erheben. Diese Versuche scheiterten, obwohl Grenchen zum grössten Bauerndorf Solothurns wurde.

Barock gegen Industrie

Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Grenchen allmählich die Uhrenindustrie eingeführt. Dieser industrielle Wandel zeichnet das Bild der Stadt bis heute. Die Umgebung veränderte sich rasch. Aus dem vorherigen Bauerndorf wurde eine immer grösser werdende Industriestadt und konnte sich endlich mit dem alten Konkurrenten Solothurn messen. Die Bevölkerungsrate stieg an, weltweit bekannte Uhrenmarken wurden produziert und auch die Zuwanderung schritt fort. Menschen aus den verschiedensten Ländern wanderten in die Industriestadt aus, was dazu führte, dass die Einwohnerzahl auf einmal gleichauf mit der der Stadt Solothurn war. Heute liefern sich die beiden Städte ein ständiges Kopf-an-Kopf rennen, was diese Zahl betrifft. Grenchen misst um die 200 mehr Einwohner als Solothurn.

Solothurn blieb also die kulturelle Barockstadt, während sich Grenchen zum Industriemonopol des Kantons entwickelte. Auch durch die erhöhte Zuwanderung, die bis heute nicht abnimmt, erlang die Stadt eine grosse, kulturell durchmischte Gesellschaft. Dies kann positive, wie negative Folgen haben, wie einst eine Dokumentation des SRF zeigte.

In dieser Dokumentation wird hinter die Schattenseiten einer Stadt geblickt, die sich einer schnellen Globalisierung erfreuen durfte, ihr dann aber zum Opfer fiel. Eine hohe Arbeitslosigkeit, sowie eine tiefe Stimmbeteiligung beschäftigt die Grenchner Bevölkerung seit langem. Laut der Dokumentation, stimmen zwei Drittel der Einwohner nicht ab. Experten auf dem Gebiet der Politologie behaupten, dass dies ein Zeichen eines niedrigen Bildungsniveaus sei. Auch die zivile Bevölkerung Grenchens weiss schlecht damit umzugehen. Schweizer Einwohner meiden den Kontakt mit der ausländischen Bevölkerung und fürchten sich um das Schweizer Brauchtum, während sich ausländische Zuwanderer weigern, Deutsch zu lernen und sich integrieren zu lassen. Es ist ein Teufelskreis aus Ignoranz und vor allem Angst, auf beiden Seiten, die nichts Weiteres als eine kulturelle Spannung innerhalb der Stadt bringen. Eine Entwicklung, die meistens nur bei schnell wachsenden Industriestädten widerfährt und somit der Solothurner Bevölkerung erspart blieb.

Solothurn und Grenchen, die zwei unterschiedlichsten Städte des Kantons. Doch welche ist schöner? Nun, über diese Frage zu entscheiden, bleibt jedem selbst offen.

«Wir wollen das Nachtleben in Solothurn zurück» Mit diesem Motto wurde im Mai 2017 die Facebook-Gruppe «Pro nightlife Solothurn» gegründet. Aufgrund von nicht vorhandenen Bewilligungen, war es für die Solothurner nicht mehr möglich, Partys der bekanntesten Partyveranstalter der Stadt zu besuchen. Wie kam es dazu und wie sieht die Situation heute aus?

«Sorry Partypeople», diese Nachricht erreichte im Frühjahr letzten Jahres die Solothurner. Laut einer Ausgabe der Solothurner Zeitung letzten Jahres sind Partyveranstalter und Barbetreiber eingeschränkt, seitdem die Stadt Solothurn für die Regelung von nächtlichen Anlässen innerhalb der Stadt zuständig ist und nicht mehr der Kanton. Nun ist es notwendig für Partys und Öffnungszeiten, die am Wochenende über die Limite von 02:00 Uhr gehen, eine Bewilligung einzureichen. Doch warum ist es für die «Partypeople» von Solothurn nicht mehr möglich, länger feiern zu gehen?

