A United Kingdom ist ein biografisches Drama über die Liebe zwischen Menschen zweier „Rassen“. Es basiert auf wahre Begebenheiten aus den 1940er bis 1960er Jahren in der Weltpolitik. Im Mittelpunkt steht das Betschuanaland, heute bekannt als Botswana, und deren koloniale Beziehung zu Grossbritannien und der Apartheidpolitik.


Ein Beitrag von Alyssia Kugler


Worum geht es?

Es ist Liebe auf den ersten Blick: Ruth Williams und Seretse Khama lernen sich in London kennen und sind ein Herz und eine Seele. Dann erhält Seretse von seinem Onkel, dem König von Betschuanaland, dem späteren Botswana, eine Erinnerung, dass seine Zeit für die Thronfolge gekommen ist. Bevor er in sein Heimatland zurückkehrt, möchten Seretse und Ruth aber heiraten. Das wird von seinem Onkel, seinem Volk und auch von Ruths Familie nicht gutgeheissen und ein Kampf gegen Rassismus und alte Traditionen beginnt.

Seretse und Ruth sind ein unschlagbares Team im bürokratischen Kampf für die Liebe und ein Land voller Potential

Geteilte Liebe ist besonders kraftvoll

Die Liebesgeschichte könnte eine künstlerische Metapher dafür sein, dass Seretse in seiner Regierungszeit die Monarchie und die Apartheid abschafft und dafür für Demokratie und Gleichheit plädiert. Der Film ist aber nach einer wahren Begebenheit. Die ungewöhnliche Liebe hat also dazu angetrieben Gutes zu tun.

Seretse hätte seine Frau nicht in London zurücklassen können, denn dann wäre sein Herz auch dortgeblieben und mit einem Körper ohne Herz könne man kein Land regieren.

Khama erstklassige Überzeugungsarbeit

Sowohl die Briten, als auch die Betschuaner sahen die Heirat zwischen der hellhäutigen Ruth und dem dunkelhäutigen Seretse als beschämend und inakzeptabel. So sehr, dass das traditionelle Volk von Betschuanaland ihm den Thron verweigern wollte. Seretse Khama fand treffende Worte und überzeugende Argumente.

Ihr wollt, dass ich nicht regiere, wegen der Hautfarbe meiner Frau. 

In diesem Land herrscht Apartheid, die das Land mehr unterdrückt als gestärkt hat. Wir sollten aufhören mit dieser Separierung und dafür beginnen uns für Gleichheit einzusetzen.

Ich liebe dieses Land, ich liebe mein Volk. Aber ich liebe auch meine Frau.

Ich möchte ein freies Land aber kein Mensch ist frei, der nicht über sich selber bestimmen darf. Ich möchte Demokratie und ich akzeptiere euren Willen.

Nächste Hürde: Widerstand der britischen Regierung

Seretse kann sein Volk überzeugen, dass er ihm gut schauen würde, egal welche Farbe die Haut seiner Ehefrau hat. Er hat aber nicht nur gegen die festgefressenen Ansichten im traditionellen Volk zu kämpfen, sondern auch gegen die britische Regierung. Seretse wird von der britischen Kolonialmacht aus seiner Heimat verbannt, weil sie der Überzeugung war, dass er auf Grund seiner unkonventionellen Heirat zum Regieren unfähig wäre. Zurück in London kämpft er zusammen mit wenigen Befürwortern für seine Rückkehr und das Amt, das ihm zustehen würde. Ruth war in Betschuanaland zurückgeblieben, meisterte diese Zeit aber graziös: Sie zeigt sich offen und interessiert gegenüber den Bewohnern des Landes und verschafft sich so Anerkennung im Stamm.

Vorzeigegeschichte mit Happy End

Das Happy End könnte kaum besser sein: Seretse, Ruth und die mittlerweile erste geborene Tochter sind vereint. Die Heirat wird vom Volk und den Familien der beiden anerkannt. Betschuanaland wird 1966 zur unabhängigen Republik Botswana. Seretse wird zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Staates. Es braucht mehr von dieser Art von Menschen. Fortschrittlich denkende, wohlwollende Menschen, die ihr Engagement und gesamtes Herzblut in einen wichtigen Schritt für eine bessere Zukunft hineinstecken.

Botswana heute

Bis heute steht es gut um Botswana. „Dem globalen Friedensindex (GPI) zufolge ist das Land mit seinen gut zwei Millionen Einwohnern das zweitfriedlichste Land Afrikas – nach dem Inselstaat Mauritius. Wichtigster Träger der Wirtschaft ist nach Angaben der Bundesregierung der Bergbau (weit überwiegend Diamanten) und der Tourismus“, schrieb der Deutsche Tagesspiegel letztes Jahr in einem Artikel zum 50-jährigen Unabhängigkeitsjubiläum von Botswana.

Impressionen von Botswana

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