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Benedikt Kaiser

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Seit jeher bekomme ich jedes Jahr an Weihnachten ein Geschenk, auf das ich vor allem früher liebend gern verzichtet hätte. Meine Mutter hat es nämlich zur Tradition gemacht, dann die ganze Familie mit einem «Kultur-Geschenk» zu beglücken. Dabei handelt es sich um Eintritte ins Theater, in Opern oder zu sonstigen, gerade kulturell aktuellen Highlights in der Region Basel. Wegen im Grunde guter Erfahrungen hat sich meine Abneigung gegenüber diesen «Geschenken» jedoch gelegt und so nahm ich kürzlich sogar die ausserweihnächtliche Einladung in die Oper «Il barbiere di Siviglia» an, eine Oper, die gerade in dieser Inszenierung in Basel definitiv Lust auf mehr macht.

Jedes Jahr ist es das Gleiche: Horden von verkleideten Kindern pilgern von Haus zu Haus auf der Suche nach Süssigkeiten, Jugendliche bewerfen Häuser mit Eiern oder wickeln sie in Toilettenpapier und (junge) Erwachsene feiern in immer denselben Kostümen irgendwelche Partys. Halloween ist immer neu ein Gipfel an Geschmackslosigkeit. Eine klassische amerikanische Unsitte, die seit einigen Jahren auch in Europa immer populärer wird, könnte man denken. Dem ist aber nicht so, Halloween ist vielmehr eine uralte, europäische Tradition.

Volleyball ist die zweitgrösste Teamsportart in der Schweiz, doch kaum jemand interessiert sich dafür. Auch medial wird Volleyball wenig beachtet. Dies ist schade, denn gerade in letzter Zeit gibt es in der Schweizer Volleyballszene zahlreiche erfreuliche Entwicklungen. Eines der grössten Highlights stellt für mich der Aufstieg von Traktor Basel in die höchste Schweizer Liga dar. Mit zahlreichen, innovativen Ideen versuchen die Traktoren nun, mehr Leute für das Volleyball zu begeistern und auch das mediale Interesse zu vergrössern.

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Was als friedliche Demonstration begann, in zu einem gigantischen Chaos geworden. Über eine halbe Million Menschen wurde seit Kriegsbeginn getötet, mehr als 5,5 Millionen flohen. Unzählige Milizen kämpfen gegen Syriens Diktator Assad. Sie alle haben aber ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was aus Syrien werden soll. Die Terrororganisation Islamischer Staat hat international für Angst und Schrecken gesorgt und ist später durch europäische Luftangriffe wenigstens militärisch geschlagen worden. Zu Beginn des Kriegs gab es nicht einen Tag, wo nicht in den Medien darüber berichtet wurde. Zwischenzeitlich hörte man dann praktisch nichts mehr, doch seit rund einer Woche ist der Krieg in Syrien um ein Kapitel reicher. Die USA haben nämlich ihre Truppen aus Nordsyrien abgezogen. Dies hat eine Kettenreaktion in Gang gesetzt. Höchste Zeit, sich die Interessen der unterschiedlichen Kriegsparteien wieder in Erinnerung zu rufen.

Ich höre selten bis nie Radio. Keine Ahnung, wie dir das ergeht, aber seitdem ich mir vor einigen Jahren Spotify Premium gegönnt habe, hat das Radio in meinem Alltag einen schwierigen Stand. Vor ein paar Tagen passierte es dann aber. Ich war in der Küche beschäftigt und wollte zu Unterhaltungszwecken wie üblich eine meiner Playlists einstellen, doch mein Handy war unauffindbar. Nach einer kurzen, heftigen Suchaktion – die natürlich erfolglos verlief – landete ich wieder in der Küche. Und da Karotten schnipseln ohne Musik einfach schrecklich ist, beschloss ich in meiner Verzweiflung, das Radio anzustellen.