Abschaffung von Freinachtkontingenten

Ein Grund dafür ist, dass früher bei Baubewilligungen innerhalb der Stadt der zeitliche Rahmen der Öffnungszeit bis auf 02:00 Uhr festgelegt worden war. Mit dem neuen Gesetz, welches bereits letztes Jahr in Kraft trat, ist es also für Veranstalter, welche in solchen Gebäuden ihre Lokalitäten besitzen, nicht mehr möglich, über diese Grenze hinaus geöffnet zu haben. Freinachtkontingente, welche jedem Nachtgastronomiebetreiber für eine bestimmte Zahl an späteren Schliessungszeiten zustehen, werden in der Stadt Solothurn nun abgeschafft, so wurde sogar im Tagesanzeiger darüber berichtet. Ebenfalls wird die Schliessungszeit unter der Woche verkürzt, sowie auch die an den Wochenenden. Barbetriebe dürfen in ihren Lokalen nicht mehr bis um 04:00 Gäste empfangen. Nur noch mit einer Bewilligung, welche vorerst von mehreren Gremien abgesegnet werden muss, ist dies möglich.

Laut Philipp Eng, dem Präsident der Jungfreisinnigen Solothurn, war es vor der Abschaffung des Gesetzes für die Bar- und Restaurantbetreiber möglich, telefonisch mit der Stadtpolizei Kontakt aufzunehmen und die Bitte anzubringen, ihre Lokalitäten länger geöffnet zu haben. Die schlussendliche Entscheidung lag dann bei der Polizei, die die Situation für die einzelnen Abende besser einschätzen konnte.

Die Gastronomie ist besonders betroffen

Gemäss dem Jungpolitiker, habe jeder Betreiber um die 20 Kontingente besessen, die er nach seinem Belieben über das Jahr verteilt einsetzen konnte. Dies sei vor allem in warmen Sommernächten praktisch gewesen, an denen am meisten Menschen den Quai nahe der Aare, genannt «das Mürli», aufsuchen. So konnte spontan entschieden werden, die Lokalität länger geöffnet zu haben und somit den Kunden und Kundinnen einen Ort zu bieten, an dem sie sich länger treffen konnten. Unter den Partyveranstaltern ist unter anderem auch die Bar «Solheure» besonders betroffen. Noch bis zum April letzten Jahres war für die Veranstalter möglich, ihre Lokalität bis um 04:00 Uhr geöffnet zu haben. Doch plötzlich war dies nicht mehr möglich und eine bevorstehende Party musste sogar kurzfristig abgesagt werden. «Das Solheure war bisher fälschlicherweise der Meinung, dass diese Regelung erst ab 2018 nach Ablauf der zweijährigen Übergangsfrist für das neue Gesetz gültig sei», wird in einem Beitrag auf der Facebookseite des Solheures erklärt.

«Gemeinsam gegen Partysterben!»

Nun schaltet sich auch Stück für Stück die Bevölkerung Solothurns ein und wehrt sich mit der Gründung einer Facebook-Gruppe gegen das «Partysterben». Die Facebook-Gruppe «Pro nightlife Solothurn» fasst heute bis zu 1500 Likes. Die Befürworter des Solothurner Nachtlebens haben es satt, dass immer weniger Bewilligungen der Behörde für das Nachtleben ausgesprochen werden. So wird der Beweggrund für die Gründung einer solchen Gruppe in der Info auf ihrer Facebookseite dargelegt. «Gemeinsam gegen Partysterben!», so lautet ihr Slogan.

Nicht nur die Bevölkerung, auch die verschiedensten Jungparteien von rechts bis links, beispielsweise die Jungfreisinnigen, die Junge CVP, die Junge Grüne oder die SVP, haben sich zusammengetan und einen sogenannten «Volksauftrag» erarbeitet. In diesem Volksauftrag wird der Regierungsrat dazu beauftragt, Anpassungen im Wirtschafts- und Arbeitsgesetz vorzunehmen, die den Städten und Gemeinden des Kantons Solothurn mehr Spielraum in Sachen des Nachtlebens bieten. Die Parteien begründeten dies mit der Entmachtung des freien Umgangs mit Öffnungszeiten der einzelnen Städte und Gemeinden. Laut den Initianten habe die Möglichkeit der Kontingente eine Kompromisslösung für Bewohner von jung bis alt gebildet. Auf der einen Seite, würde den kulturell interessierten und partyfreudigen Leuten Lokalitäten geboten und auf der anderen Seite, würden auch diejenigen geschützt, die in der Nacht ihre Ruhe haben wollen, da dank der begrenzten Anzahl der Kontingente nicht jede Nacht länger gefeiert werden würde. Ausserdem biete das Nachtleben eine Attraktivität für die Stadt Solothurn und wäre ein wesentlicher Bestandteil im Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden und Städten. Die Jungparteien, die diesen Volksauftrag erarbeiteten, erachten wegen den momentan geltenden Gesetzgebungen das Solothurner Nachtleben als nicht attraktiv.

Wie geht es weiter für die «Partypeople» von Solothurn?

«Klar ist, dass es immer Leitragende gibt, die durch eine neue Gesetzgebung eingeschränkt werden. Die Frage ist halt, welcher Seite mehr Gewichtung zu geben ist. Beispielsweise muss mit gewissen Lärmbelästigungen gerechnet werden, wenn man mitten in einer Stadt lebt. Sei es eine kleinere Stadt, wie Solothurn oder eine grössere, wie Zürich, Basel, etc. Eine Stadt ist nun mal eine Stadt und demnach auch lauter, als ein Dorf irgendwo auf dem Land», findet Philipp Eng. «Gewissermassen hat man bei jedem Volksauftrag Interessensverschiedenheiten, die es abzuwägen gilt. Wir hätten auch eine Verlängerung der Öffnungszeiten anfordern können, aber wir wollten den Kompromiss und haben uns so für die Freinachtkontingente entschieden, um nicht nur für eine Seite eine Lösung zu finden», erklärt Philipp zudem.

Der Volksauftrag muss vorerst vom Kantonsrat abgesegnet werden. Von da an ist es für die Anwohner, die sich aufgrund des Lärms gestört fühlen, möglich, ein Referendum zu ergreifen und zu versuchen, die neue Gesetzgebung zu unterbinden. An der Gemeindeversammlung werden über solche Volksaufträge abgestimmt, dort ist es auch für die Gegnerseite möglich, dagegen zu stimmen und den Volksauftrag zu unterbinden. Die Hoffnung geben aber die Jungparteien, sowie die Bar- und Restaurantbetreiber, nicht auf.

Diese Woche bei So tickt SO!, ein Interview mit dem engagierten Jungpolitiker Philipp Eng. Der 24-jährige Jurastudent erzählt über seine langjährige Erfahrung als Jungpolitiker und Präsident der Jungfreisinnigen von Solothurn und über die Veränderung der Politik in der jungen Generation.

«Bereits mein Grossvater, sowie auch mein Vater, waren und sind immer noch politisch beim Freisinn aktiv. So war es also kein langes Überlegen, in welche politische Richtung, in welche Partei, es mich verschlagen würde», erzählt Philipp. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er in der Politik tätig und vertritt seine Partei, die Jungfreisinnigen Solothurn, seit drei Jahren als Präsident. Auch wurde er mit 19 Jahren für die FDP in den Gemeinderat Günsberg gewählt.

Philipp, wo decken sich deine Hauptaufgabenfelder ab?

«Neben meinen Tätigkeiten als Präsident, also das Führen des Vereins, sowie das Führen von Mitgliederlisten und Organisieren von Anlässen, kümmere ich mich um politische Anliegen der Stadt. So haben wir beispielsweise den Stadt Präsident Kurt Fluri bei seiner letzten Wahl unterstützt, in Form von Leserbriefen und anderen Supportmöglichkeiten. Auch haben wir einen Volksauftrag lanciert, der besonders auf die Stadt Solothurn abzielt, aber Schluss am Ende auch für den gesamten Kanton gedacht war.»

Wie kann man sich die Organisation der Jungpartei vorstellen?

«Unsere Kantonalpartei ist aufgeteilt in einzelne Sektionen. Mit Solothurn, Olten und Grenchen bilden wir drei verschiedene Regionalsektionen und übergeordnet bildet sich dann die kantonale Sektion. Die Regionalsektion Solothurn beispielsweise, umfasst nicht nur die Stadt Solothurn, sondern auch das politische Geschehen der Jungfreisinnigen im ganzen Wasseramt, Bucheggberg und Leberberg. Bei uns wird nicht so streng nach Gemeinde geteilt, sondern die, in Solothurn zur Schule gehen, sind in der Sektion Solothurn vertreten. Es besteht bei Grenzfällen auch ein gewisser Grad der Selbstbestimmung, in welcher Sektion man tätig ist.

Rechtlich, wie auch politisch, sind wir ein komplett unabhängiger Verein. Nichtsdestotrotz haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Mutterpartei, der FDP. Die FDP ist klarerweise die Partei, welche uns am nächsten steht. Auch haben wir einen Sitz in der Geschäftsleitung der FDP oder werden auch in Projekte mit eingebunden. Aber dies bedeutet nicht gleich, dass wir Jungfreisinnige so stimmen oder so politisieren, wie es die FDP tut, betreffend der einzelnen Sachthemen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und die sollen so auch existieren.»

Wo liegt der grosse Unterschied zur FDP?

«Ein wenig frecher und liberaler zu politisieren, das ist so der Unterschied und sollte auch ein Privileg für die junge Generation, für die Jungfreisinnigen sein. Selbstverständlich immer vernünftig, anständig und fair, aber bei Meinungsverschiedenheiten auf unserer Seite, wird es gerne gesehen, dass wir die auch vertreten und uns einsetzen.»

Was ist so das, was eure Jungpartei auszeichnet?

«Einerseits ist das Dabeisein für mich ein sozialer Grund. Eine Jungpartei ist im Vergleich zu einer Mutterpartei, wie eine FDP, sehr sozial ausgerichtet. Das ist ein sehr wichtiges Element, auch dass unser Verein lebt und aktiv, sowie attraktiv sein kann. Wir machen bei vielen Anlässen mit, kantonal, aber auch interkantonal. Auch international sind wir stehts auf dem Laufendem, was Jungparteien aus anderen Ländern angeht. Gerade bei uns Jungfreisinnigen, ist es die liberale Haltung, die mich sehr reizt.»

Was genau meinst du mit dieser «liberalen Haltung?»

«Im Jungfreisinn gibt es nicht die eine Meinung, sowie wir es von anderen Parteien kennen. Beispielsweise haben wir bei uns Leute, welche einen EU-Beitritt befürworten, dann wieder andere, die sich auf die Seite einer Masseneinwanderungsinitiative wiederfinden. So gesagt haben wir ein breites Spektrum an Meinungen, was ich als sehr interessant, wie auch als sehr wichtig empfinde. Bei uns ist es also durchaus möglich, eine andere Meinung als die anderen zu haben.»

Philipp erklärt, dass diese ausgewogene Meinungsverschiedenheit eine Bestätigung dafür ist, dass er sich in der Mitte politisch Zuhause fühlt. «Durch das weiss ich, dass diese Partei meine Heimat ist», sagt er fest entschlossen. Dies sei für ihn der «liberale Geist». Er erklärt ausserdem, dass natürlich eine gewisse Grundhaltung in der Partei vorhanden ist, was das Gesamtthema Politik betrifft.

Dies liegt bestimmt auch daran, dass sich der Jungfreisinn besonders in der politischen Mitte platziert.

«Genau, das stimmt. Der Freisinn wollte und will, keine Ideologie sein. Die SP und beispielsweise auch die Juso, sind weitgehend sehr ideologisch», sagt Philipp, hinzufügend, dass dies seine persönliche Ansicht sei. «Das Arbeitnehmergesetz ist eines der wichtigsten Gesetze überhaupt, das sehe ich so wie die beiden Parteien. Wenn dann aber der Arbeitnehmerschutz dazu führt, dass die Freiheiten der Arbeitnehmer eingeschränkt werden, ergibt das keinen Sinn mehr. Deshalb finde ich es falsch, wenn man sich zu einer einzigen Ideologie bekennt, egal welche, und dabei die Gegenfaktoren ausser Acht lässt.»

Auf der Homepage des Bundesamtes für Statistik ist ersichtlich, dass die Stimmbeteiligung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Wie kannst du dir das erklären?

«Ich denke das liegt daran, dass unsere Bevölkerung, besonders die jüngere Bevölkerung, etwas überrumpelt wird, mit der ganzen Informationsmenge. In anderen Ländern ist es nur alle vier Jahre möglich, den politischen Kurs zu bestimmen aber in der Schweiz haben wir regelmässig neue Abstimmungen, Bundesbeschlüsse, Wahlen, etc. Das führt dann auch dazu, dass dies für uns zu einer Selbstverständlichkeit wird. Dadurch, so beobachte ich das, ist die Bevölkerung etwas müde davon, ständig über irgendetwas abstimmen zu müssen. Im Prinzip entscheiden wir aber mit jeder Abstimmung über die Richtung, in die sich unser Land in der Zukunft bewegen wird.»

Philipp findet es aus diesem Grund schade, dass sich viele Leute nicht für Abstimmungen oder Wahlen interessieren. Er beobachtet aber auch, dass die Leute nicht unbedingt den Wahlzettel leerlassen, sondern dass sie nicht konstant abstimmen. Heisst also, die Leute stimmen bei Themen ab, welche sie wirklich verstehen und bei denen, welche komplexer erscheinen, stimmen sie nicht ab. Da gibt es auch zwischen den Abstimmungen und Wahlen einen Unterschied. Bei Wahlen kann es schneller vorkommen, dass die Leute sagen, dass ihnen die Kandidaten unbekannt sind und sie deshalb lieber nicht zur Urne gehen. «Wichtig sind die Menschen zu unterscheiden, welche effektiv keine Lust haben, sich an Abstimmungen zu beteiligen und die, die zu einem bestimmten Thema schlicht und weg keine Meinung haben.»

Sollte es dann aber nicht eine Möglichkeit geben, komplexere Themen für die Bevölkerung einfacher zu veranschaulichen?

«Klar wäre es toll, wenn es irgendeine Zauberformel für dieses «Problem» gäbe. Wir versuchen die Themen über Social Media Dienste, wie beispielsweise Facebook oder Twitter, näher an die Leute zu bringen. Meine Freunde auf Facebook werden von meinen politischen Stellungnahmen auch zugespamt, ob sie wollen oder nicht», beginnt Philipp lachend. Über diese Plattformen könnte man vor allem auch die junge Generation besser erreichen, so findet Philipp. «Ein Gerät, welches auf eine solche Plattform zugreifen kann, besitzen die meisten jungen Menschen. Gar mehr, als eine Tageszeitung, was vor zwanzig Jahren auch noch anders war. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, in der Politik mit der Zeit zu gehen.»

Wie hoch schätzt du die Wichtigkeit ein, dass die junge Generation an den politischen Prozessen teilnimmt?

«Ich finde es sehr wichtig. Schlussendlich bilden wir mit unseren Entscheidungen die spätere Zukunft, in der wir und unsere Nachkommen aufwachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die AHV. Solche Sachthemen, wird die ältere Generation halb so stark kümmern, als unsere, da wir mit den Entscheidungen leben müssen. Gerade aus dem Grund ist es wichtig, dass wir jungen Leute in der Politik mitreden, aber auch, weil wir manche Themen bereits besser verstehen, wie die Digitalisierung, welche vor allem von den älteren Leuten verteufelt wird oder auch die Gefahren auf den Social Media Diensten, den Fake-News und vielen anderen Bereichen. Für uns ist es einfacher, diese Bereiche zu analysieren, da wir direkt darin aufgewachsen sind und somit auch einen Wissensvorsprung haben.»

Philipp findet, dass die junge Generation unbedingt eine Stimme braucht und mitreden kann, also nicht nur von aussen her belächelt wird. «Die junge Generation muss die Konsequenzen tragen von den Entscheidungen, die wir heute treffen», wiederholt er.

Wie geht ihr Jungfreisinnige vor, um bei dieser Entwicklung mitwirken zu können?

«Das wichtigste ist für uns, dass wir steht aktiv bleiben. Meine Vorstellung unseres Vereins ist, dass wir intern weitere tolle Anlässe haben, also neben dem politischen auch ein angenehmes Vereinsleben gestalten, ab und zu mal zusammen ausgehen und solche Dinge. Wir wollen Netzwerke knüpfen, die uns aktive Politiker mit solchen Leuten zusammenbringen, welche politisch desinteressiert sind. Auch muss weiterhin darauf geachtet werden, die Inhalte so nahe wie möglich den Leuten zu vermitteln. Man darf nicht auf einer Ebene politisieren, die die Mehrheit der Menschen nicht versteht oder gar nicht erst interessiert, so schafft man einfach keine Nähe zur Politik. Wir versuchen besonders Themen anzuschneiden, die für die junge Generation eher spannend und relevant sein kann. Da wäre zum Beispiel das Vermindern des Aufwandes, um den Führerschein zu bekommen oder das Nachtleben in der Stadt. Das sind Themen, welche bei der jungen Generation auf Interesse stossen. Dadurch merkt man dann auch, dass durch Politik sehr viel verändert werden kann.»

Vielen Dank Philipp, für das interessante Gespräch.

Elf Museen, elf Brunnen, elf Kirchen und elf Kapellen. Die Zahl Elf ist in der Stadt Solothurn des Öfteren vertreten und wurde zum Wahrzeichen. Doch wie kam es dazu, dass sich bis heute Solothurner und Solothurnerinnen mit dieser Zahl identifizieren? Der zweite Teil der Reihe «So tickt SO!», über den Mythos der Zahl 11.

«Es lit es Stedtli wunderhübsch am blaue Aarestrand. S`isch immer eso gsih, s`isch immer eso gsih!» Das sind die ersten Strophen des sogenannten «Solothurner Liedchen», dessen Melodie täglich jeweils um 11:00, 12:00, 17:00 und 18:00 Uhr erklingt, ausgelöst von der stadtbekannten Solothurner Uhr. Und wie viele Ziffern besitzt sie? Natürlich, elf! Nicht nur in der Solothurner Uhr ist diese Zahl auf eine spezielle Art und Weise vertreten. Woher kommt dieser Mythos, um den sich zahlreiche Gerüchte und Vermutungen kreisen?

Mythische Sagen

Um die Entstehung dieses Mythos ranken sich die verschiedensten und skurrilsten Sagen. Eine Beliebte stammt aus dem Buch «Leben am Jurasüdfuss». Nach einem Dokument der Solothurner Stadtrundgänge handelt die Sage von einem Dörfchen, welches Solothurn hiess. Die Einwohner waren alle bereits des älteren Alters und es gab keine Kinder im Dorf. Auch gab es kein Licht und es war stets dunkel auf den Strassen des Dörfchens. Die Sage besagt, dass die Bewohner des Dorfes keinerlei Freude empfanden oder wussten, was es hiess, zu lachen. Eines Tages erkannte die Elfenwelt, in welcher Situation sich die Solothurner und Solothurnerinnen befanden und ihr Meister beschloss, genau elf Elfen loszuschicken, die als Kinder verkleidet waren, um den Bewohnern zu zeigen, was es hiess, Freude und Glück zu empfinden. Von da an erfreute man sich wieder über das Leben in Solothurn. Die Frauen brachten Kinder zur Welt und das Dorf wuchs an, bis es eine Stadt wurde.

Der Sage nach, wurden als Dank die 11 Brunnen, 11 Kirchen, 11 Kapellen, etc. erbaut und den Elfen gewidmet.

Verewigung der Zahl 11

Diese «heilige Zahl», wie sie im Solothurner Munde gerne genannt wird, ist in allem möglichen vertreten. Der Architekt der St. Ursenkathedrale Gaetano Matteo Pisoni war von diesem Mythos, welcher bereits zu seiner Zeit in vollem Gange war, so begeistert, dass er sie auch in seinem Bauwerk verewigen wollte. Die St. Ursenkathedrale besitzt bis hin zur Pforte 33 Stufen, verteilt auf 3 Ebenen, also jeweils 11. Laut solothurn-city.ch, misst der Glockenturm 6 x 11 Meter und beinhaltet 11 Glocken. Innerhalb der Kathedrale wurden 11 Altäre eingebaut, die Anzahl der Pfeifen der Orgel ist durch 11 teilbar und viele weitere Elemente, die auf die Wichtigkeit dieser Zahl hinweisen, sind in der Kathedrale anzufinden. Interessanterweise betrug auch die Bauzeit der Kathedrale 11 Jahre, von 1762 bis 1773.

Die 11 Brunnen sind eine weitere Form der Verewigung der Zahl 11. Aufgrund des Reichtums des Ambassadors zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, wurden diese reichlich beschmückt. Im Vergleich mit den Flächen anderer Städte der Schweiz, wurde Solothurn die «Brunnenreichste», da sich die Menge der 11 Brunnen nicht so gut auf die nicht allzu grosse Fläche Solothurns verteilt.

Prägung bis in die heutige Zeit

Nicht nur in den Bauwerken der Stadt ist die Zahl 11 anzutreffen. Beispielsweise im Namen der Kinderguggenmusik «Öufischränzer», dem Club «eleven» oder einer Firma namens «IMMO-11». Aber auch im Kulinarischen macht diese «heilige Zahl» nicht halt. So ist das sogenannte «Öufi-Bier» schweizweit bekannt. Das Solothurner Bier wird in der eigenen «Öufi-Brauerei» in der Stadt hergestellt. Die Brauerei besitzt ebenfalls eine Beiz, in der es möglich ist, das «Öufi-Bier» in all seinen Variationen zu probieren. Auch ein spezieller «Öufi-Whiskey», darf da natürlich nicht fehlen. Auch in der «11i-Schockolade» ist die Ziffer verewigt. Ausserdem muss die Zahl 11 nicht unbedingt gross auffallen. Manchmal ist sie auch versteckt, wie zum Beispiel in Speisekarten der Restaurants als kleinen «Gag» oder als Anspielung an den Mythos. Ebenfalls wird auch das Infanterie-Bataillon 11 der Schweizer Armee als «Solothurner-Bataillon» bezeichnet.

Solothurn und die 11, eine ewige Liebe?

Bis heute konnte nicht erklärt werden, weshalb die Solothurner Bevölkerung eine so grosse Liebe zur Zahl 11 pflegt. Klar ist, dass die Erklärung dafür bis ins Mittelalter zurückreicht. Des Weiteren konnten nur Vermutungen angestellt werden, was die Herkunft der Zahl 11 betrifft. Die Bürgerschaft der Stadt zu Gründungszeiten Solothurn, war in 11 Zünfte gegliedert. Der erste Rat, welcher die Stadt in der Eidgenossenschaft stellen durfte, beinhaltete ebenfalls 11 Mitglieder. Möglicherweise begann die Bevölkerung aufgrund dieser beiden und zahlreichen weiteren «11er-Beziehungen», bewusst, wie auch unbewusst, diese «Liebe» zur Zahl 11 zu pflegen und immer mehr in die Kultur zu übernehmen. Eine Liebe, die vermutlich noch lange halten wird.

Man hört in der Politik immer wieder von «Rechts» oder «Links». Doch welche Parteien sind eher rechts oder eher links? Was bedeutet es überhaupt, sich als rechts oder links zu bezeichnen? Tize.ch versucht dir deine Antwort auf die Frage «Bist du rechts- oder linksorientiert?» bei Alltagsgesprächen zu erleichtern.

Gerne kommt man mal ins Schwitzen, wenn bei einem normalen Alltagsgespräch das Gegenüber fragt, welche Partei man wählt oder wie man abstimmt. Einige wissen ganz genau, für wen oder was sie sich entscheiden und besonders warum. Doch viele haben keine Ahnung, auf welche Seite sie sich schlagen sollen. Rechts, links oder doch lieber die Mitte? Dabei hat diese Frage sehr viel mit der eigenen Identität und dem eigenen Handeln zu tun.

Woher stammen die Bezeichnungen «rechts» und «links»?

Die Unterscheidung zwischen rechts und links des politischen Spektrums wird auf das Jahr 1789 zurückgeführt, beim Ursprung der Französischen Nationalversammlung. Vorerst hatten diese Bezeichnungen nur die Bedeutung der Sitzordnung innerhalb eines Parlamentes. Laut Hellesköpfchen.de setzt sich die Sitzordnung aus dem Meinungsspektrum der einzelnen Parteien und Gruppierungen zusammen. «La gauche», die linke Seite, stand für die revolutionäre und republikanische Strömung, während «La droite», die rechte Seite, für die eher konservativere, promonarchische Strömung stand.

Bedeutung in der Schweiz

Das hat sich zwar bis heute durchgesetzt, aber natürlich auch verändert. Die rechte Seite setzt sich eher für die Bewahrung des alten ein und halten an Traditionen und gesellschaftlichen Strukturen fest. Diese Haltung nennt sich konservativ. Die linke Seite setzt sich vor allem für die Freiheit und das Recht der Bürger ein und vor allem, dass möglichst alle nach gleichem Recht behandelt werden. Dies lässt sich unter liberal, bis hin zu sozialistisch einstufen. Liberal zu sein bedeutet, dass man sich für die Freiheiten der Menschen innerhalb eines Staates einsetzt oder zumindest diese Parteien unterstützt. Natürlich gibt es auch noch die Mitte, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie teils liberal und teils konservativ ist. Manche Parteien oder Einzelpersonen von mittigen Parteien sind mal mehr rechts und mal mehr links, das ist besonders in der politischen Mitte sehr individuell.

Rechts ist nicht gleich rechts, links ist nicht gleich links

Um an den letzten Satz anzuknüpfen: Wichtig zu verstehen ist, dass man als Rechter oder Linker nicht gleich nur rechts oder links denken muss. Rechte und linke Personen stimmen nicht immer nur für Ideen der eigenen Partei, sondern auch mal für Ideen von der anderen Seite, wenn ihnen diese zuspricht. Genau wie in der Mitte ist jede rechts- und linksorientierte Person individuell geprägt. Problematisch wird es erst dann, wenn die eigene Haltung oder die einer Partei, extremistisch wird und man damit beginnt, andere auszugrenzen, weil sie eine andere Haltung gegenüber der Politik haben, dies gilt für rechts und links. Auch wenn das im Wahlkampf manchmal so aussehen mag, schlagen sich rechts und links nicht gleich die Köpfe ein, wenn sie zusammen im Parlament sitzen. Wichtig ist jedem gut zuzuhören, zu überlegen und erst dann zu sprechen, sei es im Parlament, bei Diskussionen in der Schule oder in der Freizeit.

Die Wichtigkeit dieses Grabens

Für einen demokratischen Staat, wie die Schweiz, ist dieser Graben wichtig. Er stützt das Gleichgewicht in der Regierung zwischen den einen und den anderen Parteien. Es braucht die konservative Seite, wie auch die liberale Seite, um neue Ideen zu finden, um beispielsweise das Leben in der Schweiz zu verbessern, den Draht zu unseren Nachbarn zu stärken, um eine gute Strukturierung des Landes in der schnell wachsenden Welt zu ermöglichen und schlussendlich, um zusammenzuhalten. Solche Ideenfindungen, Strategien und Umwälzungen sind nur dank des Dialogs und der Verhandlungen zwischen rechts und links möglich. In einem Staat zu leben, in dem die Möglichkeit besteht, auszuwählen zu welcher Seite oder zu welcher Partei man gehört ist ein grosser Vorteil. Der direkte Dialog untereinander wird so ermöglicht.

Wie erkenne ich, was für mich stimmt?

Ganz einfach: Wenn du dich für die Politik interessierst, lies vielleicht mal das Abstimmungsbüchlein durch und versuche, dir deine eigene Meinung zu bilden. Klar, das Abstimmungsbüchlein ist für manche etwas kompliziert geschrieben, aber da gibt es Hilfen, wie beispielsweise die Internetseite easyvote. Du musst nicht gleich von heute auf morgen einer Partei beitreten oder gleich die Meinung übernehmen, die eine Partei hat, die dir zuspricht. Sehr viele Menschen sind parteilos und stimmen/wählen mal so und mal so. Recherchiere im Internet nach einer Partei, die dich interessiert und lies ihr Programm. Im Grunde kannst du dir eigentlich auch die Frage stellen, was besser zu dir passt. Siehst du dich eher konservativ und möchtest eher das Vergangene bewahren oder siehst du dich liberal und bist offen für Neues? Diese Entscheidung liegt allein bei dir.