Alle über 18-jährigen Bürger der Schweiz kennen die Situation aus eigener Erfahrung: Kaum hat man die neuerworbene Volljährigkeit gebührend gefeiert, flattert schon das Armeeaufgebot ins Haus. Nun gilt es sich zu entscheiden, ob man den Militärdienst tatsächlich leisten möchte oder doch den Zivildienst bevorzugt. Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung im Jahr 2009 interessieren sich immer mehr junge Männer für den zivilen Dienst. Dies ist der Armee und dem Bundesrat schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Nun hat der Ständerat beschlossen, mit sieben Massnahmen die Attraktivität des Zivildienstes zu verringern.

Seit mehreren Wochen wüten tausende Brände im Amazonasgebiet in Südamerika. Mehr als 72.000 Brandherde und somit 83% mehr als letztes Jahr sind registriert. Aus umwelttechnischer Sicht ist dies eine Katastrophe, denn das Amazonasgebiet wird nicht umsonst als grüne Lunge der Welt bezeichnet. Es speichert nicht nur rund 20% des Süsswassers der Welt und produziert ebenso viel Sauerstoff, sondern ist auch Heimat von rund 10% der weltweiten Biodiversität und 34 Millionen Menschen.

Wie sich das JKF aus der Zuschauerperspektive anfühlt, haben wir bereits ausführlich dokumentiert. Doch wie nehmen die auftretenden Bands das JKF wahr? Zu diesem Zweck habe ich ein Interview mit der Band Nomuel geführt. Wie die vier Mitglieder Samuel Schneider, Paul Plachenault, Noah Tran und Pablo Steiner ihren Auftritt erlebt haben und wie sie das JKF einschätzen, könnt ihr in diesem Interview lesen.

Vielen Dank, dass ihr euch bereit erklärt habt, dieses Interview zu machen! Zuallererst würde ich gerne wissen, wie eure Band Nomuel überhaupt zustande gekommen ist.

Samuel: Es begann mit mir und Noah im Jahr 2013. Wir coverten Songs und machten zusammen Musik im Keller. 2015 schrieben wir dann unseren ersten eigenen Song. 2016 stiess Paul dazu, 2018 Laurin und 2019 schlossen sich Pablo, Gian und Valentin der Band an.

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Wie kommt ihr dazu, Texte auf Deutsch, Englisch, aber auch Französisch zu schreiben?

Paul: Am Anfang produzierten wir «Capuccino-Musik», also ruhige Musik, die als Hintergrund in einem Café läuft. Mittlerweilen kann man Nomuel nicht mehr ganz klar einem einzigen Genre zuordnen. Wir machen vielmehr einen Mix zwischen Jazz, Pop und Rap.

Wie sieht denn eine klassische «Nomuel-Woche» aus? Wie genau muss man sich euren Bandalltag vorstellen?

Samuel: Jeder schreibt zuhause an neuen Texten und Songs. Zudem treffen wir uns ein bis zweimal wöchentlich in der Jukebox, um dort zu proben. Die Jukebox ist ein Verein, der junge Musiker und Musikerinnen fördern will und so beispielsweise Proberäume zur Verfügung stellt.

Noah: Wir sind nicht nur alle in der gleichen Band, sondern auch sonst enge Kollegen. So gehen wir beispielsweise praktisch immer zusammen in den Ausgang, sei es mit der ganzen Band oder als Teil davon. Diese engen Freundschaften machen Nomuel auch so speziell.

Beim heutigen Auftritt habt ihr vier brandneue Songs gespielt. Wieviel Arbeit steckt da dahinter und wie verläuft der Prozess von der Idee bis zur Performance auf der Bühne?

Pablo: Viele Songs entstehen relativ spontan während unserer Proben. Wir lassen uns dabei oft auch von der Stimmung leiten, die gerade im Proberaum herrscht. So verarbeiten wir auch prägende Erfahrungen in unseren Leben. Auf diese Art und Weise kommen ganz unterschiedliche Arten von Songs zusammen, manchmal melancholisch, manchmal fröhlich, je nachdem.

Kommen wir zu eurem heutigen Auftritt am JKF. Ich möchte von jedem von euch einen kurzen Kommentar zu eurer Performance.

Samuel: Es war sehr cool, viele Leute sind gekommen, die Stimmung war angenehm und auch unser Techniker war super. Insgesamt hat alles perfekt gepasst.

Noah: Wir sind dankbar, dass wir heute hier auftreten durften. Der grosse Publikumsandrang hat uns sehr erfreut, da der Klosterhof doch ein wenig schwer zu finden ist.

Pablo: Es war ein wunderbares Konzert. Die Location war super und ich fand die Wetterbedingungen sehr angenehm. Vielen Dank an alle, die gekommen sind, es hat Spass gemacht, ich liebe diese Band!

Paul: Ich fand es auch wunderschön. Am Anfang standen wir etwas unter Zeitdruck und waren daher alle ein bisschen gestresst, doch während dem Konzert konnten wird diesen Stress abbauen. Die vielen Leute, die wir gekannt haben, haben uns zusätzlich gepusht.

Das JKF ist eine extrem grosse Veranstaltung. Unterschied sich dieser Auftritt daher in irgendeiner Beziehung von anderen Auftritten?

Noah: Ja, denn eigentlich sind wird sieben Personen in der Band und nicht nur fünf. Da unser Cellist und unser Gitarrist aber momentan fort sind, haben wir für dieses Konzert sehr viel Neues machen müssen. Es war super, dass alles so gut geklappt hat und wir finden es cool, dass wir offenbar in sämtlichen Besetzungen ein Konzert spielen können. Diese dynamischen Rotationen sind herausfordernd, aber auch bereichernd.

Das JKF gilt als mögliches Sprungbrett für regionale Künstler. Wie wichtig war euch diese Möglichkeit und wie schätzt ihr sie allgemein ein?

Pablo: Festivals wie das JKF oder das HillChill, die öffentlich und gratis sind, sind allgemein wahnsinnig wichtig für junge Bands. Auftritte wie heute bedeuten für uns mehr Hörer, mehr Klicks in den sozialen Medien und neue Connections, die zu neuen Projekten führen können. Das JKF bietet den Bands die Möglichkeit, eine grosse Reichweite zu erlangen. Dies ist unglaublich nützlich.

Seht ihr Verbesserungspotential am JKF?

Paul: Nein, wir sind da unkompliziert, es war ein geiles Konzert und eine tolle Möglichkeit, etwas von uns zu präsentieren. Für uns war es perfekt so wie es war.

Letzte Frage: Wie geht es mit Nomuel weiter? Was sind eure Ziele?

Noah: Unser aktuelles Projekt ist unser neues Album, dass wir im Winter aufnehmen wollen. Wichtig für uns ist, dass wir uns dabei selbst treu bleiben. Deshalb wollen wir das Album auch im selbstgemachten Homestudio aufnehmen. Wir fühlen uns nicht plötzlich als Superstars, nur weil wir am JKF aufgetreten sind, sondern wollen klein beginnen und möglichst alles selbst machen. Wohin und dieser Weg dann führt, ist offen.

 

Als ich das diesjährige Programm des Jugendkulturfestivals (JKF) zum ersten Mal studierte, wurde ich regelrecht erschlagen. So viele Bands an so vielen verschiedenen Standorten, dazu Tanz, Literatur, Sport, Theater und unzählige freie Projekte. Für mich war es unmöglich, mir aus diesen zahlreichen Angeboten einen genauen Plan für den Abend zu erstellen. Daher beschloss ich, mich einfach treiben zu lassen, dorthin zu gehen, wo immer ich gerade Lust hatte. Diese Taktik hat sich schlussendlich grossartig bewährt